Nachdem ich den Brief von Jiro Rogalewcz in der Mai Ausgabe des EAASDC Bulletins gelesen habe, muß ich sagen, daß iich seiner Aussage über den Gebrauch der deutschen Sprach bei Jamborees und Special Dances nur zustimmen kann. Zu meinem Bedauern sehe ich mich gezwungen, sogar noch etwas hinzuzufügen.
Es wird nicht nur immer häufiger deutsch gesprochen, auch immer mehr Flyer sind ausschließlich in Deutsch abgefaßt. Viele Tänzer, die weder Englisch sprechen noch verstehen, fühlen sich ermutigt, zumindest die am häufigsten vorkommenden Wörter und Ausdrucke zu kernen, damit sie die wichtigsten Informationen auf jedem Flyer lesen können. Diese Tänzer sind nun sehr enttäuscht. Ihnen wurde gesagt, daß jeder Flyer ungefähr die gleichen Formulierungen enthält, uns sie haben sich bemüht, diese Worte zu lernen. Wenn nun aber eine andere Sprache verwendet wird, ist für diese Tänzer ein Flyer nur ein Blatt Papier mit hübschen Bildern, aber unverständlichen Worten. Da es nicht möglich ist, Flyer in jeder Sprache zu drucken, und die Flyer für alle Tänzer verständlich sein müssen, ist es unerläßlich, Worte zu benutzen, die wir alle kennen und verstehen. Schließlich müssen wir auc an die außereuropäische Tänzer denken, die in Sachen Square Dance reisen wollen und die besagten Flyer bekommen, mit denen sie nichts anfangen können.
Ich möchte noch eine kurze Geschichte erzählen, die schon vor Jahren passiert ist, die ich aber bis heute nicht vergessen habe. Nicht lange nach meiner Graduierung bekam unser Club Besuch von dem amerikanischen Caller Paul Hartmann. Und völlig unerwartet kamen auc einige Tänzer vom französischen Club "Paris Calling". Diese Tänzer waren noch Square Dance Anfänger. Als Paul Hartmann zum Mikrophon griff, konnten wir alle wunderbar harmonisch miteinander tanzen, obwohl unsere Gäste nur Französisch sprachen. Da wurde mir klar, daß viel mehr dazu gehört, ein guter Caller zu sein, als nur zu singen und eine Choreographie zusammenstellen zu können. Es ist ebenso wichtig, den Square Dancern den Spaß am gemeinsamen Tanzen zu vermitteln, indem man Ausdrücke verwendet, die alle Tänzer verstehen können, selbst wenn sie eine Andere Sprache sprechen.
Im Namen aller belgischen Square Dance Clubs,
Toussaint Etienne, Nationaler Beauftragter für Belgien
P.S. Es ist hilfreich, von Zeit zu Zeit einen Blick zurückzuwerfen, um festzustellen, ob wir etwas von dem erreicht haben, was wir erreichen wollten, und ob früher geübte Kritik nicht noch immer Gültigkeit besitzt.
Eines der größten Probleme, das derzeit in der Welt des Square Dance diskutiert wird, besteht darin, was wir mit unseren Programmen machen sollen. Einige empfehlen, das Mainstream Programm zu verkleinern, andere sagen, verändert alle Programme so, daß sie gleich lange Lehrzeiten benötigen, manche möchten das Plus Programm auflösen und die Calls gleichmäßig auf das Advanced und Mainstream Programm verteilen, wieder andere sähen es am liebsten, wenn alles beim alten bliebe. Wie auch immer wir uns dazu stellen, die Programme werden sich während der nächsten 10 Jahre in irgendeiner Form verändern.
Als Mitglied sowohl des Mainstream als auch des Plus Committees in Callerlab habe ich immer befürwortet, das Programm, die Liste und damit die Class Zeit auf eine bestimmte Art und Weise zu verkürzen. Die Methode, die ich empfohlen habe besteht darin, einen der "doppelt" vorhandenen Calls aufzulösen (z.B. Slide / Star Thru, Dive Thru / Pass To The Center, California Twirl / Partner Trade) und die augengefälligen Calls -- wie Circle Left, Seperate Go Around One, "U" Turn Back, etc. -- in ein Wörterverzeichnis aufzunehmen um so einen Teil des Programms zu werden.
Hier in Europa versuchen die meisten Caller, die ich kenne, alle Calls auf der Liste zu benutzen. Wenn diese Regelung in der ganzen Welt ausgeführt würde, bestünde für Caller keine Notwendigkeit zu behaupten "nimm es von der Liste, denn es wird nicht benutzt". Einige europäische Caller ziehen die Schraube mit dem Grad der Schwierigkeit etwas weiter an als andere -- dies gibt dem Ganzen ein bißchen extra "Würze".
Was auch immer in den nächsten Jahren passieren wird, wir sollten uns alle darüber im klaren sein, daß es einfacher ist fehlerhaftes anstatt gutes in einer Sache zu erkennen. Wenn wir soviel Zeit und Mühe auf POSITIVE Weise verwendeten, wie wir es oft auf NEGATIVE Weise tun, könnten wir wahrscheinlich künftige Probleme dieser Art verhindern.
