Caller Notes Viewpoint
Erinnert ihr euch an Square Dancing ?

Al Stevens und Rudi Pohl

Es war einmal eine Zeit, da gab es viele Leute, die in die Vereinigten Staaten von Amerika auswanderten -- nicht wenige kamen aus Europa. Sie brachten ihre Volkstänze mit. Während der Jahre floß ein bißchen von hier und ein wenig von da in etwas, das modernes Square Dancing genannt wurde, ein.

Square Dancing war von den 50er durch die 80er Jahre sehr populär. Es wurde eine Organisation gegründet, um die ziellos umherirrende Aktivität in geordnete Bahnen zu lenken -- diese Organisation nannte sich Callerlab. Callerlab standardisierte die Programme und ermöglichte so den Tänzern aus der ganzen Welt, miteinander zu tanzen. Dies verbreitete sich bis nach Europa und fand dort großen Anklang. In den 80er und 90er Jahren gab es Staaten, die ehemals kommunistisch regiert wurden, die diesen amerikanischen Volkstanz (dessen Wurzeln in Europa lagen) kennenlernten und seine Anhänger wurden.

Manchmal gibt es in Organisationen Leute, die nicht mit der Mehrheit übereinstimmen -- schaut z.B. auf unseren amerikanischen Kongreß. Wie auch immer, wenn einmal eine demokratische Stimmabgabe erfolgt ist, wird diese von denjenigen, die nicht damit übereinstimmen akzeptiert -- jedoch nicht innerhalb Callerlab. In den 90er Jahren gab es einige Ex Callerlab Mitglieder, die von dem, was vor sich ging, dermaßen die Nase voll hatten, daß sie ihre eingene Organisation, ausschließlich für amerikanische Caller, gründeten. Das erinnert mich an das einzige Kind der Umgebung, das einen Ball besitzt -- "Laß mich den Ball schlagen, oder ich nehme ihn und gehe damit nach Hause". Diese neue Organisation hatte eine Zusammenkunft mit dem Executive Commitee Mitgliedern von Callerlab und teilte diesen mit, daß sie nicht die Absicht hätten, mit ihnen zu konkurrieren, sie würden KEINE neuen Programme erarbeiten, sie wollten Callern nur eine Stelle anbieten, von der aus diese eine Musiklizenz erhalten könnten. WÄHREND DIESER ZEIT TROCKNETE GERADE DIE TINTE AUF IHREM PROGRAMM.

Dieses Programm wurde der Gesprächstoff der Mitte 90er. Da es letzendlich von den Mitgliedern gelehrt wird, werden nun zwei verschiedene Programme benutzt und der Begriff Standardisierung ist vergessen; außer in Europa, wo wir nur die Callerlab Programme kennen. Unsere Programme wuchsen weiterhin, während die Aktivität in Amerika zum Erliegen kam. Vielleicht werden in den nächsten hundert Jahren abermals Europäer nach Amerika auswandern und eine Sache, Square Dance genannt, mit zurückbringen, damit sich die ganze Welt daran freuen kann.


Nachdruck aus dem EAASDC BULLETIN, dem offiziellen Organ der European Association of American Square Dancing Clubs vom April 1995 bis März 1996

Advanced Dancing
Ein Callerlab Bericht über Advanced Dancing von Jac.M.Fransen
Übers: Nigel Brewster, G.Ganser, Otmar Basan

Geschichte des Advanced Dancing

Nicht wie beim Mainstream oder beim Challenge Dancing, hat Advanced Dancing keine wahre, gerade Abstammung. Es ist ein Kompromisstanzprogramm. Sein Ursprung war bei den Callerlab's zwischen 1974 und 1977, wo eine Gruppe von Callern ihre Ideen und Erfahrungen ergänzt und eine Liste von Calls zusammengefaßt haben, die die Lücke zwischen dem, was jetzt die Plus und Challenge Programme sind, überbrücken soll. Es wurde notwendig dies zu tun, um so ein Programm zu definieren, um eine große Anzahl von Tänzern einzuschließen, die das tanzten, was heute Advanced ist, aber zuwenige Calls tanzen konnten, um Challenge-Tänzer zu sein. Also, es gab den Bedarf für einen ausgewogen Unterricht sowie Fortbestand zwischen den verschiedenen Tanzprogrammen aufrecht zu erhalten.

