EAASDC President's Letter

Hallo Freunde,

Nassauer unterwegs – Kaum zu glauben!?

Da kommt jemand zu einem Special, der in vollem Gange ist, und möchte keinen Eintritt mehr bezahlen.

Ein anderer ist in keinem Club Mitglied, bezeichnet sich selbst stolz als freier Tänzer, nimmt jedoch die Vorteile eines Clublebens gern in Anspruch.

Wieder ein anderer kommt nur alle paar Monate zum Tanzabend. Ohne Übung gerät vieles schnell in Vergessenheit und er bringt jeden Square zum Platzen.

Dann gibt es "Angel", die selbst eine Class bitter nötig hätten. Da sie ja alles schon einmal gelernt haben, bezahlen sie nichts oder nur einen Teil der Gebühren für die Class, stehen aber selbstredend als erste auf der Tanzfläche.

Manche schaffen es sogar, den ganzen Club für sich arbeiten zu lassen, indem sie ihre privaten Feste als Specials durch mehr oder weniger begeisterte Mitglieder ausrichten lassen.

Zum Glück sind aber diese negativen Beispiele gemessen an der Menge der Tänzer und Clubs von der Anzahl her zu vernachlässigen.

In der überwiegenden Zahl sind unsere Tänzer hilfsbereit und verzichten auf persönliche Vorteile. Regelmäßige Übung ist für die meisten genauso selbstverständlich wie die hilfreiche Unterstützung von Classes. Und nicht wenige rauschende Feste wurden im Garten von Clubmitgliedern gefeiert. Viel persönliches Engagement und selbstloses Handeln prägen die Bilder unserer Clubs.

Damit das so bleibt, möchten wir alle bitten, in ihren Clubs die Vorgehensweise bei solchen Situationen ausreichend zu besprechen.

Versucht denen zu helfen, die bereits "reingefallen" sind – legt aber auch für die Zukunft ein einheitliches Verhalten fest. Bitte macht es nochmals deutlich:

Nur wer gibt, kann auch nehmen.

Damit sind wir auch schon wieder am Ende eines Jahres angelangt. Die Weihnachtszeit rückt näher. Auf hektisches Treiben folgen hoffentlich bald Tage der Ruhe und Besinnung.

Vielleicht geht es Euch wie uns. Dieser Schritt ins neue Jahr birgt immer eine besondere Stimmung in sich.

Abschied nehmen, Zeit und Vergangenes noch einmal an uns vorbeiziehen zu lassen, aber auch frohes Hoffen auf alles, was vor uns liegt.

Wie auch immer Ihr diese Jahreswende (übrigens die letzte in diesem Jahrtausend) begeht: Wir wünschen Euch viel Schwung und Freude und gutes Gelingen für alles, was im nächsten Jahr auf Euch zukommt.

Bis bald in einem Square,

Margarete & Rainer Scheiblich, EAASDC President


Editor

Liebe Bulletin-Leserinnen und - Leser,

schon wieder geht ein Jahr zu Ende und was wäre ein Jahreswechsel ohne gute Vorsätze für das neue Jahr? Auf der Suche nach ein paar passenden Punkten haben wir wieder einmal ganz tief in das Archiv gegriffen und eine Sammlung von "Tu’s" und "Tu’s nicht" gefunden. Sie ist zwar schon im Dezember 1976, also vor 22 Jahren im "American Square Dance Magazine" erschienen, aber trotzdem heute noch genauso aktuell wie damals. Obwohl wir den sogenannten "Traditionen" oft etwas skeptisch gegenüberstehen, können wir alle diese Punkte nur unterstreichen. Wir hoffen, Ihr lest sie auch und überprüft bei jedem Punkt Eure eigene Einstellung dazu.