Die meisten von euch wissen, daß ich wieder für das Callerlab Board of Govenors kandidiert habe. Gerade habe ich herausgefunden, daß ich für einen Zeitraum von 3 Jahren wiedergewählt wurde. Hiermit möchte ich die Gelegenheit ergreifen und mich bei all unseren Abonnenten bedanken, die mir ihre Stimme gaben, damit ich sie beim Board of Govenors of Callerlab repräsentiere. Im Square Dance vollzieht sich gegenwärtig ein Wandel und die europäische Stimme sollte hierbei nicht ignoriert werden -- ich muß an die jährlich in Amerika stattfindenden Callerlab Conventions bis 1997 teilnehmen und werde mein bestes tun, um eure Wünsche und Bedürfnisse zu vertreten und eure Ansichten bei den Board of Govenors Meetings bekannt zu machen.
Diejenigen unter euch, die Callerlab Mitglieder sind, wissen, daß die Mini-Lab Convention im kommenden August in London, England stattfinden wird. Diese Mini-Lab Convention zu besuchen gehört zu euren Pflichten als Mitglied. Die Idee, daß Callerlab eine Convention nach Übersee bringt, entstand, um allen Callerlab Mitgliedern die Möglichkeit zu geben mit relativ geringen Ausgaben eine Convention zu besuchen, was von euch so vollständig wie möglich unterstützt werden sollte.
Falls ihr es noch nicht gehört habt, das Callerlab Caller Training Committee hat damit begonnen, dem Callerlab Caller Training Curriculum zwei weitere Kapitel hinzuzufügen. Ein ganzes Kapitel behandelt Formation Management und das andere widmet sich Lady Callers. Ich wurde ausgewählt, um zusammen mit Bill Peters (eine Ehre für mich) und einigen anderen das Kapitel über Formation Management zu erarbeiten.
Wir haben jetzt einige Zeit damit zugebracht, Euch an das "Phasen-System" zu gewöhnen, damit ihr leichter den Schwierigkeitsgrad eines Tanzes erkennt. Wir möchten einige Dinge über dieses System erklären und vielleicht auch einige der Handicaps hinweisen. Wir hoffen, daß wir Euch dadurch noch mehr beim Tanzen helfen können.
In Europa arbeiten wir mit einem System, das alle Tänze in "Anfängerkurs", "Aufbauphase" und "Fortgeschrittenen" aufteilte. Da dies sehr ungenaue Begriffe und nur drei Levels sind, haben sich die einzelnen Begriffe oft überlappt. Es war manchmal schwierig sicher zu erkennen, wo der eine Bereich aufhörte und der andere begann. Und hatte man einen Anfängerkurs beendet, wurde man manchmal als "Tänzer in der Aufbauphase" und manchmal als "Anfänger" angesehen.
Jetzt verwenden wir das "Phasen-System". Einer der großen Vorteile dieses Systems ist der, daß es überall in der Welt verwendet wird, so daß egal wo Du tanzt, es immer gleich ist. Das Phasen-System hat sechs Unterteilungen (Phasen I-IV) anstatt drei, dadurch wird jede Phase enger begrenzt als es bei dem vorher verwendeten System der Fall war.
Bei einem großen Vergleich mit dem alten System wären die Phasen I-II der Anfängerkurs. In unseren Anfängerkursen decken wir diese beiden Phasen ab. Phase II-IV wären der Aufbaukurs. Diese beiden Phasen haben wahrscheinlich die größte Anzahl von Figuren, so daß es viel Praxis und Kenntnisse erfordert, um wirklich weiter als dies beiden Levels zu kommen. Während wir in den Phasen I-II die Grundlagen lernen wie Richtungsangaben (line of dance, reverse line of dance), den Unterschied zwischen einem "touch" und einem "step" sowie die Grundfiguren für Two-Step und Walzer, verwenden wir diese Grundfiguren in den Phasen II-IV für andere Rhythmen. Es ist deshalb sehr wichtig, nicht zu schnell durch diese beiden Phasen zu gehen.
Die nächste Gruppe, Phase V-VI, wäre dann der Bereich "Fortgeschrittenen". Die Figuren in diesen Leveln erfordern oft nicht nur gutes und exaktes Plazieren der Füße, sondern eine ganze Reihe von Figuren kann nur durch gute Körperkontrolle und korrekte Bewegungen einfach und sauber ausgeführt werden,
Die einzelnen Tänze werden allein durch den Schwierigkeitsgrad der Figuren den verschiedenen Phasen zugeordnet. Grundsätzlich kannst Du Dich darauf verlassen, daß, wenn Du alle Figuren eines speziellen Levels kennen würdest, Du jeden Tanz diesen Levels "nach Cues" tanzen könntest. Aber Du mußt daran denken, daß es wie überall Ausnahmen gibt.
Wir, als Round Dancer, wollen immer neue und andere Tänze. Um uns zufriedenzustellen versuchen also die Choreographen oft, etwas neues und anderes in ihre Tänze hineinzupacken. Dies geschieht manchmal in Form von Synkopierungen (z.B. daß man teilweise nicht im Takt oder auf dem halben Takt tanzt), durch Abänderung der Figuren (z.B. Veränderung der Anfangs-, End- oder Zwischenposition/en einer Figur), durch Verwenden von Figuren, die noch nicht einer Phase zugeordnet wurden (sie müssen nicht schwierig sein, sie sind einfach nur neu), oder jede beliebige Kombination dieser Dinge. Manchmal. Vor allem in Phase II Tänzen, verwendet ein Choreograph unterschiedliche Kombinationsarten, vor allem Kombinationen von "touch" und "close", oder eine Reihe von schnellen Richtungsänderungen, oder eine Anzahl Figuren, die mit dem Trail Fuß beginnen, oder bei denen sich man entgegen der Tanzrichtung bewegt. All diese Dinge beeinflussen eigentlich nicht die Phase eines Tanzes, sondern erhöhen nur den Schwierigkeitsgrad.
Wenn wir im ECTA Round Dance Council darüber abstimmen, welcher Tanz auf einer Jamboree unterrichtet werden soll, versuchen wir normalerweise innerhalb der auf dem Programm angegebenen Phasenlevel zu bleiben. Aber es gibt Zeiten, in denen das Council bei der Überprüfung des Tanzes und vor allem unter Berücksichtigung des Tanzlevels und des Phasenlevels sowie unter Berücksichtigung des Tanzlevels unserer Tänzer (der bei lateinamerikanischen Tänzen wie Cha-Cha, Rumba, Jive normalerweise höher ist als bei den modernen Tänzen wie Walzer und Foxtrott) beschließt, einen Tanz aus einen höheren oder niedrigeren Phase zu lehren. Außerdem gibt es so viele Figuren in den Phasen II und IV, vor allem bei Foxtrott und Walzer, daß nur wenige von uns sie alle kennen. Deshalb kann ein Phase IV Walzer "einfach" sein, wenn er aus Figuren besteht, die Du kennst, während ein anderer Phase IV Tanz schwieriger sein kann.
Let's keep the world round,
Susie & Gert-Jan
Hallo,
dieser Artikel wendet sich auch an Nicht-Clogger, also nicht weiter blättern!
Aus der Cloggingwelt gibt es einiges Neues zu berichten. Am Spring Jamboree
haben sich die Clogging Instructor, die bis dahin in ECTA Mitglied geworden
waren, zusammengesetzt um sich innerhalb ECTA zu organisieren. Jetzt gibt es das
European Clogging Council, in dem die Instructor vertreten sind, die Mitglied in
ECTA sind. Unser Ziel ist es, Clogging und seine Verbreitung zu fördern. Zu
diesem Zweck arbeiten wir an Programmen und Richtlinien. Der Clogging
Koordinator hat die Aufgabe, wie der Name schon sagt, die Arbeit des Councils zu
koordinieren und ein Ansprechpartner zu sein. Wenn jemand also Wünsche oder
Vorschläge hat oder Unterstützung braucht, könnt ihr mich gerne kontaktieren.
Da wir erst mit der Arbeit des Councils angefangen haben, kann ich nur Berichte schreiben, in denen wir mit unserer Arbeit begonnen haben. Wir haben ein Programm mit Grundschritten verabschiedet, die ein Anfänger können sollte. Ziel ist es, den Clogging Anfängern den Einstieg in die europäische Cloggingwelt zu erleichtern. Außerdem wurden die Anforderungen zusammengestellt, die ein Clogging Instructor erfüllen muß, wenn er in ECTA Mitglied werdem möchte. Zu den Bedingungen gehört u. a. die Absolvierung eines Seminars, das vom European Clogging Council während einer Jamboree abgehalten werden soll, wie z.B. beim Round Dance Cuers Critique. Dieses Seminar ist vor allem als Vorbereitung für den ebenfalls vorgesehenen Test und Unterstützung für den Instructor gedacht, der Besuch für einen Beitrittskandidaten Pflicht. Falls jemand nähere Informationen dazu möchte, kann er sich an alle unten aufgelisteten Instructor oder auch an mich wenden.
Die Liste mit den ECTA Instructors ist vor allem auch für Nicht-Clogger gedacht. (Anmerkung: Da dieser Artikel schon etwas älter ist, habe ich mich entschieden sie hier nicht mit zu veröffentlichen.) Viele wissen sicher gar nicht, daß es inzwischen so viele Clogging Instructor in Europa gibt. Falls ihr eine Jamboree ausrichtet, kann euch die Liste beim Planen des Clogging-Programmteils vielleicht weiterhelfen.
Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines Jahresrepertoires. Von den vier Liedern, die im Jahr an Jamborees beigebracht werden, bringen die Instructor mindestens eines ihren Tänzern bei. das soll den Tänzern erlauben, in der Lage zu sein, bei Jamborees zusammen mit Cloggern aus anderen Clubs tanzen zu können, da ja beim Clogging ein Repertoire fehlt und sehr oft viele verschiedene Choreographien zu einem Lied existieren.
Ich hoffe, daß ihr in Zukunft immer mehr vom Clogging hört und daß sich Clogging in der europäischen Square Dance Welt immer stärker etablieren kann.