ECTA Clogging Coordinator
Tina Kipp

Hallo Tänzer/innen,

hier nun der angekündigte Bericht von unserer Amerikareise. Am 15.11.97 ging's los. 6 Tänzer der Smiling Frog Hopper und der Teepott-Clogger starteten von Bremen aus nach San Francisco. Bevor die Clogging Convention in Nashville auf dem Programm stand, wollten wir uns etwas das Land anschauen und tanzen natürlich auch, schließlich wollten wir alle den "Rover" an unser Badge hängen. Das haben wir auch geschafft. Unsere Rundreise durch Kalifornien, Canyonland, Arizona, Utah und Nevada war sehr schön, aber nach einhelliger Meinung zu kurz. Wettermäßig sind wir sehr verwöhnt worden, blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad waren unsere ständigen Begleiter. Einzig Nashville hatte etwas kühlere Temperaturen zu bieten, aber das war uns egal. Wir waren zum Tanzen in Nashville und dabei sollte uns ganz schön warm werden.

Das Opryland Hotel ist wie eine kleine Stadt für sich. Es gab nicht ohne Grund an der Rezeption einen Hotelführer. Als wir Dienstags ankamen, waren wir so ziemlich die ersten und konnten uns alles in Ruhe anschauen und auskundschaften, wo nun die Convention eigentlich stattfand. Ab Mittwochabend wurde gecloggt. Was sofort ins Auge viel, war der hohe Anteil Kinder und Jugendlicher unter den Cloggern. Leider waren die Hallen nicht gut beschallt, man mußte sich gewaltig konzentrieren und oft konnte man die Cues nicht verstehen.

Donnerstag, Freitag und Samstag standen ganz im Zeichen von Clogging. Es wurde alles geboten, jeder Level, jede Tanzart, auch "irish step dancing", ein Tanzstil, der uns alle begeistert hat. Jeder Workshop dauerte 45 Minuten, danach gab es 15 Minuten Pause bis zum nächsten WS. So konnte man ohne Hetze die Hallen wechseln oder mal etwas essen. WS gab es ab 9 Uhr morgens bis 17 Uhr abends. Ab 20 Uhr wurde immer ein Special Programm geboten.

Abends gab es dann immer ein besonderes Programm und/oder "Request Clogging". Am Samstagabend gab es dann eine Special Show, "Rhythm in Shoes", wo verschiedene Gruppen noch einmal alle Register ihres Könnens zogen. Einfach toll!

Sonntagmorgen ging es dann nach dem Auschecken Richtung Atlanta. Wir wollten Tandy Barett besuchen. Sie war 1996 bei uns zu Besuch und hat auch an der ECTA Convention in Darmstadt WS gegeben.

Am 4.12.96 waren wir wieder in Nashville. Unwiderruflich unser letzter Tag. Nachmittags ging unser Flieger. Zuerst nach Detroit und nach Flugzeugwechsel endgültig Richtung Amsterdam. Es war auch gut so, denn am nächsten Tag begann ja die Winterjamboree in Bammental.

Von den 6 Amerikafahrern hatten sich dann 3 auf den Weg gemacht. Trotz vorhandener Müdigkeit sind wir auch ohne Komplikationen einigermaßen pünktlich angekommen. Ich konnte direkt ins Meeting einsteigen und die anderen kümmerten sich ums Quartier und konnten dann auch noch tanzen.

Die Cloggingworkshops am Samstag waren gut besucht. Wir hatten auch viele Zuschauer, die rundum standen und zusahen, wie der Instructor uns "Beine machte". Obwohl wir es immer schön finden, wenn Zuschauer da sind und Interesse zeigen, war es oftmals für uns sehr schwer, die Cues zu verstehen. Bei einem WS wird die Musik sehr langsam gestellt und dann sind die Beats, nach denen wir unseren Takt halten, nur schwer zu verstehen. Wenn sich dann im Umfeld noch unterhalten wird, ist es fast unmöglich, bei dem (zugegeben) lauten Geklapper der Cloggingschuhe auch noch den Instructor zu verstehen. Trotzdem wünschen wir uns auch weiterhin, daß möglichst Viele bei unseren WS zuschauen und sogar selbst Lust auf Clogging bekommen.

Eure Tina Kipp


Greetings from your ECTA RD Coordinator !
Don Casper

"Schnell, komm hinter die - die können alle Rounds!"

Dieser Satz ist sehr typisch für die heutige Generation der (Anfänger-)Tänzer. Warum glauben so viele, daß man Round Dance vom Abgucken lernen kann ??

Das Problem existiert in SD Clubs, wo Tänzer, die noch keinen RD Kurs besucht haben (oder vielleicht vor langer Zeit doch) auf die Tanzfläche gehen und versuchen "sich gegenseitig durchzuziehen", aber auch offensichtlich bei frisch graduierten Phase II Tänzern, die ohne jegliche Kenntnisse der Figuren Phase III, sogar Phase IV Tänze versuchen!! Einige Tänzer mit Standard-/Latein-Erfahrung sind auch der Meinung, sie könnten Rumbas, Cha-Chas, oder Foxtrott mittanzen, weil die Bewegungen doch den Tanzschulschritten sehr ähnlich seien. Sie vergessen aber, daß man beim RD auf die Cues reagieren soll, was fast unmöglich ist, weil man den Zusammenhang Figur und Name nicht gelernt hat. Ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung, sowohl von meinen eigenen SD bzw. RD Clubs (wo meine Bitten auf taube Ohren stoßen) als auch von dem Winter Jamboree.

Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller RD Lehrer, erzeugt Unmut seitens der anderen Tänzer, gibt den Betroffenen eine schlechten Ruf und läßt ein sehr negatives Bild von Round Dance entstehen!!

Ich gestehe, als RD Student selbst auf die Tanzfläche gegangen zu sein, um mir selbst die unbekannten Tänze beizubringen, jedoch habe ich meinen damaligen Partnerinnen (falls sie nach meiner Erklärung noch mit mir haben tanzen wollen) unmißverständlich gesagt, ich wäre da, um meine Schritte zu lernen und nicht um sie durch ihre durchzuziehen. Trotzdem habe ich mir einiges falsch eingeprägt, was ich nur durch spätere Workshops oder eigenes Cue-Sheet Lesen habe dann korrigieren können!! Man bedenke auch, seinerzeit gab es nur ungefähr 60 Tänze im Repertoire, davon waren 90% Two-Steps (die einzige Rumba, "Rumba Maria", war eigentlich auch ein Two-Step), 3 Cha-Cha ("Millionaire", "Let Your Love Flow" und "Folsom Prison") welche man allesamt mit nur 4 neuen cues "standard cha", "sand step", "flirtation chase" und "cha-cha box" hat lernen können, alle anderen Figuren wurden als Two-Step ausgecuet (!!), der einzige Jive ("Green Door") hatte nur 1 Jive-Figur, "Jitterbug", welche auch mit Balances gecuet wurde, und die Foxtrott-Tänze, die wir hatten, wurden entschärft, indem man die Cues als Two-Step angesagt hatte, z.B. wurde eine Foxtrot Box als " forward, 1/2 box back, side close" gecuet. Auf der einen Seite bin ich heilfroh, daß diese Zeiten vorbei sind !!!

Heutzutage gibt es einfach keinen Ersatz für ein solides RD Grundwissen, wie es von unseren RD Lehrern beigebracht wird. Wir habe heute mehr als dreimal so viele Tänze im Programm. Es ist bekannt, daß sehr viele Tänzer sehr schnell in die höheren Levels kommen wollen, eben weil es so viel Schönes zu tanzen gibt. Bitte gebt Euch die Zeit, die Grundschritte gründlich zu lernen mit viel Übung, Übung und noch mehr Übung!! Je solider Eure Basis ist, desto leichter wird es Euch fallen, die nächste Phase zu erreichen, und um so schneller werdet Ihr dort genauso solide.

