Was macht einen interessanten Special Dance aus, zu dem Tänzer und Tänzerinnen gerne kommen?
Alles aus einer Hand, alles unter einem Dach. Tanzplatz der kurzen Wege und eines angemessenen Platzangebotes. Freundliche, familiäre Atmosphäre, exzellente Caller. So, wie ein Special Dance eben sein soll. So ist der Cloverleaf Dance. Immer noch gut besucht, trotz des vielfältigen und sich mittlerweile häufig überschneidenden Angebots.
Woran mag das liegen? An der Afterparty, behaupten mit einem Zwinkern unsere Besucher. Sie kämen allein schon deswegen. - Was ist daran so besonders anziehend? Nun, genau wissen wir es auch nicht. Aber es gibt Stimmen, die es auf "das Theaterstück" zurückführen, das Mittelpunkt dieser spätabendlichen Stunde ist. Ein Bühnenspaß für alle mit dem Grundthema: "Ursprung und Mythen" des Square Dance. Unsere eigene "unendliche Geschichte". Hier eine Auswahl unserer "Forschungsprojekte": Schwarzwald Klinik, James Bond und Dr. No, 1001 Nacht, Das Orakel von Delphi (Dave Preskitt als Orpheus), Seemannsgarn (Al Stevens als Freiheitsstatue), Star Trek/Holmes & Mrs. Marple im Neandertal (Stefan Förster als Mr. Spock, Joachim Geilke als Neandertaler), Asterix und Obelix und die GEMAner, Hollywood, Alfred Hitzkopf und die Osquarever- leihung (Gero Teufert als Psycho-Mörder, Jens Bockentin als "Der Meister" Guildo Horn)...
Ein interessanter Tanz und dazu eine fröhlich entspannte Afterparty. Das gibt das Gefühl, daß sich der Weg gelohnt hat. Dazu trägt sicherlich auch bei, daß man sich am Freitagabend bereits auf dem regulären Clubabend der Cloverleaves "warmtanzen" kann. Und zum Abschluß des Specials lockt noch einmal der hannoversche "Schorsenbummel" in der Innenstadt mit Livemusik und allerlei Vorführungen und Darbietungen. Eine davon ist Square Dance, der zum Programm gehört und von den Cloverleaves und ihren Gästen gestaltet wird. Gleichzeitig ein Farewell Dance für die Heimreisenden.
Wir, die Cloverleaves, Hannovers ältester Square Dance Klub, streben danach, daß sich unsere Gäste von Anfang an wohl fühlen. So, wie es auf einem Special Dance üblich ist. Herzlich Willkommen bei uns!
Ihr erinnert Euch vielleicht, es war vor einigen Jahren. Die EAASDC hatte den ersten Osteuropäischen Club der Association, den M-SEPARATE SDC, ausgewählt, das Sommer-Jamboree 1992 zu organisieren. Einige Monate später, vom 26. bis 28. Juni 1992, waren Prag, die Hauptstadt der Tschechischen Republik (damals der Tschechoslowakei) - eine Perle unter den historischen Städten der Welt - und der M-SEPARATE Square Dance Club die Gastgeber für 1.700 Square- und Round-Tänzer aus aller Welt. Viele von ihnen waren zum erstenmal in Prag, machten das Beste aus dieser Gelegenheit und verbanden die Tanzaktivitäten mit einem kurzen Urlaub, um mehr über Prag, über das Land und über die Leute zu erfahren, die hier leben. Es war ein wunderbar sonniges Wochenende. Das Wetter entsprach unserem Tanzfest. Fast alle Besichtigungstouren am Sonntag endeten am Altstadtplatz, wo über 600 Tänzer ein Drittel des Platzes beim Open-Air-Tanz füllten. - wunderbare Erinnerungen.
Das Jamboree zündete eine riesige Square-Dance-Begeisterung in unserer Republik und beflügelte auch unsere Anstrengungen, unsere Caller und Cuer Association zu gründen. Im November 1992 entstand die "Tschechische und Slowakische Caller und Teacher Association". Seit dieser Zeit versammeln wir uns alle jeden April zu unserer jährlichen Tanzveranstaltung, der CSCTA Convention. Die Convention wandert von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, von Club zu Club. Sie war in Opava, Liberec, Ricany, Trutnov, Zliv und Pilsen. Sie ging nach Ost und West, nach Nord und Süd und nun, nach sieben Jahren, ist die Zeit reif, daß die 7. CSCTA Convention. Die Hauptstadt Prag und der M-SEPARATE SDC werden Gastgeber für die Tänzer aus der ganzen Tschechischen Republik und Slovakien sein. Tänzer aus Deutschland, Großbritannien und anderen europäischen Ländern haben auch vor zu kommen. Jetzt nach sieben Jahren kehrt die Convention nach Prag zurück, zurück zu ihrem Ursprung. Es ist an der Zeit, zurückzublicken und die Erinnerungen wachzurufen, aber auch den Blick nach vorn zu richten auf neue Freundschaften und Erfahrungen.
