Square Dance Kleidung
Editor

".. Leserbriefe zur Veröffentlichung im Bulletin (Kürzungen vorbehalten),..." steht bei uns unter "Zuständigkeiten" Andere schreiben in ihr Impressum "Wir haben das Recht, alle Zuschriften zu bearbeiten und/oder zu kürzen ".

Um möglichst viele zu Wort kommen zu lassen, haben wir den Abdruck Eurer Zuschriften zum Teil auf die wesentlichen Aussagen beschränkt.


Irene
Crazy Crocodiles, Weil der Stadt

Meiner Meinung nach paßt ein langer Rock zur Bluse genauso zum Square Dance sie der "Square Dance Dress". In Amerika ist es schon lange aus der Mode, nur SD-Kleidung zu tragen. Viele tanzen da mit langen Röcken, was genauso gut aussieht. Als der Square Dance entstand, trugen die Frauen auch lange Röcke und Kleider.

Es ist schade, daß das Tanzen von der Kleidung abhängig gemacht wird: ich habe gelernt, daß das Tanzen Spaß machen soll. Ich fände es auch deshalb toll, wenn auch Westernröcke zugelassen würden, weil bei manchen Leuten (z.B. den etwas dickeren) der Square Dance Dress unmöglich ausschaut. Man sollte ein bißchen mit der Mode gehen und nicht alles so eng sehen.


Rolf und Monika
Tower-Mice, Bingen

Wir tanzen seit Mai '96 Square Dance.... Es gab nichts Schöneres für meine Frau als endlich die entsprechende Kleidung zu tragen. Da wir uns mit diesem Sport sehr identifizieren, wollen wir das auch nach außen hin zeigen. Wir denken, es gibt Mittel und Wege, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren durch Selbstnähen, Sonderangebote oder auch Second Wand Shops auf Specials usw. Für uns gehören die Kleidung einfach dazu oder könnt ihr Euch vorstellen, bei einem Standardtanzball in Jeans zu erscheinen? ... Zum Thema 'Schwangere': Wir finden es in Ordnung, wenn eine Schwangere etwas legerere Kleidung trägt Zum einen kann die SD- Kleidung etwas einengen, zum anderen kann man so mehr Rücksicht auf den Zu stand nehmen....

Karl-Heinz
Bernemer Squeezers, Frankfurt a.M.

Als ich vor ca. 10 Jahren das erste Mal mit Square Dance in Kontakt kam, hat mir auch das Outfit gut gefallen. Es war damals ein sehr harmonisches Bild, das ich noch heute vor Augen habe. Als ich dann ebenfalls diesem Hobby frönte, legte ich mir schon während der Class entsprechende Kleidung zu. ... Ich bin der Meinung, daß SD auf eine lange Tradition zurückblicken kann und die sollte nicht, wie es sowieso schon geschieht, noch mehr gebrochen werden. Jeder, der sich ein Hobby zulegt, muß dafür eine gewisse finanzielle Aufwendung bringen. Warum bitte schön nicht auch beim SD! Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, daß sich jeder an eine gewisse Ordnung hält. Dabei geht es nicht um den letzten Tip am Club Abend, in dem noch ein Couple fehlt und es springt schnell noch mal jemand in "zivil" ein. Dafür hat jeder Verständnis und das wird auch toleriert Aber auf einer Jamboree, wo Hunderte von Tänzern sind, kann so eine Situation normalerweise nicht entstehen. Da weiß ich, wann ich genug habe und nach Hause fahren möchte. Zu den Club Abenden: Warum bitte soll ich mich am Club Abend nicht "vernünftig" und stilgerecht kleiden! Sind mir meine Clubfreunde das nicht wert! Ist es nicht auch die amerikanische Tradition, die wir hier pflegen möchten. Und wer sich ein entsprechendes Outfit nicht zulegen will (man kann auch Second Hand kaufen), der hat den Sinn und Zweck nicht gar nicht! verstanden. Wenn dann jemand sagt, er sei unter Zeitdruck gekommen oder fühle sich nicht so wohl, dann kann das doch keine Basis Für eine gelungene Veranstaltung sein. Oder behauptet dieser Tänzer dann noch, es macht ihm Spaß! Und das sollte es doch wohl!. Und wenn wie in dem Bericht erwähnt, Tänzer aus höheren Levels das nicht brauchen, verstehe ich nicht, wieso sie denn dann noch weiter tanzen. Sollten nicht gerade diese Tänzer ein Vorbild setzen? Bei höheren Levels und Round Dance ist die Kleidung hinderlich? 'Wenn ich aber immer ohne dieses "Handikap" übe, wie soll ich dann an einer Veranstaltung mit diesem "Handikap" richtig tanzen?

