Grundsätzliches
Ein Flyer richtet sich an einen unbekannten Leser. Denn es handelt sich in der Regel um ein vervielfältigtes Blatt, das nicht mit einer Empfängeradresse versehen ist. Und es wird auch nicht immer - wie beispielsweise eine Clubzeitung - an Personen verteilt, die alle namentlich bekannt sind.
Darüberhinaus wird es in der Regel unverlangt verteilt. Das heißt, daß nicht der Leser diese Information wünscht, sondern der Herausgeber ist derjenige, der möchte, daß der Empfänger den Flyer liest.
Da also der Herausgeber daran interessiert ist, daß die Botschaft ankommt, muß er diese Botschaft so aufbereiten, daß sie den Weg zum Empfänger auch leicht findet. Mit anderen Worten, der Empfänger soll die Botschaft auch dann finden, wenn er gar nicht danach sucht. Sie muß ihm daher geradezu von selbst ins Auge fallen.
Warum fällt die Titelgeschichte einer Zeitung ins Auge? Weil sie eine Schlagzeile hat. Die Schlagzeile ist nämlich besonders groß gedruckt und sticht dadurch hervor.
Auch ein Flyer kann und sollte eine Schlagzeile haben. Welchen Inhalt die Schlagzeile hat, hängt vom Zweck des Flyers ab. Bei einem Class-Flyer ist die Class der thematische Inhalt der Schlagzeile in passender Form, bei einem Veranstaltungsflyer die Veranstaltung usw.
Alle zum Thema direkt gehörenden Informationen sollten dann ähnlich ins Auge fallend vermerkt werden. Alles Ergänzende, was nicht ganz so wichtig ist, aber der Vollständigkeit halber ebenfalls vermerkt ist, kann dann beispielsweise kleiner und damit weniger ins Auge fallend geschrieben werden.
Denkt immer wieder daran: nicht die Empfänger selbst haben das größte Interesse, die Botschaft zu bekommen. Vielmehr seid Ihr diejenigen, die wollen, daß die Botschaft den Empfänger erreicht.
Gestaltung
Mit der Verbreitung von Computertechnik nimmt leider auch die Anzahl der ausgesprochen schlecht gemachten Flyer zu.
Die Technik allein tut es offenbar nicht. Und darum müssen Schriftsetzer auch heute noch ihren Beruf drei Jahre lang lernen.
Beim Entwurf des Flyers empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Bitte beachtet dabei die folgenden Hinweise:
Übrigens:
Daß es auch mit einer Schreibmaschine, mit Schriftschablone und mit Abreibebuchstaben geht, zeigen die guten Beispiele von Flyern, die bereits seit Jahren fast unverändert erscheinen und dadurch außerdem noch einen hohen Wiedererkennungswert haben. Schablonen und Abreibebuchstaben gibt es in jedem gut sortierten Papiergeschäft. Am besten laßt Ihr Euch dort beraten und informieren, was es auf diesem Gebiet alles gibt.
Beispiele
Diverse Beispiele zum Themenbereich Flyer findet ihr in der "Werbemappe" - jeder Club hat eine bekommen. Dabei handelt es sich um gute und schlechte Flyer, Flyer für Demos und Open Houses sowie Hilfen für den Entwurf.
Auszug aus den EAASDC-Richtlinien für ROUND-UPs und Jamborees
Folgende Information sollte auf den Flugblättern stehen:
Kontaktadresse und Telefonnummer in der Halle, falls vorhanden
Hallo Freunde, hier ist wieder Annette!
"Nichts ist so einfach, wie es zuerst aussieht"
"Je dringender die Notwendigkeit für Entscheidungen, desto weniger offensichtlich ist die Identität dessen, der sie fällt."
"Durch den Versuch, etwas ganz deutlich zu machen, werden einige verwirrt werden."
"Jede Arbeit nimmt mehr Zeit in Anspruch als Du hast."
"Ein Etat ist eine Art Erfindung, die am Ende selten aufgeht."
Angels
Übersetzer: Hansjörg Pade
In vielen Clubs sind zur Zeit wieder neue Tänzer in Ausbildung aber ohne die tatkräftige
Hilfe durch Clubmitglieder hätte es mancher
sicher sehr schwer. Mit dieser Unterstützung
übernimmt aber jeder auch ein Stück Verantwortung für den Erfolg und das Ergebnis dieser
Class. Der folgende Artikel scheint uns geeignet,
Euch an einige wichtige Punkte zu erinnern.
Übrigens: Wer weiß, wie das in der Überschrift
begonnene Zitat weitergeht?
Hansjörg Pade
Auf der Spitze einer Nadel ...
Sitzt Dein Heiligenschein richtig? (Entschuldige bitte diesen Ausdruck). Wie letzten Monat besprochen wurde, ist es wichtig, daß möglichst viele Clubmitglieder zur Anfänger-Class als "Angels" kommen. Was sind Angels? Das sind die wunderbaren Leute, die ihre Zeit opfern, damit die Class den bestmöglichen Lernerfolg hat.