1977 wurden die Callerlab's des Programmes Advanced zusammen mit der verwandten Liste von Advanced Dancing Basic Call's formell anerkannt. Vorher war Advanced Dancing ein Begriff mit verschieden Bedeutungen. Es gab unterschiedliche und widersprechende Anwendungen von Bezirk zu Bezirk. Dem Begriff "Advanced Dancing" fehlte der Fortbestand und die Mobilität. Beim Tanzen außerhalb des eigenen Bezirks, hatten die Tänzer Schwierigkeiten, eine Art Advanced Dancing zu finden, mit welcher sie vertraut waren. Es hatte viele Namen: Advanced, Hot Hash, High Level, Closed-Club Level. In mancher Gegend war es mit dem Club-Namen definiert, und wurde nur von den Tänzern des Bezirkes verstanden. Wegen dieser fehlenden Einförmigkeit, war es als internationaler Standard nicht annehmbar. Die Schaffung der Callerlab-Liste von Advanced Dancing's Basic Calls erzielte den internationalen Standard, und gab den -Tänzern mehr Beweglichkeit.

Diese Liste mit Call's wird jährlich von dem Callerlab's Advanced Dancing Ausschuß überprüft, und alle zwei Jahren wird jeder Call auf seine Erfüllung entsprechend des gegenwärtigen Gebrauche hin abgestimmt. Zusätzlich hat der Vorstand einen Satz von einheitlichen Definitions übernommen, um so eine internationale einheitliche Liste von Call's zu erreichen.

WAS IST ADVANCED DANCING HEUTE ?

Advanced Dancing ist das nächste Callerlab-Programm im Square Dance nach dem Plus-Programm. Zusätzlich zu den Mainstream- und Plus-Calls müssen Advanced-Tänzer und Caller eine weitere Gruppe von Calls beherrschen, die als Advanced Dancing's Basic Calls bekannt sind.

Das Advanced Dancing Programm setzt sich weder aus einigen wenigen bevorzugten Calls noch einer Sammlung aus geläufigen Experimentiercalls zusammen. Es ist ein höher strukturiertes Tanzprogramm, das alle Calls einschließt, die auf der Advanced Dancing's Basic Call-Liste zu finden sind und nicht nur gerade die, die der Caller bevorzugt. Von "Advanced" Tänzern wird erwartet, daß sie mit einem höheren Grad an choreographische Komplexität zurechtkommen. Advanced Caller neigen dazu, größeres Gewicht auf die Fähigkeit des Tänzers zu legen, Formationen zu erkennen und die Calls aus weniger bekannten Formationen und Tänzeranordnungen mit minimaler Anleitung und Richtungshinweisen zu tanzen.

Advanced Dancing ist keine Einführung zum Challenge Dancing, genauso wenig wie Mainstream eine Einführung zum Plus, oder Plus nun Advanced ist. Während das Advanced Programm die Tänzer, die gern weiter zum Challenge Dancing machen möchten, richtig vorbereiten soll, ist es ursprünglich ein Programm, daß die Tänzer über Jahre hinaus mit Freude tanzen können, ohne in das nächste Programm zu gehen.

Wie sieht es mit dem A-1 und A-2 Dancing aus?

Die Advanced Dancing Basic Calls Liste ist in zwei verschieden Sub-Programme unterteilt, wobei ungefähr die Hälfte der Calls in der A-1 Liste, die übrigen in der A-2 Liste aufgeführt sind.

Sowohl die A-1 als auch die A-2 Calls sind in der Reihenfolge, in welcher sie beigebracht werden sollen, aufgelistet. Die A-1 Calls sollte zuerst gelernt sein und gut beherrscht werden, bevor man es mit A-2 versucht. Der Callerlab hat formell die Trennung von A-1 und A-2 anerkannt, weil es viele Gruppen gibt, die ausschließlich A-1 Calls tanzen können. Bei Festivals und andere Veranstaltungen wurde schon begonnen, getrennte A-1 und A-2 Dances in ihren Tanzprogrammplanungen zu fördern.