Die 7. CSCTA Convention könnte eine gute Gelegenheit, vielleicht eine Herausforderung, für Euch sein, nach Prag zu kommen
Tanzhallen: Sekundarschule, Ucnovska 100/1, Praha 9
Badge: 160 Kronen bei Vorauszahlung. 190 Kronen an der Registration. Kinder unter 12 Jahre frei.
Registration: Ab Freitag 17.00 Uhr. Anmeldungen bitte an die Kontaktadressen.
Unterbringung: In der Halle (mit eigenem Schlafsack), 15 Kronen pro Person und Nacht. Falls erforderlich auch in der Turnhalle einer benachbarten Schule (15 Min Fußweg) für 10 Kronen pro Person und Nacht.
Verkehrsmittel:
U-Bahn Linie A - (Mustek) Tram #9
U-Bahn Linie B - (Palmovka) Tram #1
U-Bahn Linie C - (Hlavni nadrazi) Tram #9
Immer bis zur Endstation Spojovaci. Von dort aus der Beschilderung folgen.
Kontaktadressen:
Lubomir Stepan, Plk. Mraze 1189,
102 00 Praha 10, tel.h. +420 - 2 - 7862845
Zuzana Stepankova, Zazvorkova 1996,
155 00 Praha 5, tel.h. +420-2-6513817
mobil +420-603-710973
Als im Jahre1958 von amerikanischen Militärangehörigen und ein paar Deutschen ein Volkstanz- und SquareDance-Cltib gegründet wurde, der Räumlichkeiten im Deutsch-Amerikanischen Club nutzte, wäre dies beinahe das Geburtsjahr der Darmstompers geworden. Aber das Pflänzlein blieb ein wenig zu schwach. Und nach ein paar Wochen gab man wegen zu geringer Beteiligung wieder auf. . .
Doch im darauf folgenden Jahr ergriffen Amerikaner erneut die Initiative. Und im Juli 1959 wurde eine Square-Dance-Class ins Leben gerufen. Man tanzte dienstag's in der Lincoln Siedlung. Afterpartys fanden entweder an Ort und Stelle oder im privaten Rahmen statt. Dabei hatte eine Mrs. Marquart die Idee für den Clubnamen: DARMSTOMPERS.
Am 13.Oktober 1959 wurde die erste Class, die aus 15 amerikanischen Paaren bestand, vom ersten Caller des neuen Clubs, Tex Hencerling, graduiert. Ein richtiger Vorstand wurde installiert. Und bei dem Winterjamboree 1959, das in Paris stattfand, traten die Darmstompers der EAASDC bei.
Sehr mutig bewarb sich der junge Verein bereits um die Ausrichtung des Summer Jamboree 1960, das dann vom 2. - 4. Juli in der Bessunger Turnhalle veranstaltet wurde. In den erhaltenen Aufzeichnungen findet sich der Vermerk: Das Fest war ein großer Erfolg.
Da der Club von allem Anfang an unter der Fluktuation der amerikanischen Militärangehörigen zu leiden hatte, wechselten zu jener Zeit auch die Caller recht häufig.
1962 wurden die ersten deutschen Mitglieder aufgenommen. Nach deren Graduierung hatten die Darmstompers 7 Squares. Seit jenem Jahr tanzt der Verein montags und auch das Club-Emblem wurde erstmals auf Banner und Badge verwendet.
Bis 1964 erlebte der Club eine gewisse Blütezeit. Unter dem Caller Bob Stringer wurden drei Darmstompers, die heute wieder im Verein aktiv sind, zum ersten mal graduiert. Zum ersten mal wurde ein deutscher Tänzer, Dieter Galenza, Vorstandsmitglied. Und zum ersten mal fand am 31. Oktober der Frankenstein Castle Dance statt.
Danach schrumpfte der Club auf zwei Squares zusammen. Und erst unter dem neuen Caller Little Joe Esquibel, den Kenny vor wenigen Jahren in den USA persönlich kennenlernte, wuchs der Verein nach einer Class Ende 1965 wieder.
Schon packte die Darmstompers wieder der Übermut. Vom 1. bis zum 4. Juli 1966 waren sie Gastgeber des Summer Jamboree. Der Eintritt war damals frei. Nur für das Badge mußte 1 Dollar bezahlt werden. Weitere Besonderheiten gehen aus dem Flyer hervor: Freitagabend ist der Kaffee frei / Tanz am Langen Ludwig (Long Louie Fun Dance) / anstatt Afterparty Besuch des ,,Heini-festes" (Heinerfest: größtes Volksfest in Darmstadt) / Sonntag um 17 Uhr kostenloses Buffet in der amerikanischen Schule.
