EAASDC President's Letter

Hallo Freunde,

Anstelle den Abend mit Chips und Bier vor dem Fernseher zu verbringen und uns darüber zu ärgern, daß das Programm doch nicht unseren Vorstellungen entspricht, kommen wir gerade von einer Tanzveranstaltung. Müde, mit Füßen wieder einmal größer als die Schuhe, aber zufrieden können wir auf einen schönen Abend zurückblicken.

Wie das so ist bei Student Partys, man trifft eine Menge "Angels" und Caller, die man schon seit Jahren kennt und die treu ihre Students zur ersten Veranstaltung begleiten, aber auch die Students, die gespannt und voller Erwartungen zu ihrem ersten Special gekommen sind.

Erfreulich ist, daß (zumindest in unserer Region) in diesem Jahr viele junge Leute an den Classes teilnehmen.

Manches haben sie gehört über Freundschaft und das Miteinander der Tänzer, die gegenseitigen Besuche und die Vielfalt der Caller. Heute bekamen sie einen ersten Vorgeschmack. Unsere eigene Erinnerung an diese Zeit ist die Freude am Tanzen, die Vorfreude auf den nächsten Clubabend und das Gefühl, Abstand vom Alltag zu bekommen. Das ist es auch, was wir gern an andere Tänzer weitergeben wollen.

Glücklicherweise haben die meisten, bei allem Drängen nach anspruchsvollem Tanzen und dem Erlernen neuer Figuren und Level, noch nicht vergessen, wieviel Spaß es macht, die neuen Tänzer zu erleben.

So war dieser Abend für die Students sicherlich eine gelungene Einführung in die Square Dance Welt.

Square Dance ist natürlich nicht alles. Für uns ist es eine anspruchsvolle Abwechslung in unserem oft bewegungsarmen Alltag. Ganz zu schweigen davon, daß unser schönes Hobby nach amerikanischen Untersuchungen auch zur Erhaltung unserer geistigen Fähigkeiten beitragen soll (dieser Hoffnung geben wir uns natürlich gerne hin).

Was ist uns wirklich wichtig und wie teilen wir unsere (Frei-)Zeit ein? Diese Frage hat sich bestimmt schon jeder einmal von uns gestellt.

Wir freuen uns daher besonders, daß so viele, vor allem auch junge Leute ihre Zeit gern in Gesellschaft anderer Menschen verbringen und unser Hobby mit uns teilen wollen. Bis bald in einem Square,

Margarete & Rainer Scheiblich, EAASDC President


Gib dem Tanz einen Namen
Don Casper, ECTA RD Coordinator 1996-2000

Kennt Ihr den Tanz "White Sports Car"? Wie wär’s mit "Long Elastic Love", "I Keep Getting My Pudding Over You", "Strawberry Shake" oder "Hot Eggs"??

Über die Jahre habe ich diese humorvollen Titel öfters gehört oder auch auf Requestlisten gelesen.

Wie bekommt ein Tanz eigentlich seinen Namen? Am einfachsten verwendet man den Titel des Liedes, zu dem der Tanz geschrieben ist, z.B. "Someday Soon", "Axel F" oder "Louisiana Saturday Night". Manchmal existieren bereits einige Tänze zur gleichen Musik, dann soll ein neuer Name eine Verwechslung ausschließen. Somit weiß jeder Tänzer, welcher Tanz nun getanzt werden soll.

Einige RD-Plattenfirmen pressen ihre alte Musik unter neuem Titel und mit neuer Choreographie nach. Wir haben Tänze im ECTA-Repertoire, die bereits früher unter anderem Namen drin waren. "King of the Road" hieß früher "The Flip Side" (wegen Handjive und Hüftschlag nach Flip Wilson benannt). "Blue Heaven Whistler" war mal "Molly N’ Me". "Die Lorelei", nicht im Repertoire, aber doch allgemein bekannt, hieß mal "Darling".

Man kann die Tänze #1, #2, usw. durchnumerieren. (Auf der Platte "Green Door" steht "Green Door #2", weil kürzer als die Originalpressung.) Auch das kann zu Verwirrung führen. (Tanzen wir Music Box Dancer #7 oder #12?). So stellt der Choreograph den Titel um –Jambo Mambo (Phase IV) / Mambo Jambo (Phase VI und Liedtitel) – oder ändert ihn ein wenig – Music Box Dancer (Lied) / Music FOR Dancers (Tanz), um sie auseinander zu halten.

