Vergiss nicht: "Ein Lächeln auf Deinem Gesicht lässt Deine Füsse besser laufen"
(Übers. Hans-Jörg Pade)
"Bitte nur in Square Dance Kleidung tanzen!" Für die meisten von uns ist dies bei Veranstaltungen und - mit Abstrichen - auch für den Clubabend selbstverständlich. Schon als Students wurden wir von unseren Callern und den Graduierten darauf hingewiesen bzw. es wurde uns vorgelebt. Die meisten von uns kleiden sich gern squaredancemäßig bzw. sie akzeptieren Square Dance Kleidung für sich. Offenbar gibt es aber eine zahlenmäßig zunehmende Gruppe von Tänzern und Tänzerinnen, die aus welchen Gründen auch immer meint, für sich eigene Regeln aufstellen zu müssen. Wir haben dies bei verschiedenen Tänzern und verschiedenen Anlässen erlebt.
Ich meine, daß wir für ALLE greifbare Gründe für Square Dance Kleidung benötigen. Derzeit erkenne ich hinter dem "Kleidungszwang" keinen anderen Grund als das Hobby "Square Dance". Diese Gründe müßten auch von allen einschließlich der Caller/Cuer/Clubvorstände umgesetzt werden. Ansonsten wird es immer unterschiedliche Auffassungen und folglich Diskussionen geben. Wenn der ECTA-Präsident meint: ,,Was die Caller tragen, ist Show-Kleidung und ihr Geschmack; es ist mir gleich, was die Tänzer tragen.", so frage ich nach der Vorbildfunktion der Caller/Cuer auf der Bühne und beim Tanzen. Wollen wir zu den Gründen für das Tragen von Square Dance Kleidung Ausnahmen zulassen? Sollten diese Ausnahmen ,,nach Lust und Laune" akzeptiert werden oder vom Level abhängig sein ("Ich tanze einen höheren Level und brauche keinen Pettycoat mehr.") oder soll möglicherweise eine Schwangerschaft (ab welcher Woche?) als akzeptable Entschuldigung für Tanzen in T-Shirts und Leggings anerkannt werden? Einerseits wird besonderer Wert auf korrekte Square Dance Kleidung gelegt und andererseits würden dann die ausgewaschenen T-Shirts und Leggings einer Schwangeren auf der Tanzfläche oder der Bühne, die nur noch als schlampig bezeichnet worden können, toleriert werden.
Wohin entwickelt sich unser Hobby in Bezug auf Kleidung? Auf einem Jamboree erlebte ich es, daß sich der Präsident eines Clubs in Jogginghosen und T-Shirt in meinen Square stellte. Direkte Konsequenzen von Seiten des ausrichtenden Clubs wurden meines Wissens nicht gezogen; von den anderen Tänzern im Square bzw. um uns herum wurde seine Kleidung offenbar als normal empfunden. Ich frage mich, was man von den Clubmitgliedern dieses Präsidenten hinsichtlich deren Kleidung erwarten soll.
Schon wiederholt fiel mir auf Jamborees (insbesondere an Sonntagen) das (Un-)Verständnis von EAASDC-Board- wie auch von ECTA-Mitgliedern hinsichtlich ihrer Kleidung auf. So tanzte ein Herr aus dem EAASDC-Vorstand total in "zivil". Auf einem anderen Jamboree stand ich mit einer Callerin in einem super-chicen Hosenanzug im Square. Allem Anschein nach waren beide schon reisefertig und wollten dennoch gern den einen (oder anderen?) Tip mittanzen. Ich meine, daß das spätere (oder nochmalige) Umziehen im Hinblick auf Eure Vorbildfunktion nicht zuviel verlangt sein sollte.
Sicher sind wir nicht die Einzigen, denen zum Thema "Kleidung" etwas aufgefallen ist - oder wie seht Ihr dies? Ganz bestimmt soll niemand in seiner Freiheit und seiner Freude (was immer man darunter verstehen mag) eingeschränkt werden. Auf der anderen Seite gibt es wohl mittel- und langfristig nur zwei Möglichkeiten: entweder wir definieren unsere gemeinsamen Vorstellungen und halten uns auch gemeinsam daran oder die geschilderten Einzelfälle werden - wie schnell auch immer - zunehmen. Die Folge kann sich jeder ausmalen. Wenn wir diese Folgen nicht wollen, werden wir Möglichkeiten finden (müssen), hiergegen vorzugehen. Dies könnte z.B. die Wahl und Einsetzung eines Komitees zur Sammlung und Koordinierung allgemein akzeptabler Regeln sein.
Es ist vielleicht etwas unüblich, als Editor sofort auf eine Zuschrift mit einer Entgegnung zu reagieren, aber dieses Thema beschäftigt uns selbst auch schon eine ganze Weile.
Als wir 1978 mit Square Dance in Berührung kamen, wirkte die Tanzkleidung auf mich eher abschreckend. So aufgerüscht wollte ich mich niemals in der Öffentlichkeit zeigen. Ich gewöhnte mich dann doch langsam daran und warf und werfe mich, wann immer es angesagt ist, in Pettipants, Petticoat und Tanzkleid, gestehe aber, daß ich es als sehr angenehm empfinde, wenn ich ab und zu auch mal in ,,zivil" (was für mich in jedem Fall Rock oder Kleid bedeutet) zum Tanzabend gehen darf. Bei oftmals drei bis vier Aktivitäten pro Woche wäre der Aufwand auch viel zu groß und da es sich hauptsächlich um Trainingsabende und nicht um Veranstaltungen mit gesellschaftlichem Charakter handelt, fände ich Tanzkleidung unpraktisch und auch unangebracht. Das ist sicher auch eine Erklärung für die von Euch kritisierten Kommentare von Tänzern in höheren (besser: anderen) Leveln. In diesen Leveln hat das Tanzen hauptsächlich Workshop-Charakter und Tanzkleidung ist dabei - ebenso wie zum Beispiel beim Round Dance Training - eher hinderlich.
Das von Euch zu Recht beanstandete schlampige Auftreten einiger Tänzer ist eine Frage der Persönlichkeit und nicht der Art der Kleidung. Man sieht oftmals Damen in Petticoats, die wohl irgendwann einmal weiß waren, im jetzigen Zustand aber nur noch als Putzlappen taugen. Dazu ein verwaschenes, ungebügeltes T-Shirt und die "Tanzkleidung" ist perfekt. (Mein Tip für Anfänger: falls Ihr Euch nur einen Petticoat anschaffen könnt, nehmt möglichst einen farbigen, der bleibt länger ansehnlich).
Ich empfinde es auch als wesentlich angenehmer, wenn ein Tänzer mit frischem, wie auch immer gearteten Hemd (meinetwegen im Sommer auch kurzärmelig) erscheint, als wenn er am gesamten Jamboree-Wochenende in ein und dem selben noch so schicken Westernhemd tanzt. Und ob man als Schwangere mit Leggings und oversized T-Shirt zu einem gesellschaftlichen Ereignis, was ein Jamboree oder ein Special nun einmal ist, passend angezogen ist, erscheint mir mehr als zweifelhaft. Da gibt es gewiß bessere Lösungen.
Wir sollten uns aber in jedem Falle hüten, die Kleidungsvorschriften allzu starr auszulegen. Für mich ist eine Tänzerin mit Rock und Unterrock in jedem Fall passend gekleidet. Und ist es wirklich so schlimm, wenn am Jamboree-Sonntag ein Tänzer, der vielleicht gar nicht mehr zu tanzen beabsichtigte, in "zivil" einmal einspringt, um einen unvollständigen Square aufzufüllen? Oder muß jemand, der am Freitag spät abends nach langer Fahrt abgehetzt ankommt, sich für eine halbe Stunde Tanzen extra noch umziehen? Da ist Toleranz gefragt.
Die dramatisch rückläufigen Tänzerzahlen in Amerika sind nach Meinung von Experten nicht zuletzt auch auf die starren Kleidungsvorschriften zurückzuführen Besonders junge Menschen können und wollen sich damit nicht identifizieren. Dort versucht man schon seit einiger Zeit mit einer etwas abgespeckten Form (längere sogenannte Westernröcke mit leichtem Unterrock) gegenzusteuern. Da sollten wir in Europa nicht päpstlicher als der Papst sein und einer ähnlichen Entwicklung rechtzeitig entgegenwirken.
"Planung, Vorbereitung und Durchführung von Square Dance Veranstaltungen" - so lautete der Titel der im März-Bulletin veröffentlichten Stichworte zu einem EAASDC-Seminar. Eines der eher unscheinbaren Stichworte hieß "Beschilderung aufhängen". - Aber gibt es etwas schlimmeres als daß Besucher schon verärgert eintreffen, weil sie aufgrund mangelhafter Beschilderung die Halle nicht rechtzeitig gefunden haben?
Clive hat zusammengestellt, was allein zu diesem Punkt zu beachten ist.
Fast jeder Club, der einen Special oder Jamboree ausgerichtet hat, hat schon die wichtigsten Zufahrtsstrecken mit Square-Dance-Schildern ausgeschildert. Sicherlich macht dabei jeder so seine Erfahrungen, auf was dabei zu achten ist. Nachfolgend die Tips und Hinweise, die ich mir aufgeschrieben habe, nachdem ich mit solchen Schildern mehrmals unterwegs war:
Natürlich stellen diese Tips und Hinweise keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit - aber hoffentlich bieten sie Anfängern eine Basis, die gröbsten Fehler und Gefahren zu vermeiden. Ich wünsche Euch daher viel Spaß bei Eurer nächsten Beschilderungsaktion!
Seit einiger Zeit fällt mir auf, daß einige Klubs gängige Traditionen nach ihren Vorstellungen interpretieren oder neue Regeln erfinden und aufstellen. Das liegt meist an der Nichtkenntnis der ursprünglichen Idee oder des geschichtlichen Hintergrundes. Fangen wir mit dem
Dieses Büchlein ist ein Nachweis über besuchte Klubs zum Zwecke des Erwerbs des bekannten Friendship Badge und nicht mehr! Es ist kein Ausweis, daß dessen Besitzer Eintritt zum Besuch eines Klubs oder Special Dances gewährt wird. Auch Gästedangles werden oft nur ausgegeben, wenn das Friendship Book dabei vorgelegt wird. Wenn der Caller darin vergessen hat, das Graduationsdatum einzutragen oder zu unterschreiben, hat man auch keine Chance, ein Gästedangle zu erhalten. Der Erwerb des Gästedangles hängt nicht von der Vorlage des Friendship Books ab! Noch einmal: Es dient nur als Nachweis und zum Sammeln von Unterschriften für das Friendship Badge! Es ist kein Zwang, dies mitführen zu müssen oder überhaupt zu besitzen!
Diese Anhänger wurden in den 70er Jahren als Afterpartybadges verkauft, um die Klubkasse aufzubessern. Irgendein gutsituierter Klub begann dann, diese Dangles an Gäste zu verschenken. Neue Klubs mußten natürlich nachziehen und übernahmen das Ritual des Verschenkens, weil sie es nicht besser kannten. Diese kleinen Klubs haben aber ein Finanzproblem. Die Masse der Tänzer hat sich seitdem vervielfacht und warum sollte ein kleiner, neuer, finanzschwacher Klub Gastgeschenke verteilen! Es gibt absolut keine Regel, diese Dangles verschenken zu müssen und ein Anrecht darauf besteht für die Gäste schon gar nicht. Wer ein solches Dangle haben will, sofern überhaupt vorhanden, kann es auch käuflich erwerben. Die paar Pfennige Gewinn tun der Klubkasse gut und reißen kein permanentes Loch mehr hinein. Wer es verschenken will, soll das gern tun, aber zwingt nicht die finanzschwachen Klubs dazu, ebenso zu handeln.
Es ist ja so praktisch, am Freitag dem neuen, kleinen Klub die Fahne zu klauen! Man hat Zeit und genügend Mitglieder, sich in diesem Sport abzuwechseln. Nächste Woche (am Montag) möchten wir aber, daß Ihr Euer Pfand sofort wieder auslöst! Wenn Ihr das aber tut, holen wir es sofort wieder! Wird das nicht langweilig! Früher, bei wenigen Klubs war diese Regel noch sinnvoll und hat Spaß gemacht. Durch die Masse der Klubs fühlen sich jetzt viele kleine Klubs genervt und überfordert. Man hat schließlich auch noch einen Beruf und ein Familienleben. Das Leben besteht nicht nur aus Square Dance und seinen manchmal überbeanspruchten Traditionen. Freundschaft ist: Mal auf einen Diebstahl zu verzichten und wirklich nur der "Freundschaft zu Liebe" Besuche zu machen. Wer nur aus "diebischen" Gründen Klubs besucht, hat den Sinn nicht begriffen Es kann sogar passieren, daß man, aus Versehen oder nicht, gleich zwei Banner eines Klubs klaut, wenn die Koordination untereinander versagt. Das geht nicht! - Es ist immer nur ein einmaliger Diebstahl erlaubt! Daß diese Banner nach einer gewissen Zeit, wenn sie nicht ausgelöst werden, wieder zurückgegeben werden müssen, wird größtenteils ignoriert. Manchmal weiß der besuchte Klub gar nicht mehr, an wen und wie viele Banner/Plaques ausgegeben wurden :siehe Hilferuf der Spargel Spinners). Freundschaft ist auch, anzurufen: "Wir haben noch ein Banner von Euch, holt Ihr es selbst, oder sollen wir Euch besuchen und es mitbringen?". Die Banner bei Jamborees öffentlich zurückzugeben ist für den Empfänger bloßstellend und keine gute Lösung. Ein Tip, permanente "Diebe" zu hindern: Schreibt auf Euer Wappen "permanent" und verschenkt es! Vielleicht erfindet jemand auch eine neue Regel: Wer es dreimal geklaut hat, darf es behalten, erneutes Klauen ausgeschlossen!