Jeder sehnt sich danach mehr über seine Vorfahren. Selbst der gewöhnlichste Amerikaner findet es aufregend, wenn ein Forscher seinen Stammbaum ausgräbt, sein Wappen und vielleicht einen König am Ende der Linie dabei findet. Je weiter er es zurückverfolgt, desto spannender wird es. Hier ist eine nicht allzuweit zurückgehende Studie vom Stammbaum unseres amerikanischen Square Dance.
Tanzen ist die älteste der Künste. Nur noch eine andere Kunst- die Kunst der Architektur - geht ähnlich weit in die Geschichte des Menschen zurück. Aber Tanzen ist wahrscheinlich älter als der menschliche Versuch einen Schutz für seine Familie zu bauen. Wir wissen, daß primitive Stämme schon lange vorher ausgezeichnete Tnzer waren, lange ehe sich damit befaßten, das zu bauen, was wir als Behausung bezeichnen würden. Tanzen war eine der schönen Künste, ehe es zu einer Kunst des Volkes wurde und es war lange davor eine religiöse und rituelle Darstellung, bis es sich zu einer Freizeitgestaltung entwickelte. In der Geschichte der Menschheit ist es noch gar nicht so lange her, daß jeder, der es wollte, sich zum Tanz gesellen konnte. Für Frauen gab es jedoch eine große Anzahl von Tänzen, an denen sie überhaupt nicht teilnehmen konnten und einige die sie nicht einmal sehen durften.
Für eine so kleine Studie wie diese, haben wir weder die Zeit noch den Platz, um sehr weit in die Vergangenheit zurück zu gehen. Entscheiden wir uns deshalb dafür, ungefähr 500 Jahre zurück zu reisen. Zunächst sollten wir jedoch das Wirrwarr: der vielen winzigen Zweige herausschneiden, damit wir den eigentlichen Ästen des Stammbaumes besser folgen können. Kürzen wir unsere Geschieht auf das Wesentlichste.
Zuerst einmal etwas über die Autorin. Niemand ist besser dafür geeignet Euch durch die faszinierende Vergangenheit des Square Dance zu führen als die Autorin 'Dorothy Stott Shaw.' Mrs. Shaw und ihr verstorbenen Ehemann Dr. Lloyd "Pappy" Shaw wurden zum Zentrum der Wiedergeburt der Square Dance Bewegung in den dreißiger Jahren. Über viele Jahre hinweg suchten die Leiter des Square Dance die Shaws in Ihrem Zuhause in Colorado Springs auf, um Anleitung und Ansporn zu erhalten und mehr über die Philosophie und die Geschichte zu erfahren. Für diese Seite hat Mrs. Shaw aus ihrem unendlichen Wissenschatz nur die ganz besonderen Juwelen herausgesucht. Sie und auch wir hoffen, daß diese dazu beitragen, Eure Freude an dieser großartigen Betätigung steigern.
"Sets in Order - The official Magazine of Square Dancing" Bob Osgood, editor.
Der amerikanische Volkstanz hat zwei große Vorfahren (einen englischen und einen französischen). Den feinen Beitrag der französischen Herkunft werden wir etwas später besprechen. Der englische Ahne war ein starker mysteriöser fremdartiger Tanz, aber letzten Endes doch unser eigener, der Elemente sämtlicher Überlieferungen von jahrhundertealten Rituellen enthält und der eine große Fülle von Figuren, Gefühlen, Musik und Haltungen wiedergibt. Dieser englische Vorfahre war der sagenhafte "Morris Dance". 1450 wo wir unsere Geschichte beginnen, muß er bereits sehr alt gewesen sein. Niemand scheint es genau zu wissen, ob er der Vorgänger des "Country Dance" war, der wahrscheinlich daraus hervorging, oder ob die beiden Tänze mehr oder weniger gleichzeitig entstanden. Nehmen wir vereinfachend an, daß der Morris Dance der unmittelbare Stammvater des Country Dance war. Er war ein gut einstudierten Tanz, in dem Sinne wie unsere Demonstrationstänze, die von Amateuren bei Festlichkeiten und Veranstaltungen vorgeführt werden. Er konnte nicht von irgend Jemanden getanzt werden, nur weil der jenige gerade Lust dazu hatte, sondern er wurde von einen ausgebildeten Team. die sich "Morris Männer" nannten, aufgeführt; er wurde mit sehr viel Ernst getanzt, da er in eine Zeit zurückgeht, in der man den Beginn des Frühlings sehnlichst wünschte, so daß dieser von den stampfenden Füßen der Menschen herbei getanzt werden mußte.
Diesen Ritual geht zurück in eine Zeit, als der Winter das Schreckgespenst nach einer mageren Ernte war und Opfer (Weizen, Tiere manchmal sogar Menschen) nötig waren, um die Götter des Wachstums günstig zu stimmen. Ein oder zwei Jahrhunderte zuvor waren diese Morris Männer "Schwerttänzer", die das: Ritual als Pantomime darstellten, das mit einem Menschenopfer endete. Und noch weitere Jahrhunderte davor fanden tatsächlich Opferungen statt, bei denen einer der Tänzer enthauptet wurde. (Kindertänze wie London Bridge und We've come to see Miss Jenny-a-Jones sind Reste, die von solchen Tänzen übriggeblieben sind). Laßt Euch davon nicht beunruhigen ! Fast alles was wir tun sind symbolische Gesten für etwas, das aus unserer heidnischen und primitiven Vergangenheit stammt. Es ist gut zu wissen, wo unsere tiefen Wurzeln verankert sind. Um 1450 war der Tanz nur noch ein kraftvolles und schönes Symbol, bei dem die Tänzer nur noch hölzerne Dauben, manchmal sogar saubere Taschentücher benutzten, an statt furchterregende Schwerter.
Morris Tänze wurden von 6 Männern in zwei Dreierreihen getanzt (denkt daran, die Frauen zählten nicht). Jeder trug um beide Waden ein Lederband, das mit Schellen besetzt war, und damit man diese auch hören konnte, mußten die Schritte der Tänzer kraftvoll genug sein, um die Schellen zum läuten zu bringen. Versucht Euch vorzustellen selbst in einen verkleinerter Set/Square zu tanzen (ein Paar fehlt) und an alle Square Dance Figuren zu denken, die möglich wären. Beginnen könntet Ihr mit "forward six and fall back six" oder auch "forward and back" (oder up and down) vertikal, dann ein "Dixi chain" und einige der Varianten davon. Man könnte es erweitern zu einen "Circle" und "Weave the ring" oder "make a star". Ein "pass through" wäre auch durchführbar. Alles was die Morris Männer getan hatten. Aber immer mußten diese Schellen zu hören sein, deshalb würdet Ihr in die Luft springen, so hoch wie Ihr nur könntet, wann immer es der Pattern zuließ. Ihr würdet eine Art Polkaschritt machen und anstatt beim letzten Takt hüpfen, müßte der Fuß kraftvoll nach vorne gekickt werden, bis die Schelle wie verrückt klingeln. Während des Tanzens müßten Eure Fußballen ständig gegen den Boden trommeln.
Wenn Ihr mit großen, springenden Schritten ein "weave the ring" machen würdet (man würde "hey" dazu sagen), wäre es schön anzuschauen, wenn Eure hölzernen Schwerter oder weißen Taschentücher in den Pattern miteingebaut wären. An den Kopf des Sets gäbe es einen Spaßmacher in einen fremdländischem Kostüm (aber nicht zum Callen). Es gab keinen Caller und wenn Cues (Stichworte) nötig waren, wurden diese von dem Führer der sechs Tänzer gegeben. M an hätte außerdem ein improvisierten Pferd, das von dem Mann der in der Mitte stand, gelenkt wurde. Da wäre ein Mann, der als Frau verkleidet Maid Marian darstellen sollte und vielleicht FRAIR TUCK oder andere Gestalten aus Robin Hood. In einem Haus in Staffordshire (England) existiert eine 500 Jahre alte Glasmalerei, die exakt zeigt, wie jeder ausgesehen hat. Ein Dudelsackpfeifer würde die Melodien "Glise a Sherbrook, Green Sleeves, the Rakes of Mallow" spielen. Wenn Ihr, trotz alledem, Euch die Mühe macht, genauer hinzuschauen, könntet Ihr sagen, " Es sieht dem Square Dance sehr ähnlich !
Nur ein starker Mann, ein richtiger Athlet, konnte ein "Morris Man" sein. Es gibt eine nette Geschichte, die erzählt, wie der große Spaßmacher Will Kemp in der Zeit Shakespeares einmal den ganzen Weg von London nach Norwich tanzte (das sind ungefähr 80 Meilen, für die er 9 Tage braucht) und wie in einer Stadt eine Maid kam und mit ihm tanzte um ihm Gesellschaft leisten - keckes Mädel.