Zum Schluß möchte ich noch sagen, es stört mich persönlich nicht allzu sehr, wenn jemand den Platz hinter mir auf der Tanzfläche einnimmt und seiner Partnerin sagt, "Schau denen zu, die können das!" (als Witz sage ich manchmal, daß der Platz 10,- DM kostet; aber ich sage es auch Tänzern, die ich persönlich kenne, wenn ich der Meinung bin, der Tanz wäre zu schwer für sie), ich wünsche mir von Phase II-Anfängern, die gerade vom Cuer gehört haben, der nächste Tanz sei Phase IV, sie würden die Tänzer respektieren, die Phase IV schon länger gelernt und getanzt haben, und ihnen den Raum geben, das, was sie gelernt haben, tanzen zu können, ohne auf die, die es nicht gelernt haben, aufpassen zu müssen.

Frohes Tanzen!!
Herzlichst Euer

Don Casper, ECTA RD Coordinator 96-98


Square Dance & The National Directory (s. Bulletin 11/97)
Kathryn

. . . ich lese gerade den Artikel über das National Square Dance Directory, hier einige Gedanken dazu . . .

Ihr werdet bemerkt haben, daß die Datenbestände jedes Jahr bereinigt werden und oftmals sind die Clubs "faul" oder wissen nicht, daß sie ihre Einträge erneuern müssen . . . die Anzeigen hängen nicht mit der Anzahl der Clubs zusammen . . . die meisten SD-Shops sind in Kalifornien oder Texas . . . 'western' ist besonders 'in' in diesen Staaten, aber die Anzahl der Shops sagt nichts aus über die Anzahl der Tänzer . . . wir haben Niederlassungen in zwei Staaten, aber wir haben beschlossen, im nächsten Jahr nicht im Directoy zu inserieren, weil wir mehr auf das Internet setzen . . . der größere Anteil der Anfragen und Bestellungen kommt über diesen Weg . . . ein weiterer Punkt: die Veränderung in der Anzahl der Clubs ist vermutlich vor allem von Kosten und Unterhalt in den örtlichen Gemeinden abhängig: der Hallenmiete, den Callerkosten und der Versicherung . . . und letztlich: der gesamte Niedergang ist das Ergebnis der BMI/ASCAP-Lizensierung . . .
(Editor: in den USA trägt der Caller über die BMI/ASCAP-Zulassung die Urheberrechtsgebühr, die bei uns die GEMA von den Veranstaltern/Clubs verlangt) . . .
wir verloren fast alle unserer unbedeutenden Caller in Kirchen, Schulen, in ländlichen Gegenden, weil jeder eine Zulassung erwerben mußte. Obwohl sie eigentlich nicht teuer ist, scheut doch ein Hobby-Caller den Papierkram: er wollte nur 2-5 Squares in seiner kleinen Gemeinde haben, aber nun: puff! hört er lieber auf . . . DESHALB ging es mit uns bergab . . .


Round Dance unerwünscht ? (s. Bulletin 11 & 12/97)
Heike Beck, Limes Dancers & Bernemer Squeezers

Ich werde nie vergessen, wie fasziniert ich beim Besuch "meines" ersten Specials (Frankenstein Castle Dance 90) die Rounds beobachtete. In meinem damaligen Club gab es keinen Round Dance, so daß ich das bis dahin gar nicht kannte.

Bei allen weiteren Specials, die ich besuchte, gehörte Round ganz selbstverständlich dazu und ich habe das nie als Beeinträchtigung empfunden, gab es doch bei diesen Pausen Gelegenheit zu einem Schwätzchen oder zum Zuschauen und Abgucken. Sobald sich eine Möglichkeit ergab, besuchte ich eine Round Class und tanze seitdem mit Begeisterung Squares und Rounds.

Seit einiger Zeit gibt es jedoch mehr und mehr Querelen und einen von Callern und Cuern geschürten Konkurrenzkampf, jeder gegen jeden: Caller gegen Cuer, Square- gegen Round-Tänzer, Tänzer gegen Cuer/Caller, von allen Seiten mit einer Verbissenheit, Intoleranz und zum Teil sogar Böswilligkeit geführt, die nichts, aber auch gar nichts, mehr mit dem freundschaftlichen Miteinander zu tun hat, das ich beim Tanzen kennen und schätzen gelernt habe. Für mich gehören Squares und Rounds zusammen wie Caller/Cuer und Tänzer - das eine ohne das andere verliert an Wert! Und ich bin sicher nicht allein mit diesem Gefühl!

Wenn wir Tänzer es zulassen, daß Veranstalter, Caller und Cuer uns dazu zwingen, zwischen dem Besuch reiner Square- oder Round Dance Specials entscheiden zu müssen, werden wir einen Teil des Tanzspaßes verlieren und die Tanzqualität der Specials wird ganz sicher negativ beeinflußt. Das wäre sehr traurig und ganz gewiß kein guter Dienst für unsere Aktivität.

Da sich sowohl ECTA wie auch EAASDC aus dieser Problematik heraushalten wollen, liegt es an uns Tänzern, für den Erhalt der Gemeinsamkeit aktiv zu werden.


Jim Robar erhält Golden Achievement Award

Am Winter Jamboroe 1997 erhielt Jim Robar den Golden Achievement Award (goldene Auszeichnung für Verdienste) der ECTA.

Höchstens einmal pro Jahr ehrt ECTA auf diese Weise eine einzelne Person für Ihren herausragenden Beitrag zur Square Dance Aktivität in Europa. Gleichzeitig wird der Preisträger Ehrenmitglied der ECTA auf Lebenszeit. Bisher wurde der Golden Achievement Award Rudi Pohl, Al Stevens und Jim Robar zugesprochen.

In seiner Laudatio am Grand March wies der Präsident der ECTA Dirk Loomans darauf hin, daß Jim in den Fünfziger und Sechziger Jahren Mitglied des ECTA Vorstandes war. In dieser Zeit hielt er fast jedes Amt des Vorstandes einmal inne. Als Caller verdiente er sich gleichermaßen tiefen Respekt von Tänzern und Callern. In den letzten Jahren verschrieb er sich immer mehr den "higher levels" und beeinflußte die Entwicklung dieser Szene enorm.

Jim und seine Frau Lorna werden in 1998 in die Staaten zurückkehren. Dirk gab seiner Hoffnung Ausdwck, daß der Award dazu beitragen möge, daß sich beide noch lange an ihre Freunde in Europa, die sie jetzt zurücklassen müssen, erinnern werden.

An: Dirk Loomans, ECTA President, ECTA Board Members and the ECTA Membership

Am Samstagabend, den 6. Dezember, am Winterjamboree, war ich tatsächlich völlig überrascht, durch die Verleihung des "Golden Achievement Awards" geehrt zu werden. Alle, die mich kennen, wissen, daß mir selten die Worte fehlen; Samstag war die Ausnahme: mir fiel nichts ein, was ich sagen könnte, ich fragte mich nur selbst, ob das wirklich wahr sei.

Square Dancing hat über die Jahre, die Lorna und ich damit verbunden sind, viel Gutes für uns bewirkt. Nicht unbedingt in finanzieller Sicht, aber sehr viel in Bezug auf Freundschaften, die Jahre andauern. Wir können nur hoffen, daß wir annähernd soviel dazu beigetragen haben, wie wir empfangen haben.

Es liegt vielleicht in der Natur der Sache, daß die Urkunde nur einen Namen verzeichnet; aber jedesmal, wenn ich darauf schaue, sehe ich dort zwei Namen. Partner sind in Squares und Rounds unentbehrlich und ich kann mir nicht vorstellen, ohne Lorna beim Tanzen da zu sein, wo ich heute stehe.

