Aus Sicht eines Tänzers von "dort unten"
Eric Adams, Beehive Squares, Wellington, New Zealand

Hallo Square- und Roundtänzer der nördlichen Hemisphäre,

Einige von Euch haben vielleicht schon von der "Jahrtausend Square- und Round-Dance Convention" gehört, die von 2. bis 4. Juni 2000 in Neuseeland stattfinden wird. Claudia und Hans Burger haben im Juni-Bulletin schon über die Convention berichtet und ich dachte mir, ich schreibe etwas über Square Dance in Neuseeland zur allgemeinen Information.

Ich bin kein Mitglied einer Organisation, da es in Neuseeland für Tänzer keine gibt; das Tanzen wird von der neuseeländischen Caller- und Cuervereinigung (NZCCA) gefördert, zu der ich aber nicht gehöre. Ich war Mitglied der EAASDC von 1956 bis 1959 als Mitglied der Paris Squares. Meine erste Graduation war 1956 bei den Paris Squares (Caller Joe O'Leary und Bob Osgood).

Es gibt zwischen 70 und 80 Square und Round Dance Clubs in Neuseeland, wovon die meisten rund um Auckland, Tauranga, Hamilton, Wellington und Christchurch zu finden sind. Die Tanzlevel variieren, sind aber meist MS und PLUS. A1 wird in Auckland getanzt oder auf Festivals und langen Wochenenden. Die meisten Clubs treffen sich einmal in der Woche, manche einmal im Monat für bestimmte Level; die Altersgruppen reichen von Teenagern bis in die Achtziger, aber die meisten sind zwischen 40 und 65. Einige Clubs haben nur 15 bis 20 Mitglieder, während ein paar wie Tauranga über 200 haben. Ich schätze, daß es in ganz Neuseeland circa 2500 Tänzer gibt, von denen 500 bis 600 normalerweise zu einer Convention kommen. Eine Liste der Clubs gibt es im KIWI Directory, das bei David & Dorothy Brown (Adresse siehe links) bestellt werden kann.

Wir gehören zu drei Clubs: Beehive Squares (MS) mit normalerweise 5 oder 6 Squares und PLUS in der ersten halben Stunde; Highway Squares (PLUS) mit 4 bis 5 Squares und MAJA PLUS mit 2 bis 3 Squares. Alle machen zwischendurch Round Phase II und haben sich mit den Fantail City Squares und den Hutt Valley Rounds zusammengeschlossen um die 34ste Convention für die NZCCA auszurichten.

Die meisten Tänzer sind in Neuseeland geboren, nur sehr wenige sind Maori oder von südpazifischer Herkunft. Die meisten Neu-einsteiger wie wir kommen ursprünglich aus Europa oder Nordamerika, der größte Teil davon aus Großbritannien einschließlich Irland und Schottland. Relativ viele stammen aus den Niederlanden, Kroatien, Dänemark und Belgien und ein paar aus Amerika, Australien und Kanada. Deshalb möchten wir auch, daß viele aus der alten Heimat kommen und mit uns ins neue Jahrtausend tanzen, hier in Neuseeland, und daß wir 1000 Tänzer zusammenbringen für die Jahr 2000 Feier !

Die Clubs in Wellington sind Caller/Cuer geführte Clubs. Die 5 Clubs in Wellington richten gemeinsam die Convention 2000 in dem neuen Veranstaltungszentrum in der Innenstadt direkt am Hafen aus. Es ist erst das 3. Mal, daß Wellington für die Ausrichtung ausgewählt wurde und der Hauptgrund dafür war die Halle, in der internationale Sportwettbewerbe, Popkonzerte und andere Veranstaltungen stattfinden; und jetzt, mit Eurer Unterstützung, auch eine Square und Round Dance Convention.