Günter
Blackbird Dancers & Rhine Stone 666

Den Darlegungen der Tänzer aus Norddeutschland ist voll inhaltlich zuzustimmen. Die aufgeführten Negativbeispiele ließen sich aufgrund meiner Beobachtungen bei den verschiedensten Veranstaltungen erweitern und ergänzen. Der Tanz selbst und die Freude am Tanzen sind sicherlich die primären Elemente unseres Hobbys. Wie in den meisten gesellschaftlichen und sportlichen Bereichen, wo angemessene Kleidung Selbstverständlichkeiten sind, sollten wir nicht nur das tänzerische Können sondern auch das Erscheinungsbild beim Square Dance pflegen, und daß das Niveau in den äußeren Darstellungsformen, wie Kleidung und Tanzstil, vielfach sehr zu wünschen läßt, ist doch eine nicht zu leugnende Tatsache. Dies wird naturgemäß noch gefördert, wenn offensichtlich zahlreicher werdende Clubs die äußere Form als einen absolut zu vernachlässigenden Faktor bei ihren Clubabenden einordnen. Ein Clubabend ist für mich noch nie ein "Trainingsabend" gewesen. Sicherlich kommt dabei das Üben auch nicht zu kurz. In erster Linie sollte dies jedoch nach m. A. ein schöner Abend sein, den man mit Freunden beim Square Dance verbringt und dem man auch durch korrekte Kleidung Rechnung trägt. Square Dance macht dann wenig Spaß, wenn man als "Boy" oder "Girl" im Square mit Partnern/Partner innen in "ziviler bis zivilster" Kleidung zusammenkommt, ganz abgesehen davon, daß man bei Besuchen in anderen Clubs Immer wieder "overdressed" erscheint, weil dort in "ziviler" Kleidung getanzt wird.

Zusammenfassend kann ich für mich und gleichgesinnte Square Dance Freunde nur feststellen, daß die volle Freude am Tanzen bedingt, daß Können, Stil und Kleidung ein Ganzes bilden.


Herbert
Spessart Square Dancers, Mönchberg

... Ich meine, daß zum Square Dance genau so wie zu anderen Volkstänzen die "Tracht" gehören, und diese Square Dance Tracht besteht eben aus Petticoat und Rock, sowie Westernhemd und Zubehör. Ich denke, ein Special oder gar eine Demo in normaler Kleidung, das ist schlichtweg unvorstellbar, und auch beim Clubabend sorgt das passende Outfit mit für die richtige Stimmung. Ein Square mit Jogginghosen, T-Shirts, kurzen Hosen usw. ist für mich einfach nicht das, was mir beim Square Dance Spaß macht. Außerdem ist es beim Clubabend für die Gäste eine Erleichterung, wenn Square Dance Kleidung getragen wird, denn so weiß auch der Besucher sofort, wer Tanzen kann, und wer nur zum Zuschauen da ist. Daß Square Dance Kleidung Geld kostet, ist klar, aber welches Hobby kostet kein Geld? Anzumerken ist aber, daß es bei der Kleiderordnung genauso wie überall Ausnahmen gibt, derentwegen wir uns nicht in typisch deutscher Art ein extra Regelwerk aufbauen sollten, das dann peinlichst einzuhalten ist. Square Dance ist Freizeitgestaltung und macht Spaß, ganz besonders, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt.

Dagmar und Markus
Smiling Bavarians, Regensburg und Berlin Swinging Bears

Nein - ohne Square Dance Kleidung muß nicht sein, und auf Specials gleich überhaupt nicht.... Wir sind zwar erst frisch graduiert, aber auf den Specials, die wir bisher besucht haben, haben wir das "Western-Outfit" nie als Belastung empfunden, ganz im Gegenteil.

Wie das in Clubs gehandhabt wird, hängt sicher von den lokalen Besonderheiten und Gepflogenheiten ab. In Berlin sind einige Tanz-"Säle" so eng, daß sich Petticoats bei den Damen allein vom Platz her verbieten. In Regensburg, wo Platz genug ist, ist die entsprechende Square Dance Kleidung selbstverständlich. Wir können uns vorstellen, daß sich Tänzer darauf einigen, gerade im Sommer bei 30 Grad und 60 qm mit vier Squares, die Ärmellänge zu reduzieren. Unabhängig davon werde ich für mich selbst auch dann lange Ärmel tragen (als Service an die Damen).

