Ich habe hier eine Frage, wie man sich höflich und korrekt benimmt, wenn ...
Wir wissen alle, dass es das höflich und medizinisch korrekt ist, Nase und Mund zu bedecken, wenn man husten oder niesen muss. Vorzugsweise mit einem Taschentuch, aber die Hand ist ebenso gut.
Nun aber, während des Square Dance ... hältst Du die Hand vor den Mund und ... tanzt ohne Hände für den Rest des Tips!?
Was tut man, ohne Anstoss zu erregen, wenn einen beim Tanzen ein Husten- oder Niesanfall so plötzlich überkommt, dass man keine Zeit mehr hat, zum Taschentuch zu greifen?
Wir haben hier ja interessante Fragen. Es ist vielleicht nicht die rechte Art "keinen Anstoss zu erregen", es könnte auch unfein sein, wahrscheinlich wäre meine Mutter (sie ruhe in Frieden) nicht einverstanden, sicher würde meine Frau die Stirn runzeln, ich werde vielleicht aus dieser Runde verbannt, aber ich gestehe, dass ich in dieser Situation in die Armbeuge huste oder niese. Tragen wir nicht deshalb langärmelige Hemden?
Die höfliche und medizinisch korrekte(?!) Art, die Hand vor Mund und Nase zu halten, ist genau der Grund, warum ich mir beim Tanz vor dem Essen die Hände wasche. Nach derzeitigem Wissen breiten sich mehr Erkältungen (und wer weiß, was noch?) durch Handkontakt aus, als durch direktes Anhusten oder -niesen - und ich glaube das. Wenn ich in Gesellschaft husten oder niesen muss, drehe ich mich von den anderen weg und bedecke Mund und Nase mit dem Oberarm, grade oberhalb des Ellenbogens. Nun ja - ich hab’s grade versucht, es ist doch eher die Armbeuge.
Was machst Du aber als Frau, wenn Du keine langen Ärmel trägst?
Bei den Unterarm-Drehungen könnte auch jemand seine Hand in die Nähe Deiner Armbeuge legen, wo Du grade Deine Bazillen deponiert hast.
Scheint mir keine gute Lösung zu sein!
Wenn eine meiner Partnerinnen einen Niesanfall durch den Hallenstaub bekam, benutzte sie ihre Kleidung – Petticoats eignen sich sehr gut zur Wahrung des Anstands in solcher Situation! – machte eine kleine Drehung während sie dreimal nieste, und tanzte zurück in den Square als wäre nichts geschehen. Sie verpasste auch keinen Takt, ich bin noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt vom ganzen Square bemerkt wurde. Beim nächsten Tip hatte sie sich ein Taschentuch in den Ärmel gesteckt, trotzdem gefällt Euch ihre Lösung vielleicht nicht.
Ich habe auch gesehen, dass Leute die Hand vorhalten und sie nachher an Hose, Rock oder Taschentuch abwischen. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals jemand deshalb den Square verließ ... vielleicht könnte ich auch mein Halstuch benutzen? ...
Spaß beiseite, ich kann mir keine elegantere Handhabung dieses Husten- und Nies-Themas vorstellen, als es zu ignorieren und nach dem Tip die Hände zu waschen.
Gesundheit!
Meine Frau Elke und ich schlossen uns im vorigen Spätsommer der MS-Class der Glad Badges, unter der Trägerschaft der VHS, an. Von Anfang an waren wir mit Begeisterung dabei, die stetig wuchs. Dieser Brief, obwohl eine andere Sache betreffend, bietet die Gelegenheit für einen herzlichen Dank an unseren Ausbilder Kenn Wolcott sowie unsere Angels und den Club, der schon während der Ausbildung Kontakt aufbaute und uns schließlich als Mitglieder aufnahm!
Zum Ausklang der Classabende trafen sich die meisten Students und Angels regelmäßig im reservierten Hinterzimmer einer Gaststätte beim Essen und Bier.
