Hallo Freunde,
Dankeschön sagen wir allen, die an der Planung, Organisation und Betreuung des Fall Round Up 1998 beteiligt waren.
Ihr habt eine Herausforderung angenommen und es hat uns erstaunt und sehr gefreut, wie Ihr diese Aufgabe in nur ca. 3 Monaten Vorbereitungszeit bewältigt habt.
In Organisation und Ablauf stand die Veranstaltung einer lange geplanten in nichts nach. Der nicht enden wollende Applaus für Anke und Alex am Samstagabend war der beste Beweis.
Bedauerlich war nur die recht geringe Beteiligung von ca. 650 Tänzern. Es hätten sicherlich noch einige hundert Personen mehr Platz in den Hallen gefunden.
Wo waren all die Tänzer, die auf vier Jamborees pro Jahr drängen, obwohl in diesem Jahr nur zwei Jamborees stattfanden?
Vielleicht hat der Präsident eines Clubs doch recht, der meinte: warum sollten die Tänzer zu einem Jamboree fahren, dessen Veranstaltungsort weit entfernt ist, wenn sie an einem mehrtägigen Special mit gutem Programm eine Woche später im Nachbarort teilnehmen können?
Wie können wir dieses Problem angehen? Was wollen wir unternehmen, um unsere Jamborees wieder so interessant zu gestalten, daß jeder Lust hat, daran teilzunehmen? Schreibt uns doch einmal Eure Meinung!
Jedenfalls wünschen wir allen, die sich im Augenblick in der "Planungsphase" befinden, viel Schwung und das nötige Quentchen Glück, um ihre Veranstaltung zum Erfolg zu führen.
Bis bald in einem Square,
Margarete & Rainer Scheiblich
Hallo und Moin,
wir alle merken, daß die kalte Jahreszeit angebrochen ist. Die Heizung wird in der Wohnung angedreht, man trägt wieder Pulli, und beim Auto fahren bleibt das Fenster geschlossen. Mir ist das Jahr zu schnell vorbei gegangen.
Unsere ECTA Clog Convention liegt nun auch schon zwei Monate zurück. Ich möchte Euch aber noch etwas darüber berichten.
Wir hatten 119 Teilnehmer. Das klingt natürlich recht wenig, wenn man dies mit einer Square Dance Veranstaltung vergleicht. Aber da Clogging noch nicht so weit verbreitet ist und auch die Tänzer von den Clubs nicht immer so ganz reisefreudig sind, ist diese Anzahl von Teilnehmern für uns schon recht viel. Fortgeschrittene und auch Anfänger von überall (Dänemark, Irland, München bis Flensburg) hatten den Weg zu uns gefunden. Besonders toll fand ich die Hilfe, die wir von "Nicht-Cloggern" bekommen haben. Viele Square Dancer aus unserer Region kamen zur Clog Convention, um uns Arbeiten abzunehmen, so daß die Clogger aus unseren Clubs die Zeit hatten, die WS zu tanzen.
Extra erwähnen möchte ich die Fam. Grimm aus Augsburg von den "Yellow Rose". Sie hatten ihren Urlaub bei uns im Norden gemacht. Schon ein paar Tage vor der Clog Convention halfen sie beim Aufbauen und Dekorieren der Hallen. Ab Freitag waren sie dann im Dauereinsatz. Die Theke wurde ab sofort "Grimm'sches Hoheitsgebiet." So verbrachten sie 4 Tage ihres Urlaubs damit, uns zu helfen. Dies zeigt uns mal wieder, daß unser Hobby Freundschaft, Freude und Hilfe bedeutet.
Nun wieder zum Ablauf der Convention: Alle Workshops wurden von ECTA Instructors gegeben. 14 waren auf dem Programm. Diese waren auch extra dafür von überall her gekommen. 30 Lieder/Choreo konnten in 3 Hallen gelernt werden. Am Freitag starteten wir mit dem Welcome Dance: Tanzen "Just for fun".
Samstag war von 10.00 Uhr 18.00 Uhr Workshop-Time. Der Abend begann dann mit einem besonderen Grand March. Gunnar, ein Tänzer aus meinem Club, hat die Choreo darauf geschrieben. Wir haben festgestellt, daß man doch einen interessanten Grand March Tanzen/Gehen kann und nicht nur einmal im Ring herumlaufen muß.
Am Sonntag waren dann noch ein paar Workshops auf dem Programm und mit dem Abschieds-Dance wurde unsere Clog Convention beendet.
Nachdem wir dann alles aufgeräumt haben, war ich dann doch froh, alles hinter mir zu haben. Ich freue mich darauf, an der nächsten Clog Convention nur als Tänzer teilzunehmen und nichts vorher organisieren zu müssen.
Die nächste Veranstaltung, auf der Clogging angeboten wird, ist das American Dance and Music Festival vom 5.11.98 7.11.98 in Wien. Ich habe mir Urlaub genommen, um auch dorthin zu fahren. Viele amerikanische Instructors stehen auf dem Programm und auch Irish Dance Workshop werden neben unserem "Modern Clogging" angeboten. Mir gefällt Irish Dance super. Lord of the Dance habe ich mir live in Oberhausen ansehen können und Riverdance in Bremen. Beide habe ich schon oft auf Video angesehen. (Immer wenn ich mal wieder Bügeln muß).
Wenn Ihr die Möglichkeit habt, es Euch anzuschauen, laßt sie Euch nicht entgehen.
Bis zur nächsten Ausgabe
Tina Kipp
Einleitung
Eine neue Marke - "ABC Records" - wurde Anfang Sommer 1998 eingeführt.
ABC Records ist die erste Gesellschaft, die in Osteuropa Square Dance Schallplatten
produziert. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Prag, der Hauptstadt der
Tschechischen Republik.
Ein Traum wird wahr
Am Anfang war es ein Traum. Der Traum meines besten Freundes Slamák,
wenigstens eine eigene Square-Dance-Platte zu produzieren. Ich gestehe,
daß ich nicht daran geglaubt hatte, daß das in absehbarer Zeit
möglich würde. Später begeisterte diese Idee einen anderen
meiner Freunde, den Jung-Caller Ondrej Soukup. Er überlegte zusammen
mit Slamák, welche Art Lieder man als Square Dance aufnehmen könnte.
Am Ende war es mehr als eine Platte. Dann lief ihnen das Glück über
den Weg: sie trafen auf eine Musikergruppe, die bereit war, eine Menge Zeit
für die Musik zu investieren, zu überlegen, welches Instrument
für welche Passage passend wäre und zu lernen, wie Musik für
Square Dance gemacht wird. Im Herbst 1997 saßen wir im Studio und
hörten zu, wie die erste Gitarre aufgenommen wurde. Ich begann zu glauben,
daß der Traum wahr werden könnte.
Chuzpe und seine Folgen für den Square Dance
Die Israelis haben das Wort "Chuzpe". Chuzpe bedeutet, daß
Du etwas anfängst, dessen Ergebnis - zurückhaltend ausgedrückt
- ziemlich unsicher ist. Trotzdem versuchst Du es. Chuzpe ist, wenn Du beginnst,
Platten aufzunehmen und Geld für ein Tonstudio zu bezahlen, obwohl
Du unsicher bist, ob Dir irgendjemand diese Platten abkaufen wird. Chuzpe
ist, wenn Du beschließt, zwei Singing Calls im Duett und einen als
Trio aufzunehmen und niemals zuvor in einem Tonstudio warst. Chuzpe ist,
wenn Du beginnst, e-mails an Leute am anderen Ende der Welt zu schicken,
die Du nie gesehen hast, und sie um Unterstützung bittest. Chuzpe ist,
wenn dann Deine erste Platte herauskommt. Chuzpe ist ungefähr die Sache,
daß, wenn Du etwas wirklich willst und fest daran glaubst, daß
dann vielleicht das Wunder geschieht.
Für uns ist es ein Wunder, daß unsere ersten Platten fertig sind
und rund um die Welt verteilt werden. Einige hundert Stück sind bereits
verkauft. Wenn uns das jemand vor einem Jahr gesagt hätte, hätten
wir ihn für verrückt erklärt. Ursprünglich wollten wir
nur 100 Stück von jeder Platte produzieren und sie hauptsächlich
in Europa verkaufen. Aber dann überredete uns ein deutscher Platten-Geschäftsmann,
Lothar Weidich, den größten Markt auf diesem Gebiet anzugehen
- die USA. Wir erhielten zwei Antworten zu unserer Suche nach Vertriebsfirmen.
Eine davon war von Bill Heyman von Supreme Audio. Er beantwortete bereitwillig
alle unsere Fragen und half uns, uns in einem Markt zu orientieren, den
wir bis dahin nur aus Verbrauchersicht kannten.
Lebendige Musik
Unsere Musik ist es wert, angehört zu werden. Die Band DOMÜNO
spielt bereits seit 15 Jahren und ist sehr universell. Basis ihrer Musik
ist Dixieland und Country, ähnlich wie bei vielen anderen Bands in
unserem Land, wo Country-Musik und -Stil eine Tradition von etwa 10 Jahren
haben. Eine Menge Originalinstrumente wird auf unseren Platten gespielt.
Dadurch bekommt die Musik eine Geschmeidigkeit und Brillianz, die die elektronischen
Kompositionen nicht haben. Die Soloinstrumente umfassen elektrische Gitarre,
Geige, Saxophon und Klavier. Wir versuchten, jede Passage mit unterschiedlichen
Instrumenten oder auf verschiedene Weise zu spielen.
An dieser Stelle möchte ich allen Square-Dance-Plattenproduzenten auf
der Welt danken. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie schwer es ist, bis
wir es selbst versuchten. Als wir beschlossen sieben Kompositionen zu produzieren,
übernahmen wir, ohne es zu wissen, eine sehr schwere Aufgabe. Es ist
sehr ermüdend, den ganzen Tag nur Trommeln oder Saxophon zu hören.
Die Aufnahmen dauerten neun Tage. Der Computer, mit dem die Musik aufgenommen
wurde, brach zweimal zusammen. In einer Nacht wurden wir endlich aus der
Verzweiflung erlöst, als der Studio-Eigentümer seinen Computer
reparierte.
Unsere Aussichten, die Musik fertigzubekommen wären vermutlich geringer,
wenn wir nicht die Band DOMÜNO, geleitet durch Karel Dohnal, als Partner
hätten. Die Band ist enorm anpassungsfähig. Zum Beispiel fanden
wir eineinhalb Monate vor Aufnahmebeginn heraus, daß wegen des schlechten
Informationsflusses die Band einen völlig anderen Singing Call einstudiert
hatte, als ich im Sinn hatte. Er hieß zwar auch "San Francisco",
war aber weit entfernt von dem größten Hit der 60-er Jahre. Glücklicherweise
war die Band sehr flexibel und hatte den richtigen schnell drauf. Ein zweites
Mal retteten sie uns beim Singing Call "Sexy Eyes". Da schrieben
sie blitzschnell eine zweite Stimmlage für Slamák, weil es einstimmig
gräßlich klang. Wir sangen dieses Lied zusammen und ich mußte
früher gehen, weil meine Frau unser Kind bekam (sie war sehr pünktlich,
so daß ich alles regeln konnte). Ich ließ Slamák im Studio
singen, bis mein Part dran war. Dank der Improvisation der Band und der
zweiten Stimmlage klingt "Sexy Eyes" viel besser als wir erwartet
hatten und wir glauben, es ist unser lebendigster Singing Call.
Ich möchte noch etwas zum Callen sagen. Ich begann damit 1989, Slamák
1990 und Ondrej Soukup 1994, jeder von uns beim Club "Country Farrow"
in Prag. Wir halten uns selbst für gute Caller (natürlich wären
wir noch besser, wenn wir es schon 20 Jahre täten), abgesehen davon
stellen wir fest, daß abweichende Aussprache und Betonung unser größtes
Hemmnis in Amerika sind. (Falls Du schon eine unsere Platten gekauft hast
und unser Singen nicht magst, dann betrachte unser Callen auch als "chuzpe").
Wir haben eine andere Art zu callen: als wir es lernten, hatten wir keine
anderen Caller als Vorbild, daher entwickelten wir uns unabhängig.
Im allgemeinen konzentrieren sich die Caller in der Tschechischen und der
Slowakischen Republik sehr auf die Tanztechnik. Wir callen normalerweise
nach Definition (DBD) und auf Sicht, weil der Altersdurchschnitt unserer
Tänzer bei 25 Jahren liegt und sie DBD sehr mögen. In unseren
Singing Calls versuchen wir, unsere Tänzer in Schwung zu bringen indem
wir eine gute Atmosphäre aus Anspannung und Lachen erzeugen. Vielleicht
spürt Ihr einen Hauch davon auf unseren Platten.
ABC in 1999
Wir wollen auf "Chuzpe" zurückkommen. Dank Chuzpe sind wir
mit unserem Traum weiter gekommen, als wir hofften. Wir denken, wir sollten
weitermachen, nachdem wir nun einmal etabliert sind. Aber im Moment wollen
wir noch nicht weiter darüber reden. Man weiß nie, was letztlich
aus der Aufgabe wird, an der man grade arbeitet. Dank Chuzpe ist das Ergebnis
letztlich großartig, wunderschön, perfekt, aber irgendwie ganz
anders, als ursprünglich geplant.
Wir möchten keine neue Diskussion über die Kleiderfrage beginnen, aber die folgenden Artikel den allzu strengen "Traditionalisten" zu bedenken geben. Bitte beachtet, daß die meisten Beiträge aus der "Heimat" des Square Dance sind!
Wenn wir auf die Geschichte zurückblicken, gab es eine Zeit, in der alles, was mit dem "Westen" zu tun hatte, als ungehobelt und bestenfalls halb-zivilisiert galt. Natürlich war das so, weil dort die "Grenze" war, wo es wenig Annehmlichkeiten gab und Überleben oberster Grundsatz war. Dieses Bild hielt sich im Osten bis weit in dieses Jahrhundert, die 30-er Jahre. Auch die Eleganz und Anmut von San Francisco wurde nicht anerkannt.
Henry Fords Förderung des "Western"-Dance half, dieses Image zu ändern, denn er war ein Mitglied der "Gesellschaft", und die Kleidung, die er zu seiner Zeit trug, zeigte das. Er nahm den Tanz und versuchte, ihn seinem eigenen Rang in der Gesellschaft anzupassen. Pappy Shaw führte ihn auf seinen Ursprung zurück und änderte die Kleidung auf das hin, was in weiten Kreisen der Gesellschaft akzeptiert wurde. Um 1950 entsprach die Kleidung entweder dem, was man sich unter dem "Westen" vorstellte, oder was Alltagskleidung war (keine besondere Kleidung). Ich habe eine alte Plattenhülle, die die Leute auch so beim Tanzen zeigt: einige in "Western"-Gewand, andere in Bluejeans (Männer und Frauen).
Im Laufe der Zeit haben wir die Kleiderordnung festgeschrieben und nicht mit der Mode wechseln lassen wie zuvor. Wir meinen zwar nicht mehr, daß die Leute aus dem westlichen Teil der USA rauhe Grenzbewohner sind, aber wir hören noch von dem "ungehobelten" Image, das nicht mehr existiert. Aktuelle Behauptungen in unserer Literatur halten manches noch lebendig, was schon lange tot ist. Es ist höchste Zeit, diese Behauptungen endlich verschwinden zu lassen und lieber auf das Heute und die Zukunft zu schauen als auf die Vergangenheit, wenn wir wollen, daß der Square Dance überlebt.
Manche, vielleicht viele, werden mir nicht zustimmen wie ich weiß, ich sage es trotzdem:
Wir müssen aufhören, "ausschließend" zu sein und müssen beginnen, "einschließend" zu werden. Wir müssen uns daran erinnern, daß es der Tanz und das "Spaß haben" ist, was wichtig ist und sonst nichts. Wenn wir weiter Kinder wegschicken, weil sie zu stürmisch sind, zu energiegeladen oder weil sie sich nicht so kleiden wollen wie die älteren Tänzer, werden wir sie nie mehr zum Tanzen bringen. Wenn wir den Eindruck vermitteln, daß wir nur ein Haufen alter Leute in verrückten Kostümen sind, werden wir auch die Leute mittleren Alters nicht ansprechen. Wenn sie es nicht versuchen wollen wegen dieses Eindrucks, den wir vermitteln, werden sie nie erfahren, wieviel Spaß es macht und unsere Mitgliederzahlen werden weiter schrumpfen.
Ich würde gern mehr Demos sehen, die sich auf das Tanzen und den Spaß konzentrieren und weniger auf das, was wir tragen, mit Kindern (ja, es gibt welche) und jungen Leuten. Wir müssen betonen, daß Square-Dance-Kleidung keine Vorraussetzung für einen Lehrgang ist und auch nicht, um an einem Tanzabend teilzunehmen. Dies Letzte mag ketzerisch klingen: ich sehe mehr und mehr Square Dancer an normalen Clubabenden in Alltagskleidung und es hat ihrem Tanzen kein bißchen geschadet.
Da wir Square Dancer uns weltweit als große Familie fühlen, haben wir uns erlaubt, in der Übersetzung von "Square Dancern" zu reden, wo im Original "Amerikaner" steht.
Nur sehr wenige Square Dancer wissen, daß es Square Dance in China gibt und noch weniger haben ihn wirklich gesehen. Jesse Chrisholm ist einer dieser wenigen Tänzer, die chinesischen Square Dance gesehen haben. Jesse und seine Frau Alex tanzen bei den "Ramona Squares" in Ramona in Kalifornien. Während einer Geschäftsreise nach Hongkong wurde Jesse von seinem Gastgeber zu einem Square Dance mitgenommen. Sein Gastgeber tanzte selbst nicht, wußte aber von einem "Tanz nach amerikanischer Art" in der Nähe.
Und so berichtete Jesse über das, was er sah: "Es waren acht bis zehn Squares im Saal. Ich selbst tanzte nicht an diesem Abend, weil ich zu lange aus der Übung war, um meinen Füßen noch zu trauen. Ich glaube es gab etwas "Plus", aber meistens "Mainstream-Tanzen nach Definitionen". Die Erklärung der Bewegungen erfolgte auf Chinesisch, nur die Calls selbst kamen in Englisch. Die Tänzer waren nicht so gekleidet wie wir in den USA. Das ist auch erklärlich: unsere Art Kleidung war in den USA in den 50-er Jahren populär. Die Kleidung in China war locker, um Bewegungsfreiheit zu geben. Einige Frauen trugen weite lange Röcke oder Kleider, andere Hosenröcke. Das für mich Bemerkenswerteste an ihrer Kleidung waren die üppigen Farben. Nur selten trug ein Paar Kleidung, das in Farbe und Stil irgendwie zusammenpaßte. Es erinnerte mich an ein Harlekin-Kostüm, wenn z.B. ein Rock halb strahlend blau, halb grün war, während die Bluse vielleicht halb rot und halb gelb war. Dazu trug der Partner eventuell ein diagonal schwarz-rot gestreiftes Hemd mit lila Ärmeln."
Jesse sagte, die Tips hätten um 15 bis 20 Minuten gedauert, dann gab es eine Pause. Er konnte sich nicht an Singing Calls erinnern, es gab auch keinen Round Dance und er sah keine Erfrischungen. Zusammenbrüche der Squares kamen nicht vor, das Tanzen war sehr geschmeidig und fließend. Der Caller achtete sehr auf den Fluß der Bewegungen und callte niemals irgendetwas, was gegen die Körperbewegung zu tanzen gewesen wäre. Das Tempo schien dem in den USA zu entsprechen.
Square Dance entwickelte sich in Amerika aus einer Sammlung von europäischen Tanzfiguren. Er wurde dort angepaßt und populär gemacht und breitete sich dann als eine der beliebtesten Tanzformen der Welt aus. Jesses Erfahrungen beim Besuch von Square Dance in China ist ein gutes Beispiel dafür, wie weit Square Dance in der Welt verbreitet ist. Auch in weit entfernten Gegenden, mit anderen Staatsformen, verschiedener Sprache und Kultur, kann ein Square Dancer einen vertrauten Tanz hören und sehen.
"Korrekte Square Dance Kleidung", das sind die Worte, die wir auf Flyern und Anmeldeformularen vieler Tänze gedruckt sehen. Diese Formel wird in Zusammenhang mit Club-Tänzen, Specials, Conventions und Demos benutzt, um nur einige Beispiele zu nennen. Die meisten von uns befolgen wohl diese Anweisung, zumindest, denke ich, haben es Pat und ich, denn wir sind weder je aufgefordert worden, einen Tanz zu verlassen, noch hat man uns je den Zutritt verweigert wegen "unkorrekter Square Dance Kleidung".
Nur, was ist diese korrekte Kleidung und wie treffen wir die Erwartungen derer, die für die verschiedenen Veranstaltungen verantwortlich sind?
Wir glauben, es ist an der Zeit, diesen Worten die Maske abzunehmen, laßt uns versuchen, es auszusprechen, zu definieren, in Worte zu fassen, so daß jeder versteht, was gemeint ist. Wenn Ihr an einem Workshop teilnehmt, solltet ihr dann dieselbe Kleidung tragen wie für einen Tanzabend? Was ist korrekt an einem Tanzabend? Sind lange Röcke erlaubt? Wie steht es mit den "furchtbaren" Hosen? Sollten Männer immer lange Ärmel tragen? Wenn Ihr bei einer Convention seid und das Hotel schon geräumt habt, aber noch einen Abschiedstanz machen wollt, was tragt ihr dann? Warum wollen manche Tänzer eine andere "Kleiderordnung", wenn sie Advanced oder Challenge tanzen?
Wir hoffen, daß Ihr mitmacht und uns Eure Gedanken, Kommentare und Vorschläge dazu mitteilt. . . .
Ich freue mich zu sehen, daß es außer mir noch ein paar Leute gibt, die versuchen, die heutige Kleiderordnung zu verändern. Sie wird uns doch vielleicht nur von der Kleiderindustrie oder denen, die davon profitieren, vorgeschrieben.
Ich kann nicht einsehen, daß wir aus irgendeinem Grund an der heutigen Kleiderordnung hängen bleiben müssen, deren meiste Ideen aus den 50-er und 60-er, bestenfalls aus den 70-er Jahren stammen. Nun sprechen manche Leute von "traditioneller" Kleidung, aber wenn ich das richtig sehe reden wir dann von der Kleidung des traditionellen amerikanischen Tanzes in der Scheune. Verglichen damit sind wir total aus der Mode und sehr untraditionell. Um neue Leute in unsere Bewegung zu bringen müssen wir meiner Meinung nach etwas tun, und zwar JETZT !!
Ich hatte schon Anrufe von Leuten, die an Anfängerkursen teilnehmen wollten, aber nicht an denen mit dem "MUSS", wenn es um die Kleidung geht. Ich habe ihnen natürlich gesagt, daß wir keine Kleidervorschrift in der Art haben, wie sie es gehört haben. Wir haben nur zwei Regeln: saubere und angemessene Kleidung und weiche Schuhe (zur Unfallverhütung), der Rest ist eine Sache der Mode. Ich denke, es gibt keine festgeschriebene Mode, sie wechselt die ganze Zeit. Alte Regeln sprechen eine Menge von Bärten und anderen Sachen, die wir heute nicht mehr beachten. Ist es etwa heute noch genauso schlimm, einen langen Bart zu haben, wie damals, vor etwa 100 Jahren? Ich denke eine so alte Bewegung hat den Zeichen der Zeit genauso zu folgen wie der Mode der Zeit.
Dies zu sagen könnte zu einer Menge Klagen über meine Sorgfaltspflicht gegenüber der Square Dance Aktivität führen. Ich sorge mich zwar um das Wachstum der Bewegung, aber ich sehe nicht, wie wir junge Leute heutzutage dazu bringen können so etwas wie Petticoats anzuziehen. Sie sagen, daß alle Square Dancer aussehen wie Zigeuner, das ist nicht als Kompliment gemeint, eher als das Gegenteil.
Laßt uns ein Stück der heutigen Mode in den Square Dance von heute holen . . .
Die Absicht dieses Artikels ist, Deine Freude am Tanzen zu vergrößern. Tänzer, die diesen Regeln folgen werden mehr tanzen, weniger stehen und im allgemeinen mehr Spaß am Tanzen haben.
Das sollte unmittelbar nach Beendigung einer Figur gemacht werden. Es ermöglicht Dir, die Formation zu erkennen, in der Du bist (Line, Wave, usw.), wenn der nächste Call kommt.
Stellt Euch als Square auf, dann rutschen die Heads nach rechts und bilden mit den Sides normale Lines (jeder Boy mit einem Girl auf der rechten Seite). Nun beobachte die anderen Squares. Oft bringt sie der Caller einigemal in die Position Facing Lines bevor er schließlich zum Left Allemande kommt. Wenn die anderen auch in Facing Lines stehen, kann Dein Square "einsteigen" und weitertanzen. Du hörst vermutlich nicht mit Deinem ursprünglichen Partner auf, aber Du tanzt und das ist doch die Hauptsache.
Das funktioniert so nicht immer, da manchmal der Caller die Squares nicht zu Facing Lines bringt, bevor die nächste Left Allemande kommt, aber es funktioniert so oft, daß es lohnt, es zu probieren. Wirklich viele Caller bringen nämlich die Leute absichtlich zu Facing Lines, um die wieder mitmachen zu lassen, die vorher zusammengebrochen waren. Wenn Du diese Gelegenheit, den Tanz fortzusetzen nicht ergreifst, kannst Du manchmal lange auf den nächsten Left Allemande warten.
Wann immer Du mit irgendjemandem ein Pass Thru machst, passiere ihn mit der rechten Schulter, niemals mit der linken.
Wenn ein neuer Call vorgestellt wird, wird er oft so gelehrt, daß es heißt: "die Boys machen dies und die Girls machen das". Allerdings wird in der Definition eines Calls fast nie auf das Geschlecht eines Tänzers Bezug genommen, sondern sie ist meist so geschrieben, daß es heißt: "die Outsides tun dies, die Insides das" oder "die linke Person macht eine Sache und die rechte eine andere" usw. Diese Definition ist es, die Du lernen mußt, nicht die spezielle Aufstellung, in der Du es gelernt hast.
Wenn Du Dir über die korrekte Definition nicht klar bist, nachdem ein Call gelehrt wurde, dann laß ihn Dir vom Caller ohne die Worte "Boys" und "Girls" erklären.
Wenn ein Caller seine Tänzer schrittweise durch einen Call leitet, dann greife seinen Anweisungen nicht vor, auch wenn Du weißt, was als nächstes kommt. Das ist rücksichtslos gegenüber den Mittänzern, die diese Hilfestellung brauchen, hält sie vielleicht davon ab, den Call vollständig zu verstehen und führt so möglicherweise später zum Zusammenbrechen des Squares.
Am Mittwoch, dem 24. Juni 1998, wurden wir, 28 Square Dancer aus Deutschland in Charlotte NC von einer Hitzewelle, einem Sommergewitter und einer netten Dame am Informationsstand empfangen. In den kommenden drei Tagen würden wir hier im Convention-Center viel Spaß haben. Einige stürzten sich sofort ins Geschehen, die meisten zogen jedoch das Hotel vor. Donnerstag, Freitag und Samstag wurde dann der internationale Gästeraum unser Hauptquartier. Hier konnte sich jeder, dank freundlicher Gastgeber, wohl fühlen und die Füße hoch legen. Die meiste Zeit wurde aber getanzt. In vielen kühlen Hallen wurde eingeheizt, zum Beispiel in der Jugendhalle als Tony Oxendine "Dream Lover" bei 67 Umdrehungen pro Minute callte! Den Sonntag verbrachten wir mit Ausruhen und Vorbereitungen auf die 2-wöchige Busrundreise, die uns bevorstand.
Am Montag, dem 29. Juni, ging es mit Busfahrer Mellos in Richtung Richmond. Unterwegs hielten wir in Winston Salem, wo wir einen Einblick in die Vergangenheit bekamen. Es sollte nicht der letzte sein. Nachdem wir am Abend mit "Drew's Crew" getanzt hatten, durfte am nächsten Morgen der Square auf der Veranda des historischen Capitol von Richmond nicht fehlen. Nach der Stadtführung machten wir bei strahlendem Sonnenschein eine Zeitreise in das Williamsburg der Kolonialzeit.
Da wir nun schon zu Luft und zu Lande gereist waren, stachen wir am 1. Juli in See. Bei einer Hafenrundfahrt in Hampton wurden die Wasserschlachten des Bürgerkriegs eindrucksvoll geschildert. Bei der anschließenden Besichtigung einer Plantage, Carter's Grove, hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen. Dieser Tag endete mit einem Besuch des Square Dance Clubs in Newport News.
Der 2. Juli brachte uns zunächst zu Mount Vernon, dem Heim von George Washington, und später in die Hauptstadt. Washington D.C. Am Abend bot sich uns überraschend der zweite Höhepunkt nach der Convention: bei unserem Clubbesuch der "Bachelors & Bachelorettes" empfahl man uns eine Countrybar in der Nähe, für fast alle ein erstmaliges Erlebnis. Zu Live Musik wurde Line Dance ausprobiert und ich konnte sogar bei einem Quiz ein T-Shirt des lokalen Country-Senders gewinnen.
Der 3. Juli führte uns durch die Stadt mit all ihren Botschaften und
Denkmälern und zu einem weiteren Höhepunkt: dem 4. Juli. Die B
& B's luden uns ein, an der Parade in Fairfax City teilzunehmen. Das
ließen wir uns trotz Temperaturen um 38° nicht entgehen. Abends
machten wir es uns dann auf der Rasenfläche eines Kreisverkehrs im
Zentrum der Stadt gemütlich und bestaunten das 30-minütige Feuerwerk
am Nationalfeiertag. Dies war für viele der schönste Tag der Reise.
Nach einem Abstecher in die friedliche Region der Amisch in Lancaster County
und einer Besichtigung des Harley Davidson Werkes in York, PA, landeten
wir am 6. Juli wieder mitten im Bürgerkrieg. Wir kamen nach Gettysburg,
wo gerade die entscheidende Schlacht zwischen den Konföderierten und
den Yankees nachgestellt worden war. Dadurch kamen wir in den Genuß
eines Konzertes der "97th Regiment String Band". Amerikanische
Volkslieder zu Fidel, Gitarre, Banjo und Baß zum Mitsingen. Welch
ein Leckerbissen. Nach einer Schlachtfeldführung konnten wir im Shenandoah
Valley den Krieg hinter uns lassen und eine wunderbare Landschaft genießen.
An diesem Abend luden uns die Jugendlichen der "4H Dancing Clovers"
zum Pizzaessen ein und anschließend zum Tanz, zu dem ca. 100 Gäste
kamen! Es gab Square-, Round- und Linedance. Am nächsten Tag waren
wir sogar mit Foto auf der Titelseite der regionalen Zeitung!
Wir hatten Amerika vom Boden, vom Wasser und von oben gesehen, jetzt ergab sich die Gelegenheit, es von unten zu bestaunen, bei der Besichtigung einer angenehm temperierten Tropfsteinhöhle. An diesem Abend waren die "Golden Goofers" unsere Gastgeber. Bei dem 4H Club hatte ich eine Partnerin, die halb so alt war wie ich, hier hatte ich einen Partner, der fast 4,5 mal so alt war wie ich. Was für ein Sport!
Unsere weiteren Anlaufstellen waren am 9. Juli Monticello, das Heim von Thomas Jefferson, die natürliche Brücke, eines der 7 Weltwunder und in Roanoke die "Grand Squares". Am 10. Juli besichtigten wir Abingdon, wonach wir den letzten Höhepunkt unserer Reise erreichten: das "English Mountain Retreat" in den Smokey Mountains von Tennessee. Hier würden wir zwei wundervolle Tage mit wundervollen Menschen verbringen. Freitag abends Tanzen mit anschließendem Würstchen und Marshmallow Grillen. Samstag Workshop, Einkaufsbummel, Tanz und Afterparty, an der sich viele aktiv beteiligten. Viel zu früh kam der Sonntag, an dem wir diese Oase der Erholung verlassen mußten.
Unsere letzte Besichtigung war für mich die schönste: Biltmore Estate. Ein Privathaus in der Form und Dimension eines europäischen Schlosses mit riesigen Gärten und einer Winzerei.
Am 14. Juli beendeten wir unsere Reise mit einem Besuch bei den "Groovy Grovers" in Charlotte, wo wir einige Freunde von der Convention wiedersahen. Von ihnen bekamen wir auch am nächsten Morgen Transporthilfe zum Flughafen. Welch eine Gastfreundschaft.
Vielen Dank an alle unsere amerikanischen Freunde, die diese Reise so unvergeßlich gemacht haben und an unsere Reiseleiterin Mom, auch bekannt als Carol, für dieses tolle Erlebnis.