Für dieses und das letzte Heft haben wir wieder sehr viele Artikel vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Das fällt uns zwar erheblich leichter als der umgekehrte Weg, ist aber auch ein sicheres Anzeichen dafür, daß von Euch Lesern in letzter Zeit nur noch recht spärlich Beiträge eintreffen. Gibt es denn wirklich so wenig zu berichten - vor allem positives und erfreuliches. Es kann doch nicht sein, daß wir überwiegend nur noch Klagen über den schlechten Ausbildungsstand von Tänzern und Callern zugeschickt bekommen! Andererseits haben diese Klagen offenbar dazu geführt, daß die ECTA zu der Einsicht gekommen ist, daß etwas dagegen unternommen werden muß (s. den Beitrag von Lorenz, dem ECTA Trainings Director im Septemberheft). In diesem Heft findet ihr einen Artikel, den der ECTA-Präsident Dirk Loomans in den letzten "ECTA-News" veröffentlicht hat. Wir meinen, daß dies ein Schritt in die richtige Richtung ist und wünschen ihm und seinem ECTA-Team viel Erfolg bei der hoffentlich raschen Umsetzung dieser Ideen. Unterstützt ihn mit konstruktiven Vorschlägen!

In den letzten Tagen sind uns zwei Briefe mit etwas heiklem Inhalt auf den Tisch gekommen. Sie betreffen Differenzen zwischen Clubs und Tänzern oder auch zwischen Clubs untereinander. Da wir im Bulletin keine "schmutzige Wäsche waschen" wollen und - wenn schon solche Vorkommnisse veröffentlicht werden - beide Seiten zu Wort kommen lassen wollen, ist die Vorbereitungszeit für solche Artikel etwas länger. Einen davon bringen wir wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung in diesem Heft, allerdings - da die Gegenseite für uns nicht erreichbar war - in Abstimmung mit dem betroffenen Club ohne Nennung von Namen. Rainer und Margarete gehen in ihrem Brief auch auf dieses Thema ein.

Im zweiten Brief geht es um Probleme, die dadurch entstanden, daß ein Club aus Gefälligkeit für einen anderen eine Halle angemietet hat, wegen des Defizits der Veranstaltung auf den Kosten sitzenbleibt und nun gegenüber dem Hallenvermieter in der Verantwortung steht. Da es sich hier auch um ein allgemeines Problem handelt, werden wir im nächsten Heft darauf eingehen und bitten Euch um Zuschriften und Kommentare, falls Euer Club schon in ähnlicher Situation war.

Viel Vergnügen beim Lesen dieses Hefts.

Wir wünschen Euch allen im Namen des ganzen EAASDC-Boards eine fröhliche Adventszeit und ein geruhsames Weihnachtsfest!

Angelika & Hansjörg Pade, EAASDC Bulletin Editor


Wie uns andere sehe
Übers.: Editor

Eine regelmäßige Kolumne, geschrieben von reisenden Square Dancern, mit Berichten von dort, wo sie grade sind.