Beim Grand March waren 31 Squares auf der Tanzfläche. Und beim EAASDC-Meeting waren 10 Clubs vertreten.
Auf Grund der Military-Rotation dümpelte der Club in der Folgezeit ein wenig dahin. An wechselnden Tanzplätzen mußte man sich teilweise mit Schallplatten behelfen, weil geeignete Caller fehlten.
Ab 1969 kam mit dem Caller H. F. Summers wieder Kontinuität ins Clubleben. Von 1972 an hatten dann die Darmstompers mit Paul Lausberg einen deutschen Caller, der zeitweilig auch President des Clubs war. Damals hatte der Club 30 Mitglieder, die 5 DM Mitgliedsbeitrag im Monat bezahlten. Eine Class dauerte damals knapp vier Monate. Ein neues Banner wurde angefertigt, das dem alten, welches in die USA verschwunden war, weitgehend entsprach.
1977 legte Paul Lausberg sein Amt nieder. Der Club brauchte einen neuen Caller. Die Mitglieder entschieden sich für einen jungen Amerikaner, der gerade erst zu callen angefangen hatte, Kenny Reese. Der erste Montagabend im Oktober 1977 war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
1979, zum 2ojährigen Bestehen, hatte der Club 45 Mitglieder. Allerdings waren nur noch wenige Amerikaner dabei. Im gleichen Jahr richteten die Darmstompers das Winter Jamboree aus. Das Badge zeigte den Eiffelturm mit der Jahreszahl 1959 sowie den Hochzeitsturm in Darmstadt und war versehen mit dem Zusatz:
20 YEARS OF EAASDC-MEMBERSHIP.
Es nahmen etwa 650 Tänzer aus 69 Clubs teil.
Heute wird diese Zahl an Tänzern allein beim Frankenstein Castle Dance erreicht, dem Special-Dance der Darmstompers. Seit 1972, der dritten Veranstaltung, ist er mit einer einmaligen Unterbrechung regelmäßig veranstaltet worden. Bis 1986 konnte tatsächlich auf der Burg Frankenstein getanzt werden. Dann sprengte die Anzahl der Tänzer den dort vorhandenen Saal. Inzwischen hat man in der Sport- und Kulturhalle in Pfungstadt Räumlichkeiten, die dem Andrang gerecht werden.
Letztmalig konnten die Darmstompers 1986 ein Jamboree (Winter Jamboree) ausrichten. Es kamen über tausend Tänzer - und die Halle war zu klein. Leider gibt es in einigermaßen vertretbarer Entfernung für den Verein keine Hallen, die heutzutage die Ausrichtung eines Jamboree erlauben.
1982 gab es eine erste Round-Dance-Class, die Ilona Fuss leitete. Danach beschloß die Mitgliederversammlung, am Clubabend neben Square Dance auch Round Dance anzubieten. Gisela Hofmann war die erste Cuerin. Nach Matthias Griese (1986 - 1992) ist seit Mai 1992 Susan Steup die Clubcuerin.
Seit 1995 gehört auch Clogging zum Tanzangebot für die Mitglieder des Clubs. Unter der Leitung von Daniela Schell, Stefan Volk und Alexandra Schell haben die Tänzer schon einige Erfolge aufzuweisen.
Seit Kenny Clubcaller ist, stieg die Zahl der Mitglieder stetig. Zum 25jährigen Jubiläum gab es 80 Darmstompers, fünf Jahre später waren es bereits über hundert. Und seither hat sich die Zahl nochmals verdoppelt.
An vier bis fünf Abenden in der Woche bietet der Verein seinen Mitgliedern Aktivitäten an. Allgemeiner Clubabend ist der Montag geblieben, seit kurzem am neuen (tollen) Tanzplatz im Bürgerhaus ,,Goldener Löwe" in Darmstadt-Arheilgen.
Es gibt über das Tanzen hinaus zahlreiche gesellige Aktivitäten. Einmal im Jahr zu Himmelfahrt findet die große Clubfahrt, meist zu einem Verein im benachbarten Ausland, statt. Im Sommer trifft man sich zum Campout in Gedern. Faschingsparties, Weinproben, Jux-Rallyes, Radtouren und gemeinsame Grillfeste gehören ganz selbstverständlich ins Jahresprogramm.
Ganz sicher trägt dies dazu bei, daß die Darmstompers trotz ihrer Größe ein ganz sympathischer Club geblieben sind, in dem das Persönliche im Vordergrund steht.