Aber auf Veranstaltungen gibt es für uns keinen Grund, anders als in Westernhemd und mit Bolo Tie oder im Petticoat zu tanzen.... Vielleicht sind das, gerade für "alte Hasen", verstaubte Werte, aber wir sind echt stolz darauf, uns in unserer "Verkleidung" der Öffentlichkeit als Mitglied der Square Dance Familie zu zeigen. L'Und wir denken, der erste Eindruck eben dieser Öffentlichkeit vom Square Dance ist das harmonische Gesamtbild der westernmäßig gekleideten Special-Gemeinschaft. Diesen positiven Eindruck ruiniert für uns schon ein Tänzer im Jogging-Anzug oder eine Dame in Jeans. Zu den Argumenten "Freitag" oder ,Sonntag":..., war das Umziehen am Auto absolut kein Problem: Petticoat runter, Jeans hoch und Rock aus, bzw. aus dem Hemd raus und ins T-Shirt rein. Das hat maximal eineinhalb Minuten gedauert, und wir waren reisefertig Und das Argument aus Amerika kennen wir auch.... Da nehmen wir lieber ein Zitat aus einer der letzten Ausgaben auf: "Wehret den Anfängen!" Denn es ist sicher besser, wenn wir unseren Jugendlichen den Stolz an ihrer Square Dance-Kleidung vermitteln, als wenn wir ihnen Abneigung dagegen vorleben...


Delia
Yukon Tramps & Drivers Dinslaken

Als frisch Graduierte habe ich in den letzten zwei Wochen gleich zwei Clubs besucht. Wie enttäuscht war ich bei dem zweiten Club Besuch, als man mir sagte:"Ach, Du brauchst Dich nicht umzuziehen, wir tanzen hier nicht mit Square Dance Kleidung", was sich hauptsächlich auf die Damen bezog. Keine hatte einen Petticoat an. Sie waren sogar sehr erstaunt zu hören, daß in unserem Club immer in Tanzkleidung getanzt wird (mit wenigen Ausnahmen). Mir persönlich macht das Tanzen mit Petticoat erst richtig Spaß. Und da die Tanzkleidung nun mal zu diesem Hobby gehört, sollte man sie bei Clubabenden und Veranstaltungen auch tragen. Ausnahmen, wie reine Trainingsabende, oder wenn jemand einspringt, um einen Square aufzufüllen, würde ich aber gelten lassen, das sollte man wirklich nicht so eng sehen.


Stimmen aus dem Heimatland des Square Dance
Auszüge einer Diskussion im Internet

Übers.: Editor

Ich finde es interessant, daß Tänzer des "Modern Western Square Dance" ihre Kostüme als "traditionell" bezeichnen, während die selbsternannten "traditionellen" Tänzer aber oft in T-Shirts tanzen, von denen ich bezweifle, daß sie die übliche Square Dance Kleidung irgendwo im Lande vor etwa 50 bis 100 Jahren waren.
:-) Jim Saxe


