Hallo liebe Square Dance Freund,
Gerne und von vielen Seiten wird die Callerausbildung in ECTA kritisiert. Sei es auf Afterpartys oder offiziell im Bulletin.
Meine Aufgabe als ECTA Training Director ist es die Caller-Ausbildung innerhalb unserer Organisation zu leiten. In diesem Artikel möchte ich einen Überblick über die vergangene, jetzige und eine mögliche zukünftige Caller-Ausbildung geben, in der Hoffnung, zur allgemeinen Diskussion beitragen zu können.
Zu der Zeit, als ich angefangen habe zu callen, gab es das "Black and White Badge" Konzept. Um das "Black-Badge" zu bekommen, welches einen "Beginner Caller" auszeichnete, mußte man einen Patter Call und einen Singing Call vortragen. Nach einem Jahr konnte man dann die "White-Badge" Prüfung ablegen. Vorgeschrieben war wieder ein Patter- und ein Singing Call. In dem Patter Call stellte der Prüfer, im allgemeinen der damalige Training Director, den Square mit eine paar Figuren um und der Prüfling, hatte die Aufgabe, den Square wieder "nach Hause" zu bringen. Des weiteren mußte er eine Figur, die ihm vorher nicht bekannt war, in englischer Sprache erklären. Im abschließenden Singing Call sollte, wenn möglich, die Figurenfolge einmal umgestellt werden.
Gebunden an dieses "White Badge" war die aktive Mitgliedschaft in ECTA. Das änderte sich aber bald, da eine Caller Ausbildung innerhalb der Organisation für sinnvoller gehalten wurde. Außerdem verfolgt eine Einstufung in "Black und White" wohl nicht gerade den Square Dance Gedanken.
Das heutige verfahren der aktiven Mitgliedschaft in ECTA, besteht aus drei Unterschriften von derzeitig aktiven ECTA-Mitgliedern. Mit den Unterschriften wird bestätigt, daß der Caller mindestens einmal pro Woche für einen Club callt und seine Befähigung zu unterrichten unter Beweis gestellt hat.
ECTA bietet für ihre Mitglieder ein reichhaltiges Angebot an Aus- und Weiterbildung. Wir haben die umfassendste Fachbibliothek in Europa. Zu unseren Mitgliedern zählen zwei von Callerlab akkreditierte Caller-Ausbilder, die jeweils nur einen Anruf entfernt und und bereit sind Fragen zu beantworten. Auch der Training Director steht gerne mit seiner Erfahrung zu Verfügung und, auch der Gedankenaustausch unter vielen Mitgliedern ist sehr rege. ECTA bietet weiterhin Seminare auf Jamborees und ECTA-Conventions an. Sechs mal in einem Jahr erscheinen, speziell für Caller, die sogenannten ECTA-Notes. ECTA ist eine Square Dance Caller Interessengemeinschaft und der Informationsaustausch untereinander ist von nicht zu unterschätzendem Wert. Je mehr sich ein Caller in diese Gemeinschaft einbringt, desto größer ist der Nutzen, den er daraus zieht.
Ich erarbeite gerade im Auftrag des ECTA-Vorstandes ein Konzept für die Callerausbildung der Zukunft. Dieses Angebot wird zur Freiwilligen Teilnahme sein. Es wird schriftliche, wie auch praktische Prüfungen enthalten. Das vollständige Angebot werde ich in naher Zukunft unseren ECTA-Mitgliedern vorstellen.
Anschließend möchte ich auf die oben genannten Afterpartygespräche, sowie auf die offiziellen Veröffentlichungen mit ein paar eigenen Gedanken eingehen.
Sind es nicht die Tänzer, die einen Caller als GUT bzw SCHLECHT einstufen? Ein Caller der regelmäßig für einen Club callt kann doch gar nicht so SCHLECHT sein! Es finden sich immerhin regelmäßig mindestens acht Tänzer, die zu ihm tanzen wollen. An welchen Maßstäben wird eigentlich ein Caller gemessen? Ist das ein Caller der besonders gut singen kann? Ein Caller der besonders flüssige Kombinationen callt? Ein Caller der besonders gut erklären kann? Ein Caller der besonders sympathisch ist? Ein Caller der besonders ...
Sind es nicht die Tänzer die sich über SCHLECHTE Caller aufregen? Und trotzdem finden SCHLECHTE Caller immer wieder Zulauf. Regeln denn hier nicht Angebot und Nachfrage das Problem? Die Tänzer entscheiden über GUT und SCHLECHT! Im Square Dance geht es allein um Spaß. Der Caller der mir am meisten Spaß bringt, zu dem gehe ich immer wieder. Spaß definiert sich für jeden anders. Bei den einen sind es die variantenreichen Figurenkombinationen, bei den anderen die Lust am Tanzen und bei einer anderen Gruppe steht der Kontakt zu anderen Tänzern im Vordergrund. Was muß ein Caller denn nun eigentlich leisten um GUT zu sein? Und wie gut ist GUT? Jeder Tänzer hat diese Entscheidung selbst in der Hand!
Bis bald in einem voller Spaß erfüllten Square
Lorenz Kuhlee
Ab und zu ist es erforderlich, einen neuen Caller zu finden. Änderungen aller Art sind schwierig und einen neuen Caller zu finden ist auch nicht immer eine leichte Aufgabe. In manchen Gegenden ist nur eine begrenzte Verfügbarkeit von Callern gegeben, aber solange Ihr die Auswahl zwischen mehr als nur einem habt, solltet Ihr einige Dinge bedenken, wenn Ihr eine Entscheidung trefft.
Geselligkeits-Clubs sollten einen Caller suchen, der sich während der Pausen gern unter sie mischt und persönlichen Kontakt pflegt. Sie sollten auch Wert darauf legen, daß der Caller bereit ist, an Aktivitäten außerhalb der Clubabende teilzunehmen. Es ist wichtig, einen Caller zu finden, der Square Dance als großen Teil seines gesellschaftlichen Lebens ansieht. Ein gutes Anzeichen dafür ist seine Frau (nun ja ... seine Partnerin). Wenn sie regelmäßig anwesend ist, werdet Ihr oft feststellen, daß sie das auch als Teil ihres Gesellschaftslebens betrachtet. Ein anderes Anzeichen, ist wie oft beide als Tänzer an Wochenenden und Specials teilnehmen. Wenn Ihr mit einem Caller sprecht, könnt Ihr danach fragen, denkt aber daran, daß es am besten ist, auf sein Verhalten in anderen Clubs zu achten (wenn Ihr könnt). Manchmal kann ein Caller in einem Gespräch ehrlich etwas behaupten, was in Realität vielleicht anders aussieht.
Workshop-Clubs müssen einen Caller finden, der Spaß daran hat, Workshops durchzuführen. Es ist wichtig, daß der Caller auch ein fähiger Lehrer ist, weil Lehren seine Hauptaufgabe im Club sein wird. Laßt ihn einen Workshop-Tip machen und achtet darauf, wie er sich ausdrückt. Wenn er gestreßt klingt (auch nur im mindesten), könnte das im Laufe der Zeit nur schlimmer werden. Oft ist der Caller nicht gestreßt wegen der Tänzer, sondern einfach nur wegen seiner eigenen Unfähigkeit, seine Sache gut "rüberzubringen". Aber auch wenn man das weiß, ist es nicht gut, wenn dadurch Mitglieder vertrieben werden. Wenn ihr dieses Verhalten abstoßend oder irgendwie störend empfindet, solltet ihr sorgfältig entscheiden, ob das der richtige Caller für Euch ist. Ein guter Caller ist nicht notwendigerweise auch ein guter Lehrer.
EA-Clubs tun gut daran, einen Caller zu suchen, der ein Level höher callt als der Club tanzt. Es ist diese Erfahrung, die dem Caller die Ideen liefert, die er in Euren Club bringt. Er muß gewillt sein, regelmäßig neues Material zu finden, nicht unbedingt aus höheren Levels, sondern auch aus dem Basic- und MS-Programmen. Die besten Caller für diese Art Aufgabe sind oft die neueren Caller, da ihre Begeisterung, neues Material auszuprobieren sich mit den Wünschen des Club deckt. Sein Wunsch, etwas beizubringen, ist wichtiger als seine augenblicklichen Fähigkeiten, weil die Tänzer oft schnell begreifen, was der Caller meint.
Es könnte auch wichtig sein, einen Blick auf das Durchschnittsalter Eures Clubs zu werfen und einen Caller der gleichen Generation zu suchen. Die Auswahl der Musik, bevorzugte Geschwindigkeit und auch die Wahl der Choreographie scheint sich mit den Altersstufen zu ändern, obwohl es immer wieder Ausnahmen gibt zu jeder Regel gibt. Dies sollte nicht der bestimmende Faktor für Euch sein, aber trotzdem nicht übersehen werden.