Wir sind von unserer zwei Monate langen Reise durch England und Deutschland zurückgekehrt und möchten unsere Eindrücke mit Euch teilen.
Square Dance lebt, wächst und gedeiht in England und Deutschland! Besonders die deutschen Square Dancer begeistern sich für das Tanzen, sie werben neue Tänzer, bilden die Caller aus und ihre Zahl wächst. Die Briten sind zurückhaltender, aber ihre Clubs sind kräftig und sie wachsen, wenn auch langsamer.
Square Dance wurde durch das U.S.-Militär nach Europa gebracht - es war die Blütezeit des Square Dance und der Höhepunkt des Kalten Krieges, währenddessen die Vereinigten Staaten sehr sehr viel Militärpersonal in Europa stationiert hatten. Das Tanzen begann auf den Militärstützpunkten, breitete sich aber bald auf die umliegenden Gemeinden aus und schloß die deutschen Freunde der Soldaten ein. Als die Soldaten nach Hause gingen, wurde es mehr und mehr von Deutschen geprägt, heute tanzen nur noch wenige Militärangehörige.
Es gibt einige amerikanische Caller, die nun in Deutschland ihr Zuhause haben. Wir tanzten mit Keith Brown, Jim Robar, Kenny Reese und hörten eine Menge über den "Vater des deutschen Square Dance" Al Stevens. Sie gehörten alle einmal dem Militär an.
Deutsche Square Dancer heißen amerikanische Besucher gern willkommen. Viele von ihnen waren schon in den USA und viele wollen noch kommen - und tanzen!
Ein kleines Problem gibt es: Die Art und den Schwierigkeitsgrad des Tanzens. In Deutschland legt man Wert auf ein ausgezeichnetes Mainstream-Programm und auf "All Position Dancing". Einigemal standen wir im Wald, als deutsche Caller ein Mainstream callten, mit dem wir nicht mithalten konnten!
Sie callen auf "Englisch", wenn man "Do-Si-Do" und "Allemande Left" als Englisch bezeichnen kann. Der Unterricht ist auf Deutsch, das Callen selbst besteht aus Standard-Square-Dance-Begriffen. Schließlich haben "Swing Thru", "Relay the Deucy" und "Load the Boat" auch im Englischen keinen besonderen Sinn, sondern nur eine Bedeutung für uns Square Dancer. Einige Deutsche tanzen das Plus-Programm. Ein Plus-Tip ist oft ein besonderer Tip während des Abends und erheblich komplizierter als vergleichbare Tips in den USA: Dieselben Calls, aber in unterschiedlicher Mischung, unterschiedlichen Kombinationen und auf jeden Fall aus allen Positionen!
In Deutschland heißen die meisten Clubs alle Tänzer willkommen, ob einzeln oder als Paar. Es wird als unhöflich angesehen, wenn ein Paar den ganzen Abend miteinander tanzt. Viele Verheiratete tanzen, aber oft nur einer von beiden. Man sieht sehr häufig zwei Frauen miteinander tanzen, eine auf Girl-, eine auf Boy-Position. Manchmal steckt diejenige auf der Boy-Position ihren Rocksaum in den Gürtel, um so ihre Position anzuzeigen, andere Frauen tanzen nur auf der ‚linken' Seite und tragen deshalb immer lange Hosen.
Afterparties, Besuche anderer Clubs und "Raubzüge" (zum Banner stehlen) sind allgemein üblich. Bei der deutschen Liebe zum Feiern könnt Ihr Euch vorstellen, daß ein Stop im nächsten Gasthaus für einen kühlen Schluck nach der durstmachenden Tanzerei sehr beliebt ist. Anders als in Kalifornien ist allerdings in den Gasthäusern das Rauchen erlaubt, was die Freude, dorthin zu gehen, ziemlich einschränkt.
Wenn Ihr vorhabt, in England oder Deutschland tanzen zu gehen (oder auch irgendwo anders hin) - plant voraus. Schaut in das National Directory, sucht die Clubs in dem Gebiet, das Ihr besuchen wollt, kündigt Euch schriftlich an und Ihr werdet ganz besonders willkommen geheißen. Wenn Ihr etwa schreibt "wir würden gern mit Euch tanzen, ist Euer Clubabend noch donnerstags?" dann werden sie antworten. Wenn Ihr fragt "könntet Ihr uns bei der Suche nach einer billigen Übernachtung helfen?" werden viele wahrscheinlich sagen "bleibt bei uns!" und Euch am nächsten Morgen mit dem besten Frühstück, das Ihr je hattet, verabschieden!
Tanzen macht überall Spaß und Tanzen während man in der Gegend herumreist erhöht noch den Grad des Spaßes: Man tanzt in einem Schloß, einem Restaurant, einem Sportverein, einer Wirtschaft, einem Kirchensaal oder auch einer Schule! Manchmal muß man etwas Mühe darauf verwenden, den Club zu finden und einen Tanz zu arrangieren, aber das Ergebnis ist es immer wert.
Bis bald in einem Square!
Jim und Betsy, Eure "reisenden Corner"

Wir hatten Gelegenheit, Jim und Betsy beim "Capital-Dance" in Bonn kennen zu lernen und mit ihnen zu tanzen. Da sie das Bulletin abonniert haben, auf diesem Weg:
Herzlichen Gruß und weiter Gute Reise!
Editor


MASTER OF CEREMONIES
UNITED SQUARE DANCERS OF AMERICA

Übers.: Editor

Diese Informationsschrift wurde durch den Ausbildungs-Ausschuß der "United Square Dancers of America" entwickelt und stellt in einer kurzen Zusammenfassung dar, was es bedeutet, ein "MC" oder Sprecher in unserer Hobby-Aktivität zu sein. Irgendwann im Lauf seines Tänzer-Daseins wird jeder vor der Aufgabe stehen, vor einer Gruppe eine Ankündigung zu machen, jemanden vorzustellen oder eine Erklärung zum Square Dance abzugeben.

Einleitung

Ein M.C. ("Master of Ceremonies" heißt eigentlich "Zeremonienmeister". Der Ausdruck "Veranstaltungsleiter" paßt besser in die heutige Zeit) zu sein oder eine kleine Rede zu halten kann Spaß machen, wenn derjenige versteht, was man von ihm erwartet, und wenn er weiß, was zu sagen ist und wie es zu sagen ist. Nach einem großen Lexikon ist ein M.C. eine Person, die verantwortlich für eine Feierlichkeit oder ein Unterhaltungsprogramm dafür sorgt, daß alle Teile des Programms in der richtigen Folge ablaufen. Am Clubabend zum Beispiel macht ein Sprecher die Ankündigungen und stellt besondere Gäste vor. Bei Specials oder Großveranstaltungen könnte der M.C. die Aufgabe haben, viele Caller und Ehrengäste vorzustellen, manche kennt er vielleicht gar nicht. Wenn man nur einige wenige Regeln befolgt, macht es Spaß, ein M.C. zu sein.

Fertigkeiten am Mikrophon

Ein Mikrophon ist ein teures Instrument und ein notwendiges Werkzeug für den Caller. Wenn Du aufgefordert wirst, die Ankündigungen zu machen, bitte Deinen Caller, Dir zu zeigen, wie es gehalten wird und wie weit weg vom Mund es gehalten werden soll. Ein Caller weiß über seine Geräte Bescheid und kann schnell zeigen, wie sie zu benutzen sind. Prüfe, ob das Mikrophon eingeschaltet ist, die einfachste Art ist, im Voraus jemanden zu bitten, Dir zu signalisieren, ob er Dich hören kann. Schlagen oder auch nur Klopfen auf den Mikrophonkopf kann es beschädigen, ein Finger-Schnipsen davor kann einen Mißklang erzeugen. Der Zweck eines Mikrophons ist, die Stimme zu verstärken, es gibt nie einen Grund, hinein zu schreien. Am Ende Deiner Ansprache gibst Du das Mikro an den Caller zurück oder legst es vorsichtig hin, am besten auf eine weiche Unterlage oder in seinen Behälter.

Verantwortlichkeiten

Es ist eine Ehre und Bevorzugung, gebeten zu werden, bei irgendeiner Veranstaltung der M.C. zu sein. Die höchste Verantwortung als M.C. hat man gegenüber dem Publikum. Der M.C. sollte sich niemals in einer Weise benehmen, die es herabsetzt. Ein M.C. muß vorbereitet sein. Ein Geheimnis des öffentlichen Redens ist, daß der Sprecher klingen muß, als rede er aus dem Stegreif, in Wirklichkeit aber genau weiß, was er sagen will. Der M.C. ist vielleicht nicht für die Beschallung verantwortlich, sollte aber die Tanzfläche beobachten, um als erster von Sound-Problemen zu wissen und falls erforderlich, bei der Ausrichtung der Lautsprecher usw. zu helfen. Ein M.C. bestimmt die Etappen und die Geschwindigkeit des Programms und verbindet alles so miteinander, daß das Publikum das Gefühl hat, eine gut geplante Vorstellung zu genießen.

Pflichten

Einige Punkte für die Planung als M.C.:

  1. Beginne das Programm pünktlich und beende es nach Plan
  2. Wenn Du eine Reihe von Leuten, Callern usw. vorstellst, überlege vorher, was Du jeweils sagen willst und mache Dir ein paar Notizen. Zettel im Format DIN A7 (1/8 DIN A4) sind sehr handlich für den "schnellen Blick".
  3. Sei mindestens 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung da, um den Ton zu prüfen, um Änderungen in letzter Minute zu erfahren und um Dich mit Halle, Geräten und Programm vertraut zu machen.
  4. Stelle sicher, daß alle anerkannt und erwähnt werden, die es verdient haben
  5. Stelle die notwendigen Ankündigungen so zusammen, daß Du sie "rüberbringst", ohne daß Dir das Publikum wegläuft.
  6. Erringe die Aufmerksamkeit des Publikums. Oft kann ein netter Gag seine Aufmerksamkeit erregen.
  7. Denke daran: es ist ein Ehrenamt, M.C. zu sein. Übe dieses Ehrenamt mit sorgfältiger Überlegung aus und Du wirst die Freude für jeden erhöhen, auch für Dich selbst.
  8. Zur Leitung einer Versammlung, sei sie klein oder groß, ist eine Tagesordnung erforderlich. Es kann eine einfache sein: Eröffnung der Versammlung, Verlesen des Protokolls, Kassenbericht, Ausschußberichte, alte Punkte, neue Punkte, Ankündigungen und Verabschiedung. Es kann aber auch eine weiter ausgearbeitete Tagesordnung sein.
  9. Denke daran: ein M.C. kann jedes Programm durchführen oder abändern.
  10. Der M.C. sollte dem Anlaß entsprechend gekleidet sein: Square Dancer sollten Square Dance Kleidung tragen usw.
  11. Falls Caller und Cuer unentgeltlich arbeiten, lobe sie und fordere die Tänzer zu Applaus auf. "Applaus" ist ihre Bezahlung.
  12. Sieh Deine Zuhörer an, während Du sprichst. Augenkontakt ist wesentlich. Achte auf die Reaktionen der Anwesenden.

Vorbereitung und Abstimmung

Wenn Du als M.C. ausgesucht wurdest, stimme Dich mit den Veranstaltern ab, damit Du weißt, was von Dir erwartet wird. Dann mache Deine Hausaufgaben: Wenn Du Leute vorstellen mußt, die Du nicht kennst, finde möglichst viel über sie heraus. Bereite Deine Notizzettel vor. Erforsche alle Einzelheiten der Ankündigungen und bereite alle Informationen vor, die weiterverbreitet werden sollen. Wenn Dein Plan fertig ist, stimme ihn nochmals mit den Veranstaltern ab, falls es in letzter Minute Änderungen gab.

Auswahl eines M.C.

Die Auswahl eines M.C. ist eine sehr wichtige Aufgabe. Nicht jeder gibt einen guten M.C. ab. Denkt bei der Auswahl daran, daß das oberste Ziel ist, die Veranstaltung in Übereinstimmung mit Programmplan und Zeitrahmen ablaufen zu lassen.

Stimme

Das wichtigste Werkzeug eines M.C. ist seine Stimme und die Art der Präsentation. Ein ausgezeichneter Weg zum Üben ist, sich selbst mit einem Kassettenrecorder vor einem mannshohen Spiegel aufzunehmen. Nachdem Du Dich ein paar Mal aufgenommen hast, wirst Du bald damit vertraut sein, wie Deine Stimme klingt und vor allem wie Du von anderen gehört und gesehen wirst. Richtiges Atmen wird Dir helfen zu entspannen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Sprich deutlich und so kurz wie Du kannst. Hüte Dich vor der Gefahr der Eintönigkeit. Mach Deinen Vortrag schwungvoll, herzlich und erfreulich für die Zuhörer.

Übung, Übung, Übung!!!


Dumme Frage?
aus einem Internet-Schwatz
Übers.: Editor

"Goldie":

Du wolltest eine dumme Frage – Ich habe da grade eine:

Warum machen wir Square Dance?

- Wir bezahlen jemand, damit er uns sagt, wohin wir gehen sollen!

- Wir beginnen an einer Stelle, laufen herum und enden wieder da, wo wir angefangen haben.

- Manche Calls haben keinen Effekt: Du beginnst den Call an einem Platz und endest danach wieder da

- und wir bezahlen jemanden dafür, daß er uns das wieder und wieder antut.

Warum?

und dann gehen wir heim und kommen am nächsten Abend wieder, um dasselbe wieder zu tun

Warum?

Nun, das ist meine dumme Frage – Du hast zwar gesagt, es gibt keine "dummen" Fragen – aber ich glaube, das hier ist eine. Sie bringt Dir ein bißchen Spaß und etwas zum Nachdenken.

"Bruce":

Ein Grund, weshalb wir Square Dance machen, ist, weil es ein Platz ist,

- wo man sich an einer Gemeinschaftsaktivität erfreuen kann, in der es Gewinner ohne Verlierer gibt

- wo ein Abend mit Essen und Unterhaltung sehr preiswert ist

- wohin man ohne Reservierung die meisten Abende der Woche gehen kann

- wo Gebietsfremde sofort hineinpassen

- wo auch Leute mit geringen Koordinationsfähigkeiten gut tanzen können

- wo ein mittlerer Grad an körperlichem Einsatz mit jedem gewünschten Grad an geistiger Herausforderung kombiniert werden kann

"Carsten":

Bist Du jemals durch einen Square gelaufen, die Augen nur halb offen, in völligem Vertrauen auf den Caller, was zu tun ist, im Gefühl, Dein Körper fließt mit der Musik, nur mit einem halben Ohr für den Caller, alles um Dich vergessend außer dem Rhythmus der Musik und wie Dein Körper darauf reagiert?

Das ist es, warum ich Square Dance mache.

Bist Du jemals durch einen Square gelaufen, die Augen weit offen, nicht glaubend, was der Caller grade sagte, aber es trotzdem befolgend, im Bewußtsein, daß Du merkwürdige Muster auf dem Boden abläufst und daß Dein Geist auf eine Art verdreht wird, die Du nie erwartet hast, mit jeder Faser Deiner Seele auf den Caller hörend, alles um Dich vergessend außer der einfachen Frage "wie um alles in der Welt will er aus diesem Schlamassel wieder herauskommen?"

Das ist es, warum ich Square Dance mache!

Warum tust Du es?

PS: Hast Du jemals vor einer großen Menge gestanden, ein einziges Wort gesagt und tausend Füße beginnen sich zu bewegen; und wenn Du die Musik ausklingen läßt, beginnen tausend Hände zu klatschen, weil Du den Leuten Freude gebracht hast?

Das ist es, warum ich Square Dance calle!


Leserbrief: Gibt’s das wirklich?
Anonym

Wir wollten die folgende Begebenheit zunächst kaum glauben und lassen sie auf Wunsch des Einsenders anonym. Wir möchten aber gern von Euch wissen,

  1. ob die angesprochenen Gepflogenheiten bei Wochenend-Specials wirklich so sind und
  2. ob es noch mehr Tänzer gibt, die die gelegentliche Großzügigkeit eines gastgebenden Clubs bei nächster Gelegenheit als Gewohnheitsrecht einfordern
Lieber Hansjörg und Angelika, . . .

An unserem letzten Special-Wochenende hatten wir ein unschönes Erlebnis, als jemand zum Tanz am Sonntag kam, aber keinen Eintritt bezahlte. Als diese Person aufgefordert wurde, zu bezahlen oder wieder zu gehen, sagte sie, daß die Sonntags-Tänze gratis seien und sie einen Leserbrief an das Bulletin schreiben wolle, um sich zu beschweren, daß sie zur Zahlung aufgefordert worden sei.

Ich möchte nicht, daß Ihr über diesen Vorfall entscheidet, sondern Euch nur bitten, mich zu informieren, falls diese Person schreiben sollte, und meinem Club vor der Veröffentlichung Gelegenheit zu geben, seinen Standpunkt zu vertreten ...

Gibt es überhaupt irgendwo in den Square Dance Gepflogenheiten etwas, das sagt, daß Tänze am Sonntag gratis sind oder war das nur eine Vermutung? Diese Person ist so bestimmt aufgetreten, daß sie das zweifellos schon früher so gemacht hat!


Liebe Frau P. Attern,

wir haben etwas gezögert zu schreiben, da wir gerade erst graduiert wurden. Nachdem nun endlich alle soweit waren, konnte unser Caller die gesamte Gruppe graduieren. Einige von uns warteten schon ganz ungeduldig auf den ersten Besuch einer Veranstaltung. Unser Caller hatte uns noch einen Tip gegeben, auf welchem Special Dance wir einen besonders gut zu verstehenden Gastcaller antreffen würden.

Um ehrlich zu sein: es war ziemlich verwirrend für uns. Wir tanzten zwar immer wieder in einem anderen Square, kamen aber sehr oft mit Tänzern zusammen, die so komische Sachen machten (Klatschen beim Weave the ring, Um-die-Taille-fassen beim Do-sa-do usw.).

Unser Caller hatte uns zwar immer wieder gesagt, daß beim Square Dance das eigentliche Lernen erst nach der Graduation beginnt. Also: Haben wir vielleicht etwas falsch gemacht oder müssen wir gar die Class wiederholen? Bitte gib’ uns bald Bescheid.

Deine S. C. und Z. H. aus H.

???

Liebe S. C. und Z. H. aus H.,

zunächst einmal muß ich Euch mitteilen - daß Ihr Eure Class natürlich nicht wiederholen müßt.

Eurem Brief entnehme ich, daß Ihr offenbar eine Caller-geführte Gruppe seid und noch keinen Kontakt zu anderen graduierten Tänzern gehabt habt. Dadurch könnt Ihr natürlich nicht unbedingt wissen, daß es unter den Freunden unseres Hobbys immer wieder Leute gibt, die der Meinung sind, das Tanzen durch irgendwelche Zusätze "aufwerten" zu müssen, was auch immer die Gründe hierfür sein mögen.

Ihr selbst habt gesehen, wozu es führt, wenn diese Leute Kontakt mit gerade erst graduierten Tänzern haben. Es kommt aber auch vor, daß Tänzer kurz nach ihrer Class - wenn sie naturgemäß viel Übung benötigen – vermeintliche "Spaß"-Figuren besser können als z. B. MS-Figuren. Ebenso kann man bei der Behauptung: "Damit zeigen wir beim öffentlichen Vortanzen, wieviel Spaß Square Dance macht" unterschiedlicher Meinung sein. Schließlich ist mir wiederholt zu Ohren gekommen, daß Caller mit ihren Tänzern derartige Figuren üben, damit sie auf Veranstaltungen mittanzen können und nicht beim 2. Tip als "Spaßverderber" nicht mehr aufgefordert werden.

Vielleicht könnt Ihr Euren Caller ja gelegentlich einmal bitten, daß Ihr Euch gegen Ende des Clubabends im Rahmen eines Fun-Tips mit diesen Figuren beschäftigt. Alles weitere bleibt Euch dann ja immer noch selbst überlassen. Weiterhin viel Spaß beim Tanzen und viele nette Kontakte wünscht Euch

Eure P. Attern


Das allerletzte . . .
Reprinted from the American Square Dance Magazine 12/76
Übers.: unbekannt

Diesen Artikel fanden wir im Bulletin12/82. Obwohl er seinerzeit auch schon sechs Jahre alt war, hat dennoch jeder dieser 24 Punkte auch heute noch seine Berechtigung. Wir denken, wenn jeder von uns sein Verhalten nur ein wenig mehr an diese Regeln anpaßt, werden wir alle miteinander im nächsten Jahr noch viel mehr Spaß haben.

Wir wünschen allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!

Bis zum nächsten Bulletin im nächsten Jahr

Eure Editoren Angelika und Hansjörg Pade

Zur allgemeinen Information sind nachstehend einige Regeln aufgeführt, die aus der Dezember-Ausgabe 1976 des American Square Dance Magazin entnommen wurden.

Square Dance hat gewisse eigene Regeln, was man tun darf und was nicht. Einige davon sind hier aufgeführt: