Mein Mann und ich beschlossen, an der Clogging Convention teilzunehmen. Frohen Mut flogen wir los. So viel wir auch schon über die Clogging Convention und das Opryland Hotel gehört hatten, wir konnten es gar nicht fassen.
Wie sollten wir in diesem riesigen Hotel bloß die richtigen Hallen Finden, ohne uns zu verlaufen? An der Rezeption gab man uns einen Plan vom Hotel und erklärte uns, wo wir hin mußten. Nach 10-15 Minuten erreichten wir endlich unser Ziel, was nicht gerade einfach war. Überall gab es kleine Staus, da die tollen Weihnachtsdekorationen fotografiert wurden.
Nachdem wir uns an der Registration angemeldet hatten, bekamen wir einen Hefter mit 179 Seiten. Dieser Ordner enthielt das ausführliche Programm, Lagepläne der Hallen und alle Cue Sheets. Den Abend verbrachten wir damit, einen Plan auszuarbeiten, wo wir hingehen wollten und das war nicht einfach, denn die Auswahl war sehr groß. Geboten wurde Basic bis Advanced, Clog CUE, Oldies, Country & Western und Couple. das Programm begann um 9.00 Uhr und endete um 17:00 Uhr. Es sah so aus, das man jede Stunde ein neues Lied lernen konnte. Für uns hieß das also Augen und Ohren aufzumachen, denn es ging alles ziemlich schnell. Alle Stunde begann eine regelrechte Völkerwanderung von einer Halle zur anderen. Zum Schuhe ausziehen hatte man da keine Zeit, man zog sie morgens an und abends wieder aus.
Wir gingen in der Regel zu den Basic-, EZ Intermediate- oder Intermediate-Workshops. Wir machten einen großen Fehler und gingen in die Advanced Halle. Hier haben wir erkannt, wir machen kein Clogging, nur Warm up.
Ein großes Problem war am Anfang die schlechte Akustik, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. Sehr positiv empfanden wir einige organisatorische Dinge. In jeder Halle gab es kostenloses Trinkwasser. Pro Halle gab es einen Verantwortlichen mit Walky Talky, der dafür sorgen hatte, daß die Musiklautstärke stimmte. Wurde die Musik von nebenan zu laut, wurde rübergefunkt, und man konnte seine eigene Musik wieder hören.
Am Freitag und am Samstag vormittag wurde in allen Hallen ein großes Ereignis vorbereitet. Alle bekamen wir Rocky Top beigebracht. Immer wieder wurde das Lied geübt. Am Samstag mittag war es soweit. Es gab Schilder für die verschiedenen Bundesstaaten und Länder. nachdem wir uns zu unserem Schild gestellt, fanden wir heraus, daß insgesamt 18 Deutsche auf der Convention waren. Als alles aufgestellt war, marschierten etwa 5000 Clogger quer durchs Hotel auf einen Parkplatz. Dort wartete das Fernsehen. Es war wie bei der Olympiade. Jeder Bundesstaat oder jedes Land wurde beim Einmarsch begrüßt. Nachdem sich alle auf dem Parkplatz versammelt hatten, kam der spannende Moment. Wir wollten einen neuen Rekord für das Guinness Buch der Rekorde aufstellen. Was dann kam, kann ich nicht beschreiben. Stellt euch vor, 5000 Clogger cloggen Rocky Top! Es war für mich ein unvergeßliches Erlebnis. Unser Rekordversuch wurde vom Fernsehen übertragen. Es herrschte eine super Stimmung, wenn wir auch leider keinen neuen Rekord aufstellen konnten, so bin ich mir doch sicher, daß es allen viel Spaß gemacht hatten.
Ein weiterer Höhepunkt waren die Exhibitions am Samstag abend. Hier zeigten die einzelnen Gruppen, was sie so drauf haben. Nach dem Auftritt von "Ultimate Dance Force" waren wir so begeistert, perfekteres Clogging gibt es zur Zeit in Amerika nicht zu sehen.