Zusätzlich zu oben gesagten, möchte ich dringend empfehlen, daß die Clubs einen Vertrag mit ihrem Caller schließen und empfehle Verträge, die jährlich erneuert werden. Über die Jahre können die Clubs ihre Vorlieben ändern und ein geschriebener Vertrag kann der Beginn für Verhandlungen auf beiden Seiten sein. Ein Club könnte mehr oder weniger Workshops wollen, auch der Caller könnte feststellen, daß er etwas anderes möchte. Jeder kann seine Wünsche zum Zeitpunkt der Vertragsverlängerung äußern und wenn eine Seite nicht zufrieden ist, dann braucht der Vertrag nur einfach NICHT erneuert werden. So ein Vertrag ist eine Sache, die bestätigt, daß sich Dinge im Laufe der Zeit ändern und jeder Seite das Recht gibt, die Dinge im Auge zu behalten, die sie vom Square Dance erwartet. Zu oft bleibt ein schlechtes Gefühl, wenn einem Caller gekündigt wird oder er selbst kündigt, was leicht durch einen solchen Vertrag vermieden werden kann.
Und letztendlich: zögert nicht, einen Nachwuchs-Caller auszuprobieren! Das Bewerbungsgespräch könnte etwas schwieriger werden, weil es keinen "Lebenslauf" (oder nicht viel) gibt, auf das man zurückblicken kann, aber jeder der aufgeführten Club-Typen könnte feststellen, daß sein perfekter Caller ein Nachwuchs-Caller ist. Der wichtigste Punkt, auf den Ihr schauen müßt ist: wieviel Zeit und Lust hat dieser neue Caller, um seine Hausaufgaben zu machen?
Ist er daran interessiert, an Caller-Seminaren teilzunehmen? Der "Geselligkeits-Club" kann es wagen, einen Caller zu engagieren, der nur begrenzt Zeit für Hausaufgaben hat, aber ein EA-Club wird einen Caller wollen, der sofort jede Gelegenheit zum Lernen und Üben ergreift. Trotzdem wird ein Nachwuchs-Caller der kein Interesse an Hausaufgaben hat, auf lange Sicht keinen Club glücklich machen.
Dies ist der erste einer Reihe von Artikeln von Jeff Garbutt aus West Australien. Es ist interessant auch einmal die Gesichtspunkte von Leuten aus anderen Ländern zu lesen. Wir haben eine gemeinsame Aktivität und gemeinsame Probleme.
Eine der üblichen Aussagen über Square Dance ist in letzter Zeit, daß wir Probleme haben und daß "irgendetwas falsch läuft". Von manchen Leuten weiß man, daß sie fragen "Was ist falsch in der Square Dance Bewegung?", manche sagen, daß der Square Dance nicht überleben wird.
Zunächst möchte ich folgende Aussage dick unterstreichen: Ja - Square Dance ist in Gefahr unterzugehen - nicht, weil irgendetwas falsch läuft, sondern weil wir Gefahr laufen, Opfer einer "selbsterfüllenden Prophezeiung" zu werden, wenn wir nur auf alles Negative schauen.
Ich möchte ein wenig ausholen: Die meisten Erforscher menschlicher "Denkprozesse" stimmen darin überein, daß unsere Handlungen durch eine Art "Standardprogramm" bestimmt werden, das in unserem Unterbewußtsein abläuft - und darin, daß wenn Du Dir selbst oft genug sagst, das Du auf einem bestimmten Weg bist, sich diese Aussage in Dein Unterbewußtsein einprägt und Deine weiteren Handlungen bestimmt. Das heißt, wenn Du Dir selbst sagst, daß Du ein Versager bist, wirst Du ein Versager werden, unabhängig davon, wie sehr Du davon abkommen willst ( Die selbsterfüllende Prophezeiung). Wenn Du Dich selbst auf Erfolg programmierst, dann wird Dir Dein Unterbewußtsein helfen, einzigartige Lösungen Deiner Probleme zu finden. Du wirst nicht immer erfolgreich sein, aber meistens. (Was besser ist als die Alternative, auf jeden Fall ein Versager zu sein.) Hier kommt nun das, wo wir (die Square Dancer) hineinpassen: einige Forscher nehmen auch an, daß diese unterbewußte Programmierung genauso für Gruppen zu trifft wie für Individuen.
Nun zurück zum Square Dance. Werfen wir einen Blick darauf, wie wir unsere "Probleme" lösen. Zunächst möchte ich die Frage "was ist falsch?" nehmen und herumdrehen in "was ist in Ordnung am Square Dance?". Ich bin sicher, wir finden viele positive Aussagen über den Square Dance. Zum Beispiel:
Nun möchte ich einiges vorschlagen, was wir als Tänzer, Caller und Clubs zur Unterstützung tun können.
Aber was auch immer Du tust - gib nicht auf. Der Patient mag krank sein, aber mit etwas "LP" (liebevoller Pflege) kann er gesund gepflegt werden - anstatt ihn in den "barmherzigen Tod" zu reden.
Wir die Autoren, sind seit 8 Jahren Square Dancer und wir lieben dieses Hobby u.a. auch deshalb, weil es sich so hervorragend mit einem unserer anderen Hobbys, dem Reisen, verbinden läßt. "Down Under" ist seit Jahren unser liebstes Ziel. d.h. Australien und Neuseeland.