Man kann den Titel abkürzen, z.B. "(There’s a Kind of) Hush", "(A Long and) Lasting Love", oder "Yo(ur) Mama (Don’t Dance)". Die Namen der Tänze sind fett gedruckt. Dann noch den Rhythmus anfügen und fertig ist der neue Name: "September (in the Rain) Foxtrot" oder "Breaking Up (is Hard to Do) Jive".

Manche Choreographen benutzen eine Fremdsprache für den Titel, wie bei "Moon River", was zu "Rio de Luna" wird (oder auch "Riviere de Lune"). Andere nehmen eine Zeile des Liedes als Tanztitel, z.B. "When Will I" aus "Weekend in New England". Das Lied "Today"(auch unser Tanztitel) wurde zu "A Million Tomorrows".

Einige Choreographen benutzen im Titel einen Namen, entweder den eigenen oder den einer Person, der der Tanz gewidmet ist, z.B. "Tango Mannita" von Manning & Nita Smith, "Jacalyn’s Waltz" (Jackie Wilhoit) oder "Rhumba Pete" (Pete Metzger). Der Tanz "Calabasas", nicht im Repertoire, wurde nach der Straße des Choreographen benannt!!

Natürlich gibt’s dann noch solche Tanznamen, die in kein Schema passen. "Dream Awhile" heißt richtig "La Golondrina", "Cha Ching" heißt richtig "Hang On Sloopy" und "Spaghetti Rag" … na ja, das könnte eine Originalmusik sein! Aber, verführt die sanfte Musik von "Dream Awhile" nicht tatsächlich zum Träumen; tanzt man sich nicht bei "Spaghetti Rag" doch Knoten in die Beine, die danach sich wie verkochte Spaghettis anfühlen; und hört man nicht doch in den letzten Noten von "Cha Ching" ein echtes CHA CHING? Na, vielleicht ist da doch ein Schema.

Frohes Tanzen!!

Don Casper


Das Phasen-System spiegelt die Round- Dance-Geschichte wider
by Veronica McClure
Übers: Editor

Das RD-Phasensystem enthält das älteste Material - Walzer und Two-Step - in der Phase II. Das hat hauptsächlich den einfachen Grund, daß dies für viele Jahre das erste war, was neue Tänzer lernten, begründet durch Geschichte und Tradition. Nun wird das dadurch bedroht, daß einige RD-Leader die Phase II überspringen und mit ihren Tänzern gleich bei Phase III beginnen wollen. Was ist da los?

Diejenigen, die so vorgehen, sagen oft, daß die Phase II die Tänzer nicht auf die anderen Rhythmen, Figuren und Abläufe vorbereitet, die mit der Phase III vorgestellt werden. Die logische Folgerung führt zum "Warum nicht?"

Ich glaube, die Antwort liegt in der Geschichte des Round Dance. Diese Geschichte beginnt im 19. Jahrhundert, als auf Bällen in Amerika, England und dem alten Europa Gruppen- und Paartänze üblich waren. In der heutigen Sprache hieße das: Squares und Rounds. Die Squares wurden oft "Quadrille" genannt und hatten Figurenabläufe, die noch eng verbunden waren mit den Abläufen der Contra- und Country-Tänze. Die Paartänze wurden bekannt als "Round Dances".

Der erste Round Dance war der Walzer, der eine Hauptstütze des vornehmen Gesellschaftstanzes der Jahre gleich nach 1800 war. Er wurde nur rechts gedreht, wodurch die Tänzer im Kreis herum tanzten und das war der Ursprung zur Verwendung des Ausdrucks "Round Dance" für den Paartanz. Diese Bezeichnung blieb, auch nachdem nicht-drehende Figuren eingeführt wurden.

Sowohl Henry Ford in den 20-er Jahren als auch Lloyd Shaw (1930...40) legten der Wiederbelebung des Tanzens die Tanzformen des Gesellschaftstanzes des 19. Jahrhunderts zu Grunde, das heißt, die Formen der Squares und Rounds im 19. Jahrhundert. Ihre Arbeit wurde zur Grundlage des ersten geregelten Round Dance, so wie wir es aus der heutigen Round Dance Welt kennen. Sie haben nichts Neues oder Originelles erfunden, sondern sie haben nur die Formen des Gesellschaftstanzes des 19. Jahrhunderts wiederbelebt und angepaßt und im Laufe dieses Vorgangs einen alltäglichen Begriff dieser Zeit genommen und zum Markenamen "Round Dance" gemacht.

Ein großer Unterschied zwischen dem Gesellschaftstanz des 19. Jahrhunderts und dem heutigen Round Dance liegt in der Fußbewegung, speziell der Stellung der Fußspitze gegenüber der Ferse.. Alle vornehmen Gesellschaftstänze (d.h. Tänze zu Zeiten und an Orten, wo man sich bestens beträgt und angemessen benimmt) während dreier Jahrhunderte (1600...1900) wurden mit nach außen gedrehten Füßen getanzt, die Füße wurden auf den Zehen aufgesetzt. Der größer als übliche Entwicklungssprung beim Übergang des 19. Jahrhunderts zum 20. wurde durch die Akzeptanz von "schwarzer" Musik und Tanz bewirkt und führte zum Ragtime. Dadurch wurde das Auswärtsstellen der Füße und das Aufsetzen auf den Zehen im Gesellschaftstanz ein für allemal beendet. Die Engländer haben das sogar formal im Regelwerk ihrer Tanzlehrer-Organisation in den frühen 1920ern festgelegt.

Da aber andererseits das Tanzen, das Ford und Shaw förderten, das Tanzen des späten 19. Jahrhunderts war, förderten sie auch das Auswärtsdrehen und Aufsetzen auf den Zehen, wobei letzterem viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde als dem Auswärtsdrehen. So wurde das Aufsetzen auf den Zehen durch den Round Dance propagiert, lange nachdem andere Tanzrichtungen es abgelegt hatten. Es ist allerdings üblich, daß verschiedene Formen des "selben" Tanzes gleichzeitig in verschiedenen Tanzrichtungen existieren - denkt nur an die vielen Variationen von Jitterbug-Lindy-Jive-Swing, die gleichzeitig existieren und auch verschiedene Neubelebungen und Überarbeitungen durchlaufen.

Der "19. Jahrhundert"-Ursprung des modernen Round Dance ist für Walzer und Two-Step, die beide in jenem Jahrhundert entstanden, festgeschrieben in der Phase II. Die meisten Tänze der höheren Phasen entstanden erst in den letzten Jahrzehnten. Der Tango entstand zwar im letzten Jahrhundert, aber es war die moderne amerikanisierte Form, die es als "Tango Mannita" in den Round Dance schaffte. Die "Schottischen" und die "Polkas", die Bestandteil des frühen modernen Round Dance waren, sind Formen des 19. Jahrhunderts, die fallengelassen wurden, außer einer gelegentlichen Two-Step-Polka. Der "Englische (Langsame) Walzer" ab Phase III ist eine Walzerform des 20. Jahrhunderts. Foxtrot, Quickstep und die Latein-Tänze sind ebenfalls moderne Tanzformen und daher nicht in der Phase II vertreten.

Zusammengefaßt heißt das, daß Phase II Walzer und Two-Step die ältesten Arten des Round Dance sind. Sie haben sich innerhalb des Round Dance weiterentwickelt, aber sie haben sich in den anderen Phasen eher unabhängig von den anderen Rhythmen entwickelt. Daher sind wir nun an dem Punkt, daß einige Round Dance Leader uns fragen, "sollen wir Phase II behalten oder gleich überspringen und mit Phase III beginnen?"

Hmmm, gibt es da Parallelen zur Entwicklung im Square Dance?

(Ed.: Anspielung auf das häufig beklagte schnelle Durchziehen der SD-Classes in den USA bis zu einem abgemagerten Plus-Level und den damit verbundenen Untergang des MS)


Ein kurzer Bericht über: The European Round Dance Week 1998
Joachim Bradl

Teacher: Richard Lamberty & Alise Halbert

Host cuers / Gastgebende Cuer: Joachim & Kerstin Bradl, Michael & Regina Schmidt

Die Veranstaltung begann am Freitag Abend mit einem Willkommens-Tanz. Die 74 Teilnehmer reisten aus Deutschland, Belgien, Schweden, Groß Britannien, und den Niederlanden an.

Der Tanzort "Schloß Eringerfeld" ist ein Tagungszentrum nahe Paderborn, auf halbem Weg zwischen Kassel und Dortmund. Es gibt dort eine große Halle mit einem vorzüglichen Bodenbelag aus grünem Kunststoff, der weich genug ist, um eine ganze Woche zu tanzen und der außerdem eine gute Bodenhaftung garantiert.