... jedesmal wenn ich mich zum Tanzen unziehe denke ich daran, daß die langen Ärmel nur ein Überbleibsel aus der Vergangenheit sind, ohne eine Bedeutung für die gegenwärtige Form unseres Hobbys. Fals ich sie jemals als hinderlich auf dem Weg zu einem sinnvollen Ziel sehe, würde ich sie schneller aufgeben als Du "Interlocking Phantom Column Stretch Box Arkey Whoop-De-do and Roll" sagen kannst.
Paul Water, Los Angeles
... auf den Tanzveranstaltungen, an denen ich 1950 teilnahm, gab es keine Kleiderordnung - Du hast das angezogen, was Du zu einer Party angezogen hättest. Kurze Ärmel waren in Ordnung. ... Ein Caller, mit dem ich sprach, sagte, es hätte bis zu den 60ern keine Kleidervorschrift gegeben, bis der Minirock aufkam. Das war wohl zu viel (zu Wenig?) für manche Leute, so daß sie eine Vorschrift festlegten. Ich höre, Jeans seien verboten in manchen gegenden, aber sie werden in San Diego üblicherweise getragen. Square Dance Kleidung - eine "Tradition" die keine ist.
Steve van Keuren
Hier ist unser Konflikt: Manche denken, Square Dance Kleidung ist anziehend und zieht andere Leute zum Tanzen; andere von uns halten Square Dance Kleidung für Unfug, der eine Unmenge Leute fernhält. Einige von uns glauben, Square Dance sei leichter zu "verkaufen", wenn wir nicht tgegen das Image vom balettröckchenartigen Reifröcken zu kämpfen hätten; andere lieben ihren Aufzug und können sich nicht vorstellen, ohne ihn zu tanzen. Leute die schon tanzen, sind kein unvoreingenommenes Publikum ... sie haben bereits Zeit und / oder Geld in ihre Kleidung investiert. Leute, die dies Kleidung doof finden, machen keine Square Dance, so daß sie an dieser Diskussion nicht beteiligt sind (außer Leuten wie mir, die über eine Gruppe ohne Kleiderordnung zum Square Dance gekommen und süchtig genug geworden sind, daß sie gelegtlich und widerwillig eine Rock anziehen). Ich frage mich, wieviele Leute es da draußen gibt, die gern Tanzen würden, es aber wegen des Images nie versuchen. Ich glaube nicht, daß der Square Dance in einer Verfassung ist, in den 90ern starr an einer Kleiderordnung festzuhalten, die in der 60ern zur Abwehr des Minirocks erlassen wurde. Ich denke, Square Dance sollte so zugänglich wie möglich sein ... warum künstliche Barrieren errichten?
Kris Jensen
Ich bin mir nicht sicher, ob wir ein Kleidungsproblem habe. Tatsache ist, daß wir zwei Kleiderordnungen haben: einen mit dem dem "Standard" Square Dance zubehör, einen ohne dies. Offentsichtlich gibt es für beide Arten Clubs. So kann (und wird) Square Dance in beiden Formen neuen Tänzern angeboten. Ich behaupte, das Problem ist, daqß wir nicht "offiziell" zugeben, daß wir diese beiden Kleidervorschriften haben. Statt dessen versuchen wir, eine Entscheidung zu treffen, welche der beiden wohl die meisten Tänzer anziehen würde. Ich glaube, wir müssen den Tatsachen ins Auge schauen und künftigen Tänzern sagen, daß sie den einen oder anderen oder beide Wege gehen können. Es ist IHRE Wahl des Clubs und IHRE Wahl der Tanzveranstaltungen. Wir sollten nicht die Entscheidung an ihrer Stelle treffen.
Richard Nute (QA)
... gibt es eine natürlichen Hang, sich an der Stirnseite der Halle zu drängen (auch wenn hinten noch reichlich Platz ist), wodurch Petticoats in manchen Formationen zum Hindernis werden, z.B. Tidal-Waves, Diamonds. Sie verbessern nicht das Tanzen, wie z.B. die Spikes seiner Schuhe den Stand des Golfers auf dem Rasen verbessern.
Andy Chong, Toronto
... all diese Beispiele spezieller Kleidung sind darauf abgerichtet, die Leistung und / oder die Bequemlichkeit der Aktiven zu verbessern. "Traditionelle" Square Dance Kleidung ist die Partykleidung von 1950 und ist in vollen Hallen weder bequem noch nützlich. Ich sehe, wie das Tragen von Gummistiefeln mir das Angeln nach Forellen erleichtert und, wenn ich den Windwiderstand weitgehend verringern will, wie mir spezielle Radlerkleidung hilft. Ich sehe aber nicht, wie das Tragen von Rock und Petticoat aus mir eine bessere oder ernsthaftere Square-Tänzerin macht.
Kathy Godfrey


Club Präsentationen

Beaux & Belles Square Dance Club e.V., Frankfurt/Main
Rosemarie Strattner-Ehlers, President

Vor 43 Jahren wurde unser Club von Amerikanern gegründet. Mit ein paar Mitarbeitern der 10th General Dispensary wurde 1954 zu Schallplatten von Callern im Hi-Cog Field House in Frankfurt am Main getanzt.

Ein Jahr später veranstalteten wir bereits das 1. Fall Round Up Europas in Bad Wildungen. Während dieser Veranstaltung wurde auch offiziell die EAASDC gegründet. Gründungsmitglieder waren die Beaux & Belles, die Kuntry Kuzins Wiesbaden und die Heidelberg Hoedowners.

In den Anfangszeiten der Beaux & Belles war die Mehrzahl der Clubmitglieder Angehörige der US-Army. Lediglich 5% der stimmberechtigten Mitglieder durften Zivilisten sein, egal ob Amerikaner, Deutsche oder andere Nationalitäten. Als immer mehr Amerikaner ihre deutschen Freunde zum Square Dance zu den Beaux & Belles mitbrachten, gab es Schwierigkeiten mit der Community, der amerikanischen Verwaltung, denn es wurde auf amerikanischem Gelände getanzt. Die Community hatte die Aufsicht über den Club und erhielt Auskunft über alles, was passierte. Mit zunehmender Beliebtheit des Square Dance und dem Zustrom von immer mehr deutschen Tänzern, änderte man daher die Satzung dahingehend, daß 45% Deutsche und 55% Amerikaner dem Club angehören durften, jedoch mußten der President und der Treasurer Amerikaner sein.