Wie schwierig ist Advanced Dancing?

In jedem Programm gibt es viele verschiedene Erfahrungsgrade unter den Tänzern. Weil Advanced grundsätzlich anspruchsvoller und schwieriger ist als Mainstream und Plus, müssen die Caller besonders einfühlsam auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der Tänzer reagieren. In einem Versuch, diesen Unterschied der "Anwendungstiefe" zu beschreiben, haben Caller und Tänzer die Begriffe "Easy" und "Hard" geprägt, um die beiden Extreme im Schwierigkeitsgrad zu trennen. Es gibt auch eine große "Middle-Of-The-Road" (wörtlich: Straßenmitte), die man Standard nennt und die irgendwo zwischen "Easy" und "Hard" paßt und den Hauptteil von Advanced Dancing darstellt. Konsequenter weise wird ein Caller sein Material beim Advanced-Programm auf drei Arten präsentieren: "Easy", "Hard" oder "Standard".

Beim "Easy Advanced"-Tanz präsentiert der Caller die Advanced Calls aus üblichen oder bekannten Formationen und Anordnungen heraus. Diese Spielart wird normalerweise bei Advanced-Tänzern angebracht, die gerade erst einen Advanced-Kurs absolviert haben. Sie ist in etwa vergleichbar mit leichteren Mainstream-Tänzer für soeben graduierte Mainstream-Tänzer mit dem Zweck, zunächst das Erlernte zu festigen und die Mehrheit der Tänzer beim Tanzen zu halten.

Der Begriff "Easy A-1" zeigt an, daß nur die Calls aus dem A-1-Teil der Advanced Dancing's Basic Calls-Liste aus üblichen Formationen heraus aufgerufen werden, mit nur wenig "Stacking" (deutsch etwa: Anhäufung) von Advanced Calls und vielen Richtungshilfen vom Caller. Der Begriff "Stacking" ist ein Maß für die Schwierigkeit, die eine lange Aneinanderreihung von Calls mit wenig Wiederholung bedeutet. Der Caller strebt nach einer hohen Erfolgserlebnisquote, jeder soll so gut wie irgend möglich im Tritt bleiben.

Es wird anerkannt, daß es einige erfahrene Advanced-Tanzer gibt, die das Tanzen in dieser Art genießen und keine ständige persönliche Herausforderung wollen, um die große Vielfalt durch die zusätzlichen Calls auf der Advanced-Liste wahrzunehmen. Diese Leute ziehen, es vor, die Advanced Calls auf diesem minimalen Schwierigkeitsgrad in einer eher gelösten Atmosphäre zu tanzen.

Bei einem "Hard Advanced"-Tanz benutzt der Caller viele Variationen der Advanced Calls, zerstückelt sie manchmal sogar. Der Caller wird keine Richtungshilfen für die Tänzer geben. Diese Technik, die als "Stacking" bekannt ist, ist mehr verbreitet, und eine hohe Quote von Erfolgserlebnissen auf der Tanzfläche mag von geringer Bedeutung sein. Einige Advanced-Tänzer tanzen gerne die Advanced-Calls in den schwierigeren Formationen und Anordnungen. Diese Tänzer erwarten ein Material zu tanzen, daß mit hoher Komplexität zusammengestellt ist.

Normalerweise wird ein Caller die Schwierigkeit in Abhängigkeit von den Fähigkeiten der Mehrheit auf der Tanzfläche variieren. Die Unbestimmtheit des Gegensatzes zwischen dem "Easy"- und "Hard"-Konzept wurzelt in drei Elementen: Der Kenntnis und Fähigkeit des Callers, der Kenntnis und Fähigkeit der Tänzer und dem Verlangen und der Erwartung der Tänzer auf der Fläche.