Richard und Alise brachten folgende Tänze mit (in Teach-Reihenfolge):

Name

Nocturne IV

Summertime

Last Night

Lets Face The Music And Dance

Dancez Merengue

Choreography

Lamberty

Broadwater

Lamberty

Lamberty

Shibata

Rhythm

Waltz

Foxtrot

Rumba

Quickstep

Merengue

Richard & Alise begannen am Samstag Morgen mit Nocturne Phase IV, ohne dabei zu sehr auf tanztechnische Details einzugehen, denn das hatten sie uns in den vorangegangenen Jahren intensiv vermittelt. Der Nachmittags-Teach war reserviert für Slowfox. Richard & Alise übertrugen die Walzertechnik auf den Slowfox und zeigten Gemeinsamkeiten und Unterschiede anhand der Basis- und einiger Fortgeschrittenen-Figuren auf. Der nächste Morgen begann mit dem Tanz "Summertime", der "... einige interessante Kombinationen bereithielt... ". Im Verlauf dieses Tages merkten wir dann, das "interessant" ein Synonym für "ein wenig schwierig" ist. Schlußendlich jedoch, wie sollte es anders sein, hatten alle Tänzer ihr Erfolgserlebnis.

Am Montag wurde ein voller Tag auf Rumba verwendet mit dem Ergebnis des Phase VI Tanzes "Last Night". Ein "interessanter" Tanz, der dieses Jahr (von Regina & Michael Schmidt) auch auf der URDC geteacht wurde.

Dienstag war Quickstep Tag. Richard übertrug die Walzer-Technik auf den Quickstep und am Ende des Tages "stellten wir uns der Musik und tanzten". [ we "Face(d) The Music And Dance(d)"]

Bleibt noch der Mittwoch Morgen, den wir mit Merengue ausfüllten ("Dancez Merengue"). Ein spritziger und gelungener Abschluß.

Die meisten Tänzer (uns eingeschlossen) waren damit "geschafft"! Wir hatten fünf Tage sehr hart gearbeitet, um soviel wie möglich, was Richard & Alise an Schritten und dazugehöriger Technik vermittelten, umzusetzen. Und Richard hatte noch härter daran zu arbeiten, immer wieder das Beste aus uns herauszuholen. Soweit ich es beurteilen kann, hat er es geschafft. Mit seinen häufigen Erinnerungen während des Cuens (z.B. "no ChaCha" bei einem Walzer-Chasse) brachte er uns dazu, immer wieder Fehler zu vermeiden. Die Unterrichtseinheiten waren harte Arbeit verbunden mit viel Humor und Erfolgserlebnissen für jedermann.

Am Abend wurde dann in entspannter Atmosphäre getanzt und man konnte Richard & Alise bei ihren Showcases bewundern, die den Workshop für den nächsten Tag ankündigten. Außerdem zeigten sie "The Children" und den neuesten argentinischen Tango von Brent & Mickey Moore.

Weiterhin gab es Tanzdarbietungen der beiden schwedischen Paare (Folklore) und einer Latein-Formation, die zufällig ihr Trainingslager in Schloß Eringerfeld abhielt. Sie zeigten uns ihre Choreographie zu einem Medley der Filmmusik aus "Sister-Act"

Nicht zu vergessen, die Afterpartys:

Michael Schmidt zeigte seinen Break/Robot Dance zur Musik von Michael Jackson. Vier weitere Teilnehmer (drei junge Damen und ein Herr) erfreuten uns mit einer Clogging Aufführung. (Dies war sehr "interessant").

Eine der größten Überraschungen allerdings war die Bauchtanz-Darbietung von einer jungen Teilnehmerin aus Berlin. Sie gehörte bestimmt zur Weltklasse, was Kerstin und ich beurteilen können, denn fünf Tage nach der Woche haben wir uns, während des Urlaubs in der Türkei, die dort beheimateten professionellen Bauchtänzer(innen) angesehen. Unsere Bauchtänzerin kann sich sicherlich mit denen messen. SUPER!

Jede der Darbietungen wurde mit stehenden Ovationen bedacht.

Abschließend bleibt zu sagen, daß die "European Round Dance Week" so etwas wie die "URDC Convention" für Europa darstellt. Ich freue mich wirklich auf das nächste Mal: Vom 2. bis 7. November, 1999, gleicher Ort, gleiche gastgebende Cuer und zusätzlich Klaus & Marion Völkl. (URDC ist die Abkürzung für den "Universal Round Dance Council". In dieser internationalen Vereinigung sind Tänzer und Cuer Mitglieder und jährlich findet in Amerika eine große Veranstaltung statt, bei der alles was Rang und Namen hat, anzutreffen ist).

Vor der European Round Dance Week bieten Richard & Alise einen Kurs für Round Dance Teacher an, der von der ECTA (European Callers and Teachers Association) ausgerichtet wird. Schwerpunkt dieser Veranstaltung wird sein "Wie vermittle ich richtig (Tanz-Techniken)". Ich denke, daß wir eine Menge von diesen hervorragenden RD-Teachern lernen können und wir sind froh, sie für beide Veranstaltungen gewonnen zu haben. Übers.: Michael Schmidt

Für weitere Informationen:

Joachim Bradl, Max-Planck Straße 33, 69198 Schriesheim, Germany,
Phone/Fax: +49 (0) 6203 63362
E-Mail:Joachim.Bradl@llt.de.

Of course, the world is round


Sommer im Winter
Chrissie & Dieter Seng, The Salt Traders SDC, Grafenau

Square Dancing ist ein Vergnügen, ein noch größeres Vergnügen ist es, wenn es auf Gran Canaria stattfindet und von den "Los Canarios" in Playa del Cura organisiert worden ist. Square Dancing unter der "callership" von Stefan Lasch jedoch ist eine Sensation. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß unsere Ferien perfekt waren. Hier jetzt die Liste der Gründe dafür: 

Das Hotel: Direkt am Atlantik im Südwesten der Insel gelegen, bot es einen atemberaubenden Blick von unserem Balkon auf die hoteleigene Pool-Anlage und auf die Brandung. Wir schätzten die Klimaanlage wegen der Sonne und den Kühlschrank der kühlen Getränke wegen. Nicht vergessen werden wir die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der beiden Empfangsdamen Ina und Brigitte. 

Die Menschen: Als wir diese Reise buchten, waren Extrawünsche kein Hindernis, etwa von Luxembourg aus zu fliegen. Phantastisch! Und alle Los-Canarios-Mitglieder waren stets willig und bereit, den blutigen A1-Anfängern Chrissie und Dieter zu helfen, sich durch das schwierige Fahrwasser des A2-Programms zu lavieren. Danke, Leute!  

Obwohl ich erfahren hatte, daß Stefan Physiker ist, entdeckten wir sofort seine pädagogischen Fähigkeiten wie Geduld und die Bereitschaft, unsere anfänglichen Schwierigkeiten zu verstehen. Stefan ist ohne Zweifel ein großartiger Caller. 

Die Insel: Wir tauschten das kühle, graue deutsche Wetter mit beständig blauem Himmel und Temperaturen um die 30°, während das Wasser des Atlantik und der Pools 25° und mehr hatte. Da wir nur ein über den anderen Tag tanzten, war jeden 2.Tag Gelegenheit genug, den Charme und die Schönheit von Orten wie Puerto Rico, Puerto Mogan, Firgas und Teror zu entdecken. Der Höhepunkt jedoch war für uns eine Fahrt in einem offenen Wagen durch die imponierende Bergwelt im Norden mit überwältigenden Ausblicken, imposanter Vegetation, freundlichen Einwohnern und ausgezeichneter Küche. Wir haben das wirklich genossen.  

So war es für uns ganz selbstverständlich, Mitglieder bei Los Canarios zu werden - und wir versprechen, im nächsten November wieder dabeizusein.


Seht das Positive!
Gunda Wendt (Square Dancer und Caller)

Hallo, Freunde!

Zunächst einmal möchte ich Euch sagen, daß Square Dance Spaß MACHT. Mir jedenfalls. Mir bereiten die meisten Tänze Freude und für mich gibt es immer etwas positives an jedem Clubabend.

Es gab lange Jahre, in denen ich nicht tanzte und eines Tages bemerkte ich, daß ich früher einmal etwas hatte, das mir Spaß machte. Es brauchte einige Zeit, bis mir aufging, daß es der Square Dance war, der mir ganz in Vergessenheit geraten war. Also beschloß ich, wieder damit anzufangen. Aber - in der Zwischenzeit war ich umgezogen und alle Clubinformationen waren verloren gegangen und ich hatte eine schwere Zeit herauszufinden, wie ich mit den örtlichen Clubs in Verbindung treten konnte. Eine freundliche Callerin half mir auf den richtigen Weg und langsam aber sicher war es mir möglich, einige Clubs in der näheren Umgebung zu besuchen, den Rost abzuschütteln und wieder ein guter Tänzer zu werden. Jeder, den ich traf, war mehr als hilfsbereit und freundlich.