Unsere Hauptstadt an der südlichen Spitze der Nordinsel gruppiert sich um einen der größten Naturhäfen der Welt und seine hügelige Umgebung ist wunderschön. Im Nord-Osten ist das Hutt-Tal mit der Rimutaka Höhenstraße, die bis 1504 Meter hinaufführt. Von Ende Juni bis Oktober/November kann man die schneebedeckten Bergspitzen von überall in der Stadt sehen. Ab und zu ist es windig und manchmal haben wir Erdbeben, aber nur die superempfindlichen Wissenschaftler registrieren sie.

Die Stadt selbst, mit der Halle im Zentrum, ist weniger als halb so groß wie Bonn. Im Grunde genommen ein 2 km breiter, 9 bis 10 km langer Streifen einschließlich der inneren Vororte; die äußeren Vororte im Hutt-Tal sind 17-35 km entfernt. Das Zentrum der Stadt, in der Tänzer während der Convention übernachten sollten, ist nicht größer als 2 km² und enthält auch die meisten anderen Sehenswürdigkeiten; bei schö-nem Wetter zu Fuß zu erreichen. Es gibt das Parlament, die Kathedrale und ein ganz neues Nationalmuseum (Te Papa), das ein Muß ist; das Carter Observatorium; einen Zoo (mit Tuatara, Kiwi und anderer neuseeländischer Tierwelt), einen botanischen Garten, einen Park mit einheimischen Pflanzen, ein Schiffahrtsmuseum, die Werften, Strände, Uferstraßen, Einkaufsstraßen, das Kunstmuseum und noch viel mehr. Wellington ist das finanzielle und politische Zentrum mit allen Botschaften und Konsulaten innerhalb 3 km von der Halle.

Die Caller und Cuer auf der Convention werden aus denen ausgewählt, die sich selbst anmelden; sie werden nicht vor dem 31. März 2000 bekanntgegeben, aber die meisten werden aus dem austral-asiatischen Raum kommen. Die Caller aus Wellington werden Mike Jones und Shirley Fisher sein und ich weiß, daß es auch Anfragen aus Australien und Schweden gibt.

Wir haben es geschafft, große Rabatte für registrierte Tänzer bei Quantas Airlines, Hertz Mietwagen, 24 Hotels (50% und mehr), Haupteisenbahnlinien (35%), Fähren (30%), Te Papa und Wellington Tours, Taxis und Terminal Shuttle Services auszuhandeln und beschränken diese auf Tänzer, die sich früh anmelden. Die Rabatte gelten 3 oder 4 Wochen vor und nach der Convention.

Für Skifahrer wäre es am besten nach der Convention, da die Skisaison Mitte Juni beginnt, aber das Wetter ist im Mai wärmer. In diesem Jahr war das Wetter am Convention Weekend wie folgt: 17-20° C untertags und 7-10° C nachts, während es auf der Südinsel und im Zentrum der Nordinsel 0° C in der Nacht hatte.

Unsere Tanzsaison geht von März bis Anfang Dezember; im Sommer ist es zu heiß zum Tanzen und unser fast mitt-winterliches Wetter sollte Euch nicht abhalten. In Wellington hat es noch nie geschneit; manchmal gibt es frühmorgens Frost, aber in der Sonne ist es immer warm. Ich habe noch kein einziges Mal einen der drei Mäntel getragen, die ich 1976 aus GB mitgebracht habe!

Ich bin mir bewußt, daß es andere Veranstaltungen in Kanada und Schweden gibt, die mit unserer konkurrieren, aber keine davon gibt Euch die Gelegenheit "auf dem Kopf" zu tanzen; also "stürzt" Euch hinunter; kommt und tanzt "down under" im nächsten Juni und holt Euch Eure Anmeldung entweder von

Winton Page,

POBox 10-711,

The Terrace, Wellington, New Zealand (instone@xtra.co.nz)

oder

Claudia Burger (Munich Square Devils), Tel./FAX 089/4485604

(CHBurger@t-online.de).

Bis dann - Eric Adams


iPAC Review
Clark Baker, Belmont, MA
Übers: Editor

Ich bin grade vom Tanzen und Callen auf der iPAC zurückgekommen, der Internationalen Plus, Advanced und Challenge Convention in Barmstedt in Deutschland. Ich war das erste Mal auf dieser Convention und es war toll.