Die meisten Caller benutzen die meiste Zeit eine "Standard"-Zusammenstellung, besonders wenn sie zu einer Gruppe von Personen callen, mit denen er nicht bekannt ist oder bei "Star Tips". (Die Bedeutung dieses Ausdrucks wird in Teil # 6 erklärt.) Wie in den anderen Programmen, so ist eine saubere Beurteilung bei der Herausgabe von Advanced-Material ein entscheidender Faktor für das erfolgreiche Calling von Advanced-Material. Ein Caller kann eine beachtenswerte Breite bei der Präsentation von Advanced-Material üben und doch innerhalb der Definition von Advanced Dancing bleiben. Der Großteil der Advanced-Tänze fällt zwischen die "Easy"- und "Hard"-Kategorie.

Ist Advanced Dancing etwas für mich als Tänzer ?

In gewisser Hinsicht unterscheidet sich das Tanzen nach dem Advanced-Programm nicht von dem Tanzen nach anderen Programmen. Tanzen beinhaltet exaktes Timing, fließende Bewegungen, Stil, Bequemlichkeit und Kleiderordnung; allerdings hat das Material, das der Caller präsentiert. eine ihm eigene größere Komplexität wegen 1)der größeren Zahl der Calls, die der Tänzer wissen muß, 2) der Komplexität der Tanzmuster, z. B. Choreographie, 3) des Stackings von vielen Advanced Calls und 4) der strikten Anbindung der Ausführung an die Definition. Der Tänzer, der Advanced am meisten genießt, ist derjenige, der Freude daran hat, jede Grundbewegung genau zu kennen, der versteht, daß Advanced Dancing mehr ein Zusammensetzen von Puzzlestücken ist als Plus in Bezug auf die Choreographie, und der es liebt oft an dieser Art des Tanzens teilzuhaben.

Die wichtigste Qualifikation, die ein Tänzer haben muß, bevor et sich mit Advanced Dancing befaßt, ist Erfahrung. Erfahrung beruht auf Wissen und Übung. Ein Tänzer sollte sicher Mainstream- und Plus-Calls tanzen können, bevor er versucht, die Advanced Calls zu lernen. Es reicht nicht, die Calls einfach nur im Gedächtnis gespeichert zu haben. Der Tänzer muß auch in der Lage sein, erfolgreich in einem Square zu funktionieren, wenn diese Calls in verschiedenen Kombinationen und Anordnungen getanzt werden.

Oft zu tanzen ist gleichermaßen wichtig. Neben dem häufigen Tanzen sollte der Tänzer ein gut abgerundetes tänzerisches Gesamtbild haben. Er/Sie sollte einigen Festivals und Wochenenden beigewohnt und dabei die Erfahrung genutzt haben, bei verschiedenen Callern zu tanzen, um mit verschiedenen Präsentationen von Material und Stilen fertig zu werden.

Langjähriger Tänzer zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Können. Man ist nicht deshalb zum Advanced-Tänzer bestimmt, weil man Square Dancing schon seit vielen Jahren betreibt. So kann durchaus zum Beispiel jemand, der seit drei Jahren jede Woche tanzt, besser für Advanced Dancing geeignet sein als jemand, der seit zwanzig Jahren jeden zweiten Monat einmal tanzt. Es ist die Stetigkeit, mit der man tanzt, die einen zusammen mit der Verschiedenartigkeit der Tanzerfahrung zum guten Advanced-Tänzer werden läßt.

Advanced Dancing ist eine wundervolles, freidrehende Form von Square Dancing, die die Zusammenarbeit von acht erfahrenen Leuten verstärkt, indem sie eine aufregende und teilweise komplizierte Choreographie aus einer breiten Basis von Calls in einer Umgebung von Freude und Kameradschaft ausführt. Alle Tänzer, gleichgültig welches Programm sie tanzen, sollten danach streben, die wichtigen sozialen Aspekte unserer Square Dance-Erholung zu erhalten. Die Tänzer sollten sich daran erinnern, daß sie die saubere Etikette und die Stiltechniken, die sie in den vorherigen Mainstream- und Plus-Programmen entwickelt haben, in das Advanced-Programm hineintragen.

WIE FINDE ICH DEN ANFANG ?

Nachdem Ihr diese Information gelesen habt, im folgenden einige Tips, falls Ihr Interesse habt, Euch näher mit Advanced Dancing zu befassen.