Verfolgt mit mir die Geschichte eines erfundenen Paares, das wir Hans und Inge nennen wollen.
Vorgeschichte
Hans und Inge sind langjährige Mitglieder der "XY-Squares". Sie tanzen dort schon seit vielen Jahren und übten auch verschiedene Vorstandsämter aus. Sie leben für den Square Dance, brachten auch ihre Kinder zum Square Dance und feierten sogar ihren 20. Hochzeitstag mit einem Square Dance.
Aber grade kürzlich mußten sie bei einigen Clubabenden fehlen. Zunächst setzte eine Krankheit Hans für einige Wochen außer Gefecht, dann, als alles wieder in Ordnung war, mußten sie für einige Wochen ihre kleine Enkeltochter hüten. Deshalb waren sie etwa drei Monate nicht tanzen.
Nun sind sie bereit, wieder einzusteigen. Aber sie fühlen sich ein wenig unsicher - sogar etwas schuldbewußt, weil sie einige Clubabende versäumt haben.
Clubabend, Variante 1
Hans und Inge kommen in den Tanzsaal und werden sofort an der Tür begrüßt mit den Worten "Soso, habt Ihr Euch entschieden, wieder zu kommen?" - mit leicht sarkastischem Tonfall. Der Clubpräsident sieht sie, aber übersieht sie zunächst. Nach einigen Minuten kommt er zu ihnen und sagt "Nun - wo ist Eure Entschuldigung - wo seid Ihr gewesen?" Der Caller bemerkt sie, nachdem der Abend halb vorbei ist und sagt (über das Mikrofon) "es ist schön zu sehen, daß Hans und Inge endlich beschlossen haben wiederzukommen". Hans und Inge bleiben einfach stumm, beenden den Tanzabend, gehen heim und beginnen zu überlegen, was mit dem Club passiert ist, während sie weg waren
Clubabend, Variante 2
Hans und Inge kommen in den Tanzsaal und werden sofort an der Tür begrüßt mit den Worten "Hallo - wie gehts Euch - schön, Euch wiederzusehen - kommt doch rein!?". Der Clubpräsident sieht sie, kommt sofort auf sie zu und sagt "Hans! Inge! Wir haben Euch vermißt! Es werden sich alle freuen, Euch beide wiederzusehen!" Der Caller sieht sie hereinkommen und macht, sobald er kann, die Ansage: "Meine Damen und Herren - wir haben heute abend Ehrengäste - Hans und Inge sind zurück - heißt sie willkommen, das ist ihr Abend." Hans und Inge haben kaum einen Augenblick für sich für den Rest des Abends und als sie heimkommen, waren sie viel zu aufgeregt, um zu schlafen.
Schlußfolgerung
Nun, ich glaube, Ihr werdet zustimmen, daß wir die "Variante 1" wirklich vermeiden sollten und (obwohl ich vielleicht etwas übertrieben habe) wir mehr nach der "Variante 2" handeln sollten.
Das Problem ist: das ist nicht das, was im wirklichen Leben geschieht. Ich habe die "Variante 1" so oft passieren sehen und ich habe so viele gute und überzeugte Tänzer deshalb den Square Dance verlassen sehen. Das Heimtückische daran ist, daß diejenigen, die die "verlorenen Tänzer" sich unwillkommen fühlen lassen, noch nicht einmal mitbekommen, daß sie daran schuld sind! Sie meinen, weil sie Hans und Inge so gut kennen und weil sie es schon jahrelang so gemacht haben, daß Hans und Inge doch ein Späßchen verstehen müßten - was soll also das Getue?
Nun, der Punkt ist, daß Hans und Inge Menschen mit Gefühlen sind - die sich ohnehin schon ein bißchen schuldig fühlen, sooft nicht dagewesen zu sein - und nun fühlen sie sich noch schlechter. Aber nach einer Weile wachen sie auf und kommen zu der Erkenntnis, daß es nicht sie sind, die ein Problem haben - sie lieben ihren Square Dance und haben schon viel für den Club getan - was ist also so verkehrt an einer Unterbrechung. Das führt sie dann auf den Gedanken, am Club zu zweifeln oder am Square Dance überhaupt.
Wir müssen immer daran denken, daß "Square Dance Umgang mit Menschen ist" - und wenn wir überleben wollen, dann müssen wir auf unsere Tänzer achten und auf ihre Gefühle. Was es noch schlimmer macht ist, daß Hans und Inge oft mit einem anderen Paar befreundet sind, das vielleicht auch einige Zeit nicht dagewesen ist. Natürlich werden sie sich treffen und miteinander reden - welchen Eindruck von Eurem Club möchtet Ihr übermittelt wissen?
Nebenbei: mindestens ein Club, in dem ich diese Dinge oft geschehen sah, ist eingegangen. Das war natürlich nicht der Hauptgrund für das Verschwinden des Clubs, aber es hat dazu beigetragen.
Glückwunsch! Ihr seid vor zwei Jahren graduiert worden, habt Eure Phase II Figuren bei jeder Gelegenheit geübt und fühlt Euch jetzt gut genug weiterzugehen und neue Rhythmen zu entdecken. Im Intermediate Level werdet Ihr mit Cha-Cha, Rumba, Jive, Foxtrot, vielleicht auch Mambo, Quickstep, Slow-Two-Step und sogar Tango bekannt gemacht. Ein wundervolles Abenteuer beginnt. Auf der anderen Seite werdet Ihr sicher Eure Kenntnisse im Walzer vertiefen. Der Walzer ist übrigens der einzige Rhythmus, der Figuren in allen Phasen von II bis VI hat. Beachtet, daß auf herkömmlichem Weg nur Two-Step und Walzer in der Anfänger-Class gelehrt werden und die Phase III in einer weiterführenden Class. Heutzutage ist dieser klassische Weg im Wandel und es gibt mehr und mehr Teacher, die eine Einführung in andere Rhythmen in ihre Anfänger-Class einschließen, insbesondere Cha-Cha und Rumba (manche beginnen sogar die Class mit Cha-Cha), weil diese Rhythmen gefallen, es Spaß macht, ihnen zuzusehen, sie leicht zu lernen sind und sie Euch sehr schnell das Gefühl geben, richtig zu tanzen - vielleicht nicht wie Fred Astaire und Ginger Rogers, aber fast!
Ob also in der Anfänger- oder in der Aufbau-Class, die Chancen stehen gut, daß Cha-Cha und Rumba die ersten neuen Rhythmen sein werden, die Ihr lernt. Manchmal werden auch Rhythmus-Classes angeboten in der Art, daß das Jahr in gewisse Abschnitte unterteilt wird. Wenn Ihr dann zufällig mitmachen wollt, wenn eine Foxtrott-Class in Eurer Gegend angeboten wird, dann tut es. Obwohl es kurzfristig lohnender ist, mit einer Latein-Class zu beginnen, ist das kein MUSS.
Wenn Ihr in Eurer Anfänger-Class ausschließlich Phase II gelernt habt (und natürlich die wenigen Phase III Two-Step Figuren), dann ist es das Beste, wenn Ihr Eure neue Class als völlig neues Feld betrachtet. Phase IV ist die Fortsetzung von Phase III, aber Phase III ist nicht die Fortsetzung von Phase II: es ist ein völlig neues Spiel. Das soll nicht heißen, daß Euch die Erfahrungen, die Ihr in Phase II gesammelt habt, nicht weiterhelfen. Im Gegenteil, sie werden Euch sehr nutzen, weil Ihr gelernt habt, auf Cues zu reagieren, immer erst eine Figur zu beenden bevor Ihr die nächste beginnt, auch wenn der Cue zu früh kommt, Euer Musikgefühl hat sich verbessert und Ihr bewegt Euch geschmeidiger auf der Tanzfläche als damals beim Open House.
Die schlechten Nachrichten sind allerdings, daß Ihr in der Basis-Class vielleicht Gewohnheiten angenommen habt, die Ihr an die Anforderungen von Phase III Walzer und Foxtrott anpassen müßt. Ihr habt zweifellos bemerkt, daß von Phase III aufwärts die Figuren des Round Dance aus dem Gesellschaftstanz übernommen wurden, obwohl es andere Namen gibt, andere Betonung auf der Haltung liegt und die Körperbewegung anders ist.
Einer der schwierigsten Übergänge ist die Anpassung an neue Blickrichtungen. In der Phase II habt Ihr die vier graden Richtungen gelernt, kurz: Wand, Zentrum, in Tanzrichtung und gegen Tanzrichtung. In Phase III beginnen und enden die Figuren sehr selten mit diesen graden Richtungen. Ihr werdet fast alles in der Diagonalen beginnen und beenden; zum Beispiel ist die normale Blickrichtung für den Start eines Hover oder Whisk diagonal zwischen Wand und Tanzrichtung (DLW - Diagonal Line and Wall). Derselbe Hover oder Whisk endet in Semi-closed Position, beide Partner schauen diagonal zwischen Tanzrichtung und Zentrum (DLC - Diagonal Line and Center). Dafür gibt es einen guten Grund: dieser Winkel nutzt Euch zur Orietierung, weil er Euch die richtige Richtung für die nächste Figur vorgibt, diese nächste Figur wird daher leichter auszuführen sein. Bisher wart Ihr gewohnt, 2 Right Turns oder 2 Left Turns mit Blick zu Wand zu beenden: Angewohnheit Nr.1: werdet sie los. Von nun an solltet Ihr Euch angewöhnen, in Richtung DLW (diagonal Line und Wall) zu enden.