Barmstedt liegt 30km nördlich von Hamburg. Es ist eine kleine Stadt von ca. 12.000 Einwohnern und die Square Dancer erhöhten diese Zahl um 940. Getanzt wurde auf zwei Geländen mit vier Hallen (C1, C2, C3a und C3b) auf dem einen und drei Hallen (Plus, A1 und A2) auf dem anderen. Man konnte in 15 Minuten von einem Bereich zum anderen laufen. Jede Halle war baulich getrennt, so daß es keine akustischen Beeinträchtigungen gab.

Zusätzlich zum normalen Tanz, gab es einen Plus-Trail-in-Tanz am Donnerstag, eine Afterparty mit Line Dance am Freitag und eine Afterparty mit Dixieland Jazz-Band am Samstag. Am Sonntagvormittag gab es eine Demo auf dem Marktplatz, bei der wir uns alle einen der Zuschauer griffen und in einem großen Kreis einige Do-Sa-Do, Up to the Middle and Back, Allemande Left und einen riesigen Right and Left Grand machten. Bei diesem Tanz wurden die Erläuterungen und einige der Calls auf Deutsch gegeben, so daß ich hören und hinsehen mußte, um zu wissen, was zu tun ist. An den normalen Tanzveranstaltungen wurden die einleitenden Worte in Deutsch und Englisch gesprochen, das Callen war nur Englisch.

Einige Leute wohnten in Hotels. Es gab aber auch eine Menge Wohnmobile, Wohnwagen, Zelte, Jugendherbergen und auch die Möglichkeit, in der C1-Halle (einer Turnhalle mit Matten und Duschen) zu schlafen. Der Eintritt betrug 58,- DM, halber Preis für Jugendliche. Ich tanzte mit einigen etwa 14- bis 20-jährigen, die üblicherweise mit ihren Familien da waren.
Für den Fall, dass jemand daran interessiert ist (ich war es), habe ich hier eine Statistik nach Land und Tanzprogramm:

Austria / Österreich
Belgium / Belgien
Canada / Kanada
Czech Rep./Tschechische Rep.
Denmark / Dänemark
England
Germany / Deutschland
Iceland / Island
Japan
Netherlands / Niederlande
Norway / Norwegen
Sweden / Schweden
Switzerland / Schweiz
USA
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
1
3
3
24
180
35
500
1
6
11
9
145
5
17
Plus
A1
A2
C1
C2
C3a
C3b
:
:
:
:
:
:
:
222
175
202
147
89
78
27

Die neun Hauptcaller kamen aus Kanada, den USA, Deutschland und England, die sechs Gastcaller aus Deutschland, Dänemark und England.

Ich konnte die Hälfte einer C1-Session, den ganzen Plus-Trail-in-Tanz, einige A2- und Plus-Tips, einen C3B- und einen C2-Tip tanzen. In allen Fällen konnte ich schnell eine Partnerin finden und mich in einen Square stellen.

Es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit den tschechischen Tänzern zu tanzen. Sie waren alle jung und enthusiastisch. Ich tanzte mit einigen Plus und A2, mit anderen C1. Sie erinnerten mich an eine Gruppe, mit der ich damals im College tanzte. Sie hatten einen gesunden Square Dance Humor und waren dauernd am Fragen und wollten mehr lernen. Sie hatten einige Calls erfunden und einen bemerkenswerten Tanzstil bei einigen Calls. Ich zeigte ihnen einiges, was wir bei uns zuhause machen und sie mir ebenso.

Dies war die vierte iPAC (sie findet alle zwei Jahre statt) und zum ersten Mal kamen Tänzer aus Japan dorthin. Sie wurden beim Grand March eigens vorgestellt und ich tanzte mit zweien von ihnen als Partner Plus.

Ich forderte auch eine Frau zum Tanzen auf, bei der sich herausstellte, dass sie grade die Plus-Class beendet hatte. Sie war deshalb sehr aufgeregt. Ich sagte ihr, sie solle sich keine Sorgen machen und wir hatten einen großartigen Tip.