Einige der etwas dichter besiedelten städtischen Gebiete haben regulär stattfindende Advanced-Clubs, durch die man in das Advanced-Programm hineinkommen kann. Seht in Euren örtlichen und regionalen Square Dance Veröffentlichungen und in Euren örtlichen Square Dance Geschäften nach Informationen über Workshops und Classes oder kontaktiert einige Eurer örtlichen Caller und befragt sie nach Advanced Dancing.

Advanced Dancing ist in manchen Gegenden schwer zu finden. Einige Tänzer, die Advanced betreiben, fahren regelmäßig weite Strecken, um ihren Tanztyp betreiben zu können. Sollte dies bei Euch der Fall sein, solltet Ihr Fahrgemeinschaften gründen, um effektiv Kosten einzusparen.

Die meisten Advanced-Kurse werden von Callern in ihren eigenen Regionen durch geführt. Um Informationen über Advanced Dancing zu erhalten, schreibt an das Callerlab Office. 829 - 3rd Avenue, SE. Suite # 215, Rochester MN 55904, USA. Bitte fügt eine kurze Beschreibung der Gegenden bei, für die Ihr nach Informationen sucht und, wenn möglich, gebt die Namen und Postleitzahlen der Städte an. Ihr werdet eine Liste von Callerlab-Callern erhalten, die Advanced Dancing in diesem Gebieten callen.

IST ADVANCED DANCING ETWAS FÜR MICH ALS CALLER ?

Wenn Du beabsichtigt, Advanced Dancing zu unterrichten, hast Du die Verpflichtung, Dir sämtliche Definitionen, Anwendungen und Lehrmethoden, die in Advanced benutzt werden, klarzumachen und dazu in der Lage zu sein, diese Konzepte für den Zweck des Tanzes zu realisieren. Außerdem mußt Du die entsprechende Fertigkeit für das Callen besitzen und Choreographie schreiben, entwickeln, unterrichten und präsentieren können. Zusammen mit all den anderen allgemeinen Calling-Fertigkeiten mußt Du im Sicht-Callen bewandert sein. Du solltest fünf Jahre lang Erfahrung gesammelt haben beim Unterrichten von Anfängerklassen und zwei Jahre Advanced getanzt haben. Aus dieser Erfahrung heraus wirst Du Kenntnisse in guten Körperbewegungen gesammelt und die Fähigkeit erworben haben, den Schwierigkeitsgrad von Advanced-Material zu beurteilen.

Genauso wie Advanced nicht für alle Tänzer geeignet ist, so mag das Unterrichten und Callen von Advanced auch nicht für alle Caller geeignet sein. Als erfolgreicher Caller und Lehrer für Advanced mußt Du Dein Material sehr gut kennen. Du wirst Dir Zeit nehmen, um zu studieren, wie Calls benutzt werden und die Klippen kennenlernen, die man bei den Advanced Calls genauso wie bei den vorhergehenden Tanzprogrammen zu überwinden hat. Du wirst die Tänzer mit verschiedenen Call-Sequenzen und Ablaufmustern konfrontieren, so daß ihnen nicht nur einige wenige Anwendungen der Advanced Calls beigebracht werden. Die Tänzer immer wieder durch die gleichen Muster hindurch- "routen" wird man genauso vermeiden wie einen kontinuierlichen Fluß in einer Richtung (z.B. nur im Uhrzeigersinn oder nur gegen den Uhrzeigersinn). Gleichzeitig wirst Du feststellen, daß Wiederholung ein sehr nützliches Unterrichtswerkzeug ist. Die Tänzer brauchen die ständige Wiederholung des neuen Vokabulars und der Konzepte, die gelernt wurden. Du wirst außerdem sicherstellen, daß die verschiedenen Plus- und Mainstream-Calls in Deinem Programm vorkommen, und Du wirst sie aus verschiedenen Formationen und Tänzeranordnungen heraus benutzen.

