24-Hour-Non-Stop Dance - Rückblick
Thom Kafka, B.S.O., Vice President

Ende Juli veranstalteten wir, die "Benefit Squaredance Organisation" (B.S.O.) unseren dritten 24-hour-non-stop Dance für einen guten Zweck, und es war zum ersten Mal in Deutschland. Der diesjährige Tanz sollte zugunsten des "Aktionskreis Behinderte" in Kirchheim unter Teck stattfinden. Die Vorbereitungszeit war streßig - mußte doch sehr viel bedacht werden: Verpflegung der Tänzer, Arbeitsplan, ein ausgewogenes Programm - erschwert durch manche Absage. Ein großer Dank soll für ihr Engagement auch an Regina Kette, unsere Präsidentin, gehen.

Dann kam Freitag, der 23. Juli. Unser erster Klubabend lief bereits, als wir erst unser Zelt aufstellen mußten. Aber Nico und Marcus brachten unsere etwa 120 Gäste und Mitglieder rechtzeitig zum Tanzen. Wir hatten auch Glück, daß ein Cuer anwesend war, so daß wir auch ein paar Round Dances anbieten konnten. Dank an Loet Polak.

Samstag morgen wollten wir Plus und Round Dance V-VI anbieten, aber es war nur ein Plus Square und keine High Level Round Dancer da. So wechselten wir nach zwei oder drei Plus Tips auf Singing Calls für alle, und Marie -Louise Schubert beschränkte sich auf Phase III.

Die Zeit für den Grand March kam näher, und es fehlten noch immer ein paar Caller und Cuer - und ich erfuhr, daß ein Cuer überhaupt nicht kommen würde. Aber dann waren die meisten Caller rechtzeitig da, um ihre Tips zu machen - nur ein Caller und eine Cuerin waren es nicht. So mußte ich das Programm überarbeiten und für Ersatz sorgen - und gerade, als ich das getan hatte, war der Caller für seinen zweiten Tip auf der Bühne, so daß ich diese Änderung wieder streichen konnte. Aber die Cuerin tauchte nie auf...

So lief dann das Programm schließlich - bis auf die Tatsache, daß nur noch fünf Cuer von 12 in der ersten Version des Zeitplans übrig waren. Und zwei dieser Cuer wollten während der Nachtzeit eine Ruhepause weinlegen. Aber die drei Cuer, die die ganze Nacht in der Halle blieben - Sammy Schönig, Guido Chuffart und Loet Polak - waren einfach fabelhaft: sie wechselten dauernd von zwei auf drei oder wieder auf zwei Rounds pro Tip, so wie ich sie gerade bat (manchmal waren sie schön auf der Bühne, wenn ich die Anzahl der Rounds änderte), abhängig davon wie früh oder spät wir dran waren. Und ihr einziger Kommentar zu meinen Wünschen war "Kein Problem, Thom".

Aber sicher, auch die Caller, die an diesem Tanz teilgenommen hatten, machten eine großartige Arbeit: viele von ihnen hatten sich noch niemals vorher gesehen, und nun sollten sie einen Tip zusammen machen. Aus diesem Grund bot ich ihnen an, einen Pattern zusammen und dann jeder einen Singing Call zu machen - aber fast alle Caller entschieden sich dazu, ihre Singing Calls zusammen zu machen!

Egal, ob sie sich kannten oder nicht, sie versuchten zwei Singing Calls zu finden, die sie beide konnten, und taten dann ihr bestes, sie zusammen zu singen. Ich weiß, daß zu Beginn des Tanzes ein paar Caller diese schwierige Situation beklagten, einen Tip mit jemanden zu callen, den sie nicht kannten, aber später schienen sie ihren Spaß daran zu haben, und am Ende des Tanzes kam fast jeder CallerIn zu mir und sagte er/sie würde gern wiederkommen, wenn wir diese Veranstaltung 1996 wieder durchführen.

Der verrückteste Caller glaube ich war Marcus Otto: er war am Freitag in Kirchheim unter Teck für den Klubabend, nahm Samstag morgen an der Mitgliederversammlung teil, fuhr mit seinem Vater nach Ansbach, um dort an einem Special teilzunehmen, fuhr danach wieder zu unserer Veranstaltung zurück und war etwa um 1:00 wieder beim Tanz, um seinen ersten Tip um 2:15 zu callen. Wir gaben jedem Caller der auf dem Programm war, das 24-hour-non-stop Dangle, und da Marcus seine 24 Stunden des Tanzens auf zwei Orte aufgeteilt hatte, teilten wir auch sein Dangle in zwei Hälften...

Aber auch ein Caller, der bei der Veranstaltung in Ansbach gecallt hatte, kam während der Nacht nach Kirchheim unter Teck, schlief ein wenig in seinem Auto und führte um 6:45 seinen ersten Tip durch - Thomas Spätling.

Alles in allem war es eine fabelhafte Sache, und ich bin sehr glücklich, daß ich die Ehre diesen Tanz mit dieser großartigen Crew von Callern und Cuern als MC zu leiten: John Chauvin, Werner Gansel, Roland Goltz, Klaus Graff, Nico Hartmann, Thomas Keim, Joachim & Regina Kolshorn, Marcus Otto, Sonja Rupp, Thomas Spätling, Anette Stadler, Jeanette Stäuble und Jürgen Weresch wechselten sich bei den Squares ab, und Guido Chuffart, Richard Lootens, Roy Mann, Loet Polak, Sammy Schönig und Marie-Louise Schubert sorgten für ein abwechslungsreiches Round Dance Programm.

Als Erfolg der Veranstaltung konnte ich dann eine Spende von DM: 3209,27- an den AKB überreicht werden! Herzlichen Dank an alle Tänzer und Helfer, die dies ermöglicht haben!


Reisebericht aus Vancouver / Seattle
Sigrid Maynard

Hallo Freunde,

Vancouver

Mein Reisebericht aus Vancouver kommt leider etwas spät. Ich hoffe, es interessiert Euch trotzdem noch. Da ich zu einer Zeit dort war, als die Square Dancing Clubs Ferien hatten, konnte ich nur am Dienstag im Robson Square tanzen und am Donnerstag im "Second Beach". Ich wurde con den verschiedenen Callern (es callen am Robson Square viele Caller und Cuer abwechselnd) sehr nett aufgenommen, obwohl ich zu der Zeit nur Basic tanzen konnte. Ich habe auch beim ersten Tanzen dort den Club Banner der "Ohmoor Squeezers" aufgehängt, was mit großem Interesse aufgenommen wurde. Speziell möchte ich hervorheben, Doreen Sillery, die Präsidentin des "British Columbia Square und Round Dance Federation". Sie unterrichtet in der Woche ca. 900 Square und Round Tänzer, inkl. geistig Behinderte und Senioren bis über 80 Jahre.

Es werden dort immer 2 Tips Mainstream oder Plus getanzt und 1 Round.

Eine sehr schöne Lösung finde ich, daß Tänzerinnen, die den Mann-Part tanzen, eine rote Schärpe umgehängt haben. Dies ist sehr viel deutlicher zu erkennen, als wenn hier der Rock angehoben wird. Eventuell sollte man auch in Deutschland mal darüber nachdenken

Zur 125 Jahr-Feier wurde ich auch mitgenommen, konnte dort aber leider nicht tanzen. Am Ende sagte man aber, wenn sie dort eher gewußt hätten, daß ich nur Basic könne, hätte man für mich auch Basic gecallt.

Seattle

Ich habe dort den Promenade Center und den Promenade Shop aufgesucht. Es finden da jeden Tag von morgens bis abends Square und Round Dance Workshops statt. Als ich dort ankam sagte ich, das ich nur basic beherrsche. Es fand gerade ein Plus Workshop statt und nach einer Zeit kam eine Tänzerin vom Single Dancing Club Sattle zu mir und fragte, ob ich tanzen möchte. Nachdem ich nochmals darauf aufmerksam machte, daß ich zur Zeit nur Basic tanzen könne, meinte sie, daß sie das wüßte und den Caller gebetren habe für mich Basich zu callen. Auch einen Partner hat sie mir zugewiesen, so daß es sehr viel Spaß gemacht hatte, obwohl ich danach überhaupt nicht angezogen war, also ohne Square Dance Kleidung. Hinterher gab sie mir ein Dangle von dem Club.

Ich kann also nur sagen, daß man als Gast in Kanada und Vancouver sehr freundlich aufgenommen wird.