Angels verschaffen den neuen Class-Teilnehmern den ersten wirklichen Eindruck vom Club (normalerweise betrachten Students ihren Caller erst nach der Graduation als Clubmitglied). Vom Benehmen der Angels und ihrer Art, die neuen Tänzer, andere Angels und Besucher zu behandeln, wird die Entscheidung ausfallen, dem Club beizutreten oder nicht. Angels haben eine Vorbildfunktion. Egal was Caller und Club den Anfängern beizubringen versuchen bezüglich Benehmen, Umgangsform oder Tanzstil, sie werden unvermeidlich das nachmachen, was sie bei den Angels sehen. Es ist daher wichtig, daß Angels ein besonders gutes Vorbild abgeben: Lächle, sei begeistert und freue dich am Tanzen. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, besonders nach einem schweren Tag. Außerdem - laß uns ehrlich sein - haben einige von uns persönliche Vorbehalte, sei es wegen der Clubregeln oder weniger herzlicher Beziehungen zu bestimmten Clubmitgliedern. So etwas ist hier fehl am Platz und muß außen vor bleiben.
Obwohl die meisten von uns unbewußt das Richtige tun, zumindest meistens, kann es nicht schaden, gewisse Punkte noch einmal zu wiederholen. Die folgenden Ratschläge für Angels sind aus verschiedenen Quellen zusammengetragen worden, wie Artikeln aus SD-Zeitschriften und Merkblättern mehrerer Clubs.(...)
Angel sind keine Lehrer. Vielleicht ist das der häufigste Fehlansatz, der Probleme verursacht. Die Lehrfunktion eines Angels besteht vor allem im Beispielgeben - zur richtigen Zeit am richtigen Platz sein. Wichtig ist die Aufnahme von Handkontakt nach jedem Call. Dies hilft nicht nur den Anfängern, ihre Orientierung im Square zu behalten, sondern ist auch eine Angewohnheit, die Du selbst weiterentwickeln solltest. Es ist immer verführerisch, irgend etwas zu erklären, was in eurem Square nicht geklappt hat, manchmal fragen Dich auch die Anfänger danach - widerstehe! Die Aufmerksamkeit der Students wird vom Caller abgelenkt, und eins der wichtigsten Dinge, die in der Class gelernt werden müssen, ist, auf den Caller zu hören. Manchmal kannst Du zwischen den Tips etwas erklären - gut - aber bitte nicht während der Caller am Mikrophon steht. Ein anderer schwieriger Punkt ist: wieviel "Hilfe" solltest Du geben, um einen Tänzer an den richtigen Platz zu bringen! Tänzer müssen vor allem lernen, sich selbständig zu bewegen. Jemanden, der grade eine Gedächtnislücke hat, sachte durch einen Ablauf zu führen, ist sicher in Ordnung, manchmal hilft auch ein wortloser Hinweis, wohin jemand gehen sollte, aber wir erreichen wenig durch Schieben und Ziehen, wenn der Tänzer nachher nicht weiß, was er hätte tun sollen. Es ist besser, den Square zusammen brechen zu lassen, als die Leute mit Gewalt auf den richtigen Platz zu bringen. Zusammengebrochene Squares sind auch ein Hinweis für den Caller, daß die Tänzer Probleme haben. Um sicherzugehen, daß er es bemerkt, strecke, wenn nötig, deine Hand hoch und bitte ihn um eine Erklärung für das, womit dein Square nicht zurechtkommt. Paß aber auf, daß Du keinen Tänzer in Verlegenheit bringst, wenn Du um Hilfe bittest. Sage "Wir haben dies oder das nicht begriffen" und nicht "Er oder sie hat Probleme". Ermutige deine Students, sage ihnen, daß alle Anfänger Fehler machen und daß nur Übung den Meister macht. Außerdem machen auch Angels manchmal Fehler und es ist gut, sie bereitwillig zuzugeben: es macht die Anfänger weniger verkrampft, wenn ihnen selbst Fehler unterlaufen.
Der Tanzstil des Clubs ist die dritte große Quelle für Unstimmigkeiten. Es ist wichtig, daß die Anfänger die Calls in der Standardausführung lernen, ohne die Schnörkel, die wir alle so lieben. Die werden ihnen zu gegebener Zeit beigebracht, wenn sie die Schritte beherrschen. Angel sollten ausschließlich so tanzen, wie es in der Class beigebracht wird. Das ist nicht immer leicht. Wieviel von uns wissen noch, wie ein korrekter Do-Sa-Do (also kein Heidiho) zu machen ist? Aber es ist wirklich wichtig! Die Anfänger werden Dich fragen "wie es wirklich gemacht wird", bevor sie den Call beherrschen, aber Du mußt der Versuchung widerstehen. (Tatsächlich hilft es auch den Angels, daran erinnert zu werden, wie ein Call korrekt abläuft; einige unserer Abarten führen ins Chaos, wenn der Caller z.B. "Do-Sa-Do once and a half" oder "Ferris Wheel and roll" verlangt).
Und hier noch einige zufällig zusammengewürfelte Ratschläge:
Es begann mit der Idee, auch einmal 24 Stunden hintereinander durchzutanzen. Holländische Square Dance Freunde hatten uns davon erzählt; wir fanden es schön, dieses auch einmal zu probieren. Ich selbst mochte nicht so recht daran glauben, weil meine Augen oft schon zufallen, bevor ich zu Bett gehe. Jedenfalls sah es mein Mann als Herausforderung, und so wollten wir doch den Schritt wagen. Wir hatten einen Vorankündigungs-Flyer. Aber im Benelux-Magazin stand ein anderes Datum. Was tun? Wen konnten wir besser fragen, als den Herausgeber Jan Hobijn. Fünf Minuten später empfing ich per Fax einen Flyer mit dem richtigen Datum.
Freitag, 14. Juni:
Ankunft in Paderborn. Eben zur Jugendherberge, um den Schlüssel abzuholen, weil es abends beim Clubabend der B.S.O. doch später werden könnte. Mein Mann und ich gehörten zu den ersten Square Dancern, die die Schützenhalle in Dahl erreichten. Einige holländische Square Dance Freunde waren schon da.
Was würde da noch alles auf uns zukommen? Wir waren ganz schön aufgeregt. Große Zelte, kleine Zelte wurden aufgestellt, Wohnmobile eingeparkt. Tische und Bänke wurden vor dem Halleneingang niedergesetzt, der Grillplatz wurde installiert (...)
Freitag abend, 20 Uhr: Es war soweit, die Squares standen auf der Tanzfläche der Clubabend der B.S.O. begann. Wir fühlten uns gleich wie zu Hause. Der Abend verlief prima, die Caller und der Cuer gaben ihr Bestes. Zum Schluß veranstaltete Regina noch einen Line Dance Workshop.
Regina hat Enormes geleistet mit ihrer Arbeit, Vorbereitung, Ausführung, Dekoration usw. Zu erwähnen sind auch die Leute, die Regina tatkräftig unterstützten, um aus der Veranstaltung ein schönes Fest werden zu lassen. Die ganze Mannschaft war immer freundlich und hilfsbereit.
Die Afterparty gestaltete jeder nach seinem Sinn. Es war kein sehr warmes Wetter, aber doch warm genug, um draußen sitzen zu können. Auf den Tischen standen Kerzen; es herrschte eine ausgezeichnete Stimmung. Wir beschlossen, rechtzeitig zur Jugendherberge aufzubrechen, um vielleicht ein wenig auf Vorrat zu schlafen.
Sonnabend, 15. Juni:
Ab 10.30 Uhr Warm-up. Wir fragten uns, wie wir die folgenden Stunden bis zum Ende wohl durchstehen würden. In erster Linie die Debütanten. Ich hatte mir einen Schlafsack in einem Zelt gesucht, für den Fall, daß mich meine Kräfte verlassen würden. Aber das Tanzen verlief so gemütlich, und die Zeit verging wie im Flug.
Eine große Anzahl Caller wartete auf uns; mit ihnen der Cuer, Loet Polak. Alle verrichteten enthusiastisch ihr Werk. Am aufregendsten war die Stempelzeit. Jeder Teilnehmer hatte eine Kontrollkarte, die am Ende mindestens 20 Stempel aufweisen mußte. Den Callern war es überlassen, zu welchem Zeitpunkt die Karten abgestempelt werden mußten. Es ertönte dann der Ruf Stempelzeit, und alles lief zu dem Tisch, an dem der Herr mit dem Stempel saß. Mit meinen Tanzpartnern verglich ich meine Karte, ob auch kein Stempel fehlte, dann ging es weiter.
In der Nacht von 1.00 bis 2.00 Uhr befand ich mich in einem Square, also eine Stunde tanzen ohne Unterbrechung. Danach überkam mich das Gefühl, nicht mehr tanzen zu mögen, aber ein paar Minuten später stand ich wieder in einem neuen Square. Ab und zu gingen wir nach draußen zum Abkühlen und um frische Luft zu tanken, um fit zu bleiben für die restlichen Stunden. Gegen Morgen überfiel die meisten die Müdigkeit, aber unverzagt wurde weitergetanzt, es drehten sich immer Squares auf der Tanzfläche.
Morgens gab es ein köstliches Frühstück gut gestärkt ging es dann wieder weiter. Zwischendurch wurde angekündigt, wie viele Stunden noch zu tanzen waren: fünf, vier, drei, zwei, eine, und dann waren die 24 Stunden um.
Unglaublich! Ich denke, daß jeder stolz auf sich sein konnte. Es war schon eine fantastische Leistung jedes Einzelnen, und wir waren froh, dabei gewesen zu sein.
Herzlichen Dank an alle Caller und Cuer, Ihr habt Euer Bestes getan. Auch gilt unser Dank der Organisation, es war alles so gut vorbereitet, daß wir heil durch die lange Nacht kamen.
Hut ab vor den Mittänzern, ich finde es schön, wenn Du nach 24 Stunden tanzen noch mit Spaß auf dem Tanzboden stehst.
Sofern wir gesund bleiben, sind wir das nächste Mal wieder dabei.