Advanced zu callen bedeutet eine viel anspruchsvollere Benutzung aller Calls von Basic bis Advanced. Du mußt Dir besonders deutlich die unterschiedlichen Grade des tänzerischen Könnens klarmachen, die auf einer Advanced-Tanzfläche vertreten sind, weil Du die Verpflichtung hast, Dein Material richtig auf der Tanzfläche zu plazieren, die Tänzer in Bewegung zu halten und ihr Interesse wachzuhalten. Dies ist keine leichte Aufgabe, und da können einem Caller viele Ausreden einfallen, um eine eigene schlechte Darbietung zu rechtfertigen. Du darfst Advanced Dancing nicht als Entschuldigung benutzen, wenn Du einen Tanz zusammenbrechen läßt, indem Du Material callst, das jenseits der Möglichkeiten der Tänzer liegt. Die meisten Caller sind sich darüber im klaren, daß mit Advanced Dancing folgendes nicht gemeint ist: Hohes Tempo, linkische Choreographie, Stop-And-Go Choreographie, fragwürdige oder unsaubere Anwendungen von definierten Calls, ein Konglomerat von nicht gelisteten Experimentiercalls oder ausschließliche Verwendung weniger bevorzugter Advanced Calls. Wenn Du Dich entscheidest, Advanced zu unterrichten, hast Du die Verpflichtung, die Advanced Calls in ihrer ganzen Vollständigkeit und mit ihren Definitionen zu bringen. Du mußt außerdem Deine Tänzer in so viele Positionen und Formationen führen, wie sie gerade schaffen können.

Du solltest jene Attribute sozialer Wechselwirkung pflegen, die das Hauptstandbein für unsere Square Dance Aktivitäten bilden. Du mußt eine verantwortungsvolle Philosophie bezüglich Square Dance entwickelt haben und in der Lage sein, diese Philosophie an Deine Tänzer weiterzuvermitteln. Du mußt Spaß und Aufregung erzeugen können, und Du mußt soziale Annehmlichkeiten in Deinen Unterrichtsserien hervorheben. Du bist verantwortlich dafür, sicherzustellen, daß die Tänzer eine gesunde Perspektive zu der Aktivität behalten und daß alle akzeptablen Stilmittel und sozialen und ethischen Richtlinien beachtet werden.

ALS CALLER - WIE KANN ICH DEN EINSTIEG FINDEN ?

Soweit möglich, solltest Du einer vollständigen Advanced-Class beiwohnen, die von einem qualifizierten Caller/Instruktor geleitet wird. Nebenbei wäre es ratsam, die Calls auf der Advanced Dancing's Basic List zu studieren und unter Verwendung dieser Calls das Schreiben von Choreographie zu üben. Du solltest Dich vollständig mit jedem Advanced-Grundelement, seiner Definition, seiner Anwendung und seinen Beschränkungen vertraut machen.

Die zusätzliche Fähigkeit nun Callen auf Sicht sollte erlernt und so gut wie Du kannst perfektioniert werden. Die richtige Einschätzung während des Callens, die vielleicht wichtigste Gabe, die ein Caller haben kann, wird beim Callen von Advanced-Material noch bedeutender wegen der Komplexität dieses Materials und der starken Streuung der tänzerischen Fähigkeiten auf den meisten Advanced-Tanzflächen.

Wenn Du Advanced Dancing Callen und unterrichten möchtest, mußt Du ständig die laufenden Aktivitäten im Auge behalten. Advanced Dancing ist nahe verwandt mit Challenge Dancing, wo regelmäßig eine große Menge an Innovation und Entwicklung stattfindet. Eine weise Idee wäre, verschiedene Informationsschriften zu abonnieren, um auf dem laufenden zu bleiben. Es ist wichtig, mit anderen Advanced-Callern in Kommunikation zu stehen und aktiv in das Callerlab's Advanced Dancing Committee einbezogen zu sein. Du solltest bei so vielen Advanced-Tänzen wie möglich dabeisein, besonders bei denen mit Gast-Callern, um Erfahrungen auszutauschen.

Schließlich kommt die Zeit, eine Gruppe von Tänzern zusammenzubringen, die Advanced lernen möchten. Mache erst eine Schätzung, inwieweit die Tänzer die Voraussetzung mitbringen, Advanced zu lernen oder nicht. Die meisten Tänzer, die zum ersten Mal Advanced Dancing ausprobieren, kommen aus Plusclubs. Einige dieser Tänzer haben sich möglicherweise schlechte Tanzgewohnheiten angeeignet oder sind gar von ihren vorherigen Lehrern über die exakte Ausführung gewisser Mainstream- oder Plus-Calls fehlinformiert worden. Das passiert häufig und ist ein Problem. das der Advanced-Lehrer wieder bereinigen muß. Wenn das der Fall ist, sollte sich der Advanced-Lehrer- anstatt andere Instruktoren zu kritisieren - die Zeit nehmen, die Tänzer umzuerziehen, dabei betonend, daß saubere Ausführung und Verständnis der Calls beim Advanced-Programm noch wichtiger sind. Fehlt es den Tänzern an Grundlagen, die sie eigentlich im Plus- Programm erworben haben sollten, oder haben sie undienliche Tanzgewohnheiten, die geändert werden müssen, dann konzentrieren Dich darauf, diese Korrekturen zu machen, während Du die Advanced-Calls unterrichtet. Wenn Deiner Meinung nach Tänzer schlicht außerstande sind zu lernen, weil ihnen vorausgehende Tanzerfahrung fehlt, dann solltest Du es ihnen taktvoll beibringen.

Ein Caller muß effektive und vollständige Unterrichtsmethoden anwenden, um sicherstellen, daß die Tänzer die Advanced-Calls vollständig und genau erfahren. Solche Methoden beinhalten die Verwendung von Handzetteln mit Definitionen und Styling Hinweisen; die Verwendung von Unterrichtshilfen wie Übersichten über das bereits Erlernte und Abhaklisten; die Verwendung eines Systems, das die Tänzer in verschiedenen Squares zusammenmischt; und die Erfahrung mit Präsentationen durch andere qualifizierte Caller.

Du solltest die Tänzer wissen lassen, was sie vom Advanced Dancing zu erwarten haben, wobei Du hervorhebt, welche Stellung Advanced im Square Dance Gesamtbild hat. Den Tänzern sollte ferner bewußt gemacht werden, daß verzwickte Manöver und komplexe Choreographie, zu deren Hervorhebung Advanced Dancing neigt, nicht auf Kosten des guten Tanzes, des ansprechenden Stylings oder der sanft fließenden Choreographie gehen soll.

Letztendlich sollte ein Caller die sozialen und tänzerischen Gesichtspunkte des Advanced Dancing gleichermaßen hervorheben, genauso wie die choreographischen Aspekte. Den Tänzern sollte beigebracht werden. zu der Musik zu tanzen, unter Anwendung der altbewährten Stilmittel. Auf die richtige Kleidung sollte Wert gelegt werden, zusammen mit anderen praktischen und sozialen Gepflogenheiten. Im Interesse der fortwährenden Steigerung der Aktivität sollten die Tänzer ermuntert werden, die Mainstream- und Plusclubs und Tanzvereine in ihrer Gegend zu unterstützen, wann immer möglich.

WAS IST EIN STAR TIP ?

In der Vergangenheit enthielt die Programmgestaltung für eine der größeren Festivitäten an der Ostküste gewisse Einlagen, die mit einem Sternchen oder Stern gekennzeichnet waren. Diese Sternchen zeigten an, daß während dieser Einlage auf einem "höheren Niveau" getanzt wurde als im regulären Programm und warnten die Tänzer, daß sie: auf schwierigeres Tanzen stoßen würden. Diese Sternchen-Einlagen wurden allgemein als "Star Tips" bekannt.

Ein Star Tip ist ein spezieller Tanztip, der schwieriger als die allgemeinen Tänze auf der betreffenden Veranstaltung ist. Zum Beispiel mag ein Plustanz einen oder mehrere A-1- und/oder A-2-Star Tips enthalten, während ein Tanz, der als "Easy A-1"-Tanz ausgewiesen ist, einen oder mehrere Star Tips enthalten kann, die irgend etwas oberhalb von "Easy-A-1" sein können. Für gewöhnlich werden diese Tips unmittelbar vorher angekündigt. so daß die Tänzer sich auf eine vorübergehende Änderung des Tanzprogrammes gefaßt machen können. Nach dem Star Tip wird wieder nach dem ursprünglichen Programm weiter- getanzt.