Im Laufe der Zeit hat sich vieles geändert, nur noch wenige amerikanische Tänzer sind geblieben, aber die ursprüngliche Idee von der Weiterführung der traditionellen Tanzkultur des Square Dance ist beibehalten worden.

Tanzten wir im Gründungsjahr 1954 Square Dance noch zu Schallplatten, so ging es bereits 1955 echt und life mit amerikanischen Callern weiter. Round Dance läßt sich bis 1972 zurückverfolgen und rundet seit 1978 regelmäßig unsere Freitags-Clubabende ab. Auch Clogging ist seit 1986 vom Tanzangebot der Beaux & Belles nicht mehr wegzudenken.

Jedes Jahr laden wir zu Tagen der offenen Tür ein, um Nichttänzern ein Bild vom Square Dance, Round Dance und Clogging und somit den Spaß an unserem Hobby zu vermitteln.

Jährlich veranstalteten wir ein Special, den Subscription Dance, der 1982 in Autumn Jubilee umbenannt wurde. Es findet jeweils am letzten Wochenende im September statt. Wie das Wort "Autumn" schon besagt, prägt der Herbst die Dekoration des Specials. Seitdem ist das Badge mit dem Herbstblatt das Motto für unser Autumn Jubilee. Die mit jedem jährlichen Besuch neu hinzukommenden Dangles mit dem kleineren, farblich unterschiedlich gestalteten Blatt vervollständigen die herbstliche Farbpalette.

Es würde uns sehr freuen, wenn Ihr zum Autumn Jubilee kommen könntet, um mit uns den 43. Geburtstag der Beaux & Belles am Samstag und Sonntag, dem 27. und 28. September 1997, zu feiern. Wenn Ihr uns in einem kleineren Rahmen kennenlernen möchtet, begrüßen wir Euch sehr gern bereits am Freitag zum Clubabend.

Hanauer Doppel - Eine glorreiche 7
Monika Sondergeld, President der Hanau Golden Squares e.V.

Obwohl es noch recht jung erscheint, ist das Herbstspecial in Hanau schon zur Tradition geworden. Und fast hört es sich wie ein Märchen der großen Söhne Hanaus, der Brüder Grimm, an:

Es war einmal ein Dienstag vor dem Feiertag Buß- und Bettag im November, und sowohl die Hanau Golden Squares als auch die Petticoat Flippers hatten reichlich Besucher an diesen Clubabenden. Irgendwann aber merkten die damals Verantwortlichen, daß hier etwas getrennt lief, was doch zusammen mehr Spaß machen müßte. Und so ergab es sich, daß sie eigentlich "nur" einen großen, gemeinsamen Clubabend veranstalten wollten, was von den Gästen sehr positiv aufgenommen wurde und sich deshalb ziemlich schnell zu einem Special mauserte - das Hanauer Doppel war geboren.

Im Jahre 1993 fand sich auch ein passendes Motiv für das Special-Badge: die Hanauer Mohrrübe, denn alle Hanauer Bürger tragen von jeher den Spitznamen "Gäälerieb" (auf hochdeutsch: gelbe Rübe). Das Shingle zeigt jedes Jahr eine Frucht (das Erntedankfest liegt zeitlich in unmittelbarer Nähe).

Für die Organisation und alle Detailfragen trafen sich am Anfang beide Boards zu gemeinsamen Meetings, wodurch der zeitliche Aufwand sehr groß wurde. Und so einigte man sich, wechselweise einen Club mit der Durchführung des Specials zu betrauen. Aber eine Besonderheit ist auf jedem Hanauer Doppel gleich: In einem Fun-Square erhalten die Tänzer und Tänzerinnen die Frucht des jeweiligen Shingles als lustige Figur.

Und alle Square Dancer würden noch heute fröhlich auf dem Hanauer Special im November tanzen - aber wie im Märchen erschien auch dem Hanauer Doppel die böse Fee in Gestalt des bundesdeutschen Gesetzgebers, der den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag aus dem Kalender radierte. Aber tanzwütige Square Dancer lassen sich nicht so schnell unterkriegen. Deshalb haben wir kurz entschlossen seit 1995 den 2. Oktober als ständigen Termin des Hanauer Doppels festgelegt, damit es durch den darauffolgenden Feiertag auch für weiter entferntere Clubs attraktiv bleibt. So wechselt zwar jedes Jahr der Tanztag, aber der lange Schlaf am nächsten Morgen ist uns sicher.

Und getreu unserem Motto "Friendship is Square Dancing's greatest reward" freuen sich die Hanau Golden Squares und die Petticoat Flippers, Euch in diesem Jahr zum nunmehr 7. Hanauer Doppel begrüßen zu dürfen.

The Bembel Swingers and their Crazy Apple Dance
Volker Granat, Vicepresident

Am 14.04.1986 wurden die "Bembel Swingers" als eingetragener Verein offiziell gegründet. Der ursprüngliche Tanzplatz des Clubs befand sich im Frankfurter Apfelwein-Viertel Sachsenhausen. In Anbetracht der Tanzörtlichkeit und der auf dem Tisch stehenden Utensilien (Bembel, Quergerippte) kamen unsere Gründungsmitglieder sehr schnell auf den Namen "Bembel Swingers". Der "Bembel" ist ein Tonkrug, aus dem der Ebbelwoi (Apfelwein) in die Gläser (Quergerippte) geschenkt wird. Damit sollte die Verbundenheit des Clubs zu diesem Frankfurter Stadtteil demonstriert werden.

Als erster Clubcaller wurde Lorenz Kuhlee verpflichtet. Leider mußte in den folgenden Jahren der Tanzplatz in Sachsenhausen aufgegeben werden. Der Club hatte mit Problemen zu kämpfen, die viele Frankfurter Vereine trafen: die Stadt schloß aus Kostengründen immer mehr Übungsräume. Die "Bembel Swingers" fanden eine neue Bleibe in der Stadthalle im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, auch einer Apfelwein-Hochburg. Als Caller fungierten in dieser Zeit John Granger und Rusty Russel. Als Rusty vor drei Jahren nach Amerika zurückging, konnten Arnold Tonhäuser und Jürgen Boche verpflichtet werden. Seit einem Jahr teilen sich Jürgen Boche (1.+3. Do. des Monats) und Thomas Launhardt (2.+4. Do.) das Callen. Wer eine genaue Anfahrtskizze zu unserem Tanzplatz wünscht, ruft uns bitte an. Wir freuen uns über jeden Gast, der uns an einem unserer Clubabende besuchen kommt.

Der erste "Crazy Apple Dance" fand selbstverständlich zur Erntezeit des Apfels statt, im Oktober des Jahres 1992. Leider hatte der Club in den folgenden Jahren mit mangelhafter Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Restaurationsbetriebe zu kämpfen, so daß der "Crazy Apple Dance" für die anreisenden Tänzer nicht sonderlich attraktiv erschien und die Besucherzahl trotz aller Bemühungen zurückging.

Ab 1996 bot sich die Möglichkeit, eine geeignete Halle mit Selbstbewirtschaftung anzumieten. Der Tanzboden (Parkett) ist ideal und nach der letztjährigen Eingewöhnungsphase findet in diesem Jahr unser Charter Dance statt. Dafür sind wir gewappnet und sicher, daß alle Gäste ein tolles, fröhliches und ereignisreiches Special erleben werden. Neben den Tanzaktivitäten, gestaltet von Arnold Tonhäuser, Jürgen Boche und Thomas Launhardt findet, unterteilt in eine Damen- und Herrenkonkurrenz, ein Bembel-Stemm-Wettbewerb nach dem k.o.-System statt. Für das leibliche Wohl ist in jeder Hinsicht gesorgt.

Wir würden uns freuen, mit möglichst vielen Square Dance Freunden aus nah und fern unseren 5. "Crazy Apple Dance" feiern zu können.

Square Dance auf Gran Canaria ? - Ja, mit den Los Canarios
Wilhelm Kühnhenrich

Es gibt einen Square Dance-Club auf Gran Canaria. Eine Silvesterlaune hat Gestalt und Form angenommen. Wie kam es dazu? Was wird daraus?

Mitte 1996 fiel mir ein Flyer in die Finger. Auf rotem Papier wurde eingeladen, Silvester in sommerlicher Wärme mit einem bekannten Caller auf Gran Canaria zu erleben. Das Programm war für mich, einen Square-Tänzer, und meine Frau, eine Nicht-Tänzerin gleichermaßen attraktiv, abwechslungsreich und bot für jeden etwas: wir haben uns spontan angemeldet.

Ende Dezember haben wir dann auf Gran Canaria liebe Leute kennengelernt. Ich habe fleißig mit ihnen zu den Calls von Stefan Lasch getanzt und - wie auch andere - im ausgeschriebenen A1/A2-Programm viel dazu gelernt. Alle haben die gründlichen Wiederholungen in den Workshops und das abwechslungsreiche Callen genossen und allen hat es Spaß gemacht, viel Spaß.

Ja, und dann sind wir, meine Frau und ich und viele andere, gewandert. Wir haben Ausflüge gemacht, in der Sonne gelegen und im Meer direkt vor dem Hotel gebadet. Natürlich gab es auch zünftige Afterparties.

Und dann kam Silvester. Die Silvesterparty des Hotels sollte am Swimmingpool stattfinden. Dazu hatte das Hotel große Vorbereitungen getroffen, doch dann regnete es, regnete es. Das Fest wurde in das Haus verlegt. Für die Square-Dancer gab es keinen eigenen Raum mehr. Da haben wir uns halt alle 25 kurz entschlossen in einem Apartment zu einer Buddelparty getroffen. Es war eng, aber lustig. Plötzlich die Idee: Wir sollten einen Club gründen. Keiner weiß heute mehr, wer die Idee zuerst hatte. Vorschläge sprudelten, Meinungen trafen sich. Wer macht was? Wie nennen wir uns? Wir haben eine Mitgliederliste aufgestellt, unterschrieben. Der President wurde ausgeguckt und das Board zusammengestellt. Clubcaller wurde selbstverständlich Stefan Lasch und Roswitha unsere Cuerin. Es gab auch erste Vorschläge für das Clubbadge. Inzwischen sind die Satzung fertiggestellt und die anderen Formalien erfüllt und wir sind seit dem Summer Jamboree Vollmitglied der EAASDC.

Am 3. Oktober um 1500 Uhr veranstalten wir einen Clubabend im Ristorante "Picchio Verde" in Rodgau-Dudenhofen (Nähe Frankfurt/Hanau): alle A-Tänzer, die uns besuchen, können sich dort eine Unterschrift im Friendship Book auch ohne lange Anreise holen.

Aktives Mitglied unseres Clubs können allerdings nur Tänzer werden, die am Tanzprogramm auf Gran Canaria teilgenommen haben.

Im November 1997 gibt es wieder Tanzwochen auf Gran Canaria. Ein Flyer sagt mehr dazu. Wer Lust hat, A1/A2 mit Stefan Lasch zu tanzen, ist herzlich eingeladen. Meine Frau und ich werden wieder dabei sein. Mit uns freuen sich schon alle Clubmitglieder. Meine Frau sagt: Square Dancer sind angenehme, liebe Leute, aber deswegen muß ich nicht auch noch tanzen. Es gibt viele Paare, da tanzt sie, er nicht - bei uns ist es umgekehrt.

Die Los Canarios, werden, so hoffe ich, noch lange attraktiv bleiben. Wir freuen uns auf jeden Gast, der mit uns auf Gran Canaria oder hier in Deutschland tanzt.


Warum Englisch
Editor

... diese Frage taucht sowohl in den Briefen an uns als auch in einige Diskussionsbeiträgen zur Kleiderfrage auf.
Wir denken, zu diesem Thema sollten auch einmal die Pro und Contra diskutiert werden.
Wir sind an eurer Meinung interessiert!


Dancerīs Vierwpoint
Gabi Russell, CS

... und weil es gerade paßt, an diesem Punkt noch eine Anmerkung zum Presidentīs Letter (Bulletin 6/97): Unser Hobby ist - oder war es zumindest bis vor ein paar Jahren - amerikanischer Square Dance inklusive Englischer Sprache, um sich mit Tänzern aus aller Welt verständigen zu können (keiner verlangt, daß man korrekt Englisch spricht). Vielleicht sollte die Caller-Ausbildung das berücksichtigen, d.h. Erklärungen erfolgen auf Englisch. Und wer als Caller oder Tänzer kein Englisch kann oder es nicht akzeptieren kann oder will, daß die Figuren auf englisch erklärt werden, der ist leider Gottes nicht für dieses Hobby geeignet. Vielleicht löst sich dadurch das Problem der unheimlich vielen Miniclubs ganz von allein.

Callerīs Viewpoint
Hartmut Niemann, Club Caller Shooting Stars, Shillelagh Swingers

Die Frage nach Verwendung von Englisch oder Deutsch beim Tanzen ist nicht neu, und auch die Argumente nicht. Besonders das Argument, wir beschäftigen uns mit einem amerikanischen Hobby und müßten deswegen Englisch sprechen. Wer propagiert, mehr Englisch in der Class und im Club zu verwenden, z.B. zur Begrüßung der Gäste, dem kann ich nur vorschlagen, es zu probieren.

Wo es noch sinnvoll ist, z.B. bei den ECTA-Meetings, wo einige Teilnehmer nicht Deutsch verstehen, sieht man, wie groß der Schaden ist, der der sachlichen Diskussion zugefügt wird, wenn Teilnehmer die bei weitem nicht alle fließend Englisch diskutieren können, eine englische Diskussion führen müssen, weil der Vorstand die Amtssprache Englisch beschlossen hat. Bei EAASDC-Meetings konnte man erleben, wieviel Zeit eine zweisprachige Lösung kostet.

Wer Englisch als Unterrichts- und Umgangssprache propagiert, vergißt, daß wir eine Tanzgruppe sind, keine Englisch Conversation Group, und daß es nicht das Ziel einer SD-Class ist,Englisch zu unterrichten, und genau dorthin kommt man, wenn man SD in Englisch unterrichtet. Da viele Tänzer nicht fließend Englisch können, und schon gar nicht alle Fachausdrücke verstehen, müßte ich doch alles in Deutsch und Englisch sagen. Das kostet fast die doppelte Erklärzeit, wie ich feststellen konnte, als ich eine Class hatte, die zur Hälfte aus Amerikanern bestand, und in der einige Deutsche mit extrem geringen Englischkenntnissen waren.

Natürlich sind Englischkenntnisse beim Reisen vorteilhaft. Aber wieso sollte man eine künstliche Barriere für das (lokale) Clubleben aufbauen?

Ich hätte diesen Brief (fast) genauso gut in Englisch schreiben können. Aber wieso hätte ich es tun sollen, wo ich doch weiß, das der gesamte EAASDC-Vorstand Deutsch versteht?


2. Weser-Ems Clogging Weekend
Ulla, Teapott-Clogger, Aurich

Ich möchte Euch heute einen Bericht schicken über unser zweites Clogging-Weekend. Es gibt hier im Norden noch wenige Clogger und durch gemeinsame Aktivitäten der Weser-Ems Clubs wollen wir den Zusammenhalt fördern. Das erste Weekend war so erfolgreic, daß jetzt sogar Gäste von weit her angereist sind. Das bestärkt uns in unserem Bemühen und das nächste Weekend wird nicht lange auf sich warten lassen.

Am 3.5. - 4.5.97 fand in Emden unser zweites Weser-Ems Clogging-Weekend statt. Organisiert hatten es dir "Smiling Frog Hoppers", Emden, Instructor Tina Kipp, die "Teapott-Clogers", Aurich, Instructor Ulla Schneider, die "The Mixture", Bremen, Instructor Sven Hesse und die Clogginggruppe der "Ocean Wave Square Dancer", Instructor Bine Jacob, Wilhelmshaven.

Dazu kamen Gäste aus dem Süden, aus Memmingen, Frankfurt und Schwäbisch Hall.

Alles in allem waren wir ca. 30 motivierte Clogger, die sich ab Samstagmittag durch die Workshops arbeiteten. Wir hatten das Programm so gestaltet, daß für jeden Level etwas dabei war. So konnten auch die Students mittanzen. Wer richtig schwitzen wollte, hatte bei "Sky bumps Banjo Fantasy II", "Macarena" oder "High Horse" genug Gelegenheit.

Antje Rühl und Heidy Schröder, beide von den "Auerker Teerosen", kümmerten sich um die Registration und um unser leibliches Wohl.

Für die nötige Kalorienzufuhr sorgte ein Kuchenbüffett und für das innere Anfeuchten war auch gesorgt.

Nach dem Abendessen wurden die Workshops wiederholt, es gab dann auch noch neue dazu und dann ging es mit "Request" weiter. ALs zum wiederholten Mal angekündigt wurde, daß nun wirklich Schluß sei war es schon Sonntag. Am Morgen gab es ein gemeinsames Frühstück und dann, klar Workshops bis zum Mittag. Gegen 3 Uhr waren alle Tänzer dann auf dem Heimweg, nicht ohne nach dem Termin für das nächste Weekend zu fragen.

Wir würden uns freuen, wenn das nächste Mal noch mehr Gäste den Weg zu uns finden.

Eure Ulla von den Teapott-Cloggers