Einmal, im letzten Frühjahr (nach den großen Student Parties und dem Student Jamboree), sagte ich dort zu einer Tanzfreundin: "Square Dance ist wie eine gute Droge." Sie antworte darauf: "Square Dance ist eine Religion."
Anschließend verfielen wir in Schweigen und dachten wohl beide darüber nach. Mir erschien die Antwort damals als übertrieben, vielleicht nur eine oberflächliche Phrase. Anderen Leute mag sie sogar wie ein Sakrileg vorkommen. Erst einige Zeit später erfuhr ich den wahren Inhalt.
Nach der Graduierung im Juni und den vielen Clubbesuchen und Specials reifte nicht nur die tänzerische Erfahrung. Viele Kontakte entstanden aus Begegnungen, Freundschaften wuchsen. Das gilt natürlich auch heute noch und sicherlich für die Zukunft. Allgemein wächst die Freude am Tanzen ständig.
Am Tanzabend sind für uns alle Sorgen vergessen. Wenn es in einem Square gut läuft, verfalle ich wie in einen Rausch und empfinde eine tiefe Bindung zu den Tanzpartnern. Es gibt Tips, bei denen einfach alles passt: Der Caller singt eines der Lieblingslieder, Melodie und Rhythmus gefallen gut, die Figurenfolgen sind interessant, der Tanz ist fast und oder ganz fehlerfrei, und die ganze Welt scheint zu lächeln. Es ist wie im Traum! In solchen Momenten ist die Gemeinschaft innig vereinigt und ich fühle mich als ein Teil des umgebenden Positiven. Einige der Ideale, die von verschiedenen Religionen gepredigt werden (soviel ich davon weiß), sind dann real.
Ein grenzenloses Erlebnis, das ich gern möglichst vielen Menschen gönne!
Als wir vor nicht allzulanger Zeit mit dem Square Dance begannen, lernten wir auch das "Friendship"-Lied – in Deutsch und Englisch –‚ das regelmäßig am Ende unseres Clubabends gesungen wurde. Wir hörten es auch oft, wenn wir andere Clubs besuchten, jetzt aber überhaupt nicht mehr! Heutzutage sehen Dich neuere Tänzer verdutzt an, wenn Du den "Friendship Ring" erwähnst, ältere Tänzer zucken nur mit den Schultern. Sollten wir nicht diesen wundervollen Brauch wiederbeleben? Students könnten aufgefordert werden, den Text zu lernen und bei ihrer Graduation damit "geprüft" werden. Wenn sie den Text des "Friendship Ring" aufrichtig mit Gefühl singen können, dann sind sie sicher auch so weit, in die Square-Dance-Welt einzutreten. Warum beenden wir nicht auch unsere Clubabende, Specials und Jamborees auf diese Art?
Gibt es eine bessere Art, einen Abend voller Spaß und Freundschaft zu beschließen, als sich in einem großen Kreis zu versammeln, die Arme miteinander zu verschränken und gemeinsam die Verse zu singen, die doch so sehr Teil unseres Hobbys sind:
Vielleicht rückt das manchem von uns die Dinge in den richtigen Blickwinkel und erinnert uns an das, was uns vor allem am Square Dance anzieht!Reicht Euch die Hand in Freundschaft,
ein jeder sieht es dann,
dass auch für Dich ein Fremder
der beste Freund sein kann!
Haltet die Hände in Freundschaft
für lange, lange Zeit,
dass dieser Ring
Euch immer bring
viel Spaß und auch viel Freud' !
Square Dance ist wirklich international und eine Betätigung, die wir lieben. Egal wohin man kommt, das Square Dance Callen ist immer in Englisch. Für uns - Jerry und Veronica aus San Marcos in Kalifornien - war vor kurzem eine Reise nach Deutschland etwas ganz Besonderes. Wir hatten die Gelegenheit, an der iPAC Convention 99 teilzunehmen und auch mit einigen lokalen Clubs zu tanzen.