Die saubere Plazierung eines Star Tip ist bei Mainstream- oder Plustänzen kritisch. Es gibt Leute, die meinen, daß Star Tips keinen Platz in den Plus- oder Mainstream-Programmen haben. Wenn ein Star Tip an einem Plusabend eingebaut werden soll, sollte er wohlüberlegt an das Ende der regulären Tanzsession gelegt werden, nach der Vollendung des Plusteils, es sei denn, der ausrichtende Club hat es anders vorgesehen. Wenn das Tanzen um 23:00 Uhr enden soll, so findet der Star Tip am besten nach 23:00 Uhr statt, damit der reguläre Tanzabend nicht vorzeitig abgebrochen wird.

Die Plazierung eines Star Tip ist bei einer Advanced-Veranstaltung weniger kritisch. Die Advanced-Tänzer sind mehr an den Star Tip gewohnt, und er kann irgendwann vorher vorkommen, während oder nach der regulären Tanzveranstaltung. Star Tips sollten nicht als Mittel benutzt werden, um Tänzer für das Advanced-Programm zu begeistern; vielmehr sollten Star Tips lediglich der Bereicherung des Programmes dienen, soweit die Umstände erlauben, welche einzufügen. Auch in Abhängigkeit von der Sichtweite der Tänzer können Star Tips gut oder schlecht sein. Wenn starke Tänzer immer zusammen auf die Tanzfläche gehen, so werden Neulinge glauben, daß der Star Tip als eine willkommene Gelegenheit zum Angeben dient. Es ist besser, wenn erfahrene Tänzer Neulinge in ihre Squares einladen und sich aufrichtig über deren Erfolge mitfreuen.

Ein Caller muß dem Eindruck vorbeugen, daß die Teilnehmer eines Star Tip einen Wettbewerb veranstalten oder in irgendeiner Weise Überlegenheit zeigen sollen. Statt dessen soll der Star Tip leicht und lebhaft sein und die Tänzer entspannt. Die Tanzerfahrung sollte als ein großer Spaß erscheinen, anderenfalls können die Zuschauer einen falschen Eindruck des Wesens von Advanced Dancing bekommen. Es gibt allerdings zuweilen Gelegenheiten, zu denen der Star Tip ganz bewußt als das "absolut Härteste" konzipiert wird. Normalerweise erfahren die Tänzer das rechtzeitig. In solchen Fällen kann die Atmosphäre etwas angespannt werden. Wahrscheinlich ist es die beste Faustregeln, den Tänzern das zu bieten, was sie erwarten; dann wird der Star Tip als eine gute Erfahrung in Erinnerung bleiben.

Diese und andere Probleme sind möglich, wenn ein Star Tip in das Tanzprogramm aufgenommen werden soll. Die Callers sollten sich das vor Augen halten und Star Tips vorsichtig und klug anwenden.

... FASSEN WIR ALSO ZUSAMMEN ...

Dieser Artikel ist als ein Leitfaden gedacht, um Dir zu zeigen, was Du erwarten kannst, wenn Du Dich mit Advanced Dancing befaßt und auch, was von Dir erwartet werden wird. Das Advanced Dancing-Programm ist das dritte von vier Callerlab Western Square Dancing-Programmen, Ob I)u nun Caller oder Tänzer bist - Advanced Dancing wird immer da sein, um Dich zu erfreuen. Es gibt niemals einen Grund für Dich, durch die verschiedenen CALLERLAB-Programmen hindurchzuhetzen. Wenn Du das tust, verminderst Du nicht nur Deinen Genuß und Deine innere Teilnahme, sondern es führt auch zu einer schlacksigen, nachlässigen und stillosen Tanzweise und einem unvollständigen und unkorrekten Verständnis der Calls. Wenn Du als Caller versuchst, ein Tanzprogramm ohne profunde Kenntnis der Grundfiguren in diesem Programm zu unterrichten, schadest Du nicht nur Dir selber, sondern auch der Square Dance-Aktivität in Deiner Umgebung. Die Square Dance-Programme sind für alle zum Erfreuen da. Denke immer daran: Square Dancing ist in allerersten Linie eine Erholung! Viel Spaß!