Eine andere Angewohnheit, mit der die Tänzer schwer zu kämpfen haben, ist die übertriebene Banjo-, Sidecar- und Semi-closed-Position. Im Intermediate-Level werdet Ihr lernen, daß Banjo, Sidecar und Semi-closed keine Körperpositionen sind, sondern Kopf- und Fuß-Positionen. Um das zu verstehen, nehmt am besten Euren Partner, stellt Euch in closed Position Blick zur Wand und lest weiter über seine/ihre Schulter. Wenn die Herren nun ihre Fersen stehen lassen, aber die Fußspitzen leicht nach links drehen (Fußspitzen in Richtung DLW) - laßt Eure Schultern und Hüften wie sie sind! - und wenn sie ihre Köpfe nach links in Tanzrichtung drehen - laßt Eure Schultern und Hüften wie sie sind! - dann haben sie ihren Teil der Banjo- oder Semi-closed-Position geschafft, die für den Mann identisch ist. Ebenso die Damen: sie drehen ihre Fußspitzen und Köpfe nach links, um in die Banjo-, und nach rechts, um in die Semi-closed-Position zu kommen. Nochmals, es gibt einen guten Grund dafür: wenn sich die Körper gegenüberstehen (und NICHT nebeneinander) und die Schultern parallel sind, dann ist es viel leichter, sich als Paar harmonisch zu bewegen.
Ich hoffe, ich habe Euch nicht abgeschreckt, Phase III Walzer zu lernen. Es stimmt, daß es einige Übung braucht und daß Ihr geduldig mit Euch selbst sein müßt, aber der Erfolg ist überwältigend. Schon bald werdet Ihr nicht glauben, wie leicht es ist, einen schönen Spin Turn oder Impetus zu tanzen.
Wußtet Ihr, daß es Square und Round Dance in Japan gibt?? Ja, wirklich!! Könnt Ihr Euch vorstellen, wie jemand japanisch tanzt? Oder ist das jenseits Eures Vorstellungsvermögens?
Nun, ich dachte, ich nehme die Gelegenheit wahr, Euch etwas mehr darüber zu erzählen, wie hier in Japan getanzt wird - sowohl über das, was genauso ist, wie das, wo die Dinge anders sind.
Zunächst einmal will ich über das reden, was genauso ist. Erinnert Ihr Euch noch, was ich über 'japanisch tanzen' sagte? Nun, das war nur ein Scherz. Die Sprache im Square und Round Dance ist überall dieselbe. Alle Cuer und Caller cuen und callen alles in Englisch (wenn auch vielleicht mit japanischem Akzent). Die Tänzer sprechen meist kein Englisch (tatsächlich auch nicht die meisten Caller und Cuer, außer um zu callen und zu cuen), aber sie verstehen alle notwendigen Square Dance Begriffe. Japaner sind bekannt als sehr tüchtige Tänzer, das kommt vielleicht Teil daher, daß es mit besonderer Mühe verbunden ist, mit einer anderen Sprache tanzen zu lernen.
Eine weitere Ähnlichkeit ist, daß der Square Dance auf einem System von Clubs basiert. es gibt über 250 Square Dance Clubs in Japan, mit ungefähr 8.000 Mitgliedern allein in der "Japan Square Dance Association". Und die Zahl der Tänzer wächst ständig. Das Alter der Tänzer reicht von kleinen Kindern bis zu Leuten in den 70ern, wobei die meisten wahrscheinlich zwischen 40 und 50 sind. Einige der älteren Clubs gibt es schon seit ungefähr 50 Jahren, Square und Round Dance sind also auf keinen Fall neue Entwicklungen. Es gibt aber einen großen Unterschied in der Struktur der Clubs (Editor: .. zu den USA). Es gibt keine Dinge wie "Paar-" oder "Single-"Clubs. Tatsächlich übertreffen die Frauen die Männer im Verhältnis 4:1. Wie hat dann jeder eine Gelegenheit zum Tanzen, fragt Ihr Euch? Ganz einfach: eine Menge Frauen tanzen den Männer-Part. Viele Frauen können beide Positionen tanzen, einige aber auch nur die Männerposition. Auf jeden Fall wird das hier nicht als Problem gesehen. Es ist üblich, für jeden Tip den Partner zu wechseln und auch verheiratete Paare tanzen normalerweise nicht mehr als einen oder zwei Tips zusammen. Es wird daher alles gut durchgemischt und jeder kann jeden zum Tanzen bitten (deshalb tanze ich hier besonders gern!).
Ein weiterer Unterschied ist die Art, wie Anfänger-Classes laufen. Die meisten Clubs haben einmal im Jahr eine Class und zwar am Clubabend. Die meisten Clubs hier tanzen Mainstream. Jeder im Club hilft den Anfängern als Angel bis sie graduiert werden; zu diesem Zeitpunkt werden sie natürlich in den Club integriert.
Im allgemeinen ist Round Dance auch ein Teil des Programms in den meisten Square Dance Clubs. Anfänger werden bereits während der Class in Round Dance unterrichtet und Phase II-III Tänze sind Bestandteil der meisten Tanzabende und Specials. Jeder Club hat abhängig von seiner Größe (die reicht von 9 Tänzern bis 300, durchschnittlich ungefähr 25) mehrere Caller und Cuer. Die meisten Caller und Cuer sind Mitglied eines Clubs und nur sehr wenige werden für ihre Dienste bezahlt. Die meisten Clubs werden von einem Board geführt und die Caller und Cuer sind oft Mitglied des Boards. Die Clubs treffen sich einmal in der Woche und die Mitglieder zahlen meist monatliche Beiträge anstatt je Tanzabend. Gemeindezentren sind der häufigste Treffpunkt für den wöchentlichen Clubabend.
Zusätzlich zu den Mainstream-Clubs gibt es auch eine Anzahl Clubs mit Advanced- und Challege-Programm. Während einige Leute nur in diesen Programmen tanzen, bleiben die meisten Tänzer doch gleichzeitig auch Mitglied in einem MS-Club. Dasselbe trifft für Round Dance zu: es gibt viele Phase IV-V RD-Clubs. Die Tatsache, daß viele Tänzer der weiterführenden Programme auch die Mainstream-Clubs unterstützen, ist vielleicht ein weiterer Grund dafür, daß die Tanzfähigkeiten hier im allgemeinen gut sind.
Hat dieser Artikel geholfen, Euer Interesse für das Tanzen in Japan zu wecken? Glaubt Ihr nicht, daß es eine wundervolle und exotische Erfahrung wäre, hierherzukommen, mitten in einen Raum voller japanischer Tänzer? Obwohl Ihr vielleicht nicht dieselbe Sprache sprecht, stört das nicht weiter, solange Ihr zusammen tanzt. Nun, damit kommen wir zum letzten Grund, weshalb ich diesen Artikel geschrieben habe!
Hört jetzt nicht auf zu lesen!
Jeden September findet die "All-Japan Square Dance Convention" irgendwo in Japan statt. Diesmal vom 10.-12. September in Gifu, genau in der Mitte der Hauptinsel.
Es werden ungefähr 1000 Teilnehmer erwartet und es gibt parallel drei Hallen mit den Programmen von Basic bis C2. Außerdem gibt es durchgängig eine Halle für Round Dance. Tanz und Unterkunft sind im selben Hotel, es liegt daher alles bequem unter einem Dach beieinander.
Klingt das nicht nach einer einmaligen Gelegenheit? Wenn Ihr interessiert seid, mehr zu erfahren, schreibt bitte oder schickt ein e-mail an die Verantwortliche für die Werbung in Übersee (was ich grade bin - welch Zufall!!).
Wir würden Euch gern bei uns sehen!
Martha Ogasawara,
9-3 Sakaue-cho,
Tajimi-shi, Gifu-ken, Japan, 507-0804,
e-mail: martha@blk.mmtr.or.jp.
| Location | # of clubs | # of members | # of couples | # of "solo" men | # of "solo" women |
| Hokkaido | 28 | 607 | 51 | 89 | 518 |
| North East | 20 | 590 | 69 | 102 | 488 |
| Kanto (Tokyo) | 98 | 3358 | 435 | 838 | 2520 |
| Nagoya | 52 | 1420 | 177 | 355 | 1065 |
| Osaka | 23 | 1155 | 68 | 125 | 1030 |
| West | 32 | 700 | 74 | 129 | 571 |
| Total | 253 | 7830 | 874 | 1638 | 6192 |
So klein ist die Welt, zumindest die Square Dance Welt! Kaum hatten wir den Artikel über Square Dance in Japan fertig, flatterte uns der folgende Bericht ins Haus, in dem von derselben Person die Rede ist, mit der wir über Artikel und Flyer zur "All-Japan Square Dance Convention" korrespondiert hatten.
Im Jahr 1994 hieß unser Special Dance "Gateway Twirlers travel to Japan". Der Erfolg unserer Dekoration im Vorjahr stachelte meinen Ehrgeiz an, für dieses Jahr wieder etwas zu bauen. Ich schrieb ein paar Adressen aus dem "International Directory" an und bat dort um Anregungen. Trotz vieler guter Wünsche, Kopien, Farbkopien, Berichte und sogar Bücher über den Bau von Teehäusern war nichts dabei, was ich verwerten konnte. Kurz entschlossen flog ich also im September 1994 das erste Mal nach Japan.
Leider ist ein Zimmermann im allgemeinen - und ich im besonderen - ein schreibfauler Geselle. Ich kann den ganzen Tag Balken schleppen, sägen und nageln, aber ein Kugelschreiber ist mir zu schwer. Außerdem, wo sollte ich anfangen, wo aufhören, die Erlebnisse dieser drei Wochen zu schildern.
Hier nur in Kürze meine Erlebnisse, die mich an die Aufforderung "Bitte vor dem Besuchen anrufen!" erinnerten:
Ausgerüstet mit einem Jugendherbergsausweis, dem "International Directory" und einigen Briefen, die ich aus Japan bekommen hatte, sah ich kein Problem für die drei Wochen Aufenthalt. Ich kaufte mir ein JR-Ticket, mit dem ich mich in jeden Zug der Japan Railways setzen konnte, ohne nach einer Fahrkarte anstehen zu müssen. Zwei Adressen waren mir aufgefallen: das Büro der "Japan Square Dance Association" befand sich in derselben Straße wie die Jugendherberge und "Martha", der Name meiner Kontaktperson, ist offensichtlich kein japanischer Vorname. Es stellte sich heraus, daß Martha Okasawara als gebürtige Amerikanerin, mit einem Japaner verheiratet, als Dolmetscherin und Englischlehrerin arbeitet.
An einem Mittwoch Nachmittag ging es los: Von Frankfurt am Main nach Tokyo/Narita ohne Zwischenlandung. 12 Stunden Flugzeit plus 8 Stunden Zeitverschiebung machten aus dem Landetermin in Tokyo einen Donnerstag Nachmittag. Bis ich die Jugendherberge gefunden hatte, war es auch schon dunkel. Als nicht angemeldeter Einzelwanderer durfte ich zwei Nächte in der JH bleiben. Am Freitag hatte das Büro der Japan Square Dance Association geschlossen, also habe ich mir ein wenig von der Stadt angesehen. Am Samstag fuhr ich nach Gifu und versuchte von der JH aus, mit Martha Osakawara zu telefonieren. Da ich sie nicht erreichte, schaute ich mir abends das Kormoran-Fischen an: die Kormorane werden dabei als Angel benutzt und die gefangenen Fische werden aus dem Kropf des Vogels in das Boot gewürgt. Das ganze nach Sonnenuntergang und mit Fackelbeleuchtung an den Booten!
Sonntag Mittag endlich kam der Rückruf von Martha: In Tokyo hatte an diesem Wochenende die "All-Japan Square Dance Convention" stattgefunden - und das ohne mich! - Deshalb siehe oben: anrufen, bevor Ihr jemanden besucht! (An alle, die dies Jahr hinfahren: bestellt viele Grüße von mir!)
Im November 1997 kam dann ein Gegenbesuch: 16 Square Dancer mit Begleitung (20 Personen insgesamt) und sogar eine Callerin.
Via e-Mail und Internet waren sie bei Chris Kiendl in München angemeldet. Hans-Dieter Keh hat dann alles organisiert: Trotz Graduation und offizieller Clubgründung haben sich die "Colors of the Wind" und Mickey Braithwaite um meine Gäste gekümmert. Wir hatten soviel Spaß miteinander, daß ich spontan auch Mitglied in diesem Club wurde. Nach einer Woche Besichtigungstour haben meine japanischen Freunde dann auch bei uns, den Gateway Twirlers, noch einmal getanzt.
Beim Abschied auf dem Flughafen wurde ich immer wieder gefragt, wann ich mal wieder nach Japan käme, bis ich schließlich sagte: "Zum Arbeiten sofort". Wenn man mich als "Handgepäck" durchgelassen hätte, wäre ich sofort mitgeflogen.
Über sieben Ecken hat meine Brieffreundin mir jetzt eine Arbeitsstelle in Japan besorgt. Drei Monate Japan - für einen deutschen Zimmerergesellen ein Traum!!! (deshalb findet Ihr mich dieses Jahr auch nicht auf dem Gateway-Special).
Mickey Braithwaite geht als Gastcaller für eine ganze Woche nach Japan, Martha Okasawara schickt Flyer und Artikel, es gehen Briefe und Anrufe hin und her . . . und warum?
"Freundschaft ist der größte Lohn des Square Dance".