Barmstedt, eine kleine Stadt von 10.000 Einwohnern nördlich von Hamburg war der Veranstaltungsort der 4. iPAC Convention 99 (internationale PLUS, Advanced und Challenge Convention). Mit dem Tally Ho's SD Club als Gastgeber trafen sich hier 940 Leute aus 14 verschiedenen Ländern zu einem großartigen Tanzwochenende. Es begann mit dem Trail-End Dance am Donnerstag, 22. Juli 1999 und dauerte bis zum 25. Juli; mit Tanz in 7 Hallen und einem speziellen "Open Air Tanz" um den Einheimischen Square Dance vorzustellen. Es war eine wundervolle Erfahrung.
Wir hatten Gelegenheit, neue Freunde zu treffen, zu einigen der besten Caller der Welt aus Europa, USA und Kanada zu tanzen und zu entdecken, daß die Europäer schnell und anspruchsvoll tanzen. Wirklich schnell und anspruchsvoll ! Wir waren begeistert. Obwohl die meisten Clubs in Europa MS tanzen, reichte das Tanzen auf der iPAC 99 von PLUS bis hin zu C3B. Wir tanzten die ganze Zeit PLUS mit ca. 20 bis 24 Squares in der Halle.
Es gab keinen Round Dance und die Tänzer waren viel jünger als in den Staaten. Das Durchschnittsalter schien etwa bei 35 bis 40 Jahren zu liegen und die Begeisterung war sehr groß. Alle amüsierten sich prächtig. Die Caller wechselten stündlich und die Zeit zwischen den Tips war sehr kurz, gerade lange genug um die Platten zu wechseln. Das unterscheidet sich von der langsameren Gangart zu Hause. Wir taten alles, um mitzuhalten. Jemand aus den Staaten, der plant, in Übersee zu tanzen, sollte sich bewußt sein, daß nicht nur schnell, sondern auch aus allen Positionen getanzt wird. Leider wird das bei uns nicht oft genug gelehrt. Uns gefiel auch der "Open Air Tanz" auf dem Marktplatz von Barmstedt. Wir hielten das für eine gute Idee. Es war schön zu beobachten, welchen Spaß es den Einheimischen machte, zu sehen was Square Dance eigentlich ist. Uns gefiel besonders die Art, wie sie in den Tanz mit einbezogen wurden.
Das Tanzen selbst war ziemlich genauso wie hier in den Staaten. Der größte Unterschied war das Tanzen aus allen Positionen und die Geschwindigkeit. Außerdem gab es kein "stirring the bucket" (drehen der Paare um eine Position), was wir immer zwischen den Liedern machen. Es gab auch nicht so viele "Yellow Rocks" (Umarmungen). Hier in den Staaten umarmen wir normalerweise jeden (außer Männer untereinander) vor jedem Tip. In Europa ist es üblich, sich die Hände zu schütteln. Wir wurden dessen bald überdrüssig und begannen, die Leute zu umarmen. Obwohl einige überrascht waren, hat sich niemand daran gestört. Sie nannten es "den Squeeze". Das "Thank You" am Ende des Tips war auch ein bißchen anders. Die meisten tanzten ein richtiges "do-si-do". Und genau wie hier war jeder sehr freundlich ... Square Dancer sind die nettesten Leute ! Wir möchten den Organisatoren, den Callern und den vielen Tänzern danken, die mitgeholfen haben, die iPAC 99 zu einem der Glanzpunkte unserer Deutschlandreise zu machen. Wir hatten eine wunderbare Zeit und wir freuen uns darauf, wieder mit unseren neuen Square Dance Freunden zu tanzen ... irgendwann, irgendwo.
Wir würden Euch gerne einladen, bei der 50. National Square Dance Convention in Anaheim, Kalifornien, USA vom 27. bis 30. Juni 2001 dabei zu sein. Obwohl unsere Tänze üblicherweise langsamer sind, braucht man auf unseren Conventions alle Energie und es macht viel Spaß. Diese wird etwas Besonderes sein mit den "Ghost Riders", einer Square Dance Band, die live spielt. Es sind bereits 3.600 Tänzer registriert. Wir hoffen, Euch dort zu treffen.
Viel Spaß beim Tanzen ...
Jerry & Veronica Davis
PS von Claudia Burger, Munich Square Devils, Übersetzer dieses Berichts:
Ich lernte Veronica und Jerry durch einen Reisebericht über Neuseeland kennen, den ich für das Bulletin geschrieben habe. Veronica las den Artikel im Internet und schrieb mir daraufhin; seitdem e-mailen wir häufig miteinander. Obwohl wir uns noch nicht persönlich kennen, scheinen wir verwandte Seelen zu sein. Von München über Neuseeland nach Kalifornien ... so klein ist die Square Dance Welt !
Caller Ausbildung ist in letzter Zeit in aller Munde, darum möchte ich an unserer RD Leader Prüfungen erinnern, die bestanden werden müssen, bevor man sich "aktiv" nennen kann. Unser Prüfungssystem besteht seit mehr als 25 Jahren mit geringfügigen Änderungen in der Beurteilung und Klassifizierung und hat sich bestens bewährt.
Der erste Schritt heißt SUBSCRIBER Mitgliedschaft. Sie steht jedem offen, der ein Interesse an RD hat, egal ob er/sie Cuer werden will oder nicht. Man füllt ein Anmeldeformular aus, gibt es dem ECTA RD Coordinator oder ECTA Vize-Präsidenten (für Mitgliedschaft zuständig) und zahlt seinen ECTA Beitrag. Dadurch hat man Zugriff auf die ECTA-Library und erhält sämtliche Information über RD (Cue-sheets, Protokolle der ECTA RD Council Meetings).
Die nächste Stufe heißt ACTIVE CUER. Diese Prüfung findet auf einem Jamboree statt und wird geleitet von einem Prüfungsausschuss dreier active Cuer/Teacher (siehe unten) Mitglieder des ECTA RD Council, einschließlich des ECTA RD Coordinators oder seinen Vertreter. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss der Prüfling eine RD Class gelehrt und graduiert haben oder seit einem ½ Jahr eine Class laufen haben. Seine/Ihre Fähigkeit als Cuer wird geprüft, indem er/sie 2 Tänze von einer von ihm/ihr eingereichten Liste mit 30 Tänzen cuen muss. Die Liste muss 15 Tänze Phase II, davon 3 Walzer, und 15 Tänze Phase III oder höher aus 4 Rhythmen, umfassen. Die beiden Tänze, von jeder Gruppe 1, werden von den Mitgliedern des ECTA RD Council frei ausgewählt. Die Fähigkeit, ein Cue-sheet zu lesen, wird auch geprüft indem der Prüfling 8 Takte der detaillierten Cues eines Tanzes erhält und sie in ECTA standardisierte Cues umsetzen muss. Z.B. bekommt er "sd L, cl R to L, fwd L,-;" und muss daraus "1/2 box fwd" erkennen. Bei bestandener Prüfung erhält der neue Cuer das Recht auf einer ECTA/EAASDC Veranstaltung (Jamboree, RD Festival, Student Jamboree, Convention) cuen zu dürfen.
Ein weiterer Schritt heißt ACTIVE CUER/TEACHER. Diese Prüfung enthält alle Bestandteile der Active Cuer Prüfung (siehe oben). Desweiteren wird die Fähigkeit RD zu unterrichten geprüft. Der Prüfling muss einen Tanz nicht höher als Phase II+ einer Gruppe von graduierten RDern erklären; die Simulation eines RD Workshops. Den Tanz wählt er/sie selbst aus, er darf nicht vom ECTA Repertoire sein, und wird vor der Prüfung dem ECTA RD Coordinator eingereicht. Er/sie muss auch 2 Phase II Figuren (1 Two-Step-, 1 Walzerfigur) unterrichten, die Simulierung einer RD Class. Die Musik dazu muss er/sie selbst mitbringen. Ferner muss er/sie ein Modul mit 8 Takten als Unterrichtshilfe erstellen, welches er/sie mit einreichen muss. Die beiden Figuren bekommt der Prüfling vom ECTA RD Coordinator am Freitag des Jamborees an dem die Prüfung stattfindet und hat somit eine "Hausaufgabe". Bei bestandener Prüfung erhält der neue Cuer/Teacher das Recht auf ECTA/EAASDC Veranstaltungen einen RD Workshop zu leiten. Da die Prüfung zum Active Cuer/Teacher alle Bestandteile der Active/Cuer Prüfung enthält, kann man sofort vom Status eines Subscriber Mitglieds (oder sogar Nicht-Mitglied) zum Status eines Active Cuer/Teachers gehen, sofern alle Voraussetzungen gegeben sind.
Bei der Entwicklung eines zukünftigen Callerausbildungsprogramms werden die Ausbildungsprogramme für Cuer, Clogging Instructors und Contra Prompters weitestgehend parallel überarbeitet, d.h. es wird ähnliche Einstufungen und Prüfungsformen (schriftlich, mündlich, Abnahme vorm Vorstand) geben. Ein neuer und weiterer Schritt wird sein die Anerkennung als Tanzleiter zu bekommen. Ein anderer positiver Faktor wird sein, dass die Leiter ihrer Tanzart auch von den anderen Tanzarten etwas wissen müssen, z.B. Caller von RD und Clogging oder umgekehrt. In den jeweiligen Ausschüssen sind unsere sehr fähigen Leute momentan hart am arbeiten, damit wir möglichst ab nächstes Jahr unser Vorhaben in die Tat umsetzen können.
Frohes Tanzen!
Herzlichst Euer
Don Casper, ECTA RD Coordinator 1998-2000
Im Jahre 1879 veröffentlichte C.T. de Witt ein Buch mit dem Titel: "Cartier und Barons praktischer illustrierter Walzer-Lehrer, Ballsaal-Führer und Call-Buch. Ausführliche Anleitungen für jede Art von Square und Round Tänzen, außerdem Cotillons - einschließlich der neuesten und populärsten Figuren des ‚Deutschen‘ Tanzes":
Bevor der Tanz beginnt stellt sich der Herr vor seine Partnerin, etwas zu ihrer Rechten, umfaßt ihre Taille mit seinem rechten Arm, unterstützt sie fest, aber sachte, und hält ihre rechte Hand mit seiner linken indem er sie fast auf Höhe seiner Taille hebt, den Ellbogen leicht gebeugt.
Die linke Hand der Dame sollte leicht auf der linken Schulter ihres Partners ruhen, während der rechte Arm fast gestreckt sein sollte, mit der Handfläche nach unten. Der Herr legt dann die Innenseite der Finger seiner linken Hand gegen die Innenseite der Finger der rechten Hand der Dame.
Da der Herr zu jeder Zeit verantwortlich für die Führung seiner Partnerin ist, sollte er die größte Vorsicht walten lassen, nicht mit anderen Paaren zusammenzustoßen. Er sollte auf den korrekten Abstand achten, der zwischen ihm und seiner Partnerin einzuhalten ist; sie weder so eng halten, daß er ihre Bewegungsfreiheit behindert, noch sich so weit fernhalten, daß es ihn hindert, ihr genügend Unterstützung zu leisten. Die Dame sollte sich völlig von ihrem Partner führen lassen und in keinem Fall versuchen, ihren eigenen Impulsen zu folgen.
In allen Round Dances beginnt die Dame mit dem rechten Fuß, der Herr mit dem linken. Beide Tänzer sollten ihren Kopf leicht nach links drehen und über die Schulter des anderen blicken.
Bei einer privaten Gesellschaft darf ein Herr eine Dame zum Tanz auffordern, ohne ihr vorgestellt worden zu sein; auf Bällen gilt diese Regel nicht: ein Herr muß entweder entweder vom Veranstalter oder vom Begleiter der Dame vorgestellt werden. Diese Vorstellung dient ausschließlich dem Tanz und berechtigt Dich nicht, Dich später auf ihre Bekanntschaft zu berufen. Eine Dame, die einem Herren einen Tanz abschlägt, sollte ihm eine Erklärung dafür geben. Warte niemals bis die Aufforderung zur Partnerwahl erschallt, nichts ist unhöflicher als eine Dame hastig aufzufordern; dies ist nur dann erlaubt, wenn die anderen Tänzer sich bereits aufgestellt haben und die Sets noch unvollständig sind.
Herren sollten die erste Runde mit den Damen in ihrer Begleitung tanzen. Zwischen Personen, die nicht bereits zuvor miteinander bekannt waren, endet die Bekanntschaft mit dem Tanz. Wenn ein Herr ein zweites Mal mit der selben Dame zu tanzen wünscht, muß er erneut vorgestellt werden; er kann nicht erwarten, daß sie ihn bei späterer Gelegenheit wiedererkennt, außer die Dame gibt das Gegenteil zu erkennen.
Die Kopfseite des Saales (Head Position) ist normalerweise gegenüber oder am entferntesten vom Haupteingang. Viele nehmen an, sie sei nächst dem Orchester; das ist ein Irrtum: das Orchester ist manchmal an der Seite oder über dem Eingang großer Ballsäle, aber die Kopfseite des Saales ist niemals an einer dieser Stellen. Wenn der Eingang an der Seite des Saales ist, entscheidet die Gewohnheit, ob die Kopfseite links oder rechts ist. In Privathäusern gibt es keine feste Regel, wo die Kopfseite ist. Sie kann am Frontfenster liegen oder entgegengesetzt, je nach Wunsch des Zeremonienmeisters.
Versuche niemals, Dich zu einem Cotillon aufzustellen, wenn Du nicht etwas über die Figuren weißt. Strample und hüpfe nicht herum und schwenke Deine Körper nicht vor und zurück: führe Deine Dame sachte, nur an den Fingern, greife nicht nach ihrer Hand. Es ist ein Verstoß gegen das gute Benehmen, während des Tanzens einen Set zu verlassen, um bei einem anderen weiterzumachen, außer wenn dieser Wechsel durch einen Fehler verursacht wurde, z.B. wenn der eigene Platz plötzlich besetzt ist. Es ist besser, sich aus diesem Set zurückzuziehen, als über die Fehlbesetzung des Platzes zu diskutieren.
Während des Tanzes sollten sich alle auf ihre Partner konzentrieren und sich niemals gestatten, sich durch Gespräche oder Blickkontakte mit anderen ablenken zu lassen. Gerade die Personen, die mit all den Formalien der modernen Gesellschaft vertraut sind, sind oft die schlimmsten Angreifer auf die üblichen Anstandsformen des Lebens.
Es ist sehr unhöflich und beleidigend sowohl für Damen als auch für Herren, während einer Quadrille die Freude der anderen zu verderben indem man um oder durch den nächsten Set galoppiert.
Eine Dame sollte sich selbst nie zu mehr als dem nächsten Set verpflichten, außer in Übereinkunft mit dem Herren ihrer Begleitung.
Moderner Round Dance ist heutzutage bestimmt komplexer: es stehen über 700 Figuren auf der Liste. Allerdings waren die Regeln zum Auffordern und für den Benimm im 19. Jahrhundert sicher komplizierter als heute.
Es gibt viele Spekulationen darüber, warum Menschen sich die Zeit nehmen, eine Square Dance Class zu besuchen, abzuschließen und dann innerhalb der nächsten zwei Jahre den Square Dance aufgeben. Setzen wir uns mal an ihre Stelle.
Nehmen wir an Du bist neu graduiert, Du hast fleißig gelernt und hattest einen guten Lehrer. Er/sie lehrte Euch alles, was in der zur Verfügung stehenden Zeit möglich war. In den meisten Gebieten der USA bedeutet dies, Du wurdest eingeführt in eine große Zahl von Square Dance Grundlagen und tanztest damit einige Tips. Der Lehrer zeigte sich sehr ermutigend über Deine Lernerfolge. Du hast ein Diplom in der Hand, gehst zum ersten Tanzabend, - und denkst, Du weißt alles über Square Dance.
Der Caller ist berühmt und war auf jedem Flyer und Poster angekündigt, die auf jedem Eurer Anfänger-Tanzabenden aushing und alle Angels schwärmten von ihm/ihr und wie toll er/sie sei. Du gehst hin in der Erwartung bestens unterhalten zu werden und jeden Tip zu tanzen.
Beim ersten Tip stellst Du Dich auf mit drei anderen Paaren, die Du nie zuvor gesehen hast. Diese Paare haben nicht in den Anfängerkursen mitgeholfen, ja sie dachten niemals daran, einen Anfänger-Tanzabend zu besuchen. Der Caller begann zu callen und Du merkst plötzlich, daß Du fast jedes dritte Wort nicht verstehst, das er/sie sagt.
Trotzdem rettest Du Dich in einen Left Allemande und ein Herr oder eine Dame macht einen "Bump" während des Right & Left Grand während Du geradeaus durchsegelst und dumm aus der Wäsche guckst. Was zum Teufel ist das? Das hast Du niemals in der Class gesehen.
In den nächsten Call packt der Caller mehrere der Basics, die Du im Rausch der letzten drei Wochen vor der Graduation gelehrt bekamst und callt dies in einem von mehreren tausend Wegen, die Du noch nie gesehen hast und Du bist für den Zusammenbruch des Squares verantwortlich. Die drei anderen Paare meiden es, Dich anzusehen, bis Du Dich nach Hause schleichst. Du fühlst, daß jedes andere Paar in der Halle nun weiß, wer den Square zusammenbrechen ließ. Das selbe geschieht beim nächsten und übernächsten Call und nach dem Tip wankst Du von der eigenen Leistung enttäuscht zur Seitenlinie.
Dann kommen ein paar Paare auf die Tanzfläche und für die nächsten paar Minuten tun sie so etwas wie Standardtanz. In Deiner Class hast Du so etwas nie gesehen. Was machen die da? Irgendwer erzählt Dir: "Das ist Round-Dance und wenn Du magst, kannst Du Dich zu der neuen Class ab nächste Woche eintragen!" Ein bißchen später erwähnt jemand, daß der echte Spaß am Square Dance erst am Ende der Plus-Class möglich sei. Das kommt so bei Dir an: "Du bist kein richtiger Square Dancer und das, was Du in Deiner Class lerntest, ist nicht wirklich Square Dance".
Der zweite Tip geht ein bißchen besser als der erste, aber Du bemerkst den panikartigen Schrecken auf den Gesichtern der drei Paare aus dem ersten Tip, als Du deren Weg kreuzt. Du gehst deswegen schnell in einen anderen Square. Die ausgefallenen Dinge, die die Paare zwischen den Tips tun, sehen schwer aus. So ähnlich wie das, was Du in einem alten Fred Astair Film sahst.
Beim nächsten Tip sitzt Du draußen, hörst zu und beobachtest. Die erfahrenen Tänzer sehen so gut aus, - und Du fühlst Dich so schlecht. Der Caller ist toll, aber von dem was er tut, erkennst Du nur weniges wieder. Die Calls sind unterschiedlich und er/sie ist schwer zu verstehen. Es ist nicht wie damals während der Class. Niemand ist da, um Dir zu helfen. Der berühmte Mann/Frau am Mikrophon stoppt nie, um einen schwierigeren Teil der Choreographie zu erläutern. Du kannst nur schwimmen oder ertrinken, - und Du ertrinkst.
Sehr bald findest Du Dich selbst in Squares mit anderen Neugraduierten hinten in der Halle und nichts geht. Du lachst hohl, aber in Deinem Herzen weißt Du: Du weißt nicht wirklich wie man Square tanzt. Du weißt nur ein bißchen, was es in etwa ist.
Wer ist schuld? Der Lehrer von dem Du erwartetest, er würde Dir Erfahrungen aus zwei oder mehr Jahren in weniger als dreißig Lektionen pauken? Der Caller auf dem ersten Tanz, der die Aufgabe hatte, den erfahrenen Tänzern in der Halle zu gefallen? Die Paare, die Jahr für Jahr getanzt und dies nicht unterbrechen wollten? Oder vielleicht das ganze System?
Die meisten neuen Tänzer beschuldigen sich selbst, sie hätten nicht schnell genug gelernt. Sie schauen nie auf die Unmöglichkeit der Aufgabe, die sie sich vornahmen, und sie gehen besiegt heim. Menschen stimmen mit den Füßen ab. Wenn Du unter diesen Umständen ein neuer Tänzer wärst, - würdest Du wiederkommen? Würdest Du nicht Deinen Freunden über Deine Erfahrungen berichten?
Im Bulletin Heft 3/99 hatten wir von der Absicht berichtet, einen weltweiten Square Dance zu veranstalten, bei dem Ton und Bild der Caller über das Internet verbreitet werden sollten.
Leider kann der "World Square Dance 2000" nicht wie geplant abgehalten werden. Das Projekt wurde zurückgestellt und wird im Jahr 2000 überarbeitet.
Es bestand die Hoffnung, dass es eine Veranstaltung irgendwann im Jahr 2000 (evtl. eine nationale oder fast-nationale Convention) ermöglichen würde, einen Tanz durchzuführen, der "rund um die Welt" zu hören wäre.
Leider musste wegen der derzeitigen Begrenzungen der Computer-Technik entschieden werden, dass die verfügbare Technik nicht ausreicht, den Ansprüchen der meisten Teilnehmer dieser Veranstaltung zu genügen.
Genauer gesagt haben die meisten Computer nicht die entsprechende Hardware, um dieser Veranstaltung die technische Unterstützung zu geben, abgesehen von den erforderlichen Internet-Einrichtungen, die nötig sind, um die Informationen zeitgerecht zu übertragen.
Die meisten Leute, die die Hardware für eine solche Veranstaltung an den jeweiligen Tanzplätzen der Clubs zur Verfügung stellen würden (meist ein PC oder Mac eines Clubmitglieds), verfügen nur über ein 56K-Modem (was, wenn überhaupt, normalerweise nur mit maximal 48K arbeitet) und keine hardwareseitige MPEG-Unterstützung. Dadurch würden Umfang und Qualität von Bild (und Ton), die von der Veranstaltung übertragen würden, stark eingeschränkt.
In den meisten Fällen würde die Größe des angezeigten Bildes bei den meisten Computern die Abmessung von nur 150x300 Bildpunkten haben, was die Abbildung - um das mindeste zu sagen - stark begrenzt. Zusätzlich zeigt eine häufige Erfahrung, dass es üblicherweise Verzögerungen gibt, die kurzzeitige Aussetzer von Ton und Bild verursachen - ein großes Hindernis, wenn danach getanzt werden soll.
Um eine ausreichende Übertrag sicherzustellen, ist wahrscheinlich eine ISDN-Verbindung (oder besseres) erforderlich, außerdem eine Hardware-MPEG-Ausrüstung, die die wenigsten zur Verfügung haben, noch dazu für eine einmalige Veranstaltung. Meist muss man noch zusätzlich in Betracht ziehen, dass die Veranstaltung in Räumen stattfindet, die normalerweise zum Tanzen und nicht für Datenkommunikation eingerichtet sind.
Bevor eine Veranstaltung ins Leben gerufen wird, bei der viele (wenn nicht die meisten) das Gefühl haben, dass sie fürchterlich unzureichend ist (und daher jede mögliche künftige Veranstaltung dieser Art negativ beeinflusst), sollte man lieber das Vorhaben zurückstellen und seine Möglichkeiten in einem Folgejahr beurteilen, wenn die Hardware der meisten Computer die erforderliche Unterstützung soweit liefert, dass alle Teilnehmer Freude daran haben.
Wer Fragen oder Kommentare dazu hat, wird gebeten, sich direkt an mich (Ed.: den Autor) zu wenden
email: dameeti@email.com
damit ich besser antworten und offene Fragen klären kann.
Danke an alle, die ihre Unterstützung für dieses Vorhaben zugesichert haben. Hoffentlich ist Eure Unterstützung noch verfügbar, wenn das Vorhaben spruchreif wird.