Woher und von wieweit kam dieser Tanz nach England, auf die Wiesen und Höfe in der Zeit von Henry. Kommt der Name Morrish (Morris) von Nord Afrika? Könnte man den Tanz tausend Jahre zuvor im alten Kreta entdeckt haben? Wer kann es sagen? Es ist sicherlich leichter zu verfolgen, wie er das Meer überquert und er dann auf den Wiesen Kentucky zu finden war. Frage irgendeinen guten Tänzer (Ballett, Gesellschaftstanz, Volkstänze oder Square Dance) und er wird wahrscheinlich antworten: Es ist alles zurückzuführen zum Morris. Alles geht zurück zum Morris.
Wir haben Square für acht und Rounds für acht gemacht und unsere ungeübten Augen haben vielleicht Schwierigkeiten irgendeinen Unterschied zu sehen. aber es gibt ihn. "Dull Sir John" ist wie eine Eastern Quadrille und Newcastle, ein Round für acht, ist wie ein Western Square Dance mit seinem Texas Stern, und jeder ist gleichzeitig aktiv.
Wir haben eine Anzahl von "Rounds so viele wie wollen" gemacht, phantastisch variiert, und einige gehen zurück auf die Choral-Tänze im Kreis oder in Linien, die im Hauptschiff englischer Kirchen getanzt wurden und noch heute an Himmelfahrt im Chor der Kathedrale in Sevilla getanzt werden. (Wenn ihr wissen wollt, wie das aussieht, legt eine Platte auf und tanzt "Good Girl".) Wir haben vielleicht einen Round gemacht, bei dem "zwei" Paare "zwei" anderen Paaren gegenüberstehen, am Anfang eines "moscolanze" aneinander vorbeigehen, aus dem später der "progressive Square" wurde. Und wir werden einige der kleinen "vierer" -Tänze gemacht haben, die sich zu "longways" und weiteren "Squares" entwickelten. Zuruck von unserer magischen Reise erinnern wir uns an manche der wunderschönen Melodien - Blew Cap, mit dem schottischen rhythmischen Schwung, - Fain I Would If I Could, Kemp's Jegge, Cathering Peascods, Spanish Jeepsies und den großen "Staines Morris". Wir erinnern uns, wie wie einige der Melodien mitgesungen und zu unserem eigenen Singen getanzt haben, während die Außenstehenden sich anschlossen, so wie es heute bei "Trail of the Lonesome Pine" der Fall ist.
Wären wir nur gewöhnliche Touristen gewesen, hätte man uns auf der Dorfwiese unterhalten, aber wenn wir sehr wichtige Persönlichkeiten sind - bedeutende Händler oder Botschafter, hätten wir am Hof getanzt. Der englische Country Dance ging leichten Herzens im Hof ein, ohne eine Spur von Minderwertigkeitskomplexen. Jeder hat ihn getanzt.
Es hat viel mehr Spaß gemacht als die "branles", Gavotten und Menuetts, die vom französischen Hof importiert wurden, und wahrend der Regentschaft von JAMES I. wurden die Country Tanze in der Tat von den königlichen Hoheiten und dem Adel am Hof getanzt.
Was die Schritte angeht, so sind sie frei und ausgedehnt. Die Laufschritte sind schnell und leicht, die Sprünge fröhlich, die gleitenden Bewegungen überlappen sich, die Gehschritte sind freudig. Es ist eine Freude den kleinen "pas-de-basque" des "festen" Schritts zu sehen; die Kniee sind gerade und man bewegt sich im Winkel. Das Tempo der Musik ist recht schnell. Später als die schottischen Schrittfolgen und Figuren einzufließen begannen, hellte die noblen schottischen Schritte das Pattern wie ein roter Faden in einem Schottentuch auf, und noch etwas später kamen die irischen Gigue-Schritte hinzu. Aber der englische Country Dance akzeptierte niemals die wundervolles "seven and two threes" der großartigen irischen Kreistänze - bis heute nicht.
Die Jahre vergehen und aufmerksame Forscher fühlen immer mehr, daß der Country Dance englisch ist; "unser" Tanz ist englisch. Nur weil er deutsche Quadrate, französische Kreise und spanischen Linien enthält, waren wir der Meinung, daß der eine vom anderen abstammen muß, aber Tanzmuster sind unvermeidbar. Griechische Soldaten tanzten schon zu der Zeit des Xerxes in Squares, und Schottische Soldaten tanzen heute noch so. Natürlich muß zwischen den Ländern ein Austausch stattgefunden haben. Deshalb sind die Bäume an der Spitze so sehr ineinander verflochten. Aber die Engländer scheinen ihren eigenen Tanz entwickelt zu haben, und folglich sind unsere Tänze, und das Herr. und die Seele - die großen "longways", die fast jeden denkbaren Square Dance Schritt und jedes Square Dance Muster enthalten.
Es war dieser "longways" Tanz, der eigentlich eine Allianz im französischen Hof hervorbrachte, und vergeßt das starke Band zwischen dem Ballsaal und der Dorfwiese, das den "Contra" hervorbrachte, der uns seinerseits so viel gab, was wir noch heute tanzen. Vergeßt nicht, daß dieser "longways" Tanz weiter zurückreicht als die menschliche Erinnerung.
Unser Diagramm zeigt zwei große Bäume, der Einfachheit halber gestützt aber, wie es bei allen Bäumen, die nebeneinander wachsen, der Fall ist, haben sich die obersten Zweige so ineinander verschlungen, daß es manchmal unmöglich ist zu sagen, welcher Ast zu welchem Baum gehört.
Von einem bestimmten Winkel sieht es z.B. so aus, als ob der Moriskentanz durch und durch englisch ist, aber aus einem anderen Blickwinkel führt er zurück nach Spanien, und zusammen mit französischen Tanzen scheint er mit den großen spanischen "Kirchentänzen" verbunden zu sein, und die spanischen und französischen Kirchentänze spiegeln ihrerseits die englischen Kirchentänze wider. Und so bewegen sie sich zwischen den Bändern hin und her bis ein feines Gewebe entsteht, das einfach nicht mehr aufgelöst werden kann.
Die Vorfahren unseres Square Dance gingen zur Kirche, das wißt ihr. Bis ins 16. Jahrhundert hatten die Kirchen in England ihre Gruppen von "Morece dawnsers", die mit Kostümen und Glocken vom Kirchenvorsteher ausgestattet waren. (Erst die Puritaner jagten sie weg.) Sie waren Bestandteil des Gebetes, da das Tanzen schon immer tief im Herzen der Menschen verankert ist.
Aber lange vor dem England der Königin Elisabeth wurden sie zu "Spaß". Ein Mann und sein Mädchen gingen zusammen auf die Dorfwiese und trafen dort ihre Freunde und Mitbürger und tanzten stundenlang, dieselben einfachen Figuren, die ihr auch kennt, zu Melodien, von denen man heute noch einige in den Square Dance - Hallen hört.
Wenn ihr durch irgendeine Zauberei auf die Dorfwiese einer englischen Stadt des 16. Jahrhunderts an einem langen, langen Sommerabend versetzt werden könntet, dann hört ihr vielleicht eine einzelne Flöte, die die bezauberndste und singbarste Melodie spielt, und während ihr noch von der Musik fasziniert seid, findet ihr euch zusammen mit eurem Partner in einem großen Kreis aus Paaren wieder. Ihr macht ein "forward and back" mit dem Paar rechts, dann "circling three" nur mit dem Herrn und dann nur mit der Dame, und langsam beginnt ihr zu verstehen und macht auf einmal eine Reihe von "Dixie chains" zu dritte im Kreis. Die Schritte werden etwas ungewohnt sein durch das Auf- und Abwippen beim Gehen anstelle des schlürfenden Ganges, aber ihr werdet euch ganz wie zu Hause fühlen, da ihr erkennt, daß das alles wie Western Square Dance, nur im Kreis, ist. Wenn ihr nach der Melodie fragt, zu der einige singen, werdet ihr erfahren, daß es sich um das Lied "Rose is white and Rose is Red" handelt, und wenn euer Hintergrundwissen über die englische Geschichte gut ist, werdet ihr wahrscheinlich annehmen, daß dieses Lied auf den "Krieg der Rosen" zurückgeht, als die weiße Rose von York und die rote Rose von Lancaster um England kämpften.
Noch bevor ihr die Gelegenheit habt darüber nachzudenken, steht ihr mit einem anderen Paar in einem kleinen Square Dance Karree aus vier. Zwei Paare in einem Square Dance? Nun, warum denn nicht? Nehmt zwei zusammen und ihr habt einen Square. Was für eine liebliche Musik! Versucht es! "Sashay four steps to the left" - aber wir hüpfen und gleiten nicht!
Das macht Spaß! letzt sind wir ganz verloren in einer Reihe von - wie sie es nennen - "Rises" und dann "swing the opposite girl", und wir verstehen gar nichts. Aber nur ein paar Sätze weiter machen wir den alten "Spanish Circle". Wir sind ganz glücklich und machen dann eine Art "two men's chain" - das ganze ist so fremd und doch so vertraut. Wir haben "Parson's Farewell" getanzt. Hört nicht auf! Irgend jemand ruft "Drive the Cold Winter Away". Dies ist eine sehr alte Melodie im 6/8 Rhythmus. Nehmt einen elisabethanischen Partner und macht einfach, was sie euch sagt. Es handelt sich um eine Art Reel und bringt ein liebenswertes Durcheinander, das sich wunderschön auflöst. Vielleicht war das einer der alten Morisken, die sich für den Frühling vorbereiteten, aber jetzt ist es ein "longways for as many as will", und es ist Schönheit. Es ist ein Contra Dance.