Als wir Sonntags im Flieger nach Deutschland saßen waren wir uns einig: Der Besuch der Clogging Convention ist ein Erlebnis. Wir hatten viel Spaß und haben viel gelernt. Vielleicht gibt es ja irgendwann einmal eine Clogging Convention in Deutschland!
Nach dem Ende des II. Weltkriegs begann man, zum normalen freundlichen Leben zurückzukehren. Neue Interessengemeinschaften entstanden und junge Familien suchten Wege, um ihre Nachbarn kennenzulernen und neue Freunde zu gewinnen. Der Square Dance erwies sich als natürliche, unverfälschte überlieferte Aktivität, die diesen Bemühungen entgegenkam.
Ein Problem. Um ein erfolgreiches Programm zu gestalten, brauchte man Initiatoren-Ausbilder und Caller --, um diesen "Sport" wieder in Gang zu bringen. Es gab kaum Bücher, unbefriedigende Schallplatten und im Grunde genommen keine brauchbaren Unterlagen, die zum Gelingen beitragen konnten. Hatte jemand den Willen, Interessenten auszubilden und zu callen, mußte er sich auf Schusters Rappen bewegen. Durch den Besuch anderer Clubs in der Umgebung notierte man sich -- oder besser gesagt "borgte" man sich -- von anderen Callern ihre Ideen. Ein paar Figuren, eine Break dort, und eventuell ein paar Musiker, die man als nötige Begleitung zum Caller brauchte.
Wo in manchen Gegenden mehrere Caller beheimatet waren, entwickelte sich ein Art Ausbildung -- und Weiterbildung -- Training. Ein "Alter Hase" (der vielleicht gerade ein Jahr callte) nahm eine oder mehrere junge talentierte Anfänger unter seine Fittiche und erlaubte ihnen manchmal, einen Abend für ihren Club zu callen. Wenn der Abend vorbei war, setzte man sich zusammen und diskutierte bei einer Tasse Kaffee über sie Schwächen der Anfänger und wie man ihnen helfen konnte. Der große Fortschritt des bisherigen Austauschs von Erfahrungen vollzog sich, als Dr. Loyd Shaw, ein Schullehrer und Leiter der Cheyenne Mountain School in Colorado Springs, seinen ersten Caller Kurs startete.
Einer der Hauptanziehungspunkte dieser Kurse, welche erstmals Mitte der 40er Jahre begannen und für ein Jahrzehnt sich bewährten, war die Möglichkeit für Caller, das langersehnte Material zu bekommen. Die jungen Caller waren begierig nach Tanz-Ideen, die sie hier bekamen. Zwei Punkte waren im Schulungsprogramm besonders wichtig:
Selbstverständlich ist immer die Möglichkeit vorhanden, sein Callen kritisieren zu lassen sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Callern aus anderen Gegenden, um neue Methoden zu erlernen, dadurch ein besserer, effektvollerer Caller und besserer Ausbilder zu werden. Die wichtigsten Grundregeln der Führereigenschaften im "Verkaufen" und Fördern der Aktivität sowie der Leitung einer Klasse und die Vorbereitung eines erfolgreichen Clubabends durch ein gut durchdachtes Programm sind gewöhnlich immer das Fundament dieser Schulen. Außerdem gibt es Schulen und die entsprechenden Lehrkräfte, die sich auf bestimmte Punkte besonders spezialisiert haben. Einige auf Musik und perfektes Timing, andere auf Sight Calling, andere wiederum auf alte Traditions Tänze.
Wenn Du ernsthaft interessiert bist, ein Square Dance Caller zu werden oder Du willst Dein allgemeines fachliches Können verbessern, dann findest Du mit Sicherheit durch Absolvieren einer Callerschule einen Weg, der das aufzeigt, was für deine Ausbildung und Weiterentwicklung am besten ist.
Während einige Callerschulen über einen Zeitraum von 2-3 Tagen laufen, gehen die meisten Kurse über eine Länge von 5-7 Tagen. Die Teilnehmerzahl einer Klasse sollte jedoch nur so groß sein, daß der Caller genügend Zeit hat, um sich mit jedem Caller-Student individuell zu beschäftigen. Viele Callerschulen haben ein Limit von 8-10 Beteiligten, so daß der Lehrer auf die Schwächen der einzelnen Students mit großer Aufmerksam eingehen kann. Hierzu gehört vor allen Dingen die Auswertung der Calls der Teilnehmer, indem sie pro Tag einmal oder wenn es geht öfter zum callen kommen.
Eine Callerschule gibt natürlich niemanden die Garantie, daß er nach Ablauf des Kursus ein perfekter Caller ist. Nichts ersetzt die tatsächliche Erfahrung, und ein strebsamer Caller weiß, daß die beste Möglichkeit darin besteht, sein gewünschtes Ziel zu erreichen, wenn er Tänzer findet, für die er regelmäßig callen kann. Die Erfahrung, die der Caller in der Schule macht, sollte dazu beitragen, seine Schwächen zu erkennen und sich Wege zeigen zu lassen, wie er sich verbessern kann. Um ein Beispiel anzuführen: Ein Caller ist schon einige Jahre im Geschäft, ohne selbst erkannt zu haben, daß sein Callen zu monoton ist. Hier ist es die Aufgabe eines erfahrenen Lehrers, dieses Problem zu analysieren und Anregungen zu geben, durch eine gezielte Methode seine Stimmlage zu variieren. Vielleicht hilft hier schon eine andere Auswahl der Begleitmusik.
Ein Caller möge sich Gedanken machen über die Tatsache, daß es ihm nicht gelingt, im Club oder Klasse sein Tänzer nach Hause zu bringen. Diese Problem muß nicht unbedingt mit seiner Callerfähigkeit zu tun haben. Es kann ein persönliches Problem sein, die nüchterne Einstellung zur Sache, oder der Mangel eines bestimmten Aufgabengebietes, daß er selber nicht analysieren kann (und seine Frau getraut sich nicht, ihm das klar zu sagen). Ein qualifiziertes Mitglied eine Callerschule wird in der Lage sind, die Mängel in Kürze herauszufinden und Anregungen geben sowie Rat wissen, um die nötigen Verbesserungen dem Teilnehmer zu empfehlen.
"Aber so habe ich es doch immer gemacht", ist eines der oft gehörten Argumente, die immer wieder als Fehlurteil von Seiten der Students zu hören sind. Auch dieser Punkt wird mit Interesse auf einem Caller-Kurs behandelt. Jeder Teilnehmer wird mit seinem Problem konfrontiert, indem er zur Klärung seiner Schwächen aufmerksam die anderen Studiert. Diese Situationen kommen sehr häufig vor beim Studieren und in der praktischen Anwendung.
Eine Sache ist von größter Wichtigkeit für einen Teilnehmer an einer Callerschule: "Mache NIE auf Lässigkeit und Überheblichkeit". Die Verlockung für einen Studentcaller seinen Ausbildern und den anderen Kursteilnehmern gegenüber ist sehr groß, indem er bei jeder Gelegenheit sein Können und Wissen herausstellt bei den Punkten sie er einigermaßen beherrscht. Nicht die schwachen Punkte, wo eine Verbesserung notwendig ist. Wenn Du die Absicht hast, dieses Jahr oder in naher Zukunft eine Callerschule zu besuchen, verfall nicht in den Fehler, Deine Probleme zu verheimlichen, wo Du dringend Hilfe brauchst. Du solltest alle Gelegenheiten mit auf den Heimweg nehmen, die Dir festumrissene Anregungen und Richtlinien geben, damit Du in Zukunft bei der Ausübung deines Berufs als Caller besser bist.