Nochmals, meinen herzlichen Dank an ECTA für diese Anerkennung. Da wir dabei sind, unsere Rückkehr in die USA vorzubereiten, wünschen wir allen ECTA Mitgliedern Erfolg bei der Bewältigung der Änderungen, denen unsere Aktivität gegenübersteht. Wenn wir weiter das Tanzen und die Tänzer über unsere eigenen Interessen stellen, werden wir meiner Meinung nach alles richtig machen.

Mit freundlichen und quadratischen Grüßen

Jim Robar


Die Fähigkeit das Square zu "reparieren"
"Marian E. Kontek" <mkontek@compuserve.com>
Übers.: Klaus Rohrbach

Ich würde gerne eine Grundregel für sämtliche Reparatur-Situationen einführen: Um Himmels willen, IMMER LÄCHELN !

Angesichts der langen Menschheitsgeschichte ist ein kaputter Square nun wirklich ziemlich belanglos. Und es macht die Sache nur noch schlimmer, wenn in einem zusammengebrochenen Square die Tänzer, die den Fehler nicht gemacht haben, sichtlich aufgebracht sind.

Zu den speziellen Techniken: (Bitte versteht, daß ich hier nur meine eigenen Gedanken wiedergebe und daß ich nicht über A- oder C-Tänze sprechen kann. Weiterhin meine ich die Situation bei Tänzen und nicht in "classes".)

  1. Square your set. Ich glaube nicht, daß dies gelehrt oder angewendet werden sollte, niemals. Das ist nicht notwendig, weil "Linien bilden" genauso einfach ist und uns schneller wieder zum Tanzen zurück bringt.

  2. Make lines (Linien bilden). Wenn zu viele Leute in einem Square verwirrt sind, ist dies manchmal erforderlich. Ich meine, dieses Kommando sollte in jedem Level gelehrt (oder wiederholt) werden. Es ist erstaunlich, wie viele Male ich mit relativ erfahrenen Leuten getanzt habe, die keine parallelen Linien bilden konnten. Es ist auch eine sehr nützliche Technik, weil die meisten Caller ziemlich gut darin sind, die übrigen Squares baldmöglichst in Linien zu bringen, sobald ein Square zusammengebrochen ist. Häufig sagt der Caller sogar "ich bin gleich bei euch", dann weiß der zusammengebrochene Square, daß er bemerkt wurde.

  3. Selbsthilfe. Ich mache dies häufiger, entweder, indem ich eine Lücke in der Formation sehe oder auch indem mein Gehirn (verspätet) meine Füße wieder einholt und mir sagt, wo ich eigentlich sein sollte. Dies unterstellt eine gewisse Vertrautheit mit den Calls und Formationen; aber man hat normalerweise keine Zeit, bewußt nachzudenken: "Gut, ich habe da-und-da angefangen, der Call war so-und-so, deshalb sollte ich an diesem bestimmten Platz aufhören." Man braucht jedoch nicht viel denken, um zu erkennen, daß drei Leute in einer Wave auf der einen Seite des Squares und fünf Leute, die auf der anderen Seite versuchen eine Wave zu bilden, korrigiert werden müssen (Gut, zumindest normalerweise). Wenn ich soetwas sehe, kümmere ich mich nicht darum, ob ich selbst den Fehler gemacht habe, ich fülle die Lücke aus, wenn sich sonst niemand darauf zu bewegt, insbesondere wenn offensichtlich ist, daß derjenige, der den Fehler gemacht hat, sich nicht regt und es auch nicht möglich ist, dieser Person zu helfen. (Vergleiche "7. Never stop")

    Der Versuch herauszufinden, wo man in einem Square sein sollte, kann schon zu Beginn des Mainstream Levels diskutiert, wenn nicht sogar gelehrt werden und er sollte sicherlich in Workshops aller Level ausgebaut werden. Wenn Tänzer während des Lernens Probleme haben, sollte man seinen Vorteil daraus ziehen und Lösungswege aufzeigen, die das Problem beheben. Schließlich ist die Fähigkeit, die Formation zu erkennen, ein Teil des Verstehens und Ausführens eines Calls. Square Dancing ist wie das Leben nicht immer perfekt: tatsächlich ist es notwendig, Dinge zu "reparieren", wenn sie "zerbrochen" sind. Ich weiß, daß dies etwas ist, über das wir Tänzer nach einem schwierigen Tip reden und über das wir nach einem dummen Fehler auch Witze machen.

  4. Helfe Anderen. Ich bin immer jedem anderen Tänzer dankbar, der mir in die korrekte Position hilft. Ich glaube, es ist für mich als Frau oft einfacher zu helfen, für Männer ist es schwieriger. Es ist eher unwahrscheinlich, daß die Leute beleidigt sind, wenn ich ihre Hand behutsam ziehe oder sogar meinen Arm um ihre Taille lege, um sie in die richtige Richtung zu bringen (oder sie zur richtigen Zeit und in der richtigen Richtung zum Anhalten zu veranlassen), als wenn ein Mann das tun würde. Nach meiner Erfahrung wissen es Tänzer zu schätzen, die einen Call "schmeißen", wenn ihnen jemand hilft. Die "Lächle!"-Regel ist aber ganz besonders wichtig, wenn man den Fehler eines Anderen korrigiert.

    Wenn der "Geholfene" etwas von "Selbsthilfe" versteht ist es viel einfacher zu helfen. Ich stimme nicht damit überein, daß die Tatsache des Helfens dem Geholfenen ein niedriges Niveau seiner Tanzfähigkeiten unterstellt. Es bedeutet lediglich, daß jemand einen Schnitzer gemacht hat.

    Die Hilfe-Techniken sind auch von den anderen Tänzern abhängig. Es gibt ein paar Leute, mit denen wir schon solange zusammen tanzen, daß wir, wenn notwendig, von Ihnen sogar ein bißchen Schieben und Ziehen erwarten. (Ich meine, daß wir manchmal sogar gegenseitig etwas physischen Druck ausüben, aber natürlich nicht soviel, um Verletzungen hervorzurufen.) Aber das ist offensichtlich eine besondere Situation. Es ist oft schwierig, augenblicklich zu entscheiden, wie man einen anderen Tänzer in die korrekte Position bringen kann oder ob man dies überhaupt versuchen sollte. (Manchmal ist der Square so schlimm zusammengebrochen oder der Einzelne so verwirrt, daß jeder Reparaturversuch Zeitverschwendung ist.) Es gibt beim Tanzen viele andere Situationen, die potentiell unerfreulich sind, z.B. wenn die Tänzer sich gegenseitig nicht kennen oder die lokalen Gepflogenheiten (z.B. swinging do-sa-do, Schnörkel bei weave the ring, Händeklatschen bei star thru usw.). Natürlich kann auch nicht-körperliche Hilfe, wie z.B. Anzeigen einer Richtung, in die die Person gehen sollte oder (fröhliches) Zurufen der Richtung nützlich sein, falls die Person die gerade den Fehler macht zufälligerweise sowohl den Helfer gerade anschaut und/oder ihm zuhört als auch erkennt, daß sie einen Fehler gemacht hat.

  5. Folge Deinem Gegenüber. (Follow opposite). Mann, ich wünschte, mir hätte das jemand schon vor einigen Jahren erklärt. Oder möglicherweise hätte ich auch selbst darauf kommen können. Ich werde von jetzt an damit beginnen, auf mein Gegenüber zu achten und ich erwarte, daß sich meine Reparatur-Fähigkeiten vervollkommnen. Warum bis zum Advanced Level warten, um den Leuten zu zeigen, wie das geht?

  6. Das Gegenstück (Counterparting). Falls mehr als zwei Leute in meinem eigenen Square Probleme haben, werde ich häufiger zu den anderen Squares sehen, um dort abzuschauen, in welcher Formation mein eigener Square sein sollte. Wenn wir "herum-eiern" tanzen (ein Call, der niemals gelehrt wird, den aber die meisten Tänzer irgendwie lernen) und wenn die anderen Squares in 'right handed diamonds' sind, ist es manchmal möglich, den Square wieder zum Tanzen zu bringen, ohne sich in "making lines" retten zu müssen. Ich war allerdings niemals clever genug, genau zu verfolgen, was mein Pendant im anderen Square gemacht hat, immer vorausgesetzt, ich war überzeugt, daß diese Person mit größerer Wahrscheinlichkeit als ich selbst am richtigen Platz war. Ich sehe keinen Grund "Counterparting" zu lehren.

  7. Niemals aufhören (Never stop). Dies ist meine fundamentale Philosophie. Ich sehe keinen Unterschied, wenn ich selbst in einer 'unkorrekten' Position bin, sofern die Formationen korrekt sind und wir weitertanzen können. Wir könnten bezogen auf unser 'Gegenüber' im Square oder 'Gegenstück' im anderen Square, in einer falschen Position stehen, aber wir sind in Position um den Call ausführen zu können. Das ist offensichtlich eine niedrigere Reparatur-Qualität, als alle acht Leute an die absolut richtige Position zu bringen, aber man kann nicht alles haben. (Um ehrlich zu sein, ich könnte sogar noch nicht einmal erkennen, daß ich nicht in der korrekten Position bin, zumindest für eine Weile.) Ich habe kein Problem damit, in die Rolle des anderen Geschlechts während eines Tips zu schlüpfen, aber wenn mehr als zwei Leute die Rollen vertauscht haben, kann es schwierig zu erkennen sein, wer gerade "boys run" zu machen hat. (Es hilft hier, bei den anderen Squares abzuschauen). Ich würde sehr viel lieber den Partner während des promenade home auswechseln und nicht einfach stehenbleiben, wenn ich mit einem anderen Tänzer vertauscht wurde. Dies ist eine weniger elegante Methode als - bezogen auf mein "Gegenüber" oder "Gegenstück" - an der richtigen Stelle zu sein, aber es ist oft das Beste, was wir machen können, wenn ein Square Probleme hat. Ich glaube außerdem, die Tänzer sollten damit anfangen, diese Fähigkeiten zu lernen, sobald sie DBD beginnen. Warum sollte es lediglich für Challenge Tape Groups wünschenswert sein, immer weiterzutanzen?

Ich bin etwas ablehnend gegenüber der Empfehlung, bei Mainstream und Plus die Calls bestens zu lernen und keine Fehler zu machen. Selbst die besten Tänzer, die ich kenne, machen Fehler; ich habe sogar Caller gesehen, die Fehler machen. Der Knackpunkt ist, daß wir Spaß haben, und uns gegenseitig helfen, die Fehler zu reparieren und daß wir weitertanzen und nicht stehenbleiben.


Target 2000
Übers.: Klaus Rohrbach, Editor

Dies ist die Begründung eines Antrags zur Beschlußfassung über eine Neuordnung der Tanzprogramme Basic, Mainstream und Plus.

Er wurde von einem CALLERLAB-Ausschuß erarbeitet, offenbar seit vielen Monaten innerhalb CALLERLAB diskutiert, dringt aber erst jetzt in das Bewußtsein der Tänzer-Öffentlichkeit, da die Informationen lange Zeit nur sehr spärlich waren - siehe dazu auch Rainers "Brief des Präsidenten" im letzten Bulletin.

Chris Kiendl war freundlicherweise bereit, den Antrag zu erläutern und zu kommentieren. Eine Menge unterschiedlicher Meinungen haben wir in einem Internet-Diskussionsforum gelesen und werden sie in Auszügen in diesem und dem nächsten Heft abdrucken, damit Ihr Euch selbst ein Bild machen könnt, was eventuell auf uns zukommt.

ECTA, unsere Callervereinigung, lehnt den Vorschlag in der vorliegenden Form ab. Die offizielle Stellungnahme kam leider für einen Abdruck in diesem Heft zu spät, sie folgt im März.

Über den Antrag soll übrigens bereits im April 1998 bei der CALLERLAB-Generalversammlung abgestimmt werden.

. . . (siehe Chris Kiendls Text)

T 2000 - ein Konzept für die Zukunft
Chris Kiendl, Caller and Caller Coach

Nicht zuletzt durch den Beitrag des Präsidenten von EAASDC in der Dezember-Ausgabe des Bulletin wurde ein Begriff an die Öffentlichkeit gebracht, der in Callerkreisen schon seit einiger Zeit für erregte Diskussionen sorgt - Target 2000. Um Tänzern wie Callern eine einheitliche Information zu bieten, habe ich mich entschlossen, den folgenden Artikel zu schreiben.

Bereits seit einigen Jahren hat die Square Dance Aktivität in ihrem Stammland, den USA, massive Probleme. In vielen Gegenden Amerikas existiert das Basisprogramm Mainstream praktisch nicht mehr. In den Vereinen und auf Veranstaltungen wird hauptsächlich ein sogenanntes Soft-Plus-Programm getanzt. Das Wort 'Soft' wird hier deswegen benutzt, da nicht alle Figuren aus dem Plus Programm und auch nicht aus dem Mainstream Programm hierin benutzt werden, sondern nur eine Untermenge. Dazu kommt, daß diese Figuren nur aus ihren Standardpositionen und Grundformationen gecallt werden, somit ist also der Begriff 'Soft' doppelt gerechtfertigt.

Zusätzlich hat sich unsere Aktivität in den meisten Bereichen der USA zu einer Aktivität für Pensionäre entwickelt. Das Durchschnittsalter der Tänzer dürfte um mindestens 15 Jahre höher liegen als bei uns. Neue Square Dancer werden in den meisten Fällen durch sogenannte Mundpropaganda geworben, meistens in der gleichen Altersgruppe. Somit ist nur logisch, daß in den USA auch neue Klassen eine ähnliche Altersstruktur aufweisen wie der bereits bestehende Club - es ist also auch keine Besserung in Sicht.

Aufgrund des auf Soft-Plus erweiterten Programms müssen nun den neuen Klassenmitgliedern, die eigentlich nur mit ihren Freunden ein wenig tanzen wollen, innerhalb kurzer Zeit die Figuren bis zum Plus Programm beigebracht werden, was automatisch zu relativ schlecht ausgebildeten Tänzern führt, die auf Veranstaltungen bemerken, daß sie das Gelernte eigentlich noch gar nicht beherrschen. Die Drop-Out Rate ist in den USA noch erheblich höher als bei uns.

Diese Gründe und noch viele mehr führten nun 1996 zur Gründung eines speziellen Ad-Hoc Komitees, das Alternativen zu den bestehenden Programmen vorstellen sollte. Dieses Komitee erstellte aufgrund einer Auswertung von Fragebögen von mehr als 70 Callern ein Konzept für eine Neugliederung unserer Tanzprogramme, um dem Square Dance in seinem Stammland, den USA eine Chance zum Überleben bieten zu können.

Hier ist nun das endgültige, zur Abstimmung bei CALLERLAB anstehende Konzept in seiner deutschen Übersetzung:

. . .

ZUR ABSTIMMUNG STEHT:

Die Mitglieder von CALLERLAB stimmen für das Konzept, die folgende Gruppe von Tanzprogrammen einzuführen und zu unterstützen, die zu einem späteren Zeitpunkt die bestehenden Basic/Mainstream- und Plus-Tanzprogramme ersetzen können. Exakte Namen der vorgeschlagenen Programme, deren Inhalt und Ausführung sowie die endgültige Bestimmung für die bestehenden Basic/Mainstream- und Plus-Programme werden innerhalb eines Jahres von einem speziellen Ad-Hoc-Komitee bestimmt, dessen Name 'Target 2000 Ad Hoc Committee' sein wird. Dieses Komitee wird durch den geschäftsführenden Vorstand unverzüglich eingesetzt und berichtet auch direkt an diesen. Die vorgeschlagenen Tanzprogramme werden nicht vor dem 1. Januar 2000 eingeführt und angewendet werden. Es ist die ausdrückliche Absicht dieses Vorschlags, daß die gesamte Mitgliedschaft (von CALLERLAB) durch die Abstimmung auf der CALLERLAB-Convention 1999 die Möglichkeit erhält, die Ausarbeitung des Target 2000 Ad-Hoc Kommittees, die den Mitgliedern zu diesem Zeitpunkt durch den Vorstand präsentiert werden wird, entweder zu beschließen oder abzulehnen. Im Falle einer Ablehnung bleiben die bisherigen Basic-/Mainstream- und Plus-Programme bestehen. Die vorgeschlagenen Tanzprogramme sollen sich wie folgt zusammensetzen:

  1. Das vorgeschlagene erste Tanzprogramm (P1 genannt) soll Figuren aus dem bestehenden Basic-Programm enthalten, die ohne weiteres in 12 Abenden zu je zwei Stunden gelehrt werden können, jedoch nur aus Standard Formationen und Arrangements (Standard Application).
  2. Das vorgeschlagene zweite Tanzprogramm (P2 genannt) soll Figuren enthalten, die momentan im bestehenden Mainstream- und Plus-Programm geführt sind, oder Figuren aus dem Basic-Programm, die, wenn überhaupt, nicht für die Aufnahme im vorgeschlagenen ersten Tanzprogramm ausgewählt worden sind. Sie sollen ohne weiteres in zwölf weiteren Abenden zu je zwei Stunden gelehrt werden können, jedoch nur aus Standard Formationen und Arrangements (Standard Application).
  3. Das vorgeschlagene dritte Tanzprogramm (P3 genannt) soll die Anwendung aller Figuren der beiden ersten vorgeschlagenen Tanzprogramme enthalten, jedoch angewandt aus anderen als nur Standard Formationen und Arrangements (genannt Extended Application). Dieses dritte vorgeschlagene Tanzprogramm sollte in nicht weniger als 25 weiteren Abenden zu je zwei Stunden gelehrt werden.
  4. Zusätzlich beschließt die Mitgliedschaft hiermit als einen wesentlichen Bestandteil dieser Resolution, daß das vorgeschlagene dritte Tanzprogramm eine Art "Dachprogramm" darstellt. Tänzer im vorgeschlagenen ersten Tanzprogramm könnten die erweiterte Anwendung (Extended Application) der in diesem Programm enthaltenen Figuren zuerst lernen, bevor sie zum vorgeschlagenen zweiten Tanzprogramm weitergehen. Wie dem auch sei, alle Tänzer sind unbedingt dahin zu bringen, zuerst die erweiterten Anwendungen (Extended Applications) aller Calls der beiden ersten vorgeschlagenen Tanzprogramme (=drittes Programm) zu erlernen, bevor sie weiter in das vierte Tanzprogramm gehen - momentan das Advanced Programm.

Außerdem stimmt die Mitgliedschaft von CALLERLAB darin überein, daß die bestehenden Basic-/Mainstream- und Plus-Tanzprogramme solange intakt und in Gebrauch bleiben, bis die Entwurfsphase dieser vorgeschlagenen neuen Tanzprogramme abgeschlossen ist. Caller sind dazu angehalten mit der Bildung von Vereinen zu beginnen, die nur die bestehenden Basic Figuren tanzen - als eine Vorbereitung auf die Einführung der neuen Tanzprogramme sowie für ein Weiterleben und Bewahren der Aktivität.


Dies also ist der Konzeptvorschlag, über den auf der CALLERLAB Convention 1998 in Cincinnati abgestimmt werden wird. Was könnte nun die Annahme dieses Konzept, die wie bei jeder Abstimmung noch keineswegs sicher ist, bedeuten:

Das bestehende Basic Programm setzt sich aus 49 Figuren zusammen. Da ist es logisch, daß nicht alle diese Figuren in das neue P1-Programm übernommen werden können, da die Vorgabe ja lautet, daß dieses neue Programm ohne weiteres in 12 Abenden gelehrt werden kann (nur Standard Application).

Das bestehende Basic/Mainstream und Plus Programm setzt sich aus insgesamt 93 Figuren zusammen. Wenn auch aus Standard Formationen und Arrangements (Standard Application) gelehrt, kann dies nie in 24 Abenden geschehen. Also ist eine Untermenge der bestehenden Programme die Voraussetzung für ein Gelingen eines neuen P2 Tanzprogramms.

Das neue P3 Tanzprogramm enthält keine zusätzlichen Figuren gegenüber den beiden unteren Tanzprogrammen, sondern nur die erweiterte Anwendung dieser (Extended Application).

Somit ist abzusehen, daß das neue P2 bzw. P3 Tanzprogramm in etwa aus den Figuren bestehen wird, die derzeit in weiten Bereichen der USA als sogenanntes Soft-Plus bereits getanzt werden.

Hier nun mögliche Auswirkungen auf unsere Aktivität in Mitteleuropa.

In unserem Bereich werden den Tänzern, im Gegensatz zu den USA, von Grund auf alle Figuren in ihren erweiterten Anwendungen (Extended Application) gelehrt. Eine Beschränkung auf Standard Formationen und Arrangements (Standard Application) existiert de facto nicht. In den Vereinen und auf Veranstaltungen wird überwiegend Mainstream gelehrt, angeboten und getanzt, darauf ist unser System in Mitteleuropa aufgebaut. Somit ist eigentlich heute bereits keine Kompatibilität der Aktivität in Mitteleuropa und in den USA mehr gegeben, Tänzer beider Seiten können dies nach gegenseitigen Besuchen nur bestätigen.

Auf der anderen Seite ist auch bei uns auf Veranstaltungen zu beobachten, daß die Fähigkeiten vieler neuer Tänzer nachgelassen haben, schwieriger Choreographie zu folgen. Sicher eine Folge vieler neuer Vereine und auch vieler neuer Caller, die für die Ausbildung neuer Tänzer noch nicht genügend Erfahrung aufweisen. Somit wäre die Verringerung der Figurenanzahl je Tanzprogramm auch für unsere Region sicher erstrebenswert. Das würde als einen weiteren positiven Effekt auch die Verringerung der Drop-Out Rate nach sich ziehen.

Die Einführung einer Bezeichnung für den Schwierigkeitsgrad, denn diesen bezeichnen ja vorrangig die Begriffe Standard und Extended Application, wäre auch in unserem Bereich von großem Vorteil. Gerade neue Tänzer könnten sich aussuchen, ob sie zum Beispiel lieber zwei Stunden Mainstream Standard tanzen wollen, ohne ständig überfordert zu sein, oder die Herausforderung von Mainstream Extended Application annehmen wollen.

Somit verbleibt also meiner Meinung nach letztlich ein großes Problem innerhalb dieses Konzepts und dies ist die Abschaffung der bestehenden Basic-/Mainstream- und Plus-Tanzprogramme. Wer jedoch den ersten Teil des Konzeptes genau liest, wird sehen, daß die Abschaffung zeitlich nicht definiert wird. Darum wird es die nächsten beiden Jahre sicher die größten Diskussionen geben, denn dies würde praktisch die gesamte Square Dance Aktivität außerhalb der USA betreffen.

Ganz sicher müssen auch wir die Aktivität in ihrem Stammland, den USA unterstützen - jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Die Institution CALLERLAB führt bereits in ihrem Namen den Begriff "International", dieser Begriff erhebt also einen gewissen Anspruch, dem sie durch das Setzen und Pflegen einer gemeinsamen Basis, nämlich einheitlicher Programme bisher nachkam. Auch wenn die Anwendung aufgrund unterschiedlicher Traditionen und Mentalitäten unterschiedlich ausfiel, die Basis war doch eine gemeinsame. Der Verlust dieser gemeinsamen Basis ist mein größter Zweifel am Inhalt des T2000 Konzeptes - und nicht nur meiner! Sich jetzt jedoch hinzustellen und zu sagen, wir unterstützen diesen Vorschlag nicht, ist sicher kurzsichtig und für unser gemeinsames Problem eher kontraproduktiv. Vielmehr müssen wir, Caller wie Tänzer, durch Diskussionen und Information einen gemeinsamen Standpunkt schaffen, den wir Caller innerhalb der Komitees von CALLERLAB vertreten können. Dort können wir gestaltend eingreifen und versuchen, einen für alle Seiten vertretbaren Mittelweg zu finden. Die eine Seite benötigt dringend die Lösung für ihr Problem, die andere Seite möchte helfen, jedoch nicht bis zu dem vorgeschlagenen Grad.

Die eine Seite, die andere Seite - beide Seiten jedoch sind Square Dancer. Dieser Artikel versucht, so weit möglich vorbehaltlos zu informieren. Es ist mir sicher nicht immer gelungen, denn dieses Problem beschäftigt natürlich auch mich schon seit langer Zeit. Auch konnte die Schilderung mancher Umstände nur grob erfolgen und soll in keinem Fall eine Diskriminierung einzelner Gruppen betreffend Alter, Herkunft oder Fähigkeiten darstellen. In jedem Fall gibt dieser Artikel ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder, nicht die Meinung der Dachverbände ECTA und EAASDC.

Pro & Contra

Hier einige Beiträge aus einem Diskussionsforum im Internet. Kip Garvey ist nach unserem Eindruck neben Jerry Story einer der Hauptverfechter des T2000-Konzepts innerhalb CALLERLAB. Beide entgegnen allen Kritiken daran mit langen wohlformulierten Beiträgen.

Es war für uns sehr schwierig, aus dem Textmaterial, das leicht einen ganzen Jahrgang Bulletin füllen könnte, einige markante Aussagen zu extrahieren. Wir hoffen, durch die erforderlichen Kürzungen keinem Autor Unrecht getan zu haben und werden auch im nächsten Bulletin noch einiges veröffentlichen.

Kip Garvey, Callerlab, Fremont, CA

. . . Es gibt noch ein anderes Thema, mit dem wir uns bisher nicht zu beschäftigen brauchten. Das ist der Unterschied zwischen den Gebieten, die die heutigen Programme angewendet haben wie sie geplant waren und den Gebieten, die das nicht haben. Dieser Unterschied ist gewachsen und steht nun vor dem Bruch. Ich glaube, wie auch immer wir versuchen den Riß zu kitten, ob mit T2000 oder anders, es wird unmöglich sein, eine befriedigende Lösung zu finden. Irgend jemand wird verlieren . . .

Joachim Rühenbeck, Caller, Germany

. . . oder ihr werdet jemanden verlieren!

Ist Euch jemals in den Sinn gekommen, daß zum Beispiel Europa entscheiden könnte, T2000 nicht anzuwenden, auch wenn es beschlossen wurde? Ich glaube, das wäre ziemlich das schlechteste, was passieren könnte, weil dann niemand mehr rund um die Welt Square Dance tanzen könnte.

Es gibt viele Aussagen, daß dies "eine Lösung" / "notwendig" für die USA sei. Einige dieser Aussagen scheinen auch zu sagen: Der Rest der Welt ist uns nicht wirklich wichtig.

Kennt jemand die Anzahl der Tänzer, Clubs und Caller in der ganzen Welt? . . .

Ich glaube, eine so gewaltige Veränderung wie T2000 ist auf keinen Fall eine Lösung für alle, ich glaube noch nicht einmal, daß es eine Lösung für die USA ist. Es wird wie ein Erdbeben sein und die Leute werden die Opfer sein, die bisher genauso gehandelt haben wie es die Definitionen vorschreiben.

Wollt ihr wirklich die guten Kerle hängen und die bösen ehren? . . .

Kip Garvey, Callerlab, Fremont, CA

Die Wahrscheinlichkeit, daß die europäische Tanzgemeinschaft beschließen würde, Änderungen in der Art von T2000 nicht zu akzeptieren, ist seit Beginn der Diskussion um T2000 offenkundig gewesen. Dies ist einer der Gründe, warum wir seit einiger Zeit versuchen, die Europäer zu bilden in Bezug auf T2000 und warum es benötigt wird, wozu wir dieses Forum sowie persönliche Kontakte zu vielen europäischen Führern genutzt haben. Zusätzlich haben wir die europäische Gemeinschaft nach ihren Reaktionen und Gefühlen zu T2000 befragt.

(Ed.: Welche Führer wurden denn da befragt und warum hat niemand von ihnen die Tänzer informiert?)

Wir hoffen, die europäische Gemeinschaft wird T2000 nicht einfach ablehnen, ohne zumindest seine Entwicklung zu beachten. Aber wenn sie es tut, werden wir es zur Kenntnis nehmen und die europäische Entscheidung respektieren.

Werden wir den weltweiten Standard verlieren? Absolut nicht. Der "Standard", auf den Du Dich beziehst, funktioniert nicht. Europäische Mainstream-Tänzer können in den USA nicht in einem Mainstream-Club tanzen ohne - mit wenigen Ausnahmen - mit ausgesuchten "Lieblings"-Plus-Calls konfrontiert zu werden. Sie können auch keinen größeren Specials oder Wochenenden besuchen, weil das Tanzprogramm in der Haupthalle dieser Veranstaltungen "Soft-Plus" ist. . .

Außerdem ist das Mainstream-Tanzen, das Europäer hier mitbekommen, so verwässert, daß es für sie total langweilig ist. Wo also ist der Standard? Er ist zwar da, aber nicht wirklich. Er funktioniert nicht.

Andererseits wurden amerikanische Tänzer bei ihren Besuchen in Europa in Verlegenheit gebracht. Sie können nicht zu einer Mainstream-Veranstaltung gehen und locker tanzen. Sie haben nicht die gleichen Kenntnisse von Mainstream wie sie die Europäer haben. Auch hier: wo ist der Standard, wenn die Tänzer nicht den Ozean überqueren und miteinander tanzen können?

Es gibt einige wenige Caller, die die heutigen Tanzprogramme so nutzen, wie sie gedacht sind. Unglücklicherweise sind sie in diesem Land eine kleine Minderheit. . . . In Wirklichkeit streuen die meisten Caller hier und da einen Plus-Call in ihr Mainstream-Programm. So werden die Tänzer mit Plus-Calls vertraut gemacht; und deshalb meinen sie, sie müßten einen Call aus dem nächsten Programm lernen, um bessere Tänzer zu sein. Die Caller müssen im vorgegebenen Tanzprogramm bleiben. Sie müssen ihre Hausaufgaben machen und lernen, wie man die Calls eines bestimmten Programms einsetzt, anstatt ein 'Load the Boat' oder ähnliches einzuwerfen.

Das ist kein so großes Problem in Europa. Aber es wird ein Problem. Viele europäische Caller haben zugegeben, daß jetzt in Europa eine ähnliche Entwicklung einsetzt. Deshalb ist für Europa vielleicht die beste Haltung, die heutigen Programme, so wie es heute gemacht wird, weiter zu tanzen und die USA für 5 Jahre oder so mit T2000 experimentieren zu lassen. Wenn dann T2000 in USA eingeführt ist, kann Europa entscheiden, ob es für den eigenen Gebrauch angenommen wird oder nicht. . .

Gordon Wassermann, Bochum, Germany (formerly Patchogue, NY, US)

Kip Garvey schrieb:

>Die Wahrscheinlichkeit, daß die europäische Tanzgemeinschaft beschließen würde, Änderungen in der Art von T2000 nicht zu akzeptieren, ist seit Beginn der Diskussion um T2000 offenkundig gewesen. Dies ist einer der Gründe, warum wir seit einiger Zeit versuchen, die Europäer zu bilden in Bezug auf T2000 und warum es benötigt wird, wozu wir dieses Forum sowie persönliche Kontakte zu vielen europäischen Führern genutzt haben. <

Wie der Rest von Kip Garveys Nachricht in allen Einzelheiten erläutert, liegt das Problem und liegt die Unverträglichkeit zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Square Dance in der Tatsache, daß europäische Caller die CALLERLAB Programme callen und europäische Tänzer sie tanzen, während amerikanische Tänzer das offensichtlich nicht tun oder bisher nicht getan haben.

Ich finde es etwas merkwürdig, davon zu reden, daß man die europäischen Gemeinde "bilden" möchte, die sich bisher immer an den Callerlab Standard gehalten hat, wenn amerikanische Caller offensichtlich nie darin erfolgreich waren, amerikanischen Tänzer in Bezug auf irgend etwas zu bilden. Amerikanische Tänzer haben immer getan, was sie wollten, und haben die amerikanischen Caller dazu gebracht, alles mitzumachen, und wenn Callerlab seine einzige Funktion darin sieht, dies durch Anbringen seines Stempels zu billigen, dann hat Callerlab überhaupt keine Funktion. Wenn andrerseits Callerlab seine Funktion in der Erschaffung von Standards versteht, um den Square Dance als eine weltweit einheitliche Aktivität zu bewahren, dann ist es ein Schritt in die falsche Richtung, wenn man verschiedene Standards für die Vereinigten Staaten und für alle anderen aufstellt.

Wenn der Grund für T2000 darin besteht, daß der Square Dance in den Vereinigten Staaten eine rückläufige Aktivität ist, so breitet er sich doch in Europa wie ein Lauffeuer aus und es muß wohl irgendeinen Grund für diesen Unterschied geben. Ein Teil der Begründung liegt sicher darin, daß in Europa junge Leute für den Square Dance gewonnen werden können, und der einzige Weg, dabei Erfolg zu haben, besteht in der Klarstellung, daß Square Dance auf JEDEM Niveau eine Herausforderung beinhaltet. Ein langweiliges Einstiegsprogramm aus Standardpositionen, das auf Senioren zugeschnitten ist und dessen einziger Vorteil darin besteht, das es leicht erlernbar und tanzbar ist, würde hier dem Square Dance den Todesstoß versetzen, und obwohl ich nicht weiß, wie man den offensichtlichen schlechten Ruf von Square Dance unter jungen Leuten in den Vereinigten Staaten korrigieren kann (als ich in den sechziger Jahren ein junger Mensch in den Vereinigten Staaten war, wußte ich noch nicht einmal, daß Square Dance immer noch praktiziert wurde --- für mich war Square Dance die Art, wie die Pioniere sich vergnügt hatten), würde T2000 den Status des U.S. Square Dance als eine Seniorenbeschäftigung nur bestätigen, und das ist genau der Eindruck, dem man entgegenwirken soll. In Europa besteht einer der Freuden des Square Dance darin, daß jeder, jung oder alt, daran teilnehmen kann --- er ist einer der wenigen mir bekannten Beschäftigungen, die Menschen aller Altersstufen gemeinsam genießen können.


Clubvorstellung: The "Breisgau Twirlers Freiburg" e.V.
Iris Bürklin,Secretary

Angefangen hat alles im Januar 1985 als elf Square Dance Fans begannen, sich in einem Kellervorraum einer Schule regelmäßig zu Übungsabenden zu treffen. Bald wurde beschlossen, einen "richtigen" Verein zu gründen, und so fand unsere Gründungsversammlung am 30. Juli 19985 statt. Beim Round Up 1985 in Berlin trat unser Verein der EAASDC als Mitglied bei.

Die erste Anfängergruppe, die im Juni des darauffolgenden Jahres graduiert wurde, trat dem Verein geschlossen bei. Eine heitere Truppe, die sich auch durch organisatorische Probleme nicht die Laune nehmen ließ: mehrfach mußte der Tanzplatz gewechselt werden und der Clubabend auf einen anderen Wochentag verlegt werden.

Aber eine hat sich nicht geändert: seit Bestehens des Vereins ist Michael Strauß Clubcaller.

Unser erster Special Dance fand auf der Landesgartenschau in Freiburg im September 1986 statt. Dieser war so erfolgreich, daß wir beschlossen, auch weiterhin einen Special Dance durchzuführen. Seitdem gibt es alle zwei Jahre den "Gälfiesler Danz", in Schriftdeutsch heißt das "Gelbfüßler Tanz".

Historisch gesehen, gibt es verschiedene Versionen wie es zu dieser Namensgebung kam. Diese ist am weitesten Verbreitet: In der Zeit der Bauernkriege stellten Lehnsherren und Bürger kleine Armeen auf, die sich gegen die Willkür anderer mit Waffengewalt zu wehren versuchten. Auch im Freiburger Raum existierte eine kleine Armee, die zu ihrer Uniform gelbe Strümpfe trug und so wurden die Soldaten einfach "Gelbfüßler" genannt.

Die "Breisgau Twirlers Freiburg" unterhalten seit 1987 intensive Kontakte mit verschiedenen Square Dance Clubs in Freiburg´s Partnerstadt Madison und deren Umgebung. Die freundschaftlichen Beziehungen werden immer wieder durch Besuche belebt. Erst im letzten Jahr waren Clubmitglieder bei der Wisconsin State Convention in Madison zu Gast. Und auch unsere amerikanischen Freunde waren schon bei unserem Special Dance.

Im Dezember 1996 richteten wir die Winter Jamboree aus und haben uns über den Besuch von fast 800 Tänzern sehr gefreut.

Wir hoffen, daß wir auch zu unserem 6. "Gälfiesler Danz" am 18. April 1998 wieder zahlreiche Gäste aus nah und fern bei uns zu begrüßen zu dürfen und freuen uns alle schon, auch unsere beiden Gastcaller Martin Kull und Gerry Kuhn, auf Euren Besuch.


Nur für alte Hasen ... (s. Bulletin 11/97)
Hans Burger, Munich Square Devils

Zu diesem Thema haben wir noch weitere, zum Teil sehr ausführliche Zuschriften bekommen, da wir sie aber leider nicht alle abdrucken können, haben wir sie an Gina weitergegeben.

Auch meine bessere Hälfte und ich würden eine/n Tänzer/in, der solche Äußerungen von sich gibt zukünftig meiden, d.h. nie wieder zu ihm/ihr in einen Square gehen (es sei denn, wir sind das einzig übrige Paar, um diesen Square zu füllen, damit alle zum Tanzen kommen und hoffentlich Spaß haben). In meinen Augen vertragen solche sich Äußerungen nicht mit den Grundwerten des Square Dance und der- oder diejenigen deklassiert sich als Außenseiter. Wenn sich der- oder diejenigen durch unsicher Tänzer den Spaß verderben läßt, soll er/sie doch gleich zu Hause bleiben und nur mit seinesgleichen tanzen.

Jeder frisch graduierte Tänzer wird mit Sicherheit noch einige Zeit ein unsicherer Tänzer bleiben. Meines Wissens wurde noch nie ein perfekter Square Dancer geboren. Ich bin der Meinung, auch "unsichere" Tänzer sollen zu Special Wochenenden fahren, um Erfahrung zu sammeln. Wenn dies jemanden stört, dann soll der doch mit seinesgleichen in einem Set-Square tanzen, obwohl ich von solchen Squares, sofern sie dauerhaft sind, nicht viel halte.