Ihr könnt euch jetzt nicht hinsetzen. Sie rufen nach "Dull Sir John" und das ist ein "Square für acht" - genau Euer Fall. Paar eins "divide and around one" und die anderen machen dasselbe; und dann ein zusammengezogenes "Pass through"; dann wieder Dixie chain "ohne" Hände; und dann die alte "family waltz" -Figur aus New England, wobei anstelle der Damen die Herren rundum gehen.
Wir sind zeitweise gehüpft, zeitweise gegangen und zeitweise gerannt, und alle außer uns schienen zu wissen, wann was getan wird, aber abgesehen davon haben wir ganz klar Square Dance gemacht, und Spaß gehabt.
Wenn dieser lange Abend vorbei ist, haben wir eine erstaunliche Vielfalt an Patterns getanzt, viel mehr als wir heutzutage üblicherweise tanzen. Wir haben in der Mehrzahl "longways" -Tänze gemacht und manche für sechs, manche für acht, und manche für "so viele wie wollen". Die für sechs sind Moriskentänze - frivole geworden; die für acht sind Square Dance - so ausgedehnt wie an dem Tag, an dem sie geboren wurden; die für "so viele wie wollen" haben alle Figuren und Teile unserer modernen Contras; es gibt sie zu dritt, zu zweit und als Reel, aber "niemals über Kreuz".
Während sich die Country-Tänze in England in einer großen Zahl entwickelten, sorgten die gleichen primitiven Choral-Tänze für eine ganz andere und weniger lebendigen Tanzform in Frankreich. Der Englische Tanz wurde vom Volkstanz zu einem gesellschaftsfähigen Tanz der Aristokratie. Der Französische Tanz verbreitete sich vom Königshof aus in das Volk. Dies sorgte sicherlich für eine weitere Facette in dem gemeinsamen Erbe, das wir heutzutage betrachten können.
Die Franzosen hatten einen Rund-Tanz, der "Branle" genannt wurde. Er war dem heutigen Round-Dance ähnlich und wurde von Paaren m einem Kreis getanzt. Dieser Tanz wurde bei den Aristokraten gesellschaftsfähig, lange bevor unsere Geschichte beginnt. Auf mittelalterlichem Wandschmuck sind Bilder erhalten, auf denen Reihen von elegant gekleideten Paaren diese Tänze m festlichen Sälen tanzen. Im 17. Jahrhundert begann jeder Ball mit einer Serie von drei Branles: Ein Branle Double für die älteren Tänzer, ein Branle Simple für die jüngeren, verheirateten Paare und einem Branle Gay für die Jugend. Ferner gab es auch einen wahren Round Dance, bei dem sich die Paare frei durch den Saal bewegten.
Zu der Zeit als Louis der 13. und Louis der 14. am Hofe die Regierungsgeschäfte führten, war das Menuett ein fester Bestandteil des höfischen Tanzrepertoire. Auch wenn das Menuett als ein eher grober Bauerntanz entstanden ist, wurde es doch so wichtig, daß wir es in unserer Zeittafel einschließen müssen, da all unser Bemühen im Takt nette Schrittkombinationen auszuführen m diesem Tanz seine Wurzeln hat. Immerhin war das Menuett in ähnlichen Formen über Jahrhunderte fest in der Kultur verankert. In diesem Zusammenhang, nur einige Jahre zurück, in den Zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts, hatten wir einige sehr bekannte "Square Dancer - Rounds", die den Namen Menuett getragen haben. Diese waren Vereinfachungen der alten Schritte des Menuetts (Das Oxford Menuett ist ein Beispiel dafür) und der Gavotten (die Glow Worm Gavotte). Wir trauen uns kaum zu sagen, daß einige beliebte Round Dances dieser Saison sehr nahe an den Menuett- oder Gavottenstil anlehnen, da diese Bemerkung eventuell dafür Sorge trägt, daß keiner diese Tänze tanzt. Trotzdem kann man sagen, daß jeder Square Dancer, der Round Dance tanzt, dem Menuett viel zu verdanken hat.
Wir müßten schon sehr wichtige Persönlichkeiten sein, um am Hofe Louis des 13. Zu einem Hofball eingeladen zu werden, aber wenn wir teilnehmen dürften, würden wir sehr erstaunt sein, den König selbst mit Anne von Österreich an seinem Arm bei dem ersten Branle-Tanz zu sehen, bevor er sich auf den Thron setzt, um die anderen Höflinge für den Rest des Abends bei ihren vornehmen und mitunter gewagten Tanzschritten zu beobachten. Das ganze Treiben ähnelt unseren heutigen Tänzen zwar überhaupt nicht, aber wir sind nichtsdestotrotz erstaunt zu entdecken, daß der König selbst ein hervorragender Tänzer ist.
Falls wir lange genug leben würden und in der glücklichen Lage wären während der Amtszeit Louis des 14. wieder einen königlichen Ball besuchen zu dürfen, würden wir etwas sehr erstaunliches feststellen: Das Ballett beginnt zu blühen; mit Teilnehmern, die Amateure sind! (Dies ist fast das Abbild von einer Round Dance Showtanzeinlage auf einer Square Dance Convention). Louis selbst, in der Verkörperung eines Gottes tanzt die Hauptrolle; während aristokratische Höflinge die Nebenrollen übernehmen. Wir würden auf die Plätze einfacher Zuschauer zurückgedrängt und könnten nicht an den Tänzen teilnehmen. Wir fangen an uns zu wundem, was das Ganze mit uns zu tun haben könnte.
Die Antwort liegt in den Englischen Country Dances, die zu dieser Zeit über den Kanal springen und einen großen Einfluß auf die Hoftänzer am Hofe Louis des 14. haben. Sie lockerten den Stil mit ihren verflochtenen Figuren auf und ermöglichen uns wieder am Geschehen teilzuhaben. Hauptsächlich kamen Formen des "Reihentanz für so viele wie teilnehmen wollen" über den Kanal und nahmen Frankreich im Sturm, als das 17. Jahrhundert in das 18. überging.
Es gab Country Dances in Spanien, Deutschland und Frankreich selbst, die von den Franzosen hätten angenommen werden können. Tänze aller Formen und Arten; aber die "Englisch Longways" hatten ein Element mit dem kein anderer Tanz aufwarten konnte: Der graduelle Auftritt von Paar auf Paar; ein Element, das Kurt Sachs "die effektvolle Kombination von Choral-Tanz und Paar-Tanz nannte.
Es wurde weder eine bestimmte Anzahl von Paaren gebraucht, um tanzen zu können, noch war es notwendig exakte Vierecke oder Kreise; zu bilden. Eines nach dem anderen tanzten die Paare die gleichen Figuren zur gleichen Melodie; arbeiteten sich vom Kopf der Fuß zu ihrem Ende herab. Und wenn einmal ein Paar zu spät für einen Tanz erschien, konnte es sich am Ende der Linie immer noch anschließen. Wenn es dann an der Reihe war, wußten auch die später Gekommenen, wie die Figurenfolge zu tanzen war. Longways Dances - für alle, die teilnehmen wollten - funktionierten wie die langweilige moderne Version des Virginia Reels: das erste Paar arbeitete sich den ganzen Weg bis zum Ende durch, bevor das nächste Paar an der Reihe war. Die Schotten blieben bei; diesem Tanzstil (letztendlich - warum sollten sie sich fortentwickeln?)
Der Tanz wurde durch neue Variationen aufgelockert: jedes zweite Paar führte nun die Figuren mit seinem Gegenpaar gleichzeitig aus, so daß niemals jemand in der Linie inaktiv war. Die Tänzer bewegten sich in kleinen Sets, die jeweils aus zwei Paaren bestanden; der "Square for four". Eine andere Variante bestand darin, daß jedes dritte Paar aktives Paar war, so daß kleine "Sets zu drei Paaren" entstanden (die Longways für Sechs in den langen Longways).
Dieser Tanz enthielt alle unsere Grundbausteine der Quadrille: right-left-through, ladies chain und men's chain, Dixie chain und square- through, stars und bend-the-line, circles und balances, swings und allemande-lefts.
Es gab auch einige erfreuliche Kuriositäten bei diesen Tänzen; wie zum Beispiel die folgende Sequenz einer Longway für Sechs mit dem Namen "All in Garden Green":
Dies ist purer Amerikanischer Square Dance!
Letztendlich standen die englischen Tänze auch für die französischen Tanzmeister zur Verfügung. Ein m London ansässiger Verleger, Playford war sein Name, brachte 1650 das erste Buch m den Verkauf, das die Instruktionen für diese Country Dances zusammenfaßte. Durch die Jahre wuchs die Auflage und der Inhalt dieses Buches, bis die letzte Ausgabe des "English Dancing Master" mehr als 900 Tänze (zumeist Longways) umfaßte. Welch eine Schatzkiste! Diese Tänze brachten Spaß! Auch wenn einige französische Tanzmeister sie zuerst als flegelhaft bezeichneten und Tänze, in denen die Tänzer sprangen, drehten, steppten und ihre Körper schwangen, ablehnten. (Ein flegelhafter Urenkel dieser Tänze existiert auch heute noch in der Form des Cancan.)
Aber die Figuren waren einfach unübertroffen, und schon bald reisten Tanzmeister aus Frankreich nach England, um neue Figuren und Tänze im Reisegepäck nach Hause zu ihren Grafen und Baronen mitzubringen. Dieses klingt doch schon sehr vertraut!
Und so verdanken wir den Franzosen unsere Freude an den "Contredanse"; letztendlich nahmen sie sich der Longways an, zivilisierten sie, polierten sie auf und gaben ihnen einen neuen Namen: Contre in der französischen Sprache, was nichts mit der Bedeutung des englischen Wortes Country zu tun hat; es bedeutet vielmehr "gegenüber" - der Tanz bei dem sich zwei Linien von Tänzern gegenüberstehen. Im Gegensatz dazu beinhaltet der englische Country Dance alle englischen Formen.) Wir haben heute den Namen übernommen und nennen den Tanz "Contra Dance". Später, m Neuengland wurde er auf "Contry" verkürzt.
Der Country Longways und der Königliche Contra lebten friedlich nebeneinander und bewegten sich jeweils auf ihren eigenen Wegen entlang der Zeitachse und berührten sich bei den gemeinsamen right-and-lefts, den stars und den chains. Jedesmal, wenn sie sich trafen sorgten sie dafür, daß sich die Zweige des gemeinsamen Stammbaumes ineinander verhedderten und vermischten. Einige unserer modernen Line-Dances sind rein "Country"; andere original "königlich-höfischer" -Natur. Tänze mit höfischen Titeln, wie "Queen's Favourite" oder "Queen Victoria" sind Spuren dafür, daß diese Tänze ein zweites mal den Kanal überquert haben - zurück nach England mit französischen Manieren.
Was passierte aber nun mit den Schotten, deren Beziehungen mit Frankreich zumeist weniger gestreßt waren als die mit den Engländern? Sie stifteten der Welt sehr wahrscheinlich den "Reel". Ging die Entwicklung über England oder über Frankreich! - Die exakt gesetzten Schritte lassen auf eine Verwandtschaft mit den englischen Tänzen vermuten; aber die gewagte Art des "cast off", den sie selbst eine "Poussette" nennen... nun, dies ist ein französisches Wort!
Wenn Du heutzutage den Contredanse sehen willst, mußt Du schon nach Kalifornien fahren, wo die Contradanzas des alten spanischen Kaliforniens von Round Dance Gruppen wiederbelebt werden. Jene spanischen Kolonialisten müssen sich damals auch ein klein wenig nach Frankreich verneigt haben, als sie ihre liebenswerten Square-, Line- und Circle-Dances zum Walzertakt entwickelt haben.
Am Anfang der 18. Jahrhunderts begann die englische Gesellschaft ihre Volkstänze zugessen, sie tanzten keine "Jigs" und "Round-Abouts" und später Polkas. Sie vergaßen die Linien, die Runden für beliebig viele Tänzer, die Runde für acht und das Quadrat für acht. Wenn Du dir die Karte eine Minute lang ansiehst, wirst Du erkennen, daß dieses Quadrat für acht - der RICHTIGE Square Dance - sehr nahe daran war, zurückgelassen zu werden, unbeachtet weit hinten am Ende wie ein schöner reifer Pfirsich, der von der Leiter nicht erreicht werden kann.
Sein Überleben scheint durch die "Runde für acht" gekommen zu sein, die die Franzosen als nächstes entdeckten. Sie holten sie über den Kanal und übertrugen sie in einen Tanz den sie "contredanse francaise" nannten. Dabei müssen sie das Quadrat für acht mit eingeschlossen haben, denn sie hatten ebenso Schwierigkeiten, den Unterschied zu erklären.
Was machte das schon?
Aus diesem neuen Material machte sie keinen Contra Dance, sondern richtigen Square Dance. Sie erfanden bald einen eigenen Namen dafür: "Cotillon". Cotillon bedeutet Petticoat (Unterrock), und der Name mag von einem Volkslied jener Zeit gekommen sein, in dem es heißt: "Mein Schatz, sieht man meinem Unterrock, wenn ich tanze?" Wir nehmen an, sie hoffte, man würde etwas sehen, denn es war ein besonders schönes Stück. Es war, als ob sie ein strohgedecktes englisches Landhaus mit steilem Dach, einem Garten und einen Bach genommen hätten und es in ein französisches Schlößchen mit Rasenflächen, gestuzten Hecken und einem Becken mit einer Fontäne umgebaut hätten.
Der Cotillon war streng quadratisch in der Formation und streng ländlich, wie sich zeigte. Sein größter Fehler war die Monotonie. Endlose Folgen der gleichen wenigen Figuren in endlosen Tänzen haben den Cotillon sterben lassen.
Ein Versuch zur Wiederbelebung wurde im 19. Jahrhundert unternommen, indem so viel Abwechslung hineingebracht wurde, daß der tanz seine Eigenarten ganz verlor. In Amerika wurde ein Cotillion (mit dem 'i') entwickelt als eine Art wunderbarer Veranstaltung, in der sich keine zwei Tänze glichen und bei der das ganze Arrangement sehr aufwendig war mit kleinen Geschenken für die Damen am Ende jedes Tanzes. Der richtige Cotillon, der hatte wiederbelebt werden sollen, war aber schon ein halbes Jahrhundert verloren, und das Wort hat, obwohl es noch benutzt wird, keine Bedeutung mehr.
Der einzige Grund, warum wir den Cotillon in unsere Geschichte eingeschlossen haben, ist die Tatsache, daß er zur Großen Quadrille geführt hat, und das ist der Name, der groß geschrieben werden muß.
Das Wort heißt natürlich "vierfach" - ein Tanz für vier Paare ein eriner vierseitigen Figur. Der leichte Square Dance setzte sich aus fünf Figuren zusammen, deren erste normalerweise eine Art Überkreuzen war wie "Head Couples Right an Left trught and the Sides the same" (Kopfpaare rechts und links vorbei und die Seitpaare tun das gleiche). Dann mag es eine Vor- und Zurück-Figur gegeben haben, und dann ein "Alomo Style Balance" in einer Viererlinie (Welle); dann vielleicht noch ein Kreis nach links mit "Four Ladies Grand chain" (alle vier Damen Kette), und eine Basket (Korb-) Figur. Ihr modernen Square Dancer tanzt sowas "mit links".
Der Tanz muß sweine fröhliche Musik verloren haben - die wunderbar geschriebenen englischen und schottischen Stücke - aber die neue Musik war auch schön, sie wurde von Streichern und Holzbläsern gespielt anstatt der Dudelsäcke, Oboen und Bombardons. Man benutzte fast klassische Tanzmusik, Opernstücke und viel Musik, die besonders für diese Quadrillen von bekannten Komponisten geschrieben wurde.
Wir sind jetzt in der Mitte des 19. Jahrhunderts, und man kann diesen tanz einfach nicht auf einem Dorfrasen tanzwen. Die Röcke der Damen waren Meter um Meter lang, gerafft und gerüscht über und über, bis sie aussahen wie wandelne Lampenschirme.
Die Herren trugen lange Hosen - enge Hosen - und Hemden mit Leinen-Rüschen, dazu ausgearbeitete Jacken. Man brauchte einen spiegelnden Tanzboden, und zwar einen großen. Dazu Licht vonhundertenKerzen in Kristalleuchtern und eine Bühne für die Musikanten. Und man brauchte zum ersten Mal eine "PROMPTER". Noch kein Caller, aber jemanden, der kurz erklärte, was als nächstes kommt. Undenkbar wäre es gewesen, daß einer der Tänzer "Ladies chain!" gerufen hätte.
Der Square Dance, Enkelkind der Gassentänze und dem Hofballet, Kind der Vierpaartänze imQuadrat und in der Runde, war in die Ballsäle gekommen. Und dort blieb er eineinhalb Jahrhunderte lang, am Ende mit einer ruhmreichen Blüte in amerikanischen Ballsälen.
Zur gleichen Zeit, als dies passierte, geschah einer der großen Durchbrüche in der Geschichte des Tanzes: die Polka kam auf Zehenspitzen herangesprungen, Hand in Hand mit dem Walzer, und der COUPLE DANCE (Paartanz) war geboren. Nicht daß es nicht immer Paartänze gegeben hätte, denn es ist eine alte Tanzform voller Symbolbedeutung für das Verhältnis zwischen einem Mann und einer Frau und oft wirklich jungfernhaft in der Aufführung. Es war nichts symbolhaftes mehr darin im späten 18. Jahrhundert, wenn ein großer Mann eine schöne Frau eng in seine Arme nahm und endlos über einen spiegelnden Tanzboden wirbelte zur schönsten Tanzmusik, die die Welt je gekannt hatte: dem Walzer; oder wenn er seine Knie anwinkelte zu den so beliebten Hüpfern, so daß die etwas bäuerliche Polka zum Liebling des Teakholzbodens wurde.