Ich hoffe, ich bin in der Lage, etwas von meiner Begeisterung für dieses schöne Wochenende rüberzubringen. Es sieht zwar nach einer langen Reise (aus Sicht USA - Ed.) nur um Square Dance zu tanzen aus, aber es hat ganz gewiss eine Menge Spaß gemacht. Im allgemeinen gab es keine Sprachprobleme, da Englisch die gemeinsame Sprache all dieser Leute zu sein schien.

Es würde mich freuen, auch von anderen zu hören, die da waren.


Die "Glücklichen Herzöge" machen immer weiter
Ingrid Koßler, Lucky Dukes

Vor ca. 3 Jahren wollten wir, d.h. Monika und Ingrid von den Lucky Dukes aus Jülich, nur so zum Spaß einen Schnupperkurs Square Dance bei der VHS mitmachen. Wir dachten, das wäre dieser wilde Tanz, der in den Filmen immer als Square Dance gezeigt wird. Für ein Wochenende fanden wir das auch eine tolle Sache. Allerdings zeigte uns unsere Callerin Ingeborg Körber-Lücker dann nach kurzer Zeit, daß Square Dance in Wirklichkeit viel interessanter ist. Nach ca. 2 Stunden waren wir uns einig: "DAS MACHEN WIR WEITER". Wir gingen in eine Class der VHS, da in unserer Stadt noch kein Club bestand. Die Students dieser Class waren sich auch einig: "WIR MACHEN WEITER", und da wir dies gemeinsam tun wollten, gründeten wir im Mai ’98 die "Lucky Dukes".

Unsere Graduierung feierten wir dann zusammen mit unserer Clubgründung "Halloween 98". Es war ein tolles Fest, wir hatten viele unerwartete Gäste, sogar aus Berlin. Viele positive Reaktionen haben uns darin bestärkt: "WIR MACHEN AUCH DAMIT WEITER". Somit wird es auch in diesem Jahr einen "Halloween Dance" geben. Am 30. Oktober 99 tanzen in der Bürgerhalle Koslar wieder Hexen und Vampire.

Natürlich freuen wir uns auch jeden Montag über Besuch. Unser Clubabend findet auch in der Bürgerhalle Koslar statt, wir tanzen ab 19.00 Uhr. Zur Zeit besteht unser Club aus 19 Mitgliedern, zum Jahresende werden wir wohl auf 30 Tänzer anwachsen, wenn die neue Class graduiert wird.

So, wenn Ihr Lust bekommen habt uns kennenzulernen, wir wären froh, Euch bei uns zu begrüßen.


"Neuer" Square Dance-Club entdeckt
Hanns-Dieter Keh, Dip-N-Divers Square Dance Club e.V. München

Alles begann, als der ehemalige Angestellte einer internationalen Ölfirma, Allan Castle 1987 in den wohlverdienten Ruhestand trat und sich mit Ehefrau Rosemary im österreichischen Burgenland niederließ. Beide waren (und sind es immer noch) begeisterte Square Dancer, aber es gab weit und breit keine Gelegenheit dem vielgeliebten Hobby nachzugehen. Wien - und die einzige Möglichkeit, wo man hätte tanzen können, bei den "Vienna Swingers" - war zu weit weg.

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Was lag also näher, als selbst etwas auf die Beine zu stellen.

1993 war die Zeit reif und ein Club wurde gegründet, die "Pinkafelder Promenaders". Zusammen mit 4 befreundeten österreichischen Paaren aus Pinkafeld beschloß Allan, den Interessenten Square Dance beizubringen, für einen reinen Tänzer kein einfaches Unterfangen.

Allan fühlte sich nicht zum Caller berufen, war aber anhand von Flipsides von SD-Schallplatten, LP’s, Tapes und CD’s sowie einigem Lehrmaterial, das er besaß, in der Lage, den Anfängern das theoretische und praktische Rüstzeug zu vermitteln, das man benötigt, um in einem neuen Club tanzen und in der großen Welt des SD mitmachen zu können. So werden heute die Pattercalls von Allan gecallt, wobei es ihn nicht stört, wenn ab und zu am Ende die Paare nicht dort stehen, wo sie eigentlich enden müßten und die Singing Calls kommen von Konserven, wobei man sich die besten Caller der Welt in den Club holt.

Allan und Rosemary haben ein bewegtes Privat- und Berufsleben hinter sich. Ursprünglich aus dem Südwesten Englands kommend (Devonshire bzw. Cornwall), kamen sie erstmals in Libyen bei den "Tripolis Twirlers" mit Square Dance in Berührung. Graduiert wurden sie dort 1980 von dem US-Caller Elson Wride. Sie tanzten außerdem längere Zeit bei den "Stavanger Squares" in Norwegen zum Caller Warren Wright und sind darüber hinaus "lifetime members" der "Lakeside Country Squares" in Jasper, Texas, USA, wo sie ebenfalls einige Jahre lebten.

Der persönliche Einsatz von Allan hat sich gelohnt: Heute besitzt der Club 20 Mitglieder zwischen 35 und 67 Jahren, leider aber keinen richtigen Caller. Getanzt wird übers ganze Jahr jeden Donnerstag Mainstream Level von 19 bis 21 Uhr im Gasthof Eisgrübl in Pinkafeld. Hin und wieder besucht Caller Helmut Wieder von den "Vienna Swingers" die "Pinkafelder Promenaders". Eine weitere Besonderheit kann der Club aufweisen: Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag.

Das Burgenland ist für die schöne Landschaft und seine hervorragenden Weine bestens bekannt. Sicher kommt der eine oder andere Tänzer oder Caller im Urlaub einmal in diese Gegend. Die "Pinkafelder Promenaders" freuen sich über jeden Besuch. Ein vorheriger Anruf empfiehlt sich aber in jedem Fall, entweder bei Allan und Rosemary, Tel. 0043-3357-42965 oder bei Johann Wanka, Tel. 0043-3357-43820 (jeweils aus Deutschland). Allan und Rosemary sprechen übrigens recht gut Deutsch, so daß es keine Verständigungsprobleme gibt. Pinkafeld hat auf der Autobahn Wien-Graz eine eigene Ausfahrt und liegt etwa 100 Kilometer südlich von Wien.

Übrigens: Ich habe die Castles bei einer von Joschi’'s "A Taste of Paradise"-Square Dance-Reisen (24. Mai bis 4. Juni 1999 mit dem Caller Mickey Braithwaite) zur kroatischen Adria kennengelernt. Wir haben eine nette Zeit miteinander verbracht.

Dem einen oder anderen werden die Castles bestimmt schon bekannt sein: Sie besuchten u.a. in Deutschland die "Crossing Swords" in Solingen, die "Shooting Stars" in Fürth, die "Kuntry Kuzins" in Wiesbaden und nahmen an einer der früheren Schnaitseewochen teil.


Viele Grüße von Eurem ECTA RD Coordinator!
Don Casper, ECTA

Ich möchte heute über ein Thema reden, welches mich schon immer gestört hat: unbeaufsichtigte Kinder auf der Tanzfläche. Ich meine nicht die Kinder, die zusammen mit uns im Square stehen - das begrüße ich sogar. Ich überlasse Anderen auch die Diskussion über die Vor- und Nachteile des Tragens von Kleinkindern (sei es in Tragetüchern oder Rucksäcken) während des Tanzens.

Was meine Haare zu Berge stehen lässt, sind Kleinkinder, die hüpfen und laufen oder ihre Bälle und Spielzeugautos gerade dorthin rollen, wo versucht wird zu tanzen. Warum hier im RD Artikel erwähnen? Weil gerade beim RD diese Situation am auffälligsten auftritt, vielleicht gerade weil die riesige offene Fläche mitten im Raum als Spielplatz einladend wirkt.

Warum können die Eltern dieser Kinder - ob Tänzer oder nicht - etwas mehr Verantwortung für ihre Kinder übernehmen und diese beaufsichtigen und VON DER TANZ-FLÄCHE FERNHALTEN???!!!

Überlegen sie nicht, daß die Kinder sich verletzen könnten, wenn sie umgehauen oder getreten werden von den Tänzern, die kniehohe "Hindernisse" nicht erwarten?

Ein aktuelles Beispiel: ich habe RD mit meiner Partnerin getanzt und bemerkt, daß ein Knirps vor uns in unserer Bahn am Spielen war. Hat die Mutter des Kindes, die am der Wand stand und zuschaute, irgendetwas unternommen, um ihr Kind aus der Gefahrenzone zu bringen? Nein, sie grinste nur, sichtlich amüsiert über die Versuche ihres Sprößlings, sich so im Kreis zu drehen wie die Tänzer. Glücklicherweise hatten wir das Kind rechtzeitig bemerkt, um einen größeren Bogen zu machen. Was wäre aber, wenn wir soviel Schwung gehabt hätten oder abgelenkt gewesen wären und tatsächlich über das Kind gestolpert wären? Wir hätten nicht nur den/die Kleine/n verletzen können, sondern auch uns selbst, außerdem wäre das Tanzen abgebrochen worden und die Mutter des Kindes hätte sich über uns aufgeregt!!!

Merkt Euch bitte, die Tanzfläche ist zum Tanzen, nicht zum Spielen da. Passt immer auf Eure Kinder auf - oder lasst Bekannte von Euch dies tun, während Ihr tanzt. Wir wollen alle nach dem Tanzen heil nach Hause gehen.

Es tut mir leid, wenn ich jetzt wie ein Kinderhasser klinge. Es gibt sicher ein Platz und eine Zeit für Kinder, aber bestimmt nicht auf der Tanzfläche während des Tanzens. Das gilt sowohl für Specials als auch für Klubabende. Lärmende und springende Kinder haben ablenkende Wirkung auf die Tänzer - sie hören dann dem Caller nicht mehr zu.

Euch Allen frohes und sicheres Tanzen!!

Herzlichst Euer

Don Casper, ECTA RD Coordinator 1998-2000


15 Jahre "tagalongs"
Karin Förster, tagalongs

Vor langer, langer Zeit - um genau zu sein 1984 - als ich mich noch damit beschäftigte, daß die Bundesrepublik einen neuen Bundespräsidenten bekam, die ersten Amerikaner ohne Sicherheitsleine im Weltraum herumspazierten und die Deutschen nicht Europameister im Fußball wurden, geschah ganz in meiner Nähe etwas, was in keiner Nachrichtensendung lief, aber später mein Leben ziemlich beeinflussen sollte.

Denn in Griesheim gründeten in diesem Jahr einige Tänzer einen neuen Square Dance Club - die Tagalongs! Nachdem es in ihrem früheren Club zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war, machten sie sich kurzerhand "selbständig". Sie mußten jedoch sehr bald feststellen, aller Anfang ist schwer. Von diesem mühsamen Beginn zeugen heute noch Dokumente in unserer Clubchronik. Hierin kann man nachlesen, daß die Tagalongs es auf drei neue Vorstände binnen eines Jahres gebracht haben. Ich glaube, es gibt nicht viele Clubs, die das vorweisen können. Aber nach den ersten Anfangsschwierigkeiten hatten sich alle bald zusammengerauft und es konnte so richtig losgehen.

Ihr erstes Domizil bezogen die Tagalongs in der Gaststätte "Zum Donauschwabenhof" in Griesheim. Hier gab es mit dem ersten Caller Fred Kamuff jede Menge Spaß und Action. Von den rauschenden Festen, vor allem den Faschingsfeiern bei klirrender Kälte, wird heute noch gerne erzählt.

Aber es war wie im richtigen Leben, gerade begann der Club zu wachsen und zu gedeihen, als auch schon die ersten dunklen Wolken am Horizont auftauchten. Der Caller hatte keine Zeit mehr -.

Zum Glück hatte man aber schnell einen guten Ersatz gefunden. Von den vier Callern, die zur Wahl standen, entschied man sich für Lou Popowsky. Lou war ein liebenswerter Amerikaner, der jede Woche mit dem Motorrad von Frankfurt nach Griesheim bei Darmstadt zum Clubabend fuhr. Seine Frau und die Calleranlage hatte er im Beiwagen verstaut. So fuhr er jede Woche, ganz egal ob die Sonne schien, es regnete oder schneite!

Doch auch von Lou mußte sich der Club leider verabschieden. Für ihn hieß es 1988 Abschied nehmen von Deutschland und somit auch von den Tagalongs. Dass es vorher jedoch noch eine Riesenabschiedsfete "Lou's last Dance in Germany" gab, war eine Ehrensache. Fast 200 Tänzer sagten "Auf Wiedersehen" und machten die Party zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Mit dem Abschied von Lou begann für die Tagalongs wieder die Suche nach einem neuen Caller. Er war schnell in Person von Uwe Krämer gefunden. Eine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte, denn 1998 konnte Uwe bei einer Überraschungsfete mit vielen Gästen aus befreundeten Clubs sein 10jähriges Callerjubiläum bei den Tagalongs feiern.

Aber wieder zurück in die Vergangenheit. Nach Lou's Weggang und nachdem einige Clubmitglieder ihre Tanzschuhe an den Nagel gehängt hatten, bestanden die Tagalongs noch nicht einmal mehr aus 20 Tänzern. Plötzlich stand man vor der Frage, wie wird es jetzt weitergehen. Doch man hatte Glück: für die nächste Class, die man veranstalten wollte, fanden sich 16 Interessenten und damit war der Club gerettet.

Im Jahr 1990 - als ich noch damit beschäftigt war, die Fußballweltmeisterschaft von Deutschland, die Wiedervereinigung und den Tiefstand des US-Dollars zu verkraften, zogen die Tagalongs von Griesheim nach Pfungstadt. Auf Wiedersehen "Zum Donauschwabenhof"!!! Hallo "Zur Krone". Hier beim sogenannten "Glockenwirt" sind die Tagalongs auch heute noch zu Hause.

Vier Jahre später - also 1994, als dann auch ich endlich erfahren habe, wieviel Spaß Square Dance macht, haben die Tagalongs in Pfungstadt mit 300 Gästen ihr 10jähriges Jubiläum gefeiert. Über acht Stunden wurde getanzt, was die Füße hergaben. Und am Schluß war man sich einig, es war eine tolle Geburtstagsfeier.

Inzwischen haben wir das Jahr 1999 - wir stehen kurz vor dem Jahrtausendwechsel - und wir mußten uns leider nach 10 Jahren Vorstandsarbeit von unserem Präsidenten verabschieden, der sich berufsbedingt in den "Vorruhestand" zurückgezogen hat.

Was gibt es noch über uns zu berichten? Die Tagalongs haben mittlerweile 75 Clubmitglieder, die gerne feiern und in Sachen Square Dance aktiv sind. Hierfür sorgt schon unsere Travelcoordinatorin Marlies, die uns gerne einheizt und quer durch Deutschland schickt. Wer aber denkt, die Tagalongs würden nur Deutschland unsicher machen, der hat sich getäuscht. Auch in Prag und Paris waren wir schon anzutreffen. Neben unseren Travelaktivitäten finden wir noch Zeit bei den vielen Pfungstädter Festen dabei zu sein.

Der eine oder andere wird sich vielleicht inzwischen fragen, warum ich diesen Artikel geschrieben habe. Aber für die Leser, die mitgerechnet haben, dürfte der Grund klar sein. Die Tagalongs werden dieses Jahr 15. Und das wollen wir zum Anlaß nehmen, im alten Jahrtausend noch einmal so richtig zu feiern. Am 9. Oktober ist es soweit: die Tagalongs geben eine riesige Geburtstagsfete. Die Caller Paul Bristow und Uwe Krämer werden sicherlich zahlreichen Gästen und den Clubmitgliedern ordentlich einheizen. Vielleicht sieht man sich dort in einem Square.