So, das wärs zu diesem Thema. Zu allen meinen Mittänzern sage ich wie Gina: "See you in a Square" und lache mit ihnen über meine und ihre Fehler.

See you in a Square


Wie ich es sehe ...
Mitgliederversammlung Winter Jamboree in Bammental

Peter Weber, RUBBER DOLLIES SDC Berlin

Mit der Veröffentlichung dieses Briefes verstoßen wir bewußt gegen Regeln, die wir selbst aufgestellt haben:

"Keine persönlichen Angriffe, keine Meckerei ohne konstruktive Verbesserungsvorschläge".

In diesem Fall handelt es sich aber um Kritik an uns (wir verstehen das EAASDC-Board als eine Einheit) und der Autor ist jemand, der von allen Mitgliedsversammlungen als Kritiker bekannt ist. Da wir uns auf keine Fall dem Vorwurf aussetzen möchten, daß wir Kritik an durch Nichtveröffentlichung unterdrücken wollen, haben wir den Autor gebeten, seinen ursprüngliche Text unseren Spielregeln entsprechend zu erweitern.

Ergebnis sind Erweiterungen sind die wie diese Zeile gesetzten Textabschnitte.

Wir überlassen Euch das Urteil darüber, ob das Ergebnis ein überlegenswerter Beitrag für die nächste Mitgliederversammlung ist oder ob wir ihn besser im Eingangspostkorb hätten liegen lassen sollen ...

Hansjörg & Angelika, Editor

Pünktlich einige Minuten zu spät beginnt das Meeting mit einem Soundcheck. Der Präsident begrüßt die Anwesenden und beklagt den nachlässigen Umgang der Mitgliedclubs mit den Formalien der Organisation: Special Dances werden nicht richtig angemeldet, unumgängliche Zahlungen werden nicht bzw. nicht in der richtigen Form geleistet etc. etc.

Das Mikrophon geht an den Vizepräsidenten. Der begrüßt die Anwesenden und beklagt den nachlässigen Umgang der Tänzer mit den Formalien des Friendshipbooks und die impertinente Art Briefe mit erschwerten Bedingungen zu schicken (Einschreiben müssen, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, selbst abgeholt werden). Er gibt das Mikro weiter an den Publicity Chairman. Der begrüßt die Anwesenden und sagt, daß er nichts zu sagen hat. Der spontan einsetzende Beifall belohnt seine Selbsteinschätzung eindrucksvoll. Verloren hatten die, die vorher darauf gewettet hatten er würde wieder Clubs aufrufen die ihre Werbemappe noch nicht abgeholt hätten. Danach wird im Auftrag des Sekretärs verkündet: 115 Clubs sind in der Versammlung vertreten. Ein Viertel aller Mitgliedsclubs haben also den Weg hierher gefunden und freuen sich über jede Diskussion, die vermieden werden kann, man will ja schließlich noch tanzen.

Mit all diesen Appellen treffen wir beim Meeting die falschen Leute, denn es sind nach meinem Gefühl fast immer die gleichen Clubs präsent und die kennen das schon. Der Appell muß von uns langjährigen Tänzern an die nächste Generation weitergegeben werden. Die Übergabe der Vorstände an Nachfolger in den Clubs muß besser funktionieren, und hier sind wir alle gefordert.

Der nächste in der Runde, der Kassierer verschiebt seinen Report weil der Kassenprüfer noch nicht eingetroffen ist und so erhält der Editor die Möglichkeit, stellvertretend für den Administrator, zu verkünden, daß es ihnen gelungen sei, ein neues Vertriebsverfahren des Bulletins mit der Post zu vereinbaren. Anerkennung, denn das ist ihren Vorgängern trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen.

Der Kassenbericht wird kurz vor Ende des Meetings doch noch möglich und ergibt ein einwandfreies Prüfungsergebnis. Dank an Jürgen Dankert!

Weiter geht es mit dem TOP Anträge. Nachdem das Board schon vorab die Einführung einer organisatorischen Maßnahme im Zusammenhang mit unklaren Geschäftsvorfällen zusichert, wird einstimmig der Antrag zur Einführung dieser Maßnahme angenommen. Eindrucksvoll wird bewiesen, daß demokratische Mitbestimmung in der Lage ist, Verwaltungsvorgänge zu optimieren.

Es Hat viele Jahre gedauert, aber spät ist nicht zu spät. Die Auflistung von Clubs, bei denen etwas zu klären ist, bewirkt hoffentlich, daß Clubmitglieder ihren Clubvorstand wecken. Ich glaube, daß die Arbeit des Boards damit erleichtert wird.

Der Nächste TOP ist die Aufnahme neuer Mitglieder. Die Mitgliedschaft von vier neuen, vorläufigen Mitgliedern (Subscriber) wird verkündet. Die 18 zur Aufnahme als Vollmitglied anstehenden Bewerber werden in Gruppen zu 6 aufgerufen. Repräsentanten der Clubs stellen sich neben dem Vorstandstisch auf. Ihre Daten (Tanztag, Mitgliederzahl, Caller, Level etc.) werden vom Board verlesen. Die Zustimmung zur Aufnahme wird einstimmig durch hochgereckte Stimmzettel dokumentiert, wieder ein Club mehr. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer sinkt im Quadrat der Anzahl der aufgenommenen Clubs. Das Auf und Ab der Stimmzettel wird stellenweise so träge, daß die Nachfrage nötig wird, ob das jetzt Ja- oder Nein-Stimmen sind. Die brodelnden Einzelunterhaltungen im Saale verstummen erst als beim letzten Kandidaten Rückfragen von einem Club gestellt werden. Es ging um den Zusammenhang von Geldquellen und Square-Dance-Ethik, um Anti-Demo-Dances, den Einbruch in Vortanzpfründe etablierter Platzhirsche und ähnliche, elementare Vorbehalte. Nicht zuletzt der Beifall aus dem Board, der erklärtermaßen nicht so aufgefaßt werden sollte, hat dann die Ablehnung des Bewerbers durch ca. 2/3 der Delegierten bewirkt. Die verblüffte Hilfslosigkeit des betroffenen Kandidaten und die diffusen ungeklärten Vorbehalte haben gereicht, dem Opfer keine Chance zu lassen. Hier wurde gezeigt: Demokratische Gefühle können als Waffe mißbraucht werden.

Wir sollten das Aufnahmeverfahren für neue Clubs gründlich überarbeiten, es ist nicht besonders höflich gegenüber den Kandidaten, wenn wir die Abstimmung über die Mitgliedschaft nicht besonders ernst nehmen. Geradezu entwürdigend wird die Prozedur aber, wenn ein Kandidat mit Argumenten gegen seine Aufnahme "beworfen" wird, die für die Mitgliedschaft gar keine Rolle Spielen. Ich werde demnächst eine neue Aufnahmeregelung vorschlagen.

In der Rubrik "Verschiedenes" wird nach der im letzten Präsidentenbrief so vehement abgelehnten neuen Gliederung der Tanzprogramme in der USA gefragt. Eine aufkeimende Diskussion wird aber wegen der bei allen beteiligten tief verwurzelten Unkenntnis von Fakten zugunsten der Zeit mit Amtsautorität verhindert. Die Zusage, man werde Emotionen durch Informationen ersetzen lassen, hat die Volksseele ruhig gestellt.

Dem dann provozierten Antrag auf Beendigung des Meetings kann nun mit Erleichterung zugestimmt werden.

Friede, Freude, Eierkuchen...

Wenn unsere Meetings nicht mehr an Inhalten zu bieten haben, sollten wir überlegen, ob eine Jahreshauptversammlung nicht ausreicht, wir würden uns und dem Board eine Menge ersparen.