Wir sollten noch über den Unterschied zwischen einem Paartanz ("couple dance") und einer Runde ("round dance") und danach fragen, warum wir als eine Runde etwas bezeichnen, was sich von der "Runde für alle, die wollen" der englische Volkstänze ziemlich unterscheidet. In Wirklichkeit ist der Unterschied nicht so groß.
Ein Paartanz andererseits gehört zum einzelnen Paar. Wenn Platz ist, können sie sich über die gesamte Tanzfläche bewegen und ihren eigenen Ablauf improvisieren. Der Herr mag der Dame ins Ohr flüstern (oder er ist erfahren genug, nur mit den Händen zu führen), wenn die Abfolge der Musik es verlangt: "twinkle" oder "lift" oder "cross over". Es ist der einzig wirklich kreative Tanz, der uns geblieben ist (außer Du interessierst dich für "jitterbug"). Es erschreckte zunächst manche Leute, als diese Tanzform die Ballsäle eroberte und, wie viele solche Dinge, erwies sie sich als einer der besseren Erfindungen der Menschheit.
Was hat das mit der Geschichte des Square Dance zu tun? Viel! Weil da zwei Dinge füreinander bestimmt waren! Man konnte die Abläufe der Quadrille zu den Schritten eines Walzers tanzen, und was herauskam, war die Königin aller Square Dances. Man konnte es zur Polka tanzen, oder zur Mazurka, oder zur Redova. Auf dem Boden einer reinen Quadrille blühte ein reicher Garten der schönsten Blumen: die Polka-Quadrille, die Mazurka-Quadrille, die Walzerquadrille. Wir hätten diese Walzerquadrillen eisern festhalten sollen. Es war unser größter Schatz, der Tanz der Tänze.
Die eleganten "LANCERS"
Was ist mit den "Lancers"? Die Geschichte ist sich nicht einig. Es ist natürlich eine Quadrille, ausgefeilter als die meisten anderen, aber ungewöhnlich mit seinem fünfteiligen Arrangement. (Sie könnten sogar viel älter sein als die gewöhnlichen Quadrillen.)
In Tanzprogrammen wurden sie immer von den Quadrillen gesondert behandelt. Dafür gab es einige Gründe. Vor hundert Jahren lautete ein solches Programm:
"POLONAISE, QUADRILLE, WALZER, SCHOTTISCHE, KALEDONISCHE QUADRILLE, WALZER, BASKET QUADRILLE, REDOWA, LANCER, POLKA, LANGIAN QUADRILLE, VARSOUVIENNE,"
usw. usw., bis Nummer 38 und fünf Uhr früh erreicht waren. Diese Programm enthält 11 Quadrillen, 7 Lancer, 19 Paartänze, 2 Polonaisen (Grand Marches) und einige Zugaben wie den Virginia Reel. Dies bedeutet mindestens fünf Stunden Tanz, dazu lange Pausen zwischen den Tänzen und ein Abendessen in der Mitte des Abends.
Ein Lancer ist in Wirklichkeit ein Programm von fünf Square Dances, der erste im 6/8 Takt, der zweite im 2/4, der dritte und der vierte im 6/8 und der fünfte im 4/4 Takt. Die letzte Figur war immer von militärischen Aussehen und im Marschtakt. Die Komponisten machten einen Wettkampf daraus. Sie liebten es, Lancers zu schreiben, und was für schöne Sachen waren das ! Unser fröhlichster Überrest von den Lancers heute ist der GRAND SQUARE, der einmal die fünfte Figur eines Lancers war. Stellt ihn Euch einmal in Militäruniform vor - die Damen in Taft und Damast.
Und so war der englische Volkstanz ganz und gar hinübergegangen zum ruhmreichen Feind. Hier und da, in einsamen Gegenden Schottlands, traten zunehmend degenerierte Formen auf (Schottische Soldaten tanzten die alten Tänze mit grimmigen Gesichtsausdruck). Wir waren es, die ihn erhalten haben. Wir brachten ihn mit, unverdorben und kostbar, als wir in die neue Welt kamen.
Der Appalachen Mountain Dance
Im Jahre 1917 durchstreifte der berühmte englische Volkskundler Cecil J. Sharp die südlichen Appalachen auf der Suche nach Volksliedern und Balladen. England versuchte, seine praktisch in Vergessenheit geratene Volkskunst wiederzufinden und wiederherzustellen. Es ging ein Gerücht um, daß in diesen Bergen etwas fremdartiges und gleichzeitig wundervolles passiert war: Nachkommen der frühen Siedler, die während und nach der Herrschaft James I. in der Neuen Welt ankamen, waren in das Hinterland gelangt und gründeten kleine Siedlungen. So lebten sie viele Generationen lang ohne jeden Kontakt zur Umwelt, wodurch ihre Bräuchen, ihre Mundart, ihre Lieder und ihre handwerklichen Eigenheiten unverändert blieben, so, wie eine Fliege im Bernstein gefangen und erhalten bleibt. Dies bewahrheitete sich hinsichtlich der Balladen und auch die elisabethanisch geprägte Vergangenheit setzte sich in ihrer Mundart fort.
Eine bedeutende Entdeckung
Niemand verwendete viele Gedanken auf die Tänze. Mr. Sharp erfuhr, daß die Bewohner eines interessanten Tanz "running set" kannten, der sich durch Tempo auszeichnete. Dieser war jedoch der erforderlichen großen physischen Ausdauer wegen ziemlich linkisch und herrisch, so daß Sharp kein Verlangen hatte, ihr kennenzulernen, bis er in einer Mondhellen Nacht in der Dorfschule von Pine Mountain, Kentucky, diesen völlig unerwartet zu Gesicht bekam. Die Beschreibung seiner Aufregung, als er erkannte, daß dies die große Entdeckung seiner Karriere sei, ist schon irgendwie haarsträubend, aber schließlich stehen uns selbst die Haare zu Berge, als uns klar wird, daß er die Wurzelenden unseres Western Square Dance entdeckt hat.
Was Mr. Sharp sah, war zweifellos ein englischer Country Dance, aber es entsprach ganz und gar nicht Playford´s Büchern. Für diesen Tanz brauchte man viel Platz. Promenaden-Figuren verbanden die Schrittfolgen; so etwas hatte man bislang noch nicht gesehen. Es gab weder Courtesy-Bewegungen, noch Sets oder Balances bzw. Courtesy-Turns. Eine Figur ging in schnellem Tempo in die nächste über. Die Pattern selbst schienen sehr alt zu sein, einige von ihnen lassen Erinnerungen als die Singspiele unserer Kindzeit aufkommen. Mr. Sharp schließt daraus, daß dieser Tanz älter - möglicherweise sogar viel älter - als die Country Tänze im Playford sein muß. Die Vorfahren dieser Leute stammten aus Mordengland und dem schottischen Tiefland, wo sie ohne jeglichen Kontakt zu den Entwicklungen der englischen Großstädte lebten. Möglicherweise hielten sie sogar stur an ihren Bräuchen fest. Hatten sie bei ihrer Einreise diesen Tanz in dieser Form nach Amerika mitgebracht? So könnte es gewesen sein. Wie beim Ameisenbär und dem Schnabeltier haben wir es hier mit einem lebenden Fossil zu tun.
Bemerkenswerte Ähnlichkeit
Man tanzte in einem richtigem Square, wobei die Paare eigenartigerweise so wie bei uns heute numeriert waren, mit der Ausnahme, daß die Heads 1 und 2 hießen und die Sides 4 und 3. In "Cowboy Tänze" sagt Lloyd Shaw: "Nach einem einführenden "Circle left" - ähnliche der Einführung des Western Dance - geht das erste Paar auf das zweite Paar zu und führt eine besondere Figur aus; dann zum nächsten Paar, wo die Figur wiederholt wird. Während sie auf das vierte Paar zugehen, folgt das zweite Paar und führt die gleiche Figur mit dem dritten Paar aus und widerholt die Figur mit jedem Paar im Square. Sobald wie möglich folgt das dritte Paar und tanzt mit dem vierten. So geht es weiter, und zwar bis jedes Paar den vorgeschriebenen Weg in Form eines Loopings oder Strickmusters durchgetanzt hat."
Die Figuren, die sie zwischen den einzelnen Paaren ausführen, haben nicht nur Ähnlichkeit mit den Western Figuren, sondern sind in einigen Fällen mit ihnen identisch. Und das Do-Sa-Do, mit dem jedes Paar schließt, wenn es den Kreis beendet, hat in geänderter Form in den "Western Tänzen" überlebt.
Tanzen ohne Musik
Wenn wir eingeladen werden, bei "running sets" mitzutanzen, müssen wir zunächst einiges lernen. Vielleicht gibt es keine Musik und wir müssen den Rhythmus im Boden unter den Füßen fühlen. Man bewegt sich im Laufschritt und Cecil Sharp sagt über die Haltung: "Der Körper sollte aufrecht gehalten werden, ohne Bewegung, Arme und Beine locker und entspannt, dabei auf die Bewegungsrichtung ausgerichtet, wie beim Rollschuh- bzw. Eislauf." Die Bewegung findet in den Füßen und Fußgelenken statt. Dies ist die Haltung beim Country Dance. Es ist ebenfalls Morris Haltung! Die Arme hängen gerade und locker herunter und schwingen locker mit im Rhythmus der Körperbewegung. Dies ist notwendig da der Tanz sehr lang ist. Manchmal dauert er etwa eine Stunde, da er tatsächlich aus vier bis zwölf einzelnen Tänzen besteht. Unsere Serie könnte sich zusammensetzen aus "Shoot the Owl" (was wir unter diesem Namen kennen und auch als "Pop the Weasel"); "Chase the Squirrel" (die Dame um die Dame herum und der Herr allein); "Wild Goose Chase" (wir nennen es normalerweise "Grapevine", es geht Hunderte von Jahren zurück auf magische, religiöse Serpentinenformen; ebenso war dies der Tanz, den die Morris Männer zum Abschluß ihrer Programme brachten); "Box the Gnat" (nicht mit unserer heutigen gleichnamigen Figur zu verwechseln, sondern mehr ausgeschmückt); "Going Down Town"; "Treat´em All Right" ("Arkansas Traveller"); "Ladies in the center" ("Gents Run Away to Alabam"); "Old Dan Tucker" und "Wind Up the Ball Yarn" eine besondere Figur, die viele Square Dance Gruppen zum Abschluß einer Vorführung benutzen.
Lloyd Shaw, der sie möglicherweise als erster für diesen Zweck verwendet hat, entnahm sie direkt Cecil Sharp´s "Country Dance Book" und Sharp übernahm sie direkt aus dem Leben, d.h. so, wie er sie auf dem Boden der Schule in der Pine Mountain Siedlung erlebt hatte. Die Vorfahren dieser Tänze wiederum tanzten vor 1500 Jahren in tiefer Feierlichkeit um einen Baum herum, wobei sie versuchten, sich mit ihm auszutauschen. "Old Dan Tucker" ist einer jener Opfertänze wie "London Bridge". Vor 1500 Jahren wurde dem, der als "Old Dan" in die Mitte kam, zum Schluß des Tanzes wirklich der Kopf abgetrennt.
Ein runder Square
Beim "running set" geht es tatsächlich mehr um eine Kreisformation als um einen Square. Es handelt sich um eine Bewegungeher "um" als durch einen Square. Man kann Kreisformationen von Squareformationen unterscheiden, wenn man fragt, ob man sie im großen Kreis ausführen kann oder nicht. Der "running set" wird im Square getanzt; jedoch der große Kreis ist wie ein "Round für beliebig viele". Dabei bilden zehn, sechzehn oder zwanzig Paare einen großen Ring und bewegen sich genau wie oben beschrieben. Die Wirkung ist, sobald das zehnte Paar sich in Bewegung setzt, geradezu überwältigend. Von einem Balkon über der Tanzfläche aus sieht es aus wie beim Rösten von Mais und zwar, bis der Höhepunkt erreicht ist. Danach fällt alles wieder in sich zusammen. Es ist einfach wunderschön. Stelle eine Liste Deiner Lieblingstänze zusammen und stelle fest, wie viele von ihnen mit irgendeiner geraden Zahl von Paaren getanzt werden können. Alle anderen sind ganz bestimmt Square Dances - Quadrillen.
Die Leute in den südlichen Bergen machten Kontras, und zwar in Linien und Kreisen. Uns ist nicht bekannt, wann sie in das "Repertoire" aufgenommen wurden (Cecil Sharp brachte ihnen 1917 einige englische Kontras bei). Der Einfluß durch die französische Quadrille wirkte sich bis vor kurzem nicht aus.
Möglicherweise bewegte man sich bei diesen Tänzen nie zur Musik ,jedoch muß dieser Tanz von 1917 eine Periode fanatischen Puritanertums beendet haben, während der die Geige "das Instrument des Teufels" war.
Wir können kaum abschätzen, was wir diesem großartigen Tanz verdanken. Abgesehen davon, daß wir durch ihn zu den meisten unserer Westernfiguren kamen und eine fröhliche Einstellung zum Tanzen erlangten, hielten der "running set" und seine Nachfolger wahrscheinlich das Tanzen während dieser sterilen Periode am Leben. Die sogenannten Spielfeste, von denen später noch die Rede sein wird und ohne die wir diese Zeit nicht überstanden hätten, gingen aus dem "running set" hervor, was auch immer sonst noch ihr Ursprung war. Beim "running set" gab es auch einen Caller - einen echten Caller als Amerika´s einziges und einzigartiges Zugeständnis an den Square Dance. Wenn er aus dem Set heraus callte, so nannte man dies "Prompt", callte er von außerhalb des Sets, so brachte er improvisierte eingene "Pattern", den Vorläufer des wunderschönen Pattern Calls von vor 20 Jahren.
Versuch´ einmal etwas! Nimm einen guten alten "Single Visitor Dance" - vielleicht "Lady Round the Lady". Tanze ihn in der oben genannten Reihenfolge. Dann lege die beste englische Square Dance Musik Deiner Sammlung auf - wahrscheinlich ist es "Gilse a Sherbrook" (Wenn Du kein altes Stück hast, probiere "Rubber Dolly"). Höchstwahrscheinlich wirst Du nicht die erforderliche Ausdauer haben, um es mit den 128 Takten pro Minute zu tanzen, so wie es aufgenommen wurde. Solltest Du jedoch denken, Du bist kräftig wie dein Urgroßvater, dann spiele dieses Stück auf 140 ab. Du darfst nicht gehen, sondern mußt laufen. Ganz leicht, gewissermaßen schwebend!
Sobald Du Dich davon erholt hast, lege drei bis vier Stücke nach einander auf und tanze "Shoot the Owl" oder "Birdie in a Cage". Anschließend kannst Du Dich draußen auf die Wiese legen und Gott für Deine Vorfahren danken!
(Fortsetzung folgt...)
Die alte Square Dance Kleidung der Gegenwart läßt sich in ihrer Geschichte bis in die eleganten Ballsäle Frankreichs und die prächtigen Herrensitze Englands zurückverfolgen; in Länder also, in denen Menuett, Polka, Walzer und Quadrille getanzt wurde.
Mit den Auswanderern kamen dann auch ihre Bräuche, Kleidung und Tänze nach Amerika. So wurden die prachtvollen Frauenkleidern aus Damast, Taft, Seide oder feinem Musselin hergestellt. Um die Weite der Röcke zu erzielen, zog man darunter Reifröcke an. Frisuren waren oft hoch und auch gepudert. In dieser Zeit war alles prächtig, die Musik, die Tänze wie auch die Kleidung.
Wir überspringen jetzt 100 Jahre, der Aufbruch in den Westen hat begonnen. Die Tage sind lang und beschwerlich für Männer wie auch Frauen, die gemeinsam das Land besiedeln, auf den Feldern arbeiten und ihr Vieh hüten. Frauen bauen ihren eigenen Flachs an, um Leinen herzustellen, spinnen Garn aus der Wolle ihrer Schafe, weben ihren eigenen Stoff und färben ihn mit Farbstoffe aus Wurzeln und Beeren. Für Fröhlichkeit bleibt da nicht viel Zeit übrig, so daß jede Gelegenheit zur Geselligkeit genutzt wird. Das Aufbauen von Scheunen, Hochzeiten sowie Feiertage sind die besten Beispiele für das Abhalten solcher Zusammenkünfte. Dabei kamen die Leute oft meilenweit aus dem Umkreis um ihre Nachbarn zu sehen, Neuigkeiten zu erfahren und die Nacht durchzutanzen. Diese Tänze fanden in Küchen, Scheunen, im Freien, sogar in den Saloons statt. Die Kleider der Frauen waren lang; darunter wurden gestärkte Petticoats und knöchellange, spitzenbesetzte Unterhosen getragen. Derartige Kleidung erlaubte freie und ausschweifenden Bewegungen bei den Square-, Round- und Paartänzen.
Ein weiterer Sprung vorwärts bringt uns ins 20. Jahrhundert, genauer gesagt in die 20-iger Jahre, als Henry Ford den frühen amerikanischen Square Dance in der Lovett Hall in Detroit / Michigan unterstützte und förderte. Die Lovett Hall war mit Teakholzboden versehen und mit Kristallkronleuchtern ausgestattet. An jeder Seite des Ballsaals standen schlichte, schmucklose Stühle. Es gab einen Tanzmeister, der mit Unterstützung eines Orchesters die Tänze des Abends - Walzer, Two-Steps, frühe Squares und Kontras - vorgab und unterrichtete. Kleidungsvorschriften verlangten von den Damen lange Kleider und weiß Handschuhe.
Nach dem 2. Weltkrieg gewann der Square Dance wieder an Bedeutung. So erinnerten sich die Damen bei der Auswahl ihrer Kleidung der langen Kleider der früheren Jahre. Zunächst waren sich gerade und wurden ohne Petticoat getragen. Bald darauf endeten die Säume knapp über den Fußgelenken; gestärkte Petticoats und knöchellange, spitzenbesetzte Beinkleider kamen hinzu. Es wurde Baumwolle verwendet und das wiederum bedeutet stundenlanges Bügeln, nicht nur für das Kleid, sondern auch für den Petticoat.
Anfang der 50-iger "entdeckte" man die sogenannten Squaw-Kleider. Einige der neueren Baumwollmaterialien konnte man waschen, naß zusammendrücken, durch eine Röhre oder ein Strumpf ziehen oder in Abständen zusammenbinden. Getrocknet sah ein drei- oder vierstufiger Rock dann plissiert aus, ähnlich denen der Indianerfrauen. Viele Meter Zick-Zack- Band wurden als Schmuck verarbeitet, so daß die Kleider acht oder neun Pfund wogen. Stell Dir vor, die ganze Nacht in einem acht oder neun Pfund schweren Kleid zu tanzen. Erzähle von Deinen Aerobic-Übungen! Manch eine Dame erinnert sich daran, wie es war, einen dieser Röcke wieder in Falten zu legen, entweder per Hand oder mit Wäscheklammern, vielleicht sogar mit einem Apparat, bei dem der Stoff von vorne und hinten um Metallstäbe gelegt wurde.
Der Saum beim Square Dance war auf Fußknöchel- oder Wadenlänge hochgerutscht und aus knöchellangen Beinkleidern waren kniebedeckende Schlüpfer geworden. Gegen Ende der 50-iger Jahre gab es entsprechend bearbeitetes Baumwollmaterial, das man vorsichtig waschen und dann ohne bügeln wieder tragen konnte.
In den 60-igern kamen Kunstfasern auf: Nylontüll, Dracon, Polyester sowie neue Mischgewebe, die nicht gebügelt werden mußten. Die Zeit des tropfnassen Aufhängens war in vollem Gange. Das galt auch für Petticoats. Es wurde lagenweise Nylontüll für Petticoats verwendet, wodurch die Kleider ihre schöne weite Form behielten. Der ,Saum rutschte jetzt nach oben und es gab Höschen. bei denen sich Reihe um Reihe von Spitzen am Bein hinabzogen. In übrigen war es eine persönliche Entscheidung, wie lang man die Höschen am Schenkel tragen wollte.
Mit den 70-igern kamen die Bordürenstoffe. Diese Drucke wurden nicht nur zur Verzierung am Rocksaum genutzt, vielmehr konnte man die Muster am Oberteil und Ärmel einarbeiten. Die Rocklänge wurde kürzer und jeder bestimmte die gewünschte Länge selbst. Auch wurden die Petticoats voller und mit dem höher rutschenden Saum sah das Ganze zunehmend mehr nach dem Tu-Tu einer Ballerina aus. Viele junge Mädchen und Vorführgruppen behielten diesen Tu-Tu-Look bei.
In den 80-igern kehrte man zu verspielterer Kleidung zurück. Die meisten Kleiderschnitte bevorzugen Reihen von Rüschen, Spitzen und Bändern. bei sehr weiten Röcken und Petticoats. Die Farben sind leuchtend und fallen ins Auge. Bordürendrucke sind nach wie vor stark gefragt. Viele Frauen tragen jetzt Kleidung, Petticoats und Pettipants in aufeinander abgestimmten Farben. Die Länge des Kleides und der Pettipants bleiben Deinem guten Geschmack überlassen und kann von knielang bis sehr kurz reichen. Dank sich ständig weiterentwickelnder technischer Möglichkeiten hinsichtlich der Materialien sind diese meist formstabil oder können tropfnaß aufgehängt werden; ein aufbügeln ist kaum, wenn überhaupt, erforderlich.
Moderne square Dance Kleidung hat nichts mehr mit. "Authentischer Plnwagen-Mode" zu tun. Männer tragen gut sitzende Westernhemden, Westernhosen oder Jeans, sowie Stiefel oder bequeme Schuhe; Frauen können in ihrer Kleidung jede gewünschte Individualität zeigen und ihrer Phantasie dabei freien Lauf lassen. Ärmel, Ausschnitte, Röcke, Applikationen, Farben, Kombinationen, ...... es gibt keine Grenzen! So haben wir heute z.B. auch die Auswahl bei Western Kleidung aus Jeansstoff, Prärieröcken, Gürteln und Zubehör zum Austauschen, Zusammenstellen und Kombinieren unserer Ausstattung. Es gibt Tanzschuhe in vielen verschiedenen Arten, Absatzhöhen und Farben.
Ihr habt die Wahl! Denkt aber bitte bei Kleidung, Rocklängen und Ausschnitten immer an den guten Geschmack. Ausschlaggebend dabei ist, daß es der Trägerin steht und dem Betrachter gefällt.
Wir können bei unserer Square Dance Kleidung auf ein wundervolles Erbe zurückblicken, wer jedoch weiß, was uns die Zukunft bringen wird`?
Besondere Anerkennung gilt Cathy Burdick und Becky Osgood für die zeitaufwendige Zusammenstellung des Quellenmaterials für diesen kurzen geschichtlichen Abriß über Square Dance Kleidung
Before World War II and during war time, Germans never had heard about Square Dancing, and they certainly had other occupations than dancing during these difficult and sorrowful years that followed 1945 and the capitulation, but when the American GIs came to Germany and brought them hope and courage followed by the Marshall Plan that encouraged many Germans to restart a ,normal" life when they received ,Care" parcels and other things for their normalization of everyday life, they also thought of amusement, of entertainment and of dancing again. In the American military zone of Germany, i.e. roughly the areas of Hessen, Baden-Württemberg and Bavaria, population had tied contacts, since 1945, with American military persons, soldiers, GIs, they had changed cigarettes, chocolate and other nice things, or even received from those GIs as gift, and so had been developed, after some distrust in the beginning, good and friendly contacts and neighborship with those new rulers. Also there had developed sometimes more close contacts between young American soldiers and German girls, not always well seen by the German local population.
Nevertheless, it was not in the American zone, but in Bremen that arose the
occasion of the first ,Square Dance in Germany", as is stated in the Personal
Recollection of Paul Hartman, a caller from Wheaton, Maryland, written down
by himself. Paul Hartman was an American soldier and serviceman who came
to Germany as the others, but he worked at the US services at Bremen that was
an exclave of the US Zone, chosen by the American Army Administration
certainly because of its important ports and the opportunity to ship Army goods.
Paul Hartman whose ancestors had come from Germany one generation ago,
was an American Square Dance caller, and he looked for an opportunity to hold
a dance. So he found a facility of the United Service Organization (USO),
known as Country Club, at Bremen, exactly Bürgermeister-Spitta-Allee 18,
where was held the first Square Dance on Saturday, July 16, 1949. Five squares
attended this first dance, one of the persons who came had ever square danced
before. Most of them were American military servicemen who had brought
some German guests who also danced. Paul Hartman had organized a live
music band that had been the biggest problem, for at that time there were no
public address systems nor records, certainly not in postwar Germany, and so he
had to improvise. But it worked, and he taught some moves and the dancers had
fun.
The dance was a great success and, as a result of the enthusiastic response of the
attending five squares, Paul Hartman and the responsibles decided to hold other
dances and afterwards the regular schedule became the first and third Friday of
the month. Three squares of dancers attended regularly until December 1950
when Paul and his wife Fran who had joined him had to leave and get back to
the United States. They had formed a loosely organized club, and as no fancy
name was agreed upon, the group became eventually known as The Country
Club Dancers.
As this had worked well, Paul Hartman had the idea that there could be US
Service Clubs in other German cities, particularly in the American Zone. So he
found interested people in Hamburg (British Zone), in Berlin (four Allied
sectors) and in Augsburg (Bavaria, American Zone). To these cities, Paul
traveled more or less regularly during weekends in order to held Square dances
in the facilities of the local American clubs where above all American military
servicemen attended, sometimes accompanied by German guests. But the
cohesion of those groups was not like at the Bremen Country Club, it was
difficult to hold them together. Paul had always to organize the music, i.e. the
live band who often were German musicians. He had to bring along the musical
notes that had been written down after his instructions by the Bremen live band
musicians and he had to organize this music within the local conditions. But it
worked. The traveling conditions at that time after World War II were awful
because of so many destruction's on the German railroad network, as they had to
do all those travels by train. The most adventurous was to go to Berlin via the
Russian zone (afterwards the German Democratic Republic, Eastern Germany) -
this was a real travel agent's nightmare. Employees of the US Government were
permitted to travel during those days only aboard the official duty train that
entered the Russian zone at Helmstedt and went straight on to Berlin, but
sometimes the train was held up by the Russian control commander. Then on
Saturday night, Paul called at the local Service Club and on Sunday night went
back by the same routine, and this one weekend a month. When Paul Harman
and his wife Fan had to go back to the States in December 1950, the Berlin
group was particularly sad and dismayed and arranged with the FAN (American
Forces Network) management to make recordings with music and calls that they
could use after the caller's departure. And really, Paul made two large records at
the last dance in November 1950 which were used quite some time at the
Service Club for Square dancing.
In addition to the regular dances Paul Harman also called ad hoc dances in
1949/50 in Bremerhaven, Hoechst, Heidelberg, Munich, and Oldenburg.
When he had left in December 1950, some Square dancing activities went on in the described clubs, but certainly there is no direct connection between them and the clubs existing nowadays. If there is, this may be in the American Zone area.
Paul Hartman visited Germany and his German friends several times after his departure. He came back often in the 50s, but also in the 60s and 70s. He worked as a caller living in Wheaton, Maryland, and when he came to Germany, he always traveled with his wife around the country and called as often as he was able, always being invited by the local German clubs. His last great event was the festival ,40 Years Square Dancing in Germany" organized by the Bremen club ,Key Porters" in August, offering a big evening dance in a large hall and an open air dance the next day, on Sunday. This was a real treat for him to be able to come for a last time, to call for the crowd and to meet all his German friends and see how the movement had developed. Two years later, in 1991, he passed away in his home town of Wheaton, Md.
It is supposed that some groups here and there continued square dancing as taught by American pioneers here in Germany. There were certainly some American groups or nuclei on American military bases dancing, not always on a regular basis and not always forming regular clubs. But we can be sure that there was a continuity in dance activities until the first clubs formed that are still existing now. It has to be considered certain that also most of these clubs were founded by Americans or by both Germans and Americans. And it is certain, too, that most of these clubs were located in the American Zone of Germany or at least in connection with American institutions, military, cultural etc. We know that the first and now oldest club still existing were the ,Beaux & Belles" founded in September 1954 by an American couple at Frankfort, Harold and Thelma Deane. They first danced to records together with some other couples from the 10th General Dispensary. This was the beginning. One year later they hosted the first Round Up in Bad Wildungen (Hessen). There was presented the idea of forming the European Association of American Square Dance Clubs (EAASDC), our association still existing, and Harald was elected the first President in 1955. Other clubs of that area, all founded by American ,Square Dance pioneers", soon joined this association, e.g. the ,Heidelberg Hoedowners" (founded at about the same time), the ,Kuntry Kuzins" of Wiesbaden (founded in 1955), and the ,Mannheim Mixers". Those were charter members. Also the ,Darmstompers" in Darmstadt were founded in 1959. Those first clubs had almost only American members, servicemen of the American Forces, and often danced in military facilities. Only with the time, German members came in slowly, and as time went by, and American military staff changed places and was called back with their families to the United States, Germans became the majority and also changed American club statutes into German ruled statutes.
The problem is that American military staff is here on one military base often
for 2, 3 or 4 years only, then must be reassigned, i.e. to go back to the States or
change to another base in Germany, Europe, or worldwide. Constant turnover is
a way of life on a military post. Thus, a continuity for a square dance club on a
military base is hardly possible. When the military person also being a caller,
gets reassigned, he will be leaving his square dance club leaderless. This was
always the problem for those clubs. If they had the chance to integrate more and
more German dancers, and also form and train German callers, they also had the
chance to survive. But there were many purely American clubs on the bases that
folded. The last example were the ,Paws and Taws" at Bitburg Air Base when
the Base was closed in 1993.
Nevertheless there were some American military men who took German brides,
stayed long or forever, resigned from military jobs or took civilian jobs with the
military. Those Americans who also were callers are well known and loved by
our German dancers. Best known certainly is Al Stevens (with his roots in
Virginia) who also retired from his military job some years ago and is a famous
caller well known and seen everywhere at German Square Dance festivals.
Another one is Kenny Reese from Houston, Texas who has been dancing in
Europe since 1974 and calling for his club, the ,Darmstompers" Darmstadt,
since 1977 and for the other club, the Frankfurt ,Beaux & Belles", since 1984.
Altogether there is a handful of American callers in Germany who certainly will
stay and are appreciated by their clubs.
But those callers also taught German interested dancers to learn the calling job
and become experienced callers with the time. This process still began in the
fifties, and so it was possible to substitute the American callers leaving Europe,
and so it was possible to support and maintain the German clubs and dancing
activities and prevent them from folding.
The oldest German clubs existing now are those in Frankfort (,Beaux & Belles" founded in 1954), Wiesbaden (,Kuntry Kuzins" founded in 1955), Darmstadt (,Darmstompers" founded in 1959), and Heidelberg (,Heidelberg Hoedowners"), but also in Munich (,Munich Dip-n-Divers" founded in 1958) and Berlin (clubs founded in the sixties). At that time, nearly all clubs were founded by American personnel, often in military areas. Often German membership was very limited as those clubs had American statutes (military status). Afterwards the clubs were converted to German clubs with German statutes, and numbers of American members were reduced as German membership grew with the time.
But also Canadian military servicemen founded Square dance clubs, during the sixties, and afterwards let German dancers come in, e.g. in Lahr (Black Forest) and Soest (Westphalia). Even at American military airbases outside the American Zone clubs were founded, e.g. in Bitburg (Eifel), in Geilenkirchen (AWACS base) and Brunssum in the Netherlands (Afcent base), not far from the German border. It is remarkable that specially in the Rhine Main area, i.e. the area between Frankfort and Mannheim, the most clubs can be found, a sort of nucleus of German Square Dancing. From here the movement spread all over the land, but in other areas, e.g. in the British Zone (North Rhine-Westphalia, Lower Saxonia, and the whole north of Germany, clubs were founded later, often in the 70s and 80s, and the club founding boom is still going on nowadays. Many clubs in Germany were founded by folk dancers and the like, others by Country clubs and Country music fans, still others by people loving American culture and way of life.
The European Association of American Square Dance Clubs (EAASDC) grew with the time and spread all over Germany, the Netherlands, Belgium, Switzerland, Austria, and now even the Czech Republic. Only Denmark, Sweden, and the United Kingdom, also the Netherlands and the Czechoslovaks (the Czech and Slovak Republics) have their own national associations where their clubs are organized.
In 1975, the EAASDC had about 80 member clubs, and it is interesting that among them were also British, Norwegian, Icelandic, Dutch, Belgian, Italian, Spanish clubs, and even one in England. After that time came the club founding boom that is still going on, nowadays the EAASDC has about 460 clubs in eight nations: The big majority are German clubs, the rest are Dutch (12), Belgian (6), Swiss (7), Austrian (3), Czech (2), Italian (1), and Spanish (1) clubs. The majority of them are Mainstream clubs, but we also have Plus clubs and high level clubs dancing A1 to C3a.
The history of Round Dancing in Germany is similar. Paul Hartman also taught some simple Round Dances during his activities in 1949/50, but these were forgotten until new leaders came up in the sixties and newly learnt and taught Round Dancing. This was the case especially in the old clubs in Southern Germany were there was presence of American pioneers and Square and Round Dance leaders alike. Round Dancing also spread very slowly all over Germany, but still mainly in the southern part. Now we have about 20 Round Dance clubs in Germany. Contra and Traditional Square Dancing were never very much developed here, still today we have only one Contra club in Germany and very few leaders, 3 or 4, but it is official part of our dancing activities and officially represented in the ECTA. ECTA is the European Caller and Teacher Association founded in ... , is officially responsible for the dance programs issued by CALLERLAB and ROUNDALAB, and has some hundred members in all Europe. Also represented in these bodies is Clogging that came along in Germany much later (in the eighties), and there are now about 5 Clogging Clubs with competent leaders.
One idea about German club life. The club founding boom still is going on because there are many young and middle aged people who join the movement and who are willing to learn and found new clubs everywhere in the country, so that the number of 460 was reached this year. These young people are filled with enthusiasm and devoted to their task to build their club. Most of the German clubs are rather small (20 to 30 dancers), but their are also huge clubs as the ,Munich Dip-n Divers" with about 250 members. Most German square dancers (the complete number is difficult to state, estimated about 8 to 10.000) are willing to hold contacts between each other, they often organize club visits, banner raids, campouts, and particularly Special Dances, as we call it here, about once per year, with original fancy names, where all other Square Dancers and clubs are invited. After that, four times per year is held on fixed dates a jamboree: Spring Jamboree in March, Summer Jamboree in June, Fall Round Up at the beginning of September, and Winter Jamboree in December. These are officially by both EAASDC and ECTA, but organized by one local club.
In Germany we have, after my knowledge, n o (!) Single club, as we accept couples and singles in any club. In every club, normally everyone dances with every other member. Sure, there are couples who are dancing together all or most of the time, but this is not a big problem, as there are enough singles normally to dance with the other singles.
Even if the 50th anniversary of Square Dance in Germany is not celebrated officially, we remember that date of July 16, 1949, and we think with gratefulness of Paul Hartman who began to introduce this cultural heritage from America back to Europe, and of all the American citizens who made it possible and who helped us to develop our dancing skills and to find pleasure in Square and Round Dancing.