ECTA Clogging Coordinator
Tina Kipp

Hi,

daß man Clogging sehr gut mit Square Dance Veranstaltungen kombinieren kann, haben Karl-Heinz und ich wieder einmal in unserem Urlaub festgestellt. Wir haben an der Ski Woche von den Jaywalkers teilgenommen. Diesen Entschluß haben wir Anfang letzten Jahres getroffen. Karl-Heinz als echter Bayer vermißt natürlich hier hoch im Norden seine Berge.

Auf der Winterjamboree sagte man mir dann, daß es toll wäre, wenn ich auch meine Schuhe und Platten mitbringen könnte, es wären viel Clogger von überall mit dabei.

Freitagnacht ging es dann los, denn am Samstagnachmittag war die Registration in Mandling/Österreich. Auf dem Parkplatz traf man schon die ersten bekannten Gesichter. Groß war bei mir schon die Freude, als ich feststellte, das Heike Ludwig, ein Clogging Instructor aus Schwäbisch Hall, auch mit dabei ist. Beim gemeinsamen Abendessen lernte man dann die restlichen Teilnehmer kennen.

Die Umgebung dort ist sehr schön, auch wenn man nicht Ski fährt wie ich. Tagsüber waren alle beschäftigt. Man fuhr Ski oder Langlauf, ging Spazieren oder Shopping, rodeln oder machte eine Schlittenfahrt. Ab 16:00 Uhr ging es dann mit Workshops weiter. Im Wechsel Round mit Manu und A1 mit Kenny. Von 20:00 bis 22:00 Uhr wurde dann fleißig Plus und Round getanzt. Jetzt könnte man ja annehmen, daß man nach soviel Aktivitäten müde ist und sich auf die Afterparty freut, um sich zu erholen. Aber wenn Clogger Musik hören, können sie selten ruhig sitzen bleiben. So wurde dann zur Afterparty Clogging getanzt. Leichte Choreo´s und ein paar etwas schwierigere wurden unterrichtet und unsere guten alten Oldies wurden auf Cues getanzt.

Es wurden neue Anfänger fürs Clogging interessiert und auch welche, die Spaß daran haben vielleicht selbst zu unterrichten. Für mich war das eine sehr schöne Square Dance Clogging Woche und es hat sich gezeigt, daß es nicht nur hier oben im Norden mit der Zusammenarbeit von Square Dance und Clogging funktioniert.

Falls es Euch jetzt reizt, Clogging zu lernen, meldet Euch bei mir. Ich gebe Euch gerne Informationen, wo Ihr in Eurer Nähe eine Club habt oder eine Instructor engagieren könnt. Und möchtet Ihr vielleicht auch Clogging Instructor werden, so bilden wir natürlich auch aus.

Eine Möglichkeit, beim Clogging hineinzuschnuppern, ist die Student Jamboree Nord/Süd am 28. März. Ich hoffe, viele von Euch auf der Tanzfläche begrüßen zu dürfen.

Tina Kipp


Greetings from your ECTA RD Coordinator !
Don Casper

Zwei wichtige Elemente des guten Tanzens (ob Square oder Round) sind eine solide Grundkenntnis der Figuren und eine gutes Zuhören. Beim Square Dance gibt es nur wenige Figuren deren Namen sich ähnlich sind (dosado / do paso) und die ohne Verwirrung auseinandergehalten werden können, vorrausgesetzt der Caller hat deutlich gesprochen. Beim Round Dance aber, sind es doch einige Figuren, deren Namen aus den gleichen Begriffen entstanden sind, was sehr leicht zu Mißverständnissen führen kann, beispielsweise:

Dies sind nur einige Beispiele für die Figuren die für Verwirrung sorgen können. Eure Cuer können euch helfen, indem sie deutlich sprechen und Euch genügend Zeit geben, die Figuren zu erkennen. Die beste Selbsthilfe ist genaues Zuhören.

Frohes Tanzen!!

Herzlichst Euer

Don Casper, ECTA RD Coordinator 96-98


25th Maypole Dance
Norbert Lindmayr, Dip-N-Divers, München

Man muß im Mai durch Oberbayern reisen, um zu begreifen, welche Rolle hier der Maibaum spielt. In fast allen Dörfern, Märkten und Kleinstädten stehen die schlanken hohen Stämme, meist weiß-blau bemalt und reich mit Figuren und Schildern bestückt. Das Maibaumaufstellen am 1. Mai ist ein alter Brauch aus dem 17.Jahrhundert, mit dem der Wonnemonat begrüßt wird. Dazu tanzen dann Trachtenvereine oder Volkstanzgruppen. Die Einheimischen und Gäste feiern ausgiebig und fröhlich unter dem Maibaum oder auf den Maifesten.

Diese altbayrische Tradition war Anlaß zur Idee der Munich Dip-N-Divers, das alte Brauchtum mit dem "modernen" Square Dance zu verbinden. Nach einigen Vorläuferveranstaltungen mit gutem Anklang fand der 1.Maypole Dance im Mai 1974 in München während der deutsch-amerikanischen Freundschaftswoche statt. Auf dem Programm standen Chris Vear, Steve Walton, Rudi Pohl, Hans Gietl und Lynn Sandstrom. Der Maypole Dance findet seitdem jedes Jahr statt. Die Tanzplätze wurden mehrfach geändert, das Programm modifiziert, MCs und Gastcaller wechselten, aber eines ist immer noch gleich geblieben: Der Mini-Maibaum, verliehen an den Tänzer mit der weitesten Anreise, und der Maxi-Maibaum für den Club mit den meisten anwesenden Mitgliedern. Seit dem 7. Maypole Dance dabei sind unsere RD Clubcuer Manuela Lindmayr und Klaus Völkl.

Heuer veranstalten die Dip-N-Divers nun den 25. Maypole Dance am 9./10. Mai in Dachau. Als Gastcaller wurden zum ersten Mal ein Schwede engagiert: Stefan Sidholm. Wir hoffen, zahlreiche Gäste aus nah und fern bei unserem Jubiläums-Special begrüßen zu dürfen und freuen uns auf ihren Besuch.


Das ECTA Board empfiehlt, gegen T2000 zu stimmen.
European Callers & Teachers Association e.V. - Press Release 1. Feb. 1998

Bei der nächsten CALLERLAB Convention in Cincinnati wird die Mitgliedschaft über den Vorschlag "Team (Target) 2000" abstimmen. Nach den ECTA bisher vorliegenden Informationen ist mit diesem Projekt beabsichtigt, gegebenenfalls die derzeitigen Programmlisten "Basic", "Mainstream" und "Plus" durch einen neuen Satz Listen abzulösen. Erstmals werden "Standard-" und "Erweiterte" Positionen Teil der Listen sein. Während das erste Programm mehr oder weniger die Basic-Figuren nur aus Standardpositionen enthält, wird die nächste Liste eine Kombination von MS und Plus - wieder nur aus Standardpositionen - sein. Das dritte Programm enthält alle "erweiterten" Anwendungen ohne zusätzliche Figuren. Die Unterrichtszeit für diesen Satz von Programmen soll merklich kürzer sein als die heutige Dauer von Basic bis Plus. Das soll die Lösung der akuten Probleme in der Square Dance Szene Amerikas sein.

Wenn der T2000-Vorschlag angenommen wird, wird CALLERLAB im nächsten Jahr die neuen Programme in Ausschüssen erarbeiten. Die Mitgliedschaft wird danach entscheiden, ob die neuen Programme angenommen werden oder ob es beim heutigen System (B,MS,+) bleibt.

Laut Vorstand der "European Callers and Teachers Association" (ECTA e.V.) nimmt die Square Dance Szene in Europa großen Anteil an den Problemen in Amerika. Wenn wirklich die Notwendigkeit besteht, die heutigen Programme zu ändern, ist ECTA mehr als gewillt, eine aktive Rolle dabei zu übernehmen, daß Square Dance ein attraktives Hobby auch im nächsten Jahrtausend bleibt. Andererseits versucht der T2000-Vorschlag in erster Linie lokale Probleme zu lösen. Leider wurden die europäischen Verbände der Caller und Tänzer in dieser Frage nicht offiziell zu Rate gezogen. Ihre Vorstellungen und Meinungen fehlen nun.

Teile des Vorschlags sind für Europa sehr interessant: Basic als Einstiegsprogramm genauso wie die Definition von "Standard" und "erweiterter Anwendung" und ihre Einbindung in die Tanzprogramme.

Aber die Vermischung von MS und Plus zu nur einem Programm würde die europäische Aktivität stark belasten. In Europa funktionieren die MS- und Plus-Programme sehr gut und Dinge wie "Soft-Plus" gibt es nicht. Nach Ansicht des ECTA-Boards würden sich die MS-Clubs bei Kombination von MS und Plus sehr schwer tun mit der Anpassung an die neuen Listen und als Ergebnis einen großen Mitgliederverlust erleiden. Die Plus-Clubs, die heute den auch noch MS-Clubs angehörenden Mitgliedern ein "höheres" Programm anbieten, müßten in das Advanced Programm weitergehen, um zu überleben. Das würde einen Druck in höhere Programme bedeuten, den der T2000-Vorschlag zu vermeiden behauptet.

Angesichts der Tatsache, daß die Mitgliedschaft von CALLERLAB nur über den Vorschlag als Ganzes abstimmen kann, empfiehlt der ECTA-Vorstand seinen CALLERLAB-Mitgliedern GEGEN den T200-Vorschlag zu stimmen .

ECTA wird das Möglichste tun, um die Standardisierung aufrechtzuerhalten (derzeit sind die CALLERLAB Programme Teil der Satzung). Wenn T2000 eingeführt werden sollte, wird ECTA die anderen europäischen Organisationen einladen zu untersuchen, ob und wie T2000 eingeführt werden kann unter Beibehaltung einer Überlebensgarantie für die Aktivität in Europa.

Für weitere Informationen wendet Euch an:

ECTA e.V., Dirk Loomans (President)

Rebhuhnstr. 12a, D-82140 Olching

Tel.: #49 - 8142 - 489766 Fax.: #49 - 8142 - 489767

dirk.loomans@hl.siemens.de


Square Dance und Schwerhörigkeit
Manfred Stolt-Stürmann, Crowns & Flames, Köln

Sind Euch schon Tänzerinnen und Tänzer aufgefallen, die ihren Kopf beim Tanz seltsam suchend bewegen und ihr wußtet nicht warum? Hier ist die Antwort: Diese Tänzerinnen und Tänzer haben höchst wahrscheinlich Probleme mit Ihrem Gehör.

Ich selbst bin einseitig taub und trage deshalb ein Hörgerät. Nur bereiten leider normale Hörgeräte in der lauten Umgebung der Hallen Probleme. Sie verstärken nicht nur die Musik und die Calls, sondern auch alle Umgebungsgeräusche gleichmäßig. Das Gehör ist ständig überlastet und ich muß das Gerät abschalten. Dann höre ich aber wieder schlecht. Für die Betroffenen muß das aber kein Problem sein. Eine mögliche Lösung dazu stelle ich weiter unten vor. Für die, die mich nicht kennen: Ich bin "der Mann mit dem Knopf im Ohr".

Die Statistiken weisen aus, daß von den 81,2 Mio Einwohnern Deutschlands etwa 14 Mio schwerhörig sind und etwa 2 Mio ein Hörgerät tragen. Damit ist zu erkennen, daß Schwerhörigkeit heute kein Makel mehr, sondern leider fast "normal" geworden ist.

Die Fördergemeinschaft "Gutes Hören" hat den folgenden Fragebogen zur Einschätzung der Hörfähigkeit entwickelt. Beantwortet ihn für Euch selbst und zählt die Punkte für (JA/NEIN/Manchmal):

  1. Hast Du bei geräuschvoller Umgebung Mühe, Deinen Gesprächspartner zu verstehen? (6/0/3)
  2. Überhörst Du gelegentlich den Wecker, die Türklingel oder das Telefonläuten? (4/0/0)
  3. Hast Du gelegentlich Schwierigkeiten beim Telefonieren?(4/0/3)
  4. Hast Du gelegentlich den Eindruck, daß Dein Gehör bei gutem Wetter besser funktioniert als bei schlechtem? (4/0/0)
  5. Beschweren sich andere Menschen manchmal darüber, daß Du Dein Radio oder Deinen Fernseher zu laut einstellst? (6/0/3)
  6. Hörst Du das Zwitschern und Tirilieren der Vögel? (0/2/1)
  7. Ist es Dir schon passiert, daß Du ein herannahendes Auto erst im letzten Moment gehört hast? (4/0/0)
  8. Hast Du Probleme, einer normalen Unterhaltung mit mehreren Personen mühelos zu folgen? (6/0/3)
  9. Sitzt Du im Theater oder bei Vorträgen gern in den vorderen Reihen? (6/0/3)
  10. Überhörst Du Deine Klingel? (4/0/2)
  11. Hast Du das Gefühl, daß viele Menschen undeutlich sprechen? (6/0/3)
  12. Kannst Du Dich auf einer lauten Party problemlos mit einer einzelnen Person unterhalten? (0/6/3)

0 Punkte: Du hast ein sehr gutes Gehör.

1-6 Punkte: Du kannst mit Deinem Gehör zufrieden sein, wenn es auch nicht ganz hundertprozentig ist.

7-17 Punkte: Du leidest unter einer leichten Hörminderung. Du solltest schnellstens beim Hörgeräte-Akustiker oder Ohrenarzt einen Hörtest machen.

18-36 Punkte: Du leidest unter einem mittleren Hörverlust. Du solltest sofort Deinen Ohrenarzt aufsuchen.

Über 36 Punkte: Dein Gehör ist sehr schlecht. Du hättest längst etwas unternehmen müssen. Die Hörfähigkeit eines Schwerhörigen kann fast immer verbessert werden.

Die dargestellten Probleme führten für mich zu einer nicht mehr zu vernachlässigenden Frustration beim Tanzen und ich suchte nach einem passenden Hilfsmittel. Auf die Lösung machte mich Kenny Reese (vielen Dank Kenny!) aufmerksam und ich landete bei Roland Federle. Der bietet eine Sende- und Empfangsanlage für hörbehinderte Kinder an. Ja, ihr lest richtig, die Lösung ist als Hilfsmittel für Kinder konzipiert! Es handelt sich dabei um die Anlage "mikroport 2013PLL" von Sennheiser.

Der Sender wird über einen Adapter an den Lautsprecherausgang des Verstärkers, meist eine Hilton angeschlossen. Er sendet im Bereich von 43 MHz mit einer Reichweite von ca. 50 m. Ich trage einen Empfänger bei mir am Gürtel. Der Ohrhörer, in den die Empfangsantenne integriert ist, trägt ein Paßstück. Dieses fertigt ein Hörgeräte-Akustiker für ca. 100 DM an. Damit ist das Ohr gegen die störenden Umgebungsgeräusche abgeschirmt und ihr könnt auch an den "unmöglichsten" Orten die Musik und die Calls mit einer beachtenswerten Qualität (Rundfunkqualität) genießen. Die Lautstärke stellt Ihr Euch ein, wie es Euch gefällt. Das andere Ohr könnt Ihr, wenn notwendig, mit Watte oder einem Gehörschutzstopfen verschließen. Damit ist auch der lästige Hall in Sporthallen für Euch kein Problem mehr.

Die Batterien, aus Kosten- und Umweltgründen sind Akkus besser, reichen für ca. 8-10 Stunden Betrieb.

Seitdem ich dieses Gerät besitze, habe ich wieder Spaß und Freude am Square Dance. Kopfhörersysteme (z. B. Infrarot) sind nicht geeignet, da sie beim Tanzen hin und her rutschen oder versehentlich vom Kopf gerissen werden können.

Einen kleinen Haken hat diese Sache allerdings, den Preis!

Zur Zeit wird die Anlage nur als Set, bestehend aus Sender und Empfänger, verkauft. Da das Ganze als medizinisches Gerät eingestuft ist, wurde der Preis auch entsprechend gestaltet: ca. 3000 DM. Ist dieses Gerät nicht vom Ohrenarzt verordnet, dürft Ihr die Rechnung leider allein bezahlen.

Ich hoffe, daß EAASDC mit Sennheiser Kontakt aufnimmt und erreichen kann, daß die Sender und Empfänger an Square Dancer auch einzeln und mit einer etwas angemesseneren Preisgestaltung verkauft werden. Sollte sich Sennheiser darauf einlassen, wird den Vertrieb wahrscheinlich Roland Federle übernehmen können, bei dem auch jetzt schon die Kombination Sender/Empfänger sowie der unbedingt notwendige Adapter zum Anschluß an die Verstärker zu beziehen ist.

Vielleicht sind ja dann die Clubs, EAASDC, ECTA bereit, jeweils eine passende Zahl von Sendern zu beschaffen. Wir Betroffene bräuchten dann nur noch die Empfänger kaufen. Wenn dann in jeder Tanzhalle ein Sender betrieben wird, brauchen wir nur noch den passenden Empfangskanal einschalten, davon stehen 16 Stück zur Verfügung und der Spaß kann beginnen.

In den USA werden in vielen Hallen und auch in Fitness-Centern Sender betrieben und die Sportler/Tänzer betreiben die passenden Empfänger. Ich muß allerdings vor solchen Anlagen aus den USA warnen! Der Betrieb in der Bundesrepublik Deutschland ist verboten und es kann jede Menge Ärger geben.

Ich hoffe auf eine rege Diskussion über das Thema, da ich auf Specials oder bei Clubbesuchen immer wieder erlebe, daß Schwerhörigkeit keine Ausnahme darstellt. Sie wird leider immer "normaler". Wer schlecht sieht, trägt eine Brille. Wer schlecht hört, . . .

Wir können uns vorstellen, daß die beiden Organisationen EAASDC und ECTA den vorgebrachten Wünschen aufgeschlossen gegenüberstehen. Erforderlich ist aber zunächst einmal eine Übersicht, wieviele Tänzer betroffen/interessiert sind. Selbst wenn die allgemeine Statistik nur vorsichtig auf die Gruppe der Square Dancer übertragen wird ergibt sich eine ziemlich große Anzahl. Meldet Euch bitte bei der obigen Adresse oder bei uns.


Laßt uns anspruchsloser tanzen ...
Jirka Šcobák, Caller and President of The Czechoslovak Callers & Teachers Association
Übers.: Editor

Die Bemühungen, ein offizielles Programm für langsam lernende Tänzer zu schaffen, sind nicht die richtige Lösung. Sie treffen nicht den Grund für die derzeitige Situation: eine große Zahl schwacher und langsamer Tänzer. Anstatt ein bestimmtes Programm intensiv zu lernen und zu üben, versucht man, so viel Figuren wie möglich aus Standardpositionen zu lehren, und das so schnell wie möglich. Ich selbst möchte keinesfalls die amerikanischen Tänzer schlechtmachen, aber ich glaube nicht, daß der gesamte Square Dance sich unbedingt nach den amerikanischen Gegebenheiten richten muß.

In der Diskussion über den ersten Entwurf dieses Artikels merkten einige Caller an, daß ich nur den technischen Aspekt des Square Dance berücksichtigt hätte und nicht die großartige Gelegenheit, Square Dance viel weiter in der Öffentlichkeit bekannt zu machen als bisher, und daß das durch T2000 ermöglicht werden könnte. Daß außerdem Square Dance vor allem Freundschaft und Freude sei und ich dies deshalb mit erwähnen sollte.

Dennoch, die Frage ist: "Was ist das Hauptproblem des Square Dance in den USA?" Die Antwort: "eine große Zahl Tänzer, die Probleme beim Tanzen nach Definition (DBD - Dance by Definition) haben und das Fehlen von jungen Leuten in ihren Clubs".

Nächste Frage: "Wer wird die Vereinfachung des Square Dance durch T2000 befürworten?", die Antwort: "nach meinen Erfahrungen brauchen besonders die jungen Leute die nicht-Standard-Kombinationen für ihr Tanzen. Freundschaft und Spaß sind auch sehr wichtig, aber die meisten Jungs und Mädchen erfreut ein Tip mit ungewöhnlichen und interessanten Kombinationen. Was sie am meisten brauchen ist Vielfältigkeit und Abwechslung. Daher wird eine Vereinfachung des Square Dance nicht jüngere Tänzer anziehen, sondern - und das ist der Widerspruch - vor allem von älteren und langsameren Tänzern begrüßt werden."

Deshalb werde ich mich auf die technischen Aspekte von T2000 beziehen. Freundschaft und Spaß kann in jeder Art Hobby gefunden werden. Unser Ziel ist auf jeden Fall, die Leute zum Square Dance zu bringen.

Warum ist das Durchschnittsalter der Tänzer in den USA so hoch? In Westeuropa wird seit über 40 Jahren Square Dance getanzt, daher sollte die Situation hier genauso sein. Sie ist es aber nicht. Es gibt eine Menge junger Leute und solche mittleren Alters in den Clubs. In der Tschechischen und der Slowakischen Republik ist das Durchschnittsalter 25 Jahre, mit 40% Universitätsstudenten, und viele von ihnen mögen DBD. Im Gegensatz zu Berichten aus USA ziehen Anforderungen beim Tanzen viele junge Leute an, für sie sind sie Herausforderungen.

Stimmt es nicht, daß die Situation in den USA künstlich dadurch herbeigeführt wurde, daß die Weiterverbreitung des Square Dance nur auf die Gruppe der Älteren ausgerichtet wurde? Ich weiß es nicht. Aber wie es auch sei, ist es ein Problem für die USA und nicht für die ganze Welt.

Ich habe folgende Erfahrung gemacht mit einem Club mit ziemlich vielen schwachen Tänzern, die keine Ahnung davon hatten, was eine Definition ist. Zunächst erklärte ich ihnen, daß es so etwas wie DBD gäbe, dann begann ich, es ihnen beizubringen. Einige der schlechtesten Tänzer haben diesen Wechsel der "Weltanschauung" nicht mitgemacht, andererseits bekamen die jüngeren mehr Interesse. Der Club ist gewachsen, hat sich verjüngt und der Schwierigkeitsgrad des Tanzens steigt ständig.

Das ist genau so, wie es sein soll. Warum aber sehe ich Abneigung oder zumindest Amüsiertheit in den Gesichtern junger Amerikaner, wenn ich ihnen sage, daß ich Square Dance Caller bin? Warum sagen sie, daß das nichts für sie sei?

Wo ist der Schwachpunkt von T2000? Es werden ein oder zwei Programme gebildet in der Absicht, den Leuten das Gefühl zu geben, sie könnten "vollständig" Square Dance tanzen. In Ordnung. Ich bin sicher, daß es in den USA damit nicht mehr Tänzer geben wird als heute, die Mainstream oder Plus DBD tanzen können. Eine Nullrunde.

Stellt Euch einen Tänzer vor, der perfekt reagiert bei einem "heads square thru 4" aus einem "static square". Aber er/sie kann alles nur aus Standardpositionen. Was ist mit "square thru 4" aus "lines"? Das ist fast DBD. Kennt jemand, dem ich das Tanzen aus Standardpositionen beibringe, die Definitionen? Keinesfalls. Also muß ich erklären, daß es so etwas wie eine Definition gibt und muß sie auch beibringen. Chaos: "Aber ich habe das anders gelernt!" Bei ihm/ihr hat sich etwas festgesetzt und nun schreibe ich ihm/ihr vor, es nochmals zu lernen. Vielleicht hätte ich ihm/ihr doch von Anfang an DBD beibringen sollen.

Wie ihr seht, bin ich nicht gegen umfassende Änderungen. Aber . . !

Gegenwärtig versucht CALLERLAB die Krise mit großen, aber leider nur kosmetischen Anpassungen zu meistern, die bestimmt nicht den Zweck erfüllen. Im Gegenteil, dieses Vorgehen wird sicher viele junge Square Dancer enttäuschen. Kann man sich vorstellen, was in zehn Jahren passiert, wenn es keine jungen Tänzer in den USA gibt und der Schwierigkeitsgrad wieder "zu anspruchsvoll" sein wird? Vielleicht sollen wir dann zufrieden sein mit ein bißchen "circle left, circle right, circle left, . . ".

Eine kleine Zusammenfassung: Wie kann das amerikanische Problem gelöst werden? Die Grundidee muß geändert werden! Es wäre schon ausreichend, unsere jetzt verfügbaren Mittel zu benutzen, um Square Dance attraktiver zu machen. 49 Figuren Basic mit DBD ist bei weitem genug auch für Mainstream-Tänzer. Die amerikanischen Clubs sollten Anstrengungen machen, junge Leute als Clubmitglieder anzuwerben, ihnen durch die Kombinationen eine interessante Seite der Square Dance Welt zeigen (wobei Spaß und Freundschaft natürlich genauso eingeschlossen sein müssen) und ihre "Mannschaft" verjüngen, in Übereinstimmung mit dem europäischen Modell. Das ist der richtige Weg. Außerdem bringt das mehr Herausforderung als T2000, und zwar nicht nur für die Tänzer, sondern auch für die Caller. Und obwohl sehr wahrscheinlich für die Mehrheit der gegenwärtigen amerikanischen Tänzer diese Lösung sehr unbequem sein wird, wird meiner Meinung nach die Zukunft strahlender sein, wenn sie akzeptiert ist.


CLUB NEWSLETTERS
Übers.: Editor

Vor einiger Zeit hatten wir unsere Kollegen Editoren der Clubzeitungen gebeten, uns etwas über ihre Arbeit zu berichten. Anlaß war die Anfrage eines Tänzers, der gern eine eigene Clubzeitung herausgeben möchte, aber nicht recht weiß, wie er es anfangen soll. Leider kam kein Echo, so daß wir auf die Quellen der Square Dance Mutter Amerika zurückgegriffen haben. Wir haben die deutsche Übersetzung allerdings geringfügig den hiesigen Verhältnissen angepaßt. Editor.

Einleitung

Clubzeitungen sind wesentlich für eine erfolgreiche Clubarbeit. Sie erscheinen in verschiedenen Formen, Größen, Stilen und Inhalten. Die Clubzeitung ist ein "Abbild" des Clubs und spiegelt seine Arbeit wider. Um eine Clubzeitung zu erstellen, muß der Herausgeber etwas von Entwurf, Zielen, Schreibtechniken, Verfahren der Stoffsammlung und den Druck- und Verteilungsmöglichkeiten wissen. Dieser Artikel will nur den groben Aufriß einer Clubzeitung liefern.

Zweck

Die Zeitung ist ein Kommunikationsmittel des Clubs und wird dazu benutzt, Nachrichten an die Mitglieder zu verbreiten. Sie dient dazu, alle Mitglieder zu einer "Familie" zu verschweißen und informiert sie über geplante Clubaktivitäten und -veranstaltungen. Die Clubzeitung verstärkt das Interesse am Club und seinen Aktivitäten, sie kann außerdem eine große Hilfe dabei sein, die Mitglieder in die Veranstaltungen einzubeziehen.

Was ist eine Zeitung?

Eine Zeitung ist ein Papier, das informiert, ankündigt, erinnert, berät, unterweist, anzeigt und mitteilt. Die Clubzeitung ist eine kleines Blatt, das spezielle Informationen über den Club und die umliegende Tanzwelt enthält. Sie muß attraktiv sein, um den Mitgliedern ins Auge zu fallen und so sie zum Lesen animieren, daß sie sie nicht wieder weglegen. Die Clubzeitung sollte über vergangene Clubveranstaltungen so viele Neuigkeiten berichten, daß abwesende Tänzer wünschten, sie hätten keine Veranstaltung verpaßt. Sie muß in einer solchen Art geschrieben sein, daß die Leser an allen künftigen Clubveranstaltungen teilnehmen wollen. Der Inhalt muß genau, sachlich, kurz und unparteiisch sein. Der Herausgeber oder Schreiber sollte ein gutes Urteilsvermögen haben, wenn er die Clubzeitung vorbereitet und lang- und kurzfristige Pläne, Finanzstatus oder andere Clubgeschäfte beleuchtet. Die Clubzeitung sollte einen Veranstaltungskalender des Clubs und des umliegenden Gebiets enthalten, über den Mitgliedsstand in Club und Class berichten, sowie über Krankheit, längere Abwesenheit usw. Sie sollte aber auch Lobendes über Mitglieder, Caller, Cuer usw. wiedergeben, die im Club besondere Unterstützung geleistet haben. Vermeidet persönliche Kritik.

Wozu eine Zeitung?

Eine Clubzeitung wird gebraucht, um mit aktiven, inaktiven und abwesenden Mitgliedern zu kommunizieren. Die Zeitung stellt sicher, daß "alle" Clubmitglieder über Pläne und Aktionen Bescheid wissen. Sie verbreitet auch die geplanten Clubveranstaltungen, so daß die Mitglieder andere familiäre, geschäftliche oder häusliche Aktivitäten um die geplanten Clubveranstaltungen "herum" planen können.

Wer macht die Zeitung?

Ein Board-Mitglied oder ein "Club Editor" sollte benannt werden. Der Editor muß Zutritt zu den Planungssitzungen haben, damit er die Fakten richtig an die Mitglieder weiterleiten kann.

Wie wird die Zeitung gemacht?

Der Entwurf wird im Voraus gemacht und sollte gründlich überlegt werden. Der erste Eindruck ist bei einem Druckwerk wesentlich. Wenn das Papier den Leser nicht auf den ersten Blick beeindruckt, wird er es liegenlassen. Das Aussehen der Zeitung ist wertlos, wenn der Inhalt nichts taugt. Aussehen und Inhalt sollten sich gegenseitig ergänzen. Die meisten Clubzeitungen werden mit Schreibmaschine oder Computer auf Club-Briefpapier geschrieben oder verwenden ein besonderes Clubzeitungsformat. Es kann das Club-Logo enthalten, um es für die Clubmitglieder besonders ansprechend zu machen. Der Titel der Clubzeitung ist eines der wichtigsten Entwurfsdetails. Er steht am Kopf der Seite, in großer auffallender Schrift und wird vom Leser zuerst und am meisten beachtet. Datum und Ausgabenummer wird normalerweise unter der Titelzeile plaziert. Das Format der Zeitung ist beliebig: das Standard DIN A4 Papier ist leicht zu gestalten und zu drucken, das kleinere DIN A5-Format erfordert ein Falten und Heften mit spezieller Heftmaschine. Ein-, zwei- oder dreispaltiger Seitenaufbau kann in gleicher Weise erfolgreich sein. Die Schrifthöhe sollte so groß sein, daß es für den Leser nicht anstrengend wird, die gesamte Zeitung zu lesen. Der Umfang kann eine oder mehrere Seiten betragen. Schreiber oder Editor sollten sich immer wieder fragen

"Worüber wollen sie etwas lesen und worüber sollen sie etwas lesen?"

Benutze das 5-W-Schema für jeden Artikel, der für die Zeitung geschrieben wird. Jeder Zeitungsartikel sollte die Antworten auf folgende fünf Fragen enthalten:

Leser freuen sich darüber, ihren Namen oder ihr Bild gedruckt zu sehen, also verwende Namen und Bilder Deiner Clubmitglieder und Besucher. Die meisten Bilder wirken ohne spezielle Behandlung wie schwarze Kleckse. Man kann nicht Photos durch den Kopierer laufen lassen und die Kopie in einer Zeitung verwenden. Photos müssen zu "Halbton"-Vorlagen gemacht werden - entweder in einem Copy-Shop oder indem man sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm "rastert". Als "Halbton" wird das Bild aus einigen tausend Punkten erzeugt, die für den richtigen Kontrast sorgen. Grafiken können aus speziellen Heften, Magazinen oder Büchern ausgeschnitten werden, die über Geschäfte für Künstlerbedarf oder Schulartikel, in Copy-Shops oder über Tanz-Magazine und -Shops erhältlich sind. Die beste Quelle sind andere Zeitungen. (Beachtet aber eventuelle Copyrights! - Editor ) Nachdem alle Artikel, Anzeigen, Flyer usw. für die Zeitung vorbereitet sind, muß die ganze Ausgabe - eventuell durch "Schneiden und Kleben" - zusammengebaut werden. Kontrollieren und Korrekturlesen ist bei der Vorbereitung von höchster Wichtigkeit. Gute Editoren und Schreiber sind nicht unbedingt auch gute Korrektoren. Leute, die einen Artikel schreiben, lesen ihn auch so, wie sie ihn gelesen haben wollen - nicht unbedingt so, wie er geschrieben ist. Sei selbst Dein schärfster Kritiker! Überprüfe alle sachlichen Einzelheiten. Korrigiere Rechtschreibung und Grammatik. Wenn Du im Zweifel bist bei einem Wort oder einer Redewendung, schlag es nach! Informiert Dich der Artikel und erregt er Deine Aufmerksamkeit? Wenn nicht - überarbeite ihn. Mach den Leser stolz auf Dich und den Club.

Wann soll die Zeitung erscheinen?

Eine Clubzeitung mit monatlichem Erscheinen sollte ausreichen. Öfter wäre zuviel und vierteljährlich zu selten, um die Neuigkeiten und Termine zu verbreiten. Die Zeitung sollte zu einem festen Termin erscheinen, wie am Monatsersten oder zur Monatsmitte.. Es ist sehr wichtig, diesen festen Erscheinungstermin einzuhalten. Die Clubmitglieder erwarten die Zeitung pünktlich! Die Herstellung erfolgt normalerweise mit dem Photokopierer oder im Copy-Shop.

Wie wird die Zeitung verbreitet?

Die wirtschaftlichste Methode ist die Verteilung am nächsten Clubabend. Du solltest nur darauf achten, nicht das Tanzen zu unterbrechen: die Tänzer sollen nicht lesend herumsitzen, wenn sie gebraucht werden, um einen Square aufzufüllen. Die Zeitungen, die nicht am Clubabend verteilt werden können, sollten am nächsten Tag versandt werden. Es ist sehr wichtig, daß die Zeitungen ohne Verzögerung ausgeliefert werden. "Neuigkeiten" werden "Geschichte", wenn die Zeitung nicht sofort ausgeliefert wird.

Informationsquellen

Die im amerikanischen Originaltext angeführten Quellen (Publikationsübersichten bei der National SD Convention, verschiedene SD-Zeitschriften) sind hierzulande nicht oder nur schwer erreichbar. Wir können Euch nur in aller Bescheidenheit unser EAASDC-Bulletin als Beispiel empfehlen und Euch den Rat geben: schaut Euch bei den benachbarten Clubs um. Es ist zwar leider oft so, daß die Clubzeitungen nur ungern an "Externe" herausgegeben werden, weil sie angeblich oft "Club-Interna" enthalten, aber wenn ihr Euch als künftiger Kollege vorstellt, hat sicher kein "Club-Editor" etwas dagegen, mit Euch seine Aufgabe und seine Vorstellungen zu diskutieren.

Noch etwas in eigener Sache: Wie Ihr im Impressum lesen könnt, ist das Nachdrucken von Bulletin-Artikeln und Veranstaltungskalender erlaubt, sofern die Herkunft angegeben wird.


750 Jahre "Den Haag"
Wim Groeneveld

Die Residenz Den Haag, der offizielle Name ist eigentlich 's-Gravenhage, feiert 1998, daß die Stadt im Jahre 1248 zum ersten Mal auf einer Landkarte stand. Damals gab es einen Grafen, der in einem Wald, im niederländischen "Haag" genannt, sein Schloß bauen ließ. So ist der Name entstanden.

Langsam aber sicher wurde die Stadt immer größer. Die schöne Lage, gleich hinter den Dünen mit dem prächtigen Strand, wird dazu beigetragen haben, daß sich hier viele Leute ansiedelten.

Inzwischen ist die Stadt auf ungefähr 500.000 Einwohner angewachsen. Dazu gehört auch Königin Beatrix mit ihrem prächtigen Schloß "Huis ten Bosch". Die niederländische Regierung und das Parlament haben hier ihren Sitz. Ihre Versammlungsräume befinden sich um den "Binnenhof" herum. Auch die meisten ausländischen Botschaften sind in Den Haag vertreten.

Momentan befindet die Stadt sich in einer Phase der Erneuerung und Modernisierung.

Um das 750-Jahresfest passend und froh zu gestalten, hat man es unter das Motto "DEN HAAG TANZT" gestellt. Über das ganze Jahr verteilt werden von allen möglichen Tanzarten Vorführungen gegeben, von Ballett bis Rock 'n Roll. Von Volkstanz bis Turniertanz usw. Auch Squaredance ist im Programm aufgenommen. In einer passenden Umgebung, mitten zwischen dem neuen Rathaus, dem 'danstheater ' und dem Theatergebäude werden wir tanzen können. Wenn das Wetter nicht mitmacht, können wir im Atrium des Rathauses tanzen.

Squaredance ist am Samstag, dem 23. Mai, und Sonntag, dem 24. Mai geplant. Wenn Ihr Euch noch über einen kurzen Hollandurlaub nachdenkt: macht ihn am Himmelfahrtswochenende und besucht auch Den Haag. Wir von unserer Seite werden versuchen, ein unvergeßliches Wochenende für Euch zu gestalten. Sobald das Programm endgültig feststeht, werden wir es Euch mitteilen.

DEN HAAG TANZT und die NVSD (der Niederländische Square- und Rounddance-Verband) freuen sich darauf, Euch an dem Wochenende begrüßen zu dürfen.

Viele Grüße von Wim Groeneveld, Koordinator dieser einmaligen Veranstaltung. BIS BALD.


T2000: Stimmen anderer
Übers: Editor

Wie schon im Editorial angekündigt, hier eine Sammlung von Aussagen, die wir aus der laufenden Diskussion herrausgegriffen haben. Sie sind persönliche Meinungen einzelner Tänzer und Caller, kein offizielle Stellungnahme der Vertreter einzelner Länder.

Zwei Ausnahmen gibt es:

Erstens einen Beitrag von Al Stevens: er ließ, als sie Diskussion schon in eine fast persönliche Diskussion von (europäischen) Gegnern und dem (amerikanischen) Befürwortern von T2000 geriet, endlich "die Katze aus dem Sack". Obwohl zeitlich einer der letzten Artikel, stellen wir ihn deshalb voran. Der zweite vollständige Artikel kommt von unseren jungen Freunden aus Tschechien und sieht das Problem aus einem ganz anderen Winkel.

Zur Einleitung aber für diejenigen unserer Leser, die nicht genau wissen, was CALLERLAB eigentlich genau ist, zuerst einmal eine "Definition":

Guy Adams, CALLERLAB Public Relations Committee Chairman

Was ist CALLERLAB?

CALLERLAB ist eine internationale Square Dance Caller Bewegung, die 1974 gegründet wurde. Sie besteht aus einer Gruppe von Square Dance Callern, Instructors, Abonnenten, Nachwuchs-Callern und angeschlossenen Organisationen. Diese Mitglieder bezahlen einen Jahresbeitrag, der auch eine Haftpflichtversicherung und die BMI/ASCAP Lizenzen (entspr. etwa unserer GEMA) abdeckt.

Ich glaube es gibt etwa 3.000 Caller weltweit, die CALLERLAB angehören. CALLERLAB hat einmal jährlich eine 3-Tage Convention, die in den Vereinigten Staaten stattfindet. Die 1998 Convention wird in Cincinnati sein. CALLERLAB hat einen Vorstand, der von den Mitgliedern gewählt wird. Zusätzlich zum Vorstand gibt es einen "geschäftsführenden Ausschuß" der meiner Kenntnis aus 12 Mitgliedern besteht.

CALLERLAB Programmänderungen kommen nach Abstimmung von dem Ausschuß, der dafür bestimmt ist. Zum Beispiel ist der Plus-Auschuss zuständig für Änderungen und Pflege der Plus-Liste. Diese Änderungen sind nur alle zwei Jahre zulässig. Für das Streichen von Calls sind die Ausschüsse nicht zuständig. Erst wenn die Mitgliedschaft beschließt, einen Call fallen zu lassen, dann ist das wieder die Aufgabe des Ausschusses.

Al Stevens, CALLERLAB

An einen Tänzer, dem Vorgeworfen wurde, eigennützig zu sehr auf dem "europäischen" d.h. heutigen Programm zu beharren:

Ich habe es lange zurückgehalten, jetzt ist es Zeit, die Katze aus dem Sack zu lassen. Du bist nicht allein und Europa auch nicht.

... Währen wir über das Überleben der Aktivität in Amerika besorgt sind, müssen wir genauso realistische sehen, was in unserem eigenen Vorgarten los ist und sicherstellen, daß die Dialogwege mit allen Mitteln offengehalten und aufkommende Probleme diskutiert werden. Wir müssen abwägen und entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Problembereiche zu bekämpfen und aus den Fehlern anderer zu lernen, ohne die Festigung unserer Tanzsituation aus den Augen zu verlieren.

Ich habe Aussagen aus Japan, Australien, der Schweiz und von Vertretern Hollands, Österreich, Frankreich, Belgiens, Dänemarks und Deutschland, die Deine Gefühle bestätigen. T2000 ist nichts für die ganze Welt, es ist höchste Zeit, daß wir die Sache "USA gegen Europa" beenden. Es sollte jetzt umgekehrt heißen "USA gegen den Rest der Square Dance Welt".

Als Vorsitzender des "Übersee"-Beratungsgremiums von CALLERLAB habe ich im Sommer letzten Jahres an alle Mitglieder dieses Ausschusses geschrieben mit der Bitte über den Vorschlag (T2000) mit ihren örtlichen Callerverbänden zu sprechen und bis Ende des Jahres zu antworten. Ich habe Antworten von allen aufgeführten Ländern und werde den anderen Vorstandsmitgliedern von CALLERLAB berichten, was ich herausgefunden habe: Alle Länder haben betont, daß ihre Tanzprogramme in keiner Weise zerstört sind und es keinen Grund gibt, eine Reparatur zu versuchen.

Kip Garvey, CALLERLAB

Die meisten Kommentare gegen die Notwendigkeit von T200 enthalten wohlgemeinte und auch wahre Feststellungen. Aber die Widerspr?che sind weit entfernt von einer Hilfe f?r uns, eine bessere L"sung zu finden... Einige europ"ische (besonders deutsche) Caller sagen, da  die europ"ische Gemeinschaft die Programme erfolgreich benutzt. Die Programme an sich seien also nicht das Problem. Auch hier kein Ansatz, das Problem zu identifizieren ... wenn die "Soft-Plus"-Gebiete Schwierigkeiten h"tten, Mitglieder anzuwerben und zu halten, s"hen sie keine Logik darin, Soft-Plus zum anerkannten Standard zu machen. Es ist also wirklich schwer zu verstehen, warum wir nicht zun"chst die Probleme nennen, die es anspricht. Wenn ein anderer Vorschlag diese Probleme besser l"st, bin ich sicher, da  dieser Vorschlag ber?cksichtigt wird anstatt T2000. Aber wo sind diese anderen Vorschl"ge?. Meiner Meinung nach liegt der Grund daf?r, da  die Tanzprogramme in Europa funktionieren und in den USA nicht, in der Betrachtungsweise. Die US-Caller betrachten die CALLERLAB-Programme als "M"glichkeit". Sie d?rfen das tun, weil CL sehr betont, da  die Programme "Richtschnur" oder nur "Empfehlung" sind... US-Caller vertrauen auf die CL-Programme, sie vertrauen darauf da  sie ein weltweiter "Standard" sind, aber genauso bewahren sie einfers?chtig ihre Freiheit in der Umsetzung der Tanzprogramme... Wir oft h"ren wir Caller behaupten, da  sie die Tanzprogramme befolgen, aber ... sie tun dies unterschiedlich. Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Diese Handlungsweise - verfolgt durch die meisten US-Caller ?ber einen Zeitraum von 20 Jahren - hat sowohl zu einer Verw"sserung und Abschw"chung der festgeschriebenen Programme gef?hrt, als auch zu einem Umschwenken einer groáen Mehrheit von T"nzern weg von MS und Plus, wie es bei CL standandisiert ist, und mehr hin in Richtung dessen, was heute "Soft-Plus" genannt wird.

Tänzer, Dänemark

Unsere Ansicht ist, die Tänzer 2-1-2 Jahre in den Programmen B-MS-P zu halten... An den ersten größeren Veranstaltungen, an denen Anfänger teilnehmen können, wird B33 als eigenes Programm angeboten... Neben B33 wird normalerweise B/MS/P in derselben Halle gecallt und A usw. in einer anderen. Das gibt den neuen Tänzern von Beginn ihrer Square Dance Laufbahn an das Gefühl, Teil der Clubs zu sein... Ich sehe das nicht ein, warum wir um jeden Preis Tänzer halten sollen, die nicht die erforderliche Zeit aufwenden wollen, die Sache richtig zu lernen. Die einzige Ursache, die es rechtfertigen könnte, diese Leute zu halten, ist ein wirtschaftlicher Grund, ansonsten macht Qualität mehr Spaß als Quantität... Trickreiche Calls könnten auch manche veranlassen, aber was soll's? Andere werden kommen und mehr (DBD und EA) verlangen, und nur so, und nicht durch die Betrachtung des kleinsten gemeinsamen Nenners, können wir die Abwärts- in eine Aufwärts-Spirale verwandeln.

Caller, Schweden

Ich weiß, daß wir Europäer eine andere Sichtweise auf die Programme haben. Aber etwas, was ich gelesen habe, hat mich verwirrt: jemand schrieb, daß wir die Einstellung der Caller ändern und ihnen beibringen müssen, die Einstiegsprogramme interessanter zu gestalten. Prima! Gute Idee! Dann sagte jemand, daß T2000 ein guter Start in diese Richtung sei. Wie denn??? Wenn EA (erweiterte Anwendungen) im dritten Programm sind und die ersten beiden "soft" sein sollen, wie sollen wir dann dahin kommen, die Sache interessanter zu machen, als sie heute ist? ...

Tänzer, USA

... Nichts von T2000 hilft dabei Was die Verfechter sagen, daß wenn T2000 angenommen ist , es auch eine Möglichkeit bietet die Caller zu überzeugen von den wundervollen Wegen, die sie beschreiten können. Es ist nur die Möglichkeit, von der manche glauben, daß sie etwas ändert... Der einzige Vorteil von T2000 ist, das es dokumentiert, was tatsächlich in den meisten (nicht allen) Teilen der USA getanzt wird ... eine Entscheidung zum Wechsel (T2000) ist eine Entscheidung, alles zu lassen wie es ist.

Caller, USA

Ich würde gerne folgenden Satz im T2000 Vorschlag lesen: "Tänzer des ersten Programms dürfen, nachdem sie alle Figuren der Liste aus Standardpositionen gelernt haben, die erweiterten Anwendungen der Figuren des ersten Programmes lernen, bevor sie in das zweite Programm fortschreiten..."

Caller, Schweden

... ich glaube wir in Schweden (Europa?) würden soetwas bevorzugen wie: "Wenn es die nationalen Callervereinigungen für zweckmäßig halten, können die erweiterten Anwendungen vom ersten Tag an gelehrt werden."

Jerry Story, CALLERLAB

Wenn wir es gutheißen, EA schon im ersten Programm zu machen, dann betrügen wir uns selbst schon wieder. Die meisten Caller haben keine Ahnung von Basic, erst recht nicht von EA. Das soll nicht heißen, daß sie es nicht lernen können! ...

Tänzer, Schweden

Die Programme haben etwas mit dem Erscheinungsbild zu tun, zumindesten wie sie benutzt werden. P1 und P2 nur aus Standardpositionen vermitteln nur das Bild von Square Dance, das bereits exestiert, z.B. nur etwas für die Leuten zu sein, die heute die Mehrheit der Square Dancer in den USA stellen. T2000 wird nur die Art Menschen anziehen die heute schon tanzt. Wenn wir die Anzahl der Tänzer erhöhen wollen, müssen wir auch die Sorte Leute ansprechen, die heute in Japan und Europa tanzen. Diese Leute sind im Durchschnitt jünger und lieben die EA-/"Rätsellöse"-/Spiel-Aspekte des Square Dance. Ich bin sicher, daß es sie auch in den USA gibt. Sie fangen nur deshalb nicht mit Square Dance an, weil Square Dance den Eindruck vermittelt, nur etwas für alte Leute zu sein. Ein Eindruck, den T2000 festigen wird.

Caller, Schweiz

... Caller können und werden das neue System genauso mißbrauchen - ich glaube, daß die Programme nicht das Probelm sind, die Caller-Ausbildung ist es! Ich glaube nicht, daß Veränderungen der Listen die Caler zur Weiterbildung zwingen werden ... für Regionen, wo MS und Plus getrennte und funktionierende Programme sind (wie in vielen europäischen Ländern), wird T2000 der Aktivität schaden. Die meisten unserer Tänzer haben Spaß an einer Art "erweiterter Anwendung" in unserer heutigen Choreographie, jetzt wollen wir das aus P1 und P2 herausnehmen. Wir könnten die (meist jüngeren Tänzer) verlieren, die etwas "Kopfzerbrechen" mögen... Was würde mit den Plus Tänzern geschehen? Sie würden einen großen Teil der Calls verlieren (mindenstens 20) und sie würden nicht mehr P2-Tänze (heutiges MS) besuchen, weil die Herausforderungen fehlern... Leider hat Callerlab nie mit anderen Organisationen außerhalb der Staaten gesprochen...

Kip Garvey, CALLERLAB

Europa im allgemeinen und ECTA speziell haben einen Botschafter/Verbindungsmann, der die Interessen der europäischen Gemeinschaft vertritt. Diese Person ist ... sogar soweit eingebunden, daß sie Mitglied des CALLERLAB-Vorstandes ist. Dieses Thema, das zum T2000-Vorschlag führte, entwickelte sich über drei Jahre lang... Die CALLERLAB-Verbindung nach Europa ist Al Stevens.

Caller, Canada

T2000 soll einfach nur "Soft-Plus" (was immer das ist) zum Haupt-Tanzprogramm machen. Mit anderen Worten, es ist ein Weg, das zu legalisieren, was in vielen Gebieten der USA passiert... T2000 wird nur die Hetze zum Plus ersetzen durch die Hetze nach P3 oder auch A, sei es auch nur, weil P3 zwei Stufen "oberhalb" P1 ist. Es klingt "besser", genauso wie "Plus" für manche besser klingt als "Mainstream". Die menschliche Natur tut das übrige... Ich glaube, daß Du und Jerry Story aufrichtig meinen, daß T2000 das richtige Heilmittel für gewisse Gebiete der USA ist, genauso bin ich der aufrichtigen Meinung, daß T2000 für mein besonderes Gebiet nichts nützt. Ich glaube, daß Europa und Skandinavien meine Meinung teilen. Ich habe keine Äußerungen von Japan und Australien gehört. Wenn Square Dance wirklich international ist, dann sollten vielleicht die USA den Einfluß etwas lockern und von ihrem internatinalen Kind etwas lernen.

Tänzer, USA

... dieser Vorschlag greift auf, was falsch war, die Hetze zum Plus ... und es heißt gut was nachweislich der falsche Weg ist, "gelegentliche" Square Dancer zu interessieren und zu halten. Solche, die mit einmal pro Woche Square Dance zufrieden sind, ... Ich muß noch davon überzeugt werden, daß Caller, die nicht mit Basic oder Mainstream umgehen können, je in der Lage sind P1 oder P2 zu callen. Ich denke, den größten Anteil an der Unfähigkeit, Tänzer zum Basic- oder MS-Tanzen zu bewegen, hat die Unfähigkeit der Caller, Basic oder MS mit Spaß und Herausforderung zu callen. Es gibt einige Caller, die das können... Wenn sie die Tänzer verknoten, der ganze Saal tanzt und die Begeisterung alle mitreißt, und die Tänzer ihren Corner direkt vor sich finden, wenn sie schon dachten, ihn nie wieder zu sehen; die Caller, die das können, haben dieses ... Funkeln, weil sie dabei genausoviel Spaß haben wie die Tänzer. Und ihr Stolz ist, daß sie "es geschaft" haben mit (Ha-Ha!!) Basic. Aber die wirklich großen Basic-Caller sind selten und dünn gesät.