Da ich in einer gottverlassenen Gegend wohne, war selbst der nächste Club zirka eine Autostunde entfernt, aber trotzdem gelang es mir, zwei oder drei Clubs in der Woche zu besuchen. Einer der kleineren Clubs bat mich, reguläres Mitglied zu werden, was ich auch wurde. Ich war und bin immer noch ein guter Tänzer und unterstütze gern einen Square Dance Club wie ich denke, daß er sein sollte. Ich genieße einen guten Clubabend, an dem das Augenmerk auf gutem Tanzen liegt, auf Freundlichkeit und Höflichkeit, einem Lächeln und einem leichten Schulterklopfen, wenn die Dinge mal nicht so klappen und ich nehme mir immer vor, einen netten Abend mit netten Leuten zu verbringen.

Natürlich, wenn ich denn wollte, könnte ich immer ein Haar in der Suppe finden, aber meistens kann ich die negativen Dinge zur Seite schieben und mich auf den eigentlichen Sinn des Square Dance konzentrieren: eine gute Zeit mir Freunden zu haben.

Viele Beschwerden wurden in letzter Zeit laut: falsche Square Dance Kleidung, schlechte Caller, Mangel an Gastfreundlichkeit, Tanzstufen, etc. Viele Vorschläge wurden gemacht, manche praktikabel, manche nicht. Es ist schwer, den Club zu wechseln, wenn es keinen weiteren Club in der Nähe gibt - also hast Du keine große Wahl, wenn Dir nicht gefällt, was Du hast. Aber ich habe herausgefunden, daß es viel einfacher ist, zu lächeln und meine Betrachtungsweise zu ändern als eine Gruppe von Leuten.

Wenn der Caller seinen Job nicht gut macht - nun, es ist sein/ihr Verlust, nicht meiner. Ich bekomme meinen Spaß, wenn ich zu Specials gehe oder andere Clubs besuche. Wenn mein Caller nicht weiß, wie man die Tänzer motiviert, kann er für zusammengebrochene Square callen soviel er will. Ich kann nur versuchen, so korrekt wie möglich nach seinen Calls zu tanzen und den anderen Tänzern im Square zu helfen soweit es geht, aber nicht mit Ziehen, Zerren, Schieben.

Und die Vorstände - sie sollten bedenken, daß es sehr einfach ist, einen Club zu ruinieren statt zu führen. Wenn Du gerne Vorstandsmitglied sein willst, solltest Du die Fröhlichkeit und Freundlichkeit in Deinem Club an erste Stelle stellen, denn: keine Mitglieder - kein Club - kein Vorstand - kein Posten. Man kann überall faule Äpfel finden, aber muß man sie auch essen? Müssen wir wirklich auf Unruhestifter hören und ihnen die Möglichkeit geben, unsere Einstellung zu etwas so vergnüglichem wie Square Dance zu vermiesen? Es ist nicht nur das Tanzen, das uns Spaß macht, nicht nur die sportliche oder geistige Betätigung, die es uns gibt, sondern auch die Chance unter Leute zu kommen und gerne mit ihnen zusammen zu sein.

Square Dance MACHT Spaß -

Fröhliches Tanzen!


CALL-BOT + DANCER-BOT
Nasser Shukayr
Übers: Editor

In den letzten Heften wurde viel über Unzulänglichkeiten einiger Caller, schlechte Ausbildung und Unvermögen von Tänzern geklagt.

Wir haben zufällig den Werbeprospekt für zwei Produkte gefunden, die zuverlässig Abhilfe von allen angesprochenen Problemen versprechen.

Urteilt selbst


CALL-BOT

Liebst Du Square Dance, bezahlst aber nur ungern hohe Preise für die Caller? Möchtest Du einen perfekten Caller für einen niedrigen Einmal-Preis ? Dann brauchst Du . . . den CallBot!

CallBot ist ein Roboter, der für die Erfüllung der Aufgaben eines Top-Callers programmiert wurde! Verschiedene einzigartige Komponenten wurden sorgfältig zusammengefügt und aufeinander abgestimmt. Kaufe heute einen CallBot und Du wirst Jahre zufriedenen Tanzens erleben!

Das Patter-Modul callt Deine Lieblingssequenzen, findet immer Deinen Corner, bietet endlose Variationen und läßt niemals Deinen Square zusammenbrechen. Die letztjährige Erweiterung war der "Tanzen-beim-Callen"-Zusatz, der es erlaubt, mit nur sieben Tänzern und einem CallBot zu tanzen. Die Neuigkeit dieses Jahres ist der "Tip-Begrenzer". Der Tip-Begrenzer sorgt dafür, daß der CallBot niemals einen Tip callt, der zu lange dauert. Der Tip-Begrenzer kann sehr leicht bedient werden: wenn der CallBot anfängt, zuviel Patter zu callen, kannst Du den Tip-Begrenzer durch einen kräftigen Schlag auf den Kopf des CallBot aktivieren.

Das Singing-Modul singt Deine Lieblingslieder ganz wundervoll. In unserem ständigen Bemühen um Verbesserung wurde der diesjährige CallBot aus neuem Material hergestellt und klingt nicht mehr "blechern", sondern "ehern".

Das Lehr-Modul bringt die Calls geduldig nach Definition aus allen Formationen und Aufstellungen bei, dennoch bringt er Eure neuen Tänzer in Rekordzeit auf den Club-Tanzstandard. Für einen kleinen Aufpreis kann das Patter-Modul so erweitert werden, daß es auch alle Variationen callt, die das Lehr-Modul beigebracht hat.

CallBot kann durch das Arbeits-Modul zum besten Arbeiter gemacht werden, den Euer Club je hatte. CallBot kommt früh zu jedem Tanzabend, stellt die Klimaanlage auf die richtige Temperatur, bereitet vollkommenen Kaffee zu, braucht keine Hilfe, um seine Gerätschaften in die oder aus der Halle zu tragen, bleibt länger, um sauberzumachen und sorgt dafür, daß alle Lampen ausgeschaltet sind, bevor er die Halle verläßt. Für einen kleinen Aufpreis kann das Arbeits-Modul zu einem Führungs-Modul erweitert werden. Mit dem Führungs-Modul erledigt der CallBot keine Aufgaben des Arbeits-Moduls mehr, sondern überredet stattdessen jemand anderen, sie zu tun.

Kein Caller wäre perfekt ohne eine einnehmende Persönlichkeit. CallBots Persönlichkeits-Modul ist immer in toller Stimmung, versteht Deinen Standpunkt, erzählt die neuesten Witze, kann Deine Gedanken lesen und ist ein großartiger Zuhörer, wenn Du herumnörgelst. Wo wir grade vom Nörgeln sprechen - das Persönlichkeits-Modul wurde kürzlich verbessert und der wirklichen Welt angepaßt: der CallBot wird nun unaufhörlich über seine Caller-Aufgaben bei der nächsten Convention nörgeln.

Das Werbe-Modul ist Dein Schlüssel zu einer immer sprudelnden Quelle neuer Tänzer! Dies Modul wurde kürzlich noch verbessert. Das letzte Modell des CallBot beschaffte neue Tänzer durch Abwerbung bei anderen Clubs. Das diesjährige Modell geht wirklich raus, findet neue Tänzer und schafft sie ran.

Die CallBot-Entwicklung ist ein fortlaufender Prozeß. Viele künftige Erweiterungen sind schon in der Planung. Der Postkarten-Automat macht es sehr leicht, eine Karte oder einen Brief an die Fernsehstationen zu schreiben, um sich um einen Auftritt in einer Show zu bewerben.

Schon bald wird das Diplomatie-Modul ausgeliefert. Damit brauchst Du nicht mehr an Versammlungen teilzunehmen und mit all den unvernünftigen Leuten zu diskutieren. Du kannst Dich zurücklehnen, während der CallBot für Dich diskutiert!

. . . und wie sieht es bei den Tänzern aus?

Hier das Gegenstück zum "idealen Caller" . . .


DANCER-BOT

Hast Du keine Lust mehr, mit Leuten zu tanzen, die - sagen wir es deutlich - keine Ahnung davon haben, was sie da treiben? Ist es Dir zuwider, sie "durchzuziehen"? Wünscht Du Dir nicht, daß jemand einen Square-Dance-Roboter erfindet, der niemals einen Fehler macht?

Was Du brauchst ist ... , ein "TanzBot"!

Der TanzBot tanzt präzise. Er kann entweder den Boy- oder den Girl-Part tanzen und ist immer zur richtigen Zeit am richtigen Platz.

TanzBot ist der anpassungsfähigste Tänzer, den Du je gesehen hast. Die Einstellung ist so einfach wie ein paar Schalter umzulegen. Nach der kinderleichten Grundeinstellung, während der Du dem TanzBot etwas über Deine örtlichen Gepflogenheiten sagst, bist Du zum Tanzen bereit! Zum Beispiel kann für den Fall, daß der Square zusammenbricht, der TanzBot auf das eingestellt werden, was die Tänzer Deiner Gegend normalerweise tun: er kann Lines in der Side-Position bilden oder nach einem anderen Square schauen und sich genauso aufstellen oder er kann mit hilflosem Blick herumstehen.

Wenn Du es nicht anders wüßtest, könntest Du glauben, der TanzBot sei ein lebendiger Tänzer. Er lächelt immer. Wenn andere im Square eine Abkürzung nehmen (z.B. Pair Off anstatt Square Thru Four), der TanzBot paßt sich an. Wenn Du "bumbst" und "durchdrehst" beim Weave the Ring, macht das der TanzBot auch. Und mit dem zusätzlichen Geräuschgenerator erzeugt der TanzBot all die Töne, die üblicherweise bei bestimmten Square Dance Calls wie "Track II" und "Load the Boat" gemacht werden.

Es ist sehr angenehm und bequem, mit dem TanzBot zu tanzen. Die Standardausrüstung umfaßt vier Hände (zwei werden nach oben, zwei nach unten gehalten). Das Modul für gleichartige Gegenreaktion wird sachte Deine Hand drücken, wenn Du sachte die Hand des TanzBots drückst, oder es nimmt Dich in den Würgegriff, wenn es das ist, was Du dem TanzBot antust. Du hast die Wahl.

Glaube es oder nicht: ein TanzBot im Square macht Dich zum besseren Tänzer! Ein "Verkehrspolizist" im Square zu sein, hat damit eine völlig neue Dimension erreicht. Drücke einfach auf den "Panikknopf" und ein spezielles Leitsystem leuchtet auf und zeigt auf einer Karte, wer wo im Square stehen sollte.

Mit einem so vollendeten Tänzer in einem Square zu stehen, könnte in manchen Leuten einen Minderwertigkeitskomplex erzeugen. Keine Angst! TanzBot gibt niemals Dir die Schuld, wenn der Square zusammenbricht. Hier ist das ausgeklügelte Regelwerk das vom Schuldzuweisungsmodul eingesetzt wird:

  1. Wenn C-1 oder höher getanzt wird und Phantoms im Square sind, schiebe die Schuld auf die Phantoms.
  2. Wenn ein CALLBOT callt, gib dem Caller die Schuld.
  3. Wenn ein richtiger Caller callt, und wenn er einer der wenigen ist, die eine Beschuldigung akzeptieren können, dann gib dem Caller die Schuld.
  4. Wenn ein weiterer TanzBot im Square ist, dann beschuldige den anderen.
  5. Wenn keiner dieser Punkte zutrifft, dann nimmt der TanzBot alle Schuld auf sich.

Die einzige Frage, die Du Dir selbst stellen mußt, ist also: willst Du einen Tänzer, der keinen Tanzabend fehlt, der keinen Tip ausläßt, der ein unermüdlicher Arbeiter für Deinen Club ist, der jederzeit perfekt tanzt, sich allen örtlichen Besonderheiten anpaßt, die Schuld für Deine Fehler auf sich nimmt und auch noch Deine Korrespondenz erledigt?

Nun, willst Du einen oder nicht?

Beantworte die Frage!! JA oder NEIN??

Nun, wie ist Deine Antwort??

Tut mir leid, Du kannst keinen bekommen. Tänzer, die so gut sind wie der TanzBot, sind bei weitem zu gut, um mit Leuten in einem Square zu tanzen, die so miserable Tanzfähigkeiten haben wie Du.


Nehmt das alles nicht so ganz ernst . . .

Wir hielten diese Artikel für die geeignete Lektüre zur närrischen Zeit. Wie in allen närrischen Vorträgen steckt aber auch hierin einiges, über das sich nachzudenken lohnt. - Editor