Letzten Herbst fanden wir im Internet die Ankündigung für die Conventions in beiden Ländern und beschlossen recht spontan, diese Gelegenheit zu nutzen. Die Conventions finden immer am "Queen´s Birthday Weekend" statt (Ende Mai in NZ, Anfang Juni in Australien). Da auf der Südhalbkugel alles ein bißchen verdreht ist, ist Mai/Juni schon fast im Winter; das Klima war aber noch recht angenehm.
Die Anmeldung für die NZ-Convention in Tauranga konnten wir übers Internet abwickeln, das ging schnell und einfach. Die Australier in Adelaide dagegen bestanden auf den Postweg, das war langsam und nervenaufreibend, weil wir monatelang keine Antwort bekamen. Sehr schön fanden wir, daß uns die Neuseeländer angeboten haben, eine Unterkunft bei Square Dancern zu besorgen; dieser Einladung sind wir natürlich gerne gefolgt. Die Australier besorgten uns eine Bleibe in einem Feriendorf, die auch nicht schlecht war.
Nachdem aller organisiert war, machten wir uns am 8. Mai auf den Weg nach Neuseeland. 36 Stunden von München über London, Singapur und Sydney nach Auckland sind lang, aber auszuhalten. Nach 12 Stunden Schlaf in der ersten Nacht waren wir fit für unseren ersten Clubbesuch.
Der Abend beim Howick Square Dance Club im Süden von Auckland war ein äußerst gelungener Einstieg in den Urlaub.
Zwar brachten wir einen Square in Unordnung als ein "Grand Slide" gecallt wurde, der uns gänzlich fremd war; aber die Neuseeländer sind nette Leute und haben uns aufgeklärt - sie sagten ohne den "Grand Slide" (Wie Grand Square ohne Drehungen) kann man in Australien nicht tanzen und da hatten sie recht. Wir lernten in Howick viele nette Leute kennen, die wir später in Tauranga bzw. in Adelaide wieder treffen sollten.
Das Tanzen in Neuseeland unterscheidet sich von unseren Gewohnheiten übrigens nur in einer Sache: die Art "Thank You" zu sagen nach einem Tanz. man faßt beide Nachbarn um die Schultern und verbeugt sich in die Mitte des Squares.
Anschließend begann unsere Tour durch Neuseelands Nordinsel, wobei wir uns auf wenige Gebiete beschränkten, die wir auf unseren vorangegangen Reisen noch nicht gesehen hatten.
Am 28. Mai erreichten wir Tauranga; mit ca. 100.000 Einwohnern eine der größten Städte Neuseelands. Tauranga liegt an der Bay of Plenty, im größten Obstanbaugebiet des Landes. Der dortige Club, der Orange City Square und Round Dance Club hat ca. 200 Mitglieder und ist damit einer der größten in Neuseeland. In dieser Gegend hat man die Kiwi-Früchte erfunden, bzw. zuerst gegründet; da es den Club aber schon länger als die Kiwis gibt, waren noch Orangen die Namensgeber.
Als wir bei unseren Gastgebern Marjorie und Peter ankamen fühlten wir uns gleich wie zu Hause, obwohl wir die beiden nie zuvor gesehen hatten. Noch am selben Abend besuchten wir den Club in Tauranga und wurden willkommen geheißen wie alte Freunde. Wir müssen zugeben, es ist ein tollen Gefühl, so empfangen zu werden. Bei uns läßt meines Erachtens die Gastfreundschaft in den Clubs manchmal etwas zu wünschen übrig.
Die Convention begann am Tag darauf, zwar mit weniger Teilnehmern als erwartet (ca. 570), aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Man muß bedenken, daß Neuseeland nur 3,5 Millionen Einwohner hat und aufgrund der Entfernung kaum Besucher von außerhalb zu erwarten sind. Wir waren die einzigen Übersee-Gäste, wobei Australien nicht als Übersee "zählt". Australien ist für die Neuseeländer eben einfach nur Australien, oder "West Island", wie die etwas böseren Zungen sagen. Zudem gab es natürlich die australische Convention am darauffolgenden Wochenende als Konkurrenz.
Es wurden auch keine Star-Caller aus dem Ausland aufgeboten, dazu ist die Convention etwas zu klein. Aber Neuseeland hat genügend eigene gute Caller zu bieten. Was wir etwas vermißt haben, war etwas mehr PLUS und die Afterparties, die es, wenn überhaupt, nur in privaten Rahmen gibt.
Die Convention war sicher nicht spektakulär, aber familiär und gemütlich. Die Menschen waren überaus freundlich und gaben uns das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Wir möchten dieses Erlebnis um nichts in der Welt missen!
Schon am Wochenende darauf war die australische Convention in Adelaide, die uns aber, ehrlich gesagt, nicht ganz so viel Spaß gemacht hat. Die australische Mentalität entspricht wohl eher unserer eigenen und anders als in NZ interessieren sich die Leute kaum füreinander. Auch beim Tanzen ergaben sich nur kurze Gespräche; Freundschaften zu knüpfen wie in Neuseeland war hier irgendwie nicht möglich. Auch die Offiziellen hatten keinerlei Interesse an uns oder anderen Gästen.
Aus Übersee kamen einige Amerikaner und wir; Neuseeland zählt in Australien nicht als "Übersee". Da die Australier uns kaum beachteten, ergab es sich von selbst, daß wir die meiste Zeit mit den Neuseeländern zusammen waren, was wesentlich lustiger war. Am meisten hatten wir noch mit Tasmaniern Kontakt, die für "echte" Australier auch fast so etwas wie Ausländer sind.
Beim Tanzen haben die Australier ein paar eigenwillige Angewohnheiten; z.B. werden bei arm turns die Arme nach oben gehalten, so das man immer fürchtet, daß einem einer ins Gesicht schlägt. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig! Weiterhin gibt es einen "Round Up" vor jedem Tanzdurchgang, was zeitaufwendig und auch ein bißchen langweilig ist.
Leider kam in Adelaide keine so rechte Stimmung auf, ohne daß wir sagen könnten, woran das gelegen hat. Sicher nicht an den Callern, von denen einige sehr gute dabei waren, auch aus den USA. Doch da jeder Caller immer nur einen Hoe-Down oder einen Singing Call macht, hatten sie wenig Chancen, die Stimmung anzukurbeln. Auch war die Convention mit 5 Tagen zu lang.
Nichtsdestotrotz haben wir uns ausgezeichnet unterhalten und viel erlebt. Auf dem Rest der Reise von Adelaide nach Norden bis Darwin waren leider keine Clubbesuche mehr möglich, da es im Outback und im gesamten Northern Territory keine Clubs gibt.
Sicher ist, daß wir nicht zum letzten mal in Neuseeland oder Australien waren, dazu hat es uns wieder mal viel zu gut gefallen. Für weitere Auskünfte stehen wir gerne zu Verfügung (siehe Kontaktadresse der Munich Square Devils).
Das Folgende ist ein persönlicher Eindruck vom Round Dance, vom Blickpunkt des Easy Level. Wir haben versucht es einfach darzustellen, unter der Gefahr, etwas an technischer Genauigkeit zu verlieren - wir entschuldigen uns dafür. Unseren herzlichen Dank an die, die uns wertvolle Kommentare gaben, alle Fehler kommen von uns.
Die drei Abschnitte sind: Teil 1, Definition und Ursprung; Teil 2, Level, Rhythmen und Roundalab; und Teil 3,Choreographie. Zusammengefaßt: Round Dance macht Spaß! Versuch es und erfreue Dich daran!
Beschreibung
Round Dance ist ein geselliges Tanzen für Paare, hat als Grundlage weitgehend Western- und Turniertanz-Schritte und -Rhythmen, aber besitzt eigene Grundschritte und Variationen. Getanzt wird nach populärer Musik, die Choreographen entwerfen zur Musik passende Figurenfolgen, alle Tänzer machen zur gleichen Zeit die gleichen Schritte. Die Tänzer werden durch einen "Cuer" mit Hilfe eines Mikrofons geleitet, was ein sehr großen Repertoire von Tänzen aller Schwierigkeitsgrade erlaubt ohne dir gleichzeitige Notwendigkeit, eine riesige Choreographie auswendig lernen zu müssen.
Obwohl Round Dance organisatorisch mit Square Dance verbunden ist, gibt es keine gemeinsamen Schritte. Square Dance ist eine Gruppentanz auf Grundlage derrelativen und wechselnden Stellungen von acht Tänzern zueinander. Round Dance ist ein Paar- oder Partnertanz auf Grundlage von verschiedenen Rhythmen, Schritten und Schrittfolgen, viele einzigartig zu einem bestimmten Rhythmus. Round Dance findet üblicherweise in Clubs statt, in denen das Beibringen von Neuem, die Wiederholung eines Workshops und Tanzen am selben Abend vorkommen. Es kostet wenig, fördert Koordination und findet in alkohol- und rauchfreier Umgebung statt.
Ursprünge des Round Dance und des modernen Square Dance
Durch die frühen Siedler wurden die traditionellen Tänze nach Nordamerika gebracht und entwickelten sich unter den nachfolgenden Wellen von Einwanderung und Ausdehnung nach Westen weiter. Im Jahre 1926 brachte Henry Ford, Auto-Zar und begeisterter Tänzer, ein Buch mit dem Titel "Guten Morgen" heraus. Seine Absicht war, das traditionelle Tanzen wiederzubeleben, das in den östlichen Staaten unter dem Einfluß von Jazz und anderen Tänzen nachgelassen hatte. Ford hielt fest "Gesellschaftstanz ist in zwei grundsätzliche Typen aufgeteilt - runde und quadratische Rundtänze sind die, bei denen ein Paar eine Einheit bildet, wie beim Walzer, Two-Step. Polka oder Gavotte. Square- (und Kontra-) Tänze gehören zu den Gruppentänzen ...".
Fords Buch regte einen jungen Schuldirektor, Dr. Lloyd Shaw, an um 1930 die Western Tänze zu erforschen und um 1940 zwei Bücher zu veröffentlichen: "Cowboy Tänze" und "Das Round Dance Buch". An der Cheyenne Mountain School in Colorado Springs brachte Shaw seine Vorstellungen von Western Tanz zunächst seinen Schülern, später in Sommerseminaren, den bereits vorhandenen Square Dance Callern und Leitern bei. Seine Club-"Formationen" umfaßten Square Dance (vier Paare), Contra Dance (bis zu acht Paare) und Round Dance(ein Paar).
Das Ergebnis war eine explosionsartige Ausbreitung von Square Dance Clubs über Nordamerika - und wo auch immer US Streitkräfte in der Welt stationiert waren. Die Verbindung von Round und Square Dance wurde gefestigt in den gegenwärtigen Bewegungen (Legacy, Callerlab, Roundalab, Contralab).
Die Beliebtheit führte zu einer Nachfrage von mehr Herausforderung und Komplexität. Round Dance entwickelte sich von den drei Stufen "Leicht" - "Mittel" - "Fortgeschritten" zu heute sechs Schwierigkeitsgraden. Square Dance hat noch mehr Stufen von "Basic" bis "Challenge".
Schwierigkeitsgrade
Die Phasen 1 und 2 sind für Anfänger und eine leichtes Niveau, hauptsächlich Two-Step und leichte Walzer, aber es erscheinen auch schon frühe Bestandteile anderer Rhythmen. Phase 3 ist im Grunde ein Übergangsniveau, das zur Einführung der Rhythmen, Schritte und Schrittfolgen der Standard- und Latein-Tänze dient. Phase 4 ist von mittlerer Schwierigkeit und baut auf dem Übergangsniveau auf. Die Phasen 5 und 6, das "fortgeschrittene" Niveau, enthalten noch mehr Rhythmen, raffinierte Schritte und Schrittkombinationen.
Das Phasen-System
Es legt den "Schwierigkeitsgrad" eines Tanzes fest. Jede Phase hat einen speziellen Lehrplan von Grundlagen - Schritte, Bewegungen und Bewegungsarten. Wenn ein Tanz nur Phase 1 und 2 Elemente erhält wird er als Phase 2 Tanz klassifiziert. Wenn dieser Tanz neu choreographiert wird und nun ein Element der Phase3 enthält, wird er ein "Phase 2+1", wenn er zwei Elemente der Phase 3 enthält, wird er ein "Phase 2+2" und wenn er drei Elemente der Phase 3 enthält, wird er automatisch ein "Phase 3" neu klassifiziert. Was uns Anfänger verwirrt, sind die Tänze, die zwar nur einfache Elemente enthalten, aber mit so unerwarteten Richtungswechseln, Zeitaufteilungen oder Abläufen choreographiert sind, daß sie auch für die besten Tänzer zur Herausforderung werden!
Rhythmen
Neben den Western-Two-Step und -Waltz umfassen die Rhythmen das Gesellschaftstanzprogramm von Standard (Walzer, Foxtrott, Tango und Quickstep) und Latein (ChaCha, Rumba, Jive und Paso Doble). Falls die Aufteilung eigenartig erscheint: die Standard-Tänze sind "fortschreitend", während die Latein-Tänze "am Platz" sind. Ein Vergleich der Lehrpläne von Phase 4 bis 6 Round Dance mit den Lehrplänen vom Gesellschaftstanz zeigt sehr viele gemeinsame Tanzschritte.
Roundalab und Standardisierung
Sicherzustellen, daß Tänzer in Kanada, den USA oder Europa den selben Tanz lernen und ihn dann irgendwo tanzen zu können, erfordert einen hohen Grad von Standardisierung. Aber Round Dance ist, wie auch andere Tanzformen, in ständiger Weiterentwicklung. ROUNDALAB, die internationale Organisation der Square Dance Lehrer überwacht diese notwendige Standardisierung.
Verschiedene Ausschüsse passen Lehrpläne und Schwierigkeitsgrade an, stellen sicher, daß es Lehrgänge zur Unterrichtung neuer und Auffrischung älterer Round Dance Leiter gibt, bereiten Handbücher vor, veranstalten Seminare für Mitglieder und andere aus der Square Dance Bewegung und so weiter. Vor einigen Jahren erstellte z.B. der Video Ausschuß eine Serie von neun Bändern, auf denen jeder Grundschritt des Lehrplans demonstriert wird, nach Schwierigkeitsgrad und Rhythmus (wie in einem "Lexikon"); dieses Projekt wurde kürzlich durch vier weitere Bände aktualisiert. Ein anderer Ausschuß verfolgt die Beliebtheit der aktuellen Tänze in den Clubs und veröffentlicht periodisch Listen wie "Rounds des Quartals". Es gibt jährlich eine Roundalab-Convention, oft in Verbindung mit der US National Convention und Round Dance Convention veranstaltet. Das gibt Roundalab die Gelegenheit mit der Basis in Kontakt zu bleiben, der Round und Square Gemeinde neue und aktualisierte Seminare anzubieten und neue Probleme und Chancen, denen der Round Dance gegenübersteht, anzupacken, wie Förderung und Anwerben neuer Interessenten.
Musik
Die Musik besteht meist aus populären Melodien und Liedern der leichten Muse aus den 50er Jahren, aber es gibt auch klassische Melodien aus den frühen Jahrzehnten wie den 20er und 30er Jahren.
Choreographie und Cue Sheets
Hunderte von Tänzen enstehen jedes Jahr, einige werden wirklich populär, aber nur eine Handvoll schafft es in die Liste der Klassiker. Die Choreographen geben die Schritte zur Musik vor, indem sie versuchen, ihr Fließen und ihre Stimmung mit interessanten und eleganten Schritten zusammenzufügen. Oft erzielen sie damit schöne Erfolge - zum Genuß der Tänzer. Jeder Tanz ist in einem "Cue-Sheet" (Anweisungsformular) beschrieben, sowohl als "Head-Cues" (Überschriften) für den Cuer (die Kurzanweisungen des Cuers für die Tänzer), als auch in Schritt-für-Schritt-Anweisungen für Tänzer.
Ein Cue-Sheet erklärt jeden Takt zur Musik; es ist darauf zugeschnitten. Typischerweise sind die meisten Tänze in zwei oder drei Teile aufgeteilt (Teil A, B, C) mit einer Einleitung und einem Abschluß. Eine ganz neue Entwicklung beim Choreographieren ist der Einsatz von Computerprogrammen zur Unterstützung beim Cue-Sheet Schreiben. Ein Cue-Sheet lesen zu lernen, ist empfehlenswert für alle werdenden Round Dancer. Es ist nicht besonders schwer, und die aufgewandte Mühe zahlt sich schnell aus, weil die Tänze schneller und besser gelernt werden.
Lehr-Systeme
Die meisten Instruktoren lehren vollständige Tänze. Zunächst vermitteln sie die speziellen Schritte dieses Tanzes, fügen sie dann zu Schrittfolgen zusammen, bis der Tanz vollständig ist. Der Lernende verspürt die Genugtuung, einen vollständigen Tanz von Anfang bis Ende zu lernen. Wenn dann der Lehrplan in so einem fröhlichen Umfeld verschwindet, besteht die Gefahr, daß ein Teil des Lehrstoffes übersehen wird. Ein wenig fröhlicher Weg ist, den kompletten Lehrstoff für jeden Level beizubringen. Dabei unterstützen Sequenzen frei gewählter Schrittfolgen ("Hash Dancing") das Einüben. Theoretisch bedeutet dies, daß wenn die Tänzer den Lehrstoff eines bestimmten Rhythmus und Level gelernt haben, sie in der Lage sein sollten, jeden Tanz in diesem Level nur nach Cues tanzen zu können. Praktisch wird das nicht ganz so einfach funktionieren. Jedes System hat seine positiven Seiten. Wir bevorzugen das erste, aber unterstützende Übungen empfinden wir auch als sehr hilfreich.
Gibt es andere, dem Round Dance ähnliche, Tanzformen?
Ja, in Großbritannien gibt es eine Sonderform des Gesellschaftstanzes, genannt "Sequence Dancing". Sie wird in Folgen von 16 Takten choreographiert, die immer wieder verwendet werden, alle Paare machen zu gleichen Zeit die gleichen Schritte; man benutzt dabei "Scripts" (Handzettel), die für jeden ähnlichen Rhythmus verwendet werden können; es gibt keinen Cuer, daher müssen die Tänzer die Handzettel auswendig lernen. "Sequence Dancing" umfaßt "Old Time Dancing" (ein traditionelles Repertoire von "Schnellen", "Bummlern", "Two-Steps", "Walzern", usw.) und zusätzlich die modernen Gesellschaftstänze in Standard und Latein.
Hallo Freunde,
Erfahrungen auf Special Dances lassen uns heute einmal die Frage stellen:
Was zeichnet einen guten Tänzer aus?
Ist es die Fähigkeit
Vielleicht sollte es eine Mischung all dieser Eigenschaften sein. Klar ist, daß jemand, der Vergnügen in einem Square verbreitet, alle Figuren beherrscht und auch einmal seine persönlichen Interessen hintenanstellt, in jedem Square herzlich willkommen ist. Und das unabhängig von einem bestimmten Level.
Gute Laune bringt Freude an der Leistung, läßt alle Tänzer in einem Square, gerade auch die neuen und noch etwas unsicheren, über sich hinauswachsen; sie sorgt für Wohlbefinden und läßt Anstrengung zum Vergnügen werden.
Wir Menschen sind auf Anstrengung programmiert. Ohne sie werden wir unzufrieden, gelangweilt und aggressiv. Aber wir sollten unseren "Mitstreitern" auch die Gelegenheit lassen, eine Herausforderung bewältigen zu dürfen.
Manchmal kommt man in einen Square und man kann sofort die negativen Schwingungen spüren. Der Leistungsdruck, das Gefühl nicht akzeptiert zu sein oder die lächelnde Herablassung, wenn etwas nicht gelingt, hinterlassen ein unbehagliches Gefühl. Man möchte davonlaufen und den Square wechseln, bevor der Tip vorüber ist. Aber es ist unmöglich zu entkommen, da sich negative Schwingungen im Raum wie eine Plage ausbreiten.
Zu diesem Gefühl tragen alle bei und reagieren darauf. Wir sollten uns vor Augen halten, daß wir immer "Angel" sind und bleiben. Jeder hat es selbst in der Hand zu welcher Sorte Tänzer er gehört.
Habt Ihr auch schon einmal über die Fähigkeiten eines guten Tänzers nachgedacht? Schreibt uns doch einmal Eure Meinung.
Bis bald in einem Square,
1958 war die Geburtsstunde der "Dip-N- Divers". Angehörige der amerikanischen Streitkräfte hatten den Square Dance Club in München ge-gründet. Vom März 1958 datiert die Aufnahmeurkunde der EAASDC. Der Clubname stammt wohl von dem damals sehr populären Tanz ,,Dip-N-Dive", der auch heute noch ab und zu im Club getanzt wird. Anfangs war der Club nur Amerikanern offen, später fanden aufgrund geänderter Bestimmungen der US Armee auch vereinzelt Deutsche Eingang in den Club. 1967 tauchen die ersten deutschen Namen in der Vorstandschaft auf und seit 1972 ist der Verein fest in deutscher Hand. Heute haben wir nur noch wenige amerikanische Mitglieder.
1974 wurde erstmals im Rahmen der deutsch-amerikanischen Freundschaftswoche der ,,Maypole Dance" durchgeführt. Dieser Charter Dance ist mittlerweile in der Square Dance Szene in Südbayern zu einer ,,Institution" geworden und konnte heuer bereits zum 25. Mal veran-staltet werden.
1983 mußte die Satzung vorn amerikanischen Armeerecht auf deutsches Vereinsrecht umgestellt werden. Außerdem erhielten die Dip-N-Divers in diesem Jahr den Status der Gemeinnützigkeit und sind seit Juni 1986 ein "eingetragener Verein".
Auf der Suche nach einem geeigneten Tanzplatz wurde aus Räumen eines ehemaligen Krankenhauses - finanziert durch Spenden und Vereinsumlagen - in unzähligen Arbeitsstunden in Eigenleistung ein gemütliches Clubheim geschaffen. In der sog. ,,Square Dance Ranch" im Bürgerpark Oberföhring tanzt der Club seit April 1986 regelmäßig jeden Mittwoch von 20.00 bis 22.30 Uhr. Die Dip-N-Divers sind zusammen mit den Munich Roadrunners und Tamara Twirlers Mitglied in der MCC (Münchner Clubgemeinschaft für Square und Round Dance).
Aus Anlaß unseres 40jährigen Club-jubiläums veranstalten wir am 24. Oktober 1998 im Bürgerhaus Garching (im Norden Münchens) einen Special Dance. Neben unseren eigenen Callern, Cuern und Prompter stehen auch ehemalige Clubcaller auf dem Programm. Wir laden alle Square und Round Dancer zu diesem Jubiläums-